Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 15 (1.11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
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er auch noch das Amt eines Postar/tes aus. Seinen Patienten war er ein teilnahmsvoller, freundlicher Berater. Trotz mancher Schicksalsschläge, die .juch ihm nicht erspart blieben, hatte er fegen jedermann ein freundliches Wort auf den ippen. Nächsten Monat hätte er seine» siebzigsten Geburtstag begehen dürfen. Crailsheim. Am 17. September durftef rau Hann ch e n Kauf in a n n W wi*. in voller Biistigkeit ihren *41. Gehn rtstag feiern. Berthe 1 d S t e i n sprach der Jubilarin im Namen des Isr. \orstehc-ramts und'unserer Gemeinde die herzlichsten Glück w iinsche aus. Frau Männchen Kaufmann gehört auch heute noch zu den regelnd! lüge» Besuchern der Gottesdienste und erfreut -j,h überall höchster Wertschätzung. Wir wünschen ihr noch vielegesegnete Lebensjahre! Crailsheijn. l'ntc-r der Leitung von Josef li oh ui fand am II. Oktober ein S i m ch a s I!i o r a - B a 1 I des Geselligkeit*Vereins ..L i n - k I ,i n g" statt, der wieder einen ausgezeichneten \ erlauf nahm. Haigerloch. Die- . N e u e / ü r ch e r / ci t u n g" com IJ. Oktober d. Js. bringt einen Artikel von 1 oliv Bur ck h a-rd t . in dem unsi-r Städtchen nach der historischen und architektonischen Seite geschildert wird. Oer interessanter Aufsatz beschäftigt 'ich auclfsmit dem heute noch bestehende» Judenc iertel. dem ..II ag”: wir geben die' diesbezüglichen \ii'führungen Burckhardt* nachstehend wieder: I - war an einem .''aiU'lag* am frühen Nachmitlag. al' ich die t.a"en durchstreifte-. Das Leben einer ländlichen Kleinstadt pulste darin mit I lummcrschlug und Kauf laden kl ingel ton. mit dein Knarren und Kreischen der gebremsten Wagenräder in den-'teilen Gassen und dem Brüllen des \ ieh' in den Stalle», die ausgemistet wurden, mit Kinderlürm und nachbarlichem Getratsch der I-rauen. I in paar Schritte weiter tat -ich. auf halber Höhe der Felswand vorgelagert, ein weiter Platz auf.' von einstöckigen Häuschen umgeben. Was war denn da plötzlich anders ge- *w orden' Vch ja. das war’s: eine tiefe Stille, kein Mensch draulh-u cor den Häusern, nur hinter halb c orgezogenen Gardinen ein paar ruhige, alte Gesichter. Ich las die Nainenschildc-r an den Haustüren, über den paar Kaufläden: Bc-hr und Hirsch. I >ci und Löwe»*tc-iu "waren da zu Hause. Ich war iii' Judenviertcj um Haigerloch geraten, und es war die feierliche Buhe des Sabbath*. dienlich umgab. Nicht in einem finstern Ghetto hinter I or und Mauer, sondern al* Kind seiner toleranten /eit hat Fürst Joseph cor ITli Jahren 'eine Ibeige,loche, Juden in einem freundlichen grünen W mkel seines Städtchens angesiedelt, und lu-ch heute ist dieser Stadtteil. ..im llag" ge-;uiuni. j^i"chliellliih coli ihnen bewohnt. Ibestelle wai fa»t beklemmend. Hier erneuert sich i c'de Woche das. wa* w ir nur noch als Titel von I rbaiiung—chiiften kennen: die -*al>batl,stille-, geboten durch du* Gesetz com Sinai. Wahrlich, im Juilenc ierted con Haigerloch gelten noch die- Worle de* I lehulog*: Gedenke de- Sabbatlltages. d. I1 du ihn heiligest. Da sedIst du kc-in Werk tun. mch dein s,,|,n. noch deinelochter. noeft dein Kiiec.h'. ICHh deine \bigcl. nocfi dein \ ic-ii. L nd ch. i,ei I iciiidling in den 10,-11 Israels, setzte i c in■ I nlje behutsam auf. um diesen wimdc-r- - ini i-c i iag~f ric-ch-u nicht zu stören." Haigerloch. Am 4. Oktober beging Rc-Iigionsin rh hrei i. Ib Hermann A d I e r seinen “».Geburtstag. Der Jubilar hat 30 Jahrelang als Beligionslrhrer und Kantor in bayrischen, badischen und pieulhschc-n Gemeinden gewirkt, tlac Ol, J3 Jahre bi* zum I. April d. Js. in unserer Gemeinde, /u I hre n Hermann Adlers fand ein (.emeindeabeiitl statt, bei dem vor allem coli 'i-iten de~ jüdische» Gesangverein* und des Sc nagogeiichors die treue Mitarbeit de* trotz seines \lteis nocfi immer ->angc-*frohen betont w unie. Haigerloch. /u >ii»ili.i* ilioiu hat ein alter schöner Brauch .seine Wiedereinführung in unsere c Gemeinde erfahren: die- Beteiligung der Kinder an den l mzugen in der Synagoge. Seit fast neun Jahrzehnten war dieser Brauch im Gefolge der von Württemberg übernommenen Reformen au* unserem Gotteshause geschwunden. Nun ist er auf Anregung con Lehrer Spier und auf Re*thlulf de- \ orstehc-ramts wieder aufgenomineu worden. Zwei Dutzend Kinder zogen mit bunten Fähnchen singend hinter den Thorarollen her und wurden nach Schluß des Gottesdienstes mit Süßigkeiten beschenkt. Bei Kindern und Litern herrscht der Wunsch, den schönen Brauch dauernd beiznbi-halten. Heilbronn. An Stelleseines verstorbenen \ ater* wurde Siegfried Mai c*tzum stellvertretenden Vorsitzenden des „Verbands der Württ. Schürzenu. Wäscheindustrie“ gewählt, ein Beweis, daß das Vertrauen, das dem Fabrikanten Ludwig Maier s. A. von - der württembergisdien Industrie gezollt wurde, auch seinem Sohne entgegengebracht wird. Heilbronn. Auf Linladnng verschiedener hiesiger Vereine rezitierte der kriegsblinde Vortragskünstler Lewinski au* Köln am 23. Oktober heitere und ernste Dichtungen aus dem jüdischen Leben. Die Hörer spendeten dem Künstler herzlichen Beifall. - 176 - Heilbronn. Auch in diesem Jahre konnte unsere jüdische Jugend, die am \orabend des Simchas Thora-Festes in der Synagoge wieder einen fröhlichen Umzug veranstaltete, dank einer im vorigen Jahre gemachten Stiftung ihre süßen Geschenke in Lmpfang nehmen. Heilbronn. Von der Volkshochschule H eil b ron n werden wir um Aufnahme der folgenden Zuschrift gebeten: ..Bezirksrabbiner I)r. Beermann hat sich in den letzten zehn Jahren eine große Gemeinde treuer Teilnehmer an seinen Volkshochsdjul-Kursen geschaffen. Schon oft sind Stimmen hoher Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen Dr. Beermanns aus Kreisen seiner Hörer in die Presse gelangt. Man weiß in Heilbronn und darüber hinaus die Persönlichkeit Dr. Beermanns als Wissenschaftler und Pädagoge sehr zu schätzen. Durch seine Tätigkeit an unserer, allen Kreisen der Bevölkerung zugänglichen Volkshochschule hat Dr. Beermann auch erfolgreich zum Ausgleich der sozialen und weltanschaulichen Gegensätze beigetragen. Dies alles veranlaßt die Leitung der Volkshochschule, ihm für seine jahrelange treue Mitarbeit herzlich zu danken und zu wünschen, daß er auch-künftig im gleichen Sinne für die Volkshochschule tätig sein möge.“ Im Winter 1930/31 spricht Dr. Bc-ermunn über folgende Themen: „W a s bedeutet uns Ibsen?“. „Gerhard Hauptmanns Sozi a I e t h i k“ und „W i e lerne i ch reden?“ Laupheim. Der „Israel. Frauenverc-i n“ eröffnete seine Winterarbc-it. mit einem Bericht von Frau Else Bergmann, hier, über die Qöppmgm Adolf Fischer & Sohn Ihm NantaDstr. 2» nd 28 a. Fror. 788 Kohlen, Koks, Briketts Buchenu. 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