Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-10-16 · 14 (16.10.1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
14 (16.10.1930)
Date
1930-10-16
Page
[Seite] (sequence 5)
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4904101-5441863-5443155--2777-4906734
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

- 154 - Gesetz der C.V.-Bewegung auf. audi hier wird nur von der „geistigen Haltung" des C.V. von seiner Entstehung his zur Gegenwart gesprochen — von der Heiligkeit des Kampfes, von <ler Kruft, die seinen Träger immer wieder aufs neue beseelt, von dem. was Deutschland seinen jüdischen Staatsbürgern schuldig ist und — wir denken an 1,2 000 jüdische Soldaten, die an allen Fronten ihre Vaterluiidstreue mit dein Tode besiegelten schuldig geblieben ist. was andererseits die deutschen Juden ihrem Heimutlande s di ii I d e n — davon spricht Eva Reidimunii-Juugmunn sozusagen gar nichts: auch sie stellt nur fest, dal! es so ist. sie gibt ein Bild von der Organisation und Gedankenwelt der ( V. Bewegung — aber sie versteht es nicht, i in Kähmen eines Heftes über die „Jude n f r a g e“ s o zu sprechen, dal! der Leser dqs ungeheuere weltanschauliche AusinuU dieser Auseinandersetzung verspürt. Hier wurde eine Gelegenheit verpaßt! M a x u ii m a n n s Aufsatz über „N a t ionul d e ii t s ch e s J u d e n t u m“ verfehlt sein höheres Thema ebenfalls mehr oder weniger. Seine Darlegungen wollen nach seinen eigenen Worten „in Kürze über Grundlagen und Ziele der iiationaldeutschen Bewegung in der deutschen Judenheit" Aufschluß geben. Eine \ntwort auf die „Judenfruge“ ist auch dieser Beitrag keinesfalls. Auch der an sich sehr geistreiche Artikel Leo B a e ck s über „Die jüdische Religion in der Gegenwart“ — eine interessante religionsphilosophische Arbeit — ist in dieser Form hier gar nicht am Platze. Was soll der Leser der „S.M.“. dem wenige Seiten später Antisemiten wie Reventlow und Jünger beweisen, daß Deutschland an seinen Juden zugrunde geht, daß der Jude alle nationalen Werte umwertet. daß das deutsche Volk jetzt reif ist. sich seiner ..Schmarotzer“ zu entledigen und damit noch eine weltgeschichtliche Tat begeht, was soll der Leser, der sich doch über die „J u d c n f r a g e“ orientieren will, mit einem gelehrten, an sich thematisch nicht abwegigen, in seiner gedanklichen Linie aber durchaus sterilen Artikel anfangen? Curl Maria Kaufmann- Frankfurt a. M. schreibt über „K a t h o I i z i s m u s und J u d e nt u m“. Ernst VI o e r i n g-Breslau über „E v a ngelische Kirche und völkische Bewegung". Beide Artikel sind äußerst aufschlußreich und ehrlich. Eine e n t s ch i ede n ere S p r a ch e aber wäre gerade hier um Platze gewesen wenn auch die Stellung der Referenten zum Antisemitismus genügend bekannt ist. Ernst Moerings Beitrag eröffnet trübe Perspektiven: der aufrechte Breslauer Demokrat stellt fest, daß die evangelisch-kirchlichen Kreise vom Antisemitismus erfaßt sind und seine Gefahren für die Kirche weit unterschützen. Und Kaufmann betont, daß der Katholik als Mensch dem Juden ebenso svmputhisch oder nnsymputhisch gegenüberstehen könne wie etwu der Süddeutsche dem Berliner: als Katholik aber sei er kein Antisemit Zu erw ähnen sind noch J o s e f H o f m i I I e r s sehr schöner Aufsatz „V o n j ii d i s ch e u B r u lieh e n u u d j ii d i s ch e m G o 11 e s d i e u s t“. der. vom gleichnamigen, au dieser Stelle schon besprochenen, sehr wertvollen Büchlein von S. Müller ausgehend, durch vergleichende Spruch- und Stilstudien interessante Beziehungen zwi-. scheu jüdischen und christlichen Kult- und l.itiirgieformcu erschließt, und die Artikel ,.h a - s ch i s in u s u ii d J n d e Ii I ii m (Kurt Kor ii i ck e r - Rom) und „D u s j u d e ii t u m i nt S o w j e t s t u u t" (T hcoilur S e i b e r t - Hum bürg). So aufschlußreich diese letzten Beiträge auch sind, so wertvoll die Kennzeichnung des faschistischen Italiens für die Beurteilung der deutschen rech ts-extremistischen Bewegung, die ja immer mit Mussolini liebäugelt, auch ist am G e s a in t e i n d r ii ck des Heftes wird durch sie nichts geändert. Es ist ungemein bedauerlich, daß der sicherlich gut gemeinte V ersuch der „Süddeutschen Monatshefte*“ so mißlungen ist. daß in einer geradezu unglaublichen Weise aneinander vorbeigeschrieben wurde, und schließlich — daß jüdische Zeitungen nicht den Mut finden hierzu ein wirk- I i di kritisches Wort zu sagen. Im Vorwort zu diesem Sonderheft über die ..Judenfruge“ wird gesagt, man habe den „S VI “. als im Fe-, bruur 1916 das Heft ..Ostjuden" erschien den Vorwurf gemacht, daß sie die Juden verherrlichten und herabsetzten: das Heft über die ..Judenfruge“ biete Gelegenheit, beide Vorwürfe gleichzeitig zu erheben. Die Schriftleitung hat recht! Wir. weit entfernt von jener berühmten jüdischen E in p f i n d I i ch k e i t “ . müssen abschließend feststellen, daß die u n t i s e in i t i - s di r n Beiträge dieses Heftes infolge der — | Salt 1. August Erich! Rieth Ugarran Hauptbahnhof jstuttgart Mm leidet! — so sonderbaren Struktur in erster Linie der jüdischen Artikel in einer Weise aus dem redaktionellen Gesamtbild h e r ii u s | r e t e ii; daß der von der .Schriftleitung cloth sicherlich gewünschte neutrale Rühmen j des Heftes gesprengt wurde. Was in solchen, jn der Redaktionspraxis öfters verkommenden Füllen besonders aber iiTeiner Zeit politischer ijothspunuung! — dann unseres Kruchtens zu tun|ist, haben wir schon zum Ausdruck gebracht. —j- Wie die jüdischen Mitarbeiter aber sich zu ihrpn Aufsätzen im Rahmen des ganzen Heftes stellen, darüber sind sie jetzt wohl der jüdischien OcffentJichkeit eine Erklärung schuldig! | Der jüdische Friedhof in Creglingen. Von Oberlehrer! Josef Preßburger, Creglingen. Seit undenklichen Zeiten besitzt die hiesige Gemeinde einen j im Südwesten der Stadt auf einer Anhöhe anj Rande eines Staatswaldes gelegenen Friedhof) Der älteste entzifferte Grabstein trägt diejahrcszuhl 5. Tewes 5456. d. i. 1696. 541 Grabsteine sind entziffert und fortlaufend mit Nummern versehen: mehrere noch gut er^ haltene Steine si^id, da die Schrift ziemlich notgelitten hat, noch nicht entziffert könnten aber von Personen, di - größere Hebung im Lesen uird Entziffern von Cfrabschriften haben: möglicherweise noch gelesdn werden. Auf einem größeren Teil des Friedhofes — sicher dem ältesten Teil — finden sich noch -deine, die in die Erde ziemlich tief eingesunken sind und deren Schrift nahezu vollständig verwischt ist. Unter den Grabsteinen der den Namen Jakob beu II a I e v i (Löwengardt) aus das Sterbedatum Freitag, den H30). trägt. Außerdem geht aus j Grabsteinen hervor, daß Verstorbene aus den 1 Gemeinden Arcl shofen. Craintal. Weib findet sich einer. Schi m s c Ii o ii Hedtingen und 3. Kisslew 5591 (I GOTTLOB MÜLLER Hoch- und Tiefbau / Stuttgart Ingenieurbüro Ludwigstr. 104 / Telefon-AnschluB 640 46 4S Ausführung von Hoch- und Tlefbauarbeitsn / Eisenbetonsrbelten / Hausentwisserungssnlagen / Umbauten / Reparaturen r kaufet Tfdrrunic(l Domenmoaen tftTcCtfle&irafie 18 ^2-Lesson 62780 Den eleganten m I Schirm und Stock F1J0GEL PIANO« .16 5 5 Den eleganten Anden Sie In relcbater Auswahl bei _L. Idualdtle, muwUratw.mn FRIEDRICH BISSINGER nniiiimiiiinnEMdi—tmtm ■itHtllBBIIl 67 zN. 77661 FEUERBACH STAB- U. POAMBISEM, BLECHS ALL. ABT, S.M.-STAHL BAUBSSCHLXat, OPEN UHD MBB DB, WASCHKESSSL, DRAHT, DRAHTSTIFT«, SCHAAUMN, MMTBM, DICKEL, 0AB1LM, SCHAUPBLM,WlAKSpUOE ALL. ART.ACHSRM,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.