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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-11-16 · 16 (16.11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
16 (16.11.1930)
Date
1930-11-16
Page
[Seite] (sequence 6)
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- I« - Audi Ihr Teint wird schön wenn Sie dem Waschwasser regelmäßig etwa» aExtraparfOmi«rt KAISER-BORAX“ zusetzen. Er nimmt dem Wasser sofort alle Härte und gibt ihm die nötige Weichheit.- dabei tritt sich der Haut ein herrlich erfrischender blumiger Duft mit. der die Nerven anregt und auch die letzte Müdigkeit verscheucht. — Gleichzeitig erfährt der Teint die beste Pflege, alle Unreinheiten, wie Mitesser, Pickel, Sommersprossen, gelb: Flecken, fettiger Hautglanz verschwinden, so Latz man getrost “„Ertraparfümiert Kaiser-Borar" als nie versagende» Schönheitsmittel verwenden kann. — Es ist das neueste Kosmetik«» der Firma Heinrich Mark Rechf^ Zu haben bt den einschlägigen Geschäften. — Muster und Prospekt wird aus Wunsch kostenlos zugesandt. beit senkt, map der andere auf den wirklichen Klang des Schofar Moschiach warten und. wie es Jehudo hpstein so rührend schildert, stündlich sich auf den F'inpfang des göttlichen Boten vorbereiten die F orm der Weltanschauung kann das seelische Ausmaß unserer Zunkunftserwartung nicht begrenzen. Um mit Martin Buber />, sprechen: Fs kommt vor allem auf unsere Bereitschaft an. auf das Aufgeschlossensein der üaii/en Persönlichkeit fiir den Anruf, den unser jüdisches Erbgut immer an uns richtet. Halten wir Geist und Seele wach, dann werden wir erfühlen, daß auch heute wie zu aller Zeit die Werkleute des messianischen Gottesreichc - au der Arbeit sind und daß dieser Geistesbau um so schneller seiner Vollendung entgegenreift. als sich die Zahl der wirklichen Bauleute vermehrt. Wir. die wir kraft unseres Glaubens! .'W ußt die Bausteine herantragen, w ir haben aus unserem Zukunftsglauben heraus deshalb die Verpflichtung, alle Gutgewillten zu sammeln und in brüderlicher Verbundenheit mit ihnen einen Weg zu gehen. Daß diese .Straße in (TTTm-h Tagen von jung und alt begangen wird, (lall ,111der ..quautite negligeable" früherer ',\ii».me— und Geistes/ugehöripkeit sich jetzt ein ebenso befreiendes wie erhebendes Verbunden heit-gefiihl entwickelt, ist nicht zuletzt ein Verdienst des jiidi-ihen Buches. Was von Schule und Elternhaus, von Lehrhausern und Jugendvereinen an jüdischen Gei -te-werten mit ins Leben hinausgenommen wird, -dawachst auf dem Boden des jüdischen Buches sich zu festen Stützen der ganzen Persönlichkeit au-, das wird zur gläubigen Demut und scharfen Abwehrwaffe zugleich und schafft ein Weltbild, daauch dann nicht in Trümmer geht, wenn Menschengeist und Menschenhände aus dieser Welt ein Chaos schaffen, in dem von sittlicher (irdnu'ng oft gar so wenig zu verspüren ist. Diejenigen Menschen aber, die durch alle diese Fin-terni-se ihr eigenes starkes Ethos tragen -ie sind die Keimzellen stetig neuen Werdens, -ie. seien -ie reich odejarm. werden immer die wahren M-e n - ch e n sein. Wenn menschliche Größe und menschliche Verworfenheit durch die Bühne, den Film oder das Buch beispielshalber an der künstlerische« («Mlillmg des Di rij-fei- Prozesses wieder demonstriert weiden, wenn das Schicksal des biblischen Hiob mit höchster Kunst von Joseph Roth in der erschütternden Armseligkeit des Melammed Mendel Singer personifiziert wird und schließlich am Ende seiner Erdenbahn, mitten in der entnervenden Hast amerikanischer Geschäftigkeit, ein Wunder geschieht, wenn Josef Kastein die große Messias-Bewegung des 17. Jahrhunderts schildert und Selma Stern die unlösliche Bindung eines Joseph Süß Oppenheimers an sein Judentum mit. historischer Treue und dichterischer Intuition aufzeigt — was soll all dieses Schaffen und Schöpfen aus dem weiten Meer der jüdischen Geschichte und Erlebniswatt j bedeuten? Es ist die Antwort auf den Anntf unserer jüdischen Situation, Antwort des Dichtersaufdiebewußteodernnterbewußte Stimme einer Gemeinschaft die wieder einsehen gelernt hat. daß sie sich und der Menschheit verpflichtet ist. So ist das jüdtsdte > Buch heute eine geistige und seelische Energiequelle geworden, die nie mehr versiegen darf. Daß dies nicht geschieht daß dieser Born vielmehr immer rein und emsig sprudelt dafür kann, besser als es dieser Aufsatz je vermag, . das jüdische Buch selbst werben. Und wer um ' sich werben läßt, der arbeitet mit än den großen Aufgaben unserer Gemeinschaft. Stadtpfarrer a. D. Lamparier zum 70. Geburtstag. Der Stuttgarter Stadtpfarrer Eduard Lampattei. der Vorsitzende der Ortsgruppe des „V ereins zur Abwehr des Antisemi-i t i s nt u s“ und das Mitglied des Gesamtvorstandes dieses Vereines, vollendet am 21. November in geistiger und körperlicher Rüstigkeit das ' 70. Lebensjahr. Lamparter, der sich als Theologe und Kanzelredner eines festbegründeten Rufes erfreut, hat die Jahre seines Ruhestandes zu gelehrten Studien über die Juden und die Judenfrage verwertet und ist so einer der hervor- . ragendsten Kenner des Judentums und einer der charaktervollsten Vorkämpfer gegen den wissenschaftlichen Antisemitismus geworden. Seine literarischen Arbeiten auf diesem Gebiete, die wiederholt an dieser Stelle die verdiente Würdigung gefunden haben, gelten infolge ihrer Gründlichkeit und ihrer lauteren Humanität als hochwertige Zeugnisse feinsinniger Gelehrsamkeit, maßvoller Gerechtigkeit und edelster Menschlichkeit so daß er als einer der besten christlichen Vorkämpfer gegen den Judenhaß gerühmt werden darf.- Darüber hinaus aber hat sich Lamparter bleibende Verdienste um diesen Kampf für Aufklärung und Nächstenliebe durch sein mannhaftes Eintreten für die Juden in öffentlichen Versammlungen wie im Zeitungskampfe erworben. Wer weiß, wie viel Mut und innere Festigkeit dazu gehören, sich den Ehrenkränkungen antisemitischer Hetzer auszusetzen, wird die tGkasaktaqgoäie dieses tiefh wsrhaHaw. jgnlehrten Mannes zu schätzen wissen. Er. gehört zu den wenigen. Auf die Christen und judemzüt Stolz blicken, rweim von diesem Kampf an.RfAt und Liebe gesprochen wird. Mögen diesem vorbildlichen Priester der Versöhnung und .der Nächstenliebe, dienani rastlos «Aaftenügn, .gelehrten Menschenfreunde mach viele Jahre ungetrübter Lebensfreude and Schaffenskraft heschieden sein! Möge ihm seine Festigkeit im Dienste der Wahrheit und im Kampf um die Gerechtigkeit noch lange erhalten bleiben! (XM km (fstminkm Stuttgart Berthold Auerbach-Verein. Das große Interesse, das die Ausspracheabende und Vorträge über aktuelle Wirtschaftsfragen finden, bestätigte sich wieder durch den überaus starken Besuch, den Amtsrichter ,Dr. Bauers Vortrag über „Arbeitgeber und Axbeitnehmet“ aufzuweisen hatte. Im Mittelpunkt des Referats stand die instruktive Darstellung des Lohnproblems, das als maßgebend für das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezeichnet wurde. Vorher behandelte Dr. Bauer die Lohnarten selbst, den auf freier Vereinbarung fußenden Arbeitsentgelt und den sozialen oder politischen Lohn . (Tariflohn). Der Redner verbreitete sidi dann über Lahnfragen im Verhältnis zur Arbeitsleistung und Kapitalbildung: niederer Lohn zugunsten des Arbeitgebers setzt letzteren instand, über den Mehrverdienst frei .zu verfügen, Investierungen usw. nach seinem Ermessen durchzuführen, während ein höherer Lohn wieder für den Arbeitnehmer insofern Kapitalbildung bedeutet, als dieser nun zu sparen in der Lage ist Von hier aus zeigte der Vortrag den Einfluß des Lohnniveaus auf Produktion und Kaufkraft auf und ging dann im besonderen auf die 'Gründe der gegenwärtigen Wirtschaftskrise -vom Standpunkt der Lohnfrage Uber. Neben den produktions theoretischen Gründen — geringer .Lohn — geringe Kaufkraft bei Ueberproduktion — sieht der Referent in den Nachwirkungen der Inflation, in der Ueberinvestiernng, m der kurzfristigen Kreditgebarung und Zollpolitik die Ursachen unserer Wirtschaftsnöte. Stabilisierung zum mindesten der jetzigen Löhne, Vermeidung unnötiger Investierungen, vernünftige Zdllpolitik usw. sind für die Hebung der Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. An das nach Tom und Inhalt ausgeseifhnetc Referat schloß sich eine lebhafte Aussprache an, in der auch über das menschliche Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in interessanter Weise diskutiert wurde. — * Auch der Vortrag vcm Syndikus Dr. Wnilzf e 1 d e r, der über das ’Tnema ,JK aj>.l t alis~ mus, Deutschtum und Judentnvü" -referierte, war sehr gut besucht. Wenn dieser Abend nicht in allem befriedigen konnte, ao lag das in erster Linie daran, daß Dr. Waitzfelder den ersten Teil seines Referats — -em Entwicklungsbild (des KapMadismus mm ündhkapitalismus — nicht genügend zu konzentrieren verstand und deshalb den Kernpunkt seiner Darstellung — Verhältnis mnd Wechselwörkoag «wischen Kapitalismus, Deutschtum und Judentum — nicht ausreichend genug behandeln konnte An ist Vertrauenssache Im langjähr. Spezialhaus werden Sie gewissenhaft beraten und für dauernd zufriedenstellend bedient Radio 7wntralB Kflniostr. 12 PlafHUUunasddiini Für Hauthali, Gewerke, MuMe Wimpff,€onrodt1& Cic. Stuttgart, Kioapriazstrafee 22 AafW«»whc»lilJWrti IcMwpWS A.KREMM STUTTGART Tel. 23472 > § Handarbeiten in esten Molkerei Kuhn Sonnenstraße § am Marktplatz Gegründet 1696 / Telefon 24573 t Sprrial§r trkAjfi düe beste Teebutter WÜHL Markenbutter Korhbuttcr

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