Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 15 (1.11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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grüßen, daß sidi die Jugend ein Heim sdiaffen will. Wirtschaftliche Not mag wohl die Gebefreudigkeit des Einzelnen beeinträchtigen; 'sie kann und darf aber nicht verhindern, daß das Jugendheim entsteht. Sie muß dazu führen, daß die äußere Form des Heims so einfach wie möglich gestaltet wird. Die wirtschaftliche Not macht es aber andererseits zur Pflicht, auch denen ein Heim zu schaffen, die, weil ohne Verdienst und Arbeit (ohne wärmende Stube), auf Gast- oder Cafehaus angewiesen sind. Die Verbindung mit anderen suchenden jüdischen Menschen wird häufig auch verhindern, daß diese Jugend unverstandenem Radikalismus verfällt. Und endlich kann das Jugendheim, neben seiner eigentlichen Aufgabe, der noch nicht .schulpflichtigen Jugend als Kindergarten und der schulpflichtigen als Kinderhort dienen. Damit erfüllt das Jugendheim eine eminent soziale Aufgabe. Auch politische Zerrissenheit und Verblendung dürfen die Errichtung des Jugendheims nicht beeinflussen. Die Geschichte weiß, daß Judenhaß zu allen Zeiten Juden und Judentum bedroht hat. Und doch bestehen beide heute noch. Es ist deshalb nicht gut, sich in seinen Entschließungen von anderen Dingen als seiner eigenen Ueberzeugiing bestimmen zu lassen. Und die derzeitige politische Unsicherheit? Auch sie darf das Werk der Jugend nicht stören. Wäre sie ein Faktor, der lähmend wirken muß, so dürfte schon seit Kriegsende nichts Neues und Großes entstehen. Und da zudem, das Jugendheim mit Parteipolitik im Grunde gar nichts zu tun hat, so darf ein seit Jahren gehegter Wunsch der Jugend nicht darunter notleiden. So darf ich hoffen, daß das Verlangen der Jugend nach einer Stätte ihres Erlebens Wahrheit werden wird. Die Gemeindeverwaltung tut das ihre: möge a u ch die Gemein d e d » s i h r i g e t u n. Jugend und Jugendheim. Von Erich Lehmann, Stuttgart. Wenn in einer Zeit wirtschaftlicher Not die Stuttgarter jüdische Jugend daran geht, sich ein eigenes Jugendheim zu errichten, so müssen tiefgehende Gründe vorhanden sein, die sie dazu bewegt, diesen Plan gegen alle Widerstände aufrecht zu erhalten. Diese Beweggründe von der Seite der Jugend her zu beleuchten, ist Aufgabe der folgenden Zeilen. - 171 - Wir alle kennen die wirtschaftliche und politische Lage Deutschlands, das Ergebnis der Wahlen. die Arbeitslosigkeit, das riesige Anwachsen der Nationalsozialisten, ln dieser Zeit ist es unbedingt notwendig, daß die jüdische Jugend Verbindung gewinnt mit Menschen und Bünden anderer Konfessionen und politischer Richtungen. Politisch werden nur wenige Von uns tätig sein können, aber als junger deutscher Jude persönliche Beziehungen mit Andersgerichteten unzuknüpfen, ist unbedingtes Erfordernis und Gebot der Stunde. Voraussetzung und Grtindforderuiig hiezu über sind s a ch I i ch e s Wissen und Z i v i 1 k o ii r a g e. Die Stätte der g e in einsame ii S ch u lang für diese Auseinandersetzung soll das neue Jugendheim sein, das Haus, in das wir die Jugend einluden. die uns nicht kennt, der Ort. an dem wir gemeinsam Deutschland durchdenken. Oftmals schon hörte ich den Kinuund gegen das jüdische Jugendheim, daß doch ein Stadt. Jitgendiiaus in der lluuffstruße bestehe. Dieses Haus ist allein den „Kameraden", dieder ..Arbeitsgemeinschaft Stuttgarter Jugendbünde" angeboren, zugänglich, und erfüllt in keinem Muße die Forderungen, die wir an ein Heim stellen - Das Heim, wie wir es uns denken, soll ein gemütlicher Aufenthaltsort sein, für alle diejenigen unter uns. die nicht bei ihren Eltern wohnen, aber auch für alle jungen Menschen, die aus irgend einem Grund nicht bei ihren Eltern zu Hause bleiben wollen, und dann viel zu oft Kinos und Kaffeehäuser bevölkern. Dieser Verflachung etwas Neues. Gutes entgegen zu setzen, ist Aufgabe des Jugendheims. Aus der Gemeinsamkeit des eigenen liciins heraus wird es möglich sein, der Jugend die jüdische Schicksalsgemeinsciiuft lebendig zu Am 8.J15., 22. Nov., 17 Uhr, veranstalten wir in der Sporthalle der Moltkekaseme 3 koslenlojK Trodtcn-Skt-Kurse mit sjcigym nastischen Hebungen Leitulng: Fachlehrer Kreuzer Für Sl(l-a«paratiir«ii ist jetzt die bejste Zeit. Anruf 289 44 genügt und lljre Ski werden sofort abgeholt machen und nül sein: eine erfr« Lebens unserer tivitüt aller bete stenzfragen der letzt, das Vorh bewußten Jugernl. er zu bringen. Die Folge wird uliche Belebung des jüdischen Gemeinde, eine gesteigerte Akiligter Kreise in politischen Exiclcutschcu Juden, und ztiguterulensein eine r \eruntwortungs- Die Juden in Hediingen. Dieser Artikel, dessen Schluß in nächster Nummer erscheint, gibt im wesentlichen ein nach den Urkunden und den Mitteilunfen des verstorbenen Gemeindevorstehers sank Levi und des verstorbenen Rabbiners Dr. Samuel Mayer verfaßtes Manuskript wieder, das uns von geschätzter Seite zur Verfügung gestellt wird. Die Schriftleitung. Sicherlich hat es schon cor 1500 Juden in llechingen gegeben. Das sog. Lagerbuch des Berchtold Hagen, eine im Jahre 1544 auf Befehl ’en Jos Niklas 11. erfolgte Aufzeichnung te des (trafen und der Kirche' gegen dir en. zählt 17 jüdische Familien auf. zehn des Grafen der Re chte Untertan»? in llechingen in jechs eigenen Wohnhäusern, vier in Owingen, drtii in Knngendiiigen. Sie zahlten as nach dem Vermögen von 21-.' stieg. Es brachte dem Grafen 181 Gulden jülu lieh ein. Zudem hatten sie bei der Beerdigung ines Erwachsenen einen Gulden Kirchhofgeld, brjj der eines Kindes unter zwölf Jahren einen hu heil Gulden zu entrichten. Der ein Schutzgeld. bis 20 Gulden mumWri von elnfadi bis hochfein aus eigener Fabrik alle nesselt!. Erzeugnisse _nur erste Fabrikate finden Sie gut^unlf^reiswert ln der Filiale der KorbmObel- Fabrik UBaum - StRÜftnt Hlnchstrafie 2BB (Laden) OTTO BlbüngantraleS Telephon Nr. T15 23 Vertrauenssache Pksfoapparafe PMskciarl PMoarfccttcn Im langjähr. Spezialhaus werden Sie gewissenhaft beraten und für dauernd zufriedenstellend bedient Königstr. 12 llll!IIIMIIMMII«MIMIM|IIMIW|MIIWIIWIIMMIMIWII»MII«IIW Spitzen Gardinen u. Vorhangstoffe Blusen u. Wäsche * . i. * SPITZENHAUS TIEFENTHAL & HALLE KÖNIGSTRASSE 49 Filiale Frlsiriaikafaa fnft-Pfletfe Behandlung eingewachsener Nagel, Hühneraugen usw. kalaNlklkiaicr Seaelelder-Strasse 1811. Sdiuhreparaturen SdmUirben mnt r. aaaaiaaarwa— in bekannt bester Ausführung, rasch und billig KulNIlk.StotttiH e a Staat« 3»oBlfaftrttf-3$rieftn orten >mi afr. jWbfwamet, etattaett tSSSilt EinßeiV Mariensfrasse Rofebuhl I slrasse Kattcc-tiroft-ttMcrcl 8. 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