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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-10-16 · 14 (16.10.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
14 (16.10.1930)
Date
1930-10-16
Page
[Seite] (sequence 6)
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- 160 - Und weint der kleine ftruder- 'Xommt Cottchen gfeich und sprich ama, dann weint nicht I h u u mu uud Allersheim hier beerdigt worden sind. Bi* in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war der Friedhof mit einem hölzernen (.attenzaun umgeben, die Interhaltung und häufige Krneuerung desselben erforderte aber alljährlich grohere Aufwendungen. Wie sollten aber die nötigen Geldmittel beschafft werden! In dieser Notlage griff das damalige Kirchenvorsteheramt zu einem altbewährten und häufig angewandten Mittel, indem es ganz wie im bürgerlichen Leben einen neuen Verein ins Dasein rief: am Fasttage /aum Gedalia des Jahres 1879 wurde ein Friedhof verein :t hevroh Frez flachetJim 1 gegründet und den ( iemeindemitgliedern empfohlen, beim Aufrufen zur Thora diesem Verein Spenden zuzuwenden. Ich erwähne hier rühmend, daß diese Neugründung die Hoffnungep. die das Vorsteheramt auf 'ie gesetzt hat. besser erfüllt hat. als viele weltliche Vereine, die so zahlreich aus der Freie schieilen. In wenigen Jahren wurden auf diesem Wege durch Synagogenspenden hier und in ArchshoTen einige tausend Mark zusammengebracht. Aber ein noch weiteres Mittel wurde zur Vermehrung des Fonds angewendet: im Jahre 1879 versandten die Kirchenvorsteherämter Creglingen und Archshofen an mehrere Familien deren Eltern oder sonstigen Verwandten auf dem hiesigen Friedhof beerdigt liegen, ein Zirkulaj1. in dem die Notwendigkeit der Erstellung einer w ürdigen Umzäunung in zu Merzen gehenden Worten geschildert und der zu erwartende Kostenaufwand mit 15 000 Mark .ingegeben war. Die Namen der damaligen Kirchenvorsteher, die den Aufruf unterzeichnet und versandt hatten, verdienen der Vergessenheit entrissen zu werden: es waren aus Cregliagen: die Vorsteher J. P r e B b u r g e r . Pf. B. A m s o n. L..Oberndorfer, aus Archshofen: 'lein. Hosenheimer und David Kauf m <t n ii. Im Lauf mehrerer Jahre gingen größere und kleinere Galten zahlreich ein. Die Namen einiger der edlen Spender seien hier genannt: l ob und Josef Heidenheimer in Würzburg. David Lehmann in Hamburg. Jakob ■steril in Galveston. S. Oberndorfer in Mannheim. Samson und Isak Heidenheimer in Galveston. Calmann Heidenheimer in New York. L. Blumenfeld in London, Gabriel und Josef Amson in Paris usw. Um die Sammlung hat sich ganz besonders das hiesige Vorsteheramtsmitglied Lazarus (tberndörfer Verdienste erworben Nach - dem ein größerer Betrag beisammen war. konnte am I Okt. I"9 die Sammlung geschlossen werden. Nachdem auf diese Weise etwa 7000 Mark zu '.unmengebracht waren, konnte dem Bauprojekt näher getreten werden. Oberamtsbaumeister Vorläufer in Mergentheim fertigte im Jahre 1884 einen. Plan, in dem eine Umzäunung des Friedhofes durch ein eisernes Gitter mit zwei Eingangstoren vorgesehen war. Bevor jedoch das Vorsteheramt an die Ausführung des Plaues ging, holte es das Gutachten des \on hier gebürtigen Architekten Braunwald. Stadtrat in Stuttgart ein. Diesem Manne sind wir zu größtem Danke verpflichtet Unter dem 15. September 1885 schrieb Architekt Braunwald au das hiesige Vorsteheramt: „Ich glaube, daß die Einfriedigung, so wie sie Vorläufer projektiert hat, der Sache, der sie dienen soll, nicht entsprechend ist Ich bin nämlich der Ansicht daß ein so schwacher, durchsichtiger eiserner Zaun auf einer so niederen Fußmauer eher für die Umzäunung eines schön gelegenen Gartens als für die Einfriedigung eines Gottesackers passend ist, mit einem Worte, daß durch diesen Abschluß die Ruhe und Stille eines Friedhofes nicht genügend gewahrt wird: es sieht vielmehr aus, als ob man absichtlich rings um die Ruhestätte der Toten herum alles offen gelassen, damit der Lärm und das Getriebe der Lebenden den löten nicht vorenthalten bleibe. Tatsächlich habe ich auch überall, wo ich noch war. nirgends einen Friedhof getroffen, der mit einem so durchsichtigen Zaun umgeben war. wie in dem vorliegenden Projekt, sondern überall sind die Friedhöfe entweder mit dicht geschlossenen Mauern oder, wenn die Mittel nicht reichen, mit einfachen Bretterzäunen umgeben.“ Architekt Braunwald unterbreitete dem hiesigen Vorsteheramt folgende drei Pläne: die Einfriedigung des Friedhofes entweder durch eine gehobelte Bretterwand oder durch eine Backsteinmauer oder schließlich durch eine Mauer aus festen harten Steinen auszuführen. Das Vorsteheramt beschloß, den dritten Plan zur Ausführung zu bringen. Sämtliche Gesamt- und Einzelpläne sowie die Kostenvoranschläge fertigte in liebenswürdigster und uneigennützigster Weise Architekt Braunwald. Leider starb Braun wald, bevor die Mauer fertiggestellt war. Die Leitung und Aufsicht beim Bau der Mauer lag in den Händen des Oberamtsbaumeisters Kaufmann in Weikersheim. Die Grab- und Maurerarbeit war mit 6586 Mark, die Schlosserarbeit (zwei Tore) mit 640 Mark errechnet Die Maurer .und Grabarbeit wurde von Maurermeister Job. Gernhard, hier, die Schlosserarbeit von Schmiedmeister Marquard ausgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 8460 Mark. Die Mauer hat eine Gesamtlänge von 293 Meter. So wurde ein allen Ansprüchen entsprechendes Werk geschaffen, das ein ehrendes Zeugnis für den Opfersinn der hiesigen Gemeindemitglieder sowie der weiteren Spender ablegt. Donnerstag, den 21. Adar 565Q (1890), wurde die erste Entschlafene auf dem neuen, nun mitumfriedigten Teil des Friedhofes beerdigt und dabei von Oberlehrer Prefiburger der neue Friedhof in Anwesenheit der hiesigen und der Archshöfer Gemeindemitglieder in ernster Weise seiner heiligen Bestimmung übergeben. Seit 1890 wurden auf diesem neuen Teil des Friedhofes 91 Entschlafene zur ewigen Ruhe gebettet. Aus den Gemeinden Württembergs. Stuttgart. Sitzung des Vorsteheramtes am 9. Oktober. Der Vorsitzende Oskar Rothschild begrüßte und beglückwünschte das Kollegium, das sich zum ersten Male nach dem Beginn des religiösen Jahres zusammengefunden hatte. Er dankte den Beamten der Gemeinde für die würdige Ausgestaltung der Festgottesdienste. Er berichtete hierauf, daß die Frage des Schnoderns ihre friedliche Regelung gefunden habe und daß das mit den Vereinen vereinbarte Rundschreiben inzwischen versandt worden ist Die bei der Gemeindepllege ohne nähere Bestimmung eingehenden Spenden sollen nach einem von Arthur Kops errechnten Schlüssel an die Vereine verteilt werden. Die strittige Angelegenheit der Ansprache von Frauen auf dem Friedhofe sei dahin erledigt daß der Stadtrabbiner von den Funktionen auf demTnedhofe befreit sein soll, falls bei einer Bestattung Ansprachen von Frauen vorgesehen sind. Der Stadtrabbiner ist damit einverstanden, daß ein anderer Rabbiner bei solchen Bestattungen fungiert. Sollte kein Rabbiner zur Verfügung stehen, so darf ausnahmsweise ein Religionslehrer die religiösen Funktionen übernehmen. Der Stadtrabbiner wird ersucht, über die Regelung der Angelegenheit demnächst in der „Gemeindezeitung“ zu berichten. FrL TheaWaitzfelderist auf eine Probezeit von drei Monaten als Fürsorgerin angestellt worden. Die endgültige Anstellung soll nach der Probezeit auf Vorschlag des Arbeitsausschusses des Fürsorgeamtes gegebenenfalls erfolgen. Dem .^tadtverband des Jüdischen Frauenbundes“ ist für einen Nähnachmittag ein Klassenranm im Gemeindehause zur Verfügung gestellt worden. Die Gottesdienstkommission wird in Verfolg einer Reihe von Wünschen! aus Gemeindekreisen demnächst Vorschläge wegen eines Gottesdienstes für die Schulkinder an afeo hohen Feiertagen vorlegen. Die Hinterbliebenen^ der verewigten Gemeindevorsteher Kommerziell- , rat Adolf Wolf und Felix Wolff haben > deren Bilder für den Sitzungssaal des Kolleginmk^ gewidmet. Ein Erlaß des Oberrates wegen eider t Eingabe betr. die geplante Kalenderreformfjvird! dahin erledigt, daß die Gemeinde eine eigene , Eingabe im Sinne der vom Oberrat erlassenen und Seite IS? dieser Nummer veröffentlichten nach Zürich senden wird. Am Gefallenengedenktag, der diesmal am Samstag, den 22. November, abgehalten werden soll, werden Angehörige von Gefallenen und Kriegsteilnehmer zur Thora aufgerufen werden. Die eingehenden Spenden sollen den vom Oberrat genannten Vereinigungen für Kriegsgräberfürsorge und Kriegsbeschädigtenfürsorge zn^eführt werden. Der Vorschlag, diesem Gottesdienst einen erweiterten Rahmen zu geben, findet nicht die Zustimmung des Kollegiums. Eine Erbschaft des verewigten Ludwig Raff in Höhe von 1500 Mk. für Zwecke der Gräberpflege wird angenommen. Der Bericht der Finanzabteilnng über eine Abänderung des Etats wird durch den Vorsitzenden damit eingeleitet, daß er auf die Notwendigkeit von Sparmaßregeln infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Lage hinweist. Der Vorsitzende der Finanzkommission, Karl L e v i, schlägt als solche Sparmaßnahmen vor, daß für den früheren Bürobeamten der Gemeindepflege kein Ersatzbeamter eingestellt werden soll. Die Friedhofsabteilnng soll 1000 Mk. von 9lmnni OrtnocM 9m5e In* BLUMENFISCHER KÖNIOS8AU TEL. 800 78 floOon 8t« «Mts prWuwff Q— ol-ienk»! Blanka Schaffer Büducutr. 10 Herren- und Damenmoden GUSTAV PFISTER Juwttllar / Wilhalmsbau Brillant- und Goldschmuck In jeder Preislage Silberwaren und Bestocke in großer Auswahl Molkerei Kuhn Sonnenstraße 5 am Marktplatz Gegründet 1606 / Telefon 243 73 Im ersten Spezialgeschäft die beste Teebutter württ. Markenbutter Kochbutter feine Käse

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