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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-10-16 · 14 (16.10.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
14 (16.10.1930)
Date
1930-10-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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161 Den 'Jl&efUttiifolQS'"*im StcMofiOGCtCft^CflfC; Ihre Einkäufe dann im SicMofia qacteH^ J^Utkost, alles im SMofoacten~Xotel, STUTTGART, tele:phon 26351-54 dem ihr bewilligten Betrag ein.sparen. Von dem Posten „Außerordentliches“ wurde eine Somme von 4000 Mk. gestrichen. Der Vorsitzende der Finanzabteilung sprach dabei den Wunsch aus, daB die Gemeindeverwaltung nicht in voller Höhe des für das Jugendheim eingesetzten Betrags von 7000 Mk. in Anspruch genommen werde. Der Vorsitzende der Jugendabteilung, Dr. Tänzer, erklärte, er werde sich dafür verwenden, daß die Gemeindeverwaltung nach Möglichkeit nicht in der vollen Höhe des angesetzten Betrags in Anspruch genommen werde. Doch hänge dies in erster Linie davon ab, welche Mittel von den Gemeindemitgliedern selbst für das Jugendheim aufgebracht würden. An der Verpflichtung der Gemeinde, für die Errichtung eines Jugendheims nach Kräften besorgt zu sein, könne nicht gerüttelt werden. Es dürfen dementsprechend 8000 Mk. vom Etat gekürzt werden, so daB mit einem Gesamtabmangel von 94 434 Mk. gerechnet werden soll. Aber auch die übrigen Abteilungen der Gemeindeverwaltung sollen so sparsam Vorgehen, daB tunlichst die ausgesetzten Beträge nicht ganz in Anspruch genommen werden. Nach zustimmenden Erklärungen der Vertreter der Jugendabteilung und der Friedhofskommission wird in namentlicher Abstimmung der verkürzte Etat einstimmig angenommen. Karl Levi berichtet weiter, über die geolante Löschung von drei Aufwertungshypotheken durch die Gemeinde, von denen nur eine bei der Landessparkasse bestehende zur Löschung kommen soll. Dem „Hilfsverein der deutschen Juden.“ wird auch in diesem Jahre ein Beitrag bewilligt; ebenso der durch eine Brandkatastrophe geschädigten rumänischen Gemeinde Borscha ein Beitrag von 30 Mk. Der Vorsitzende der Friedhofskommission, Eduard Weil, erstattete zunächst Bericht über einen Vertrag mit der Gemeinde Gmünd wegen Bestattung ihrer Toten auf dem Stuttgarter Friedhofe. Nach eingehender Aussprache nimmt die Gemeinde von diesem Vertrag Kenntnis und stimmt dem Wunsche der Gemeinde Gmünd zu, daB der Vertrag vorerst für zwanzig Jahre gelten soll, worauf eine einjährige Kündigungsfrist des Vertrages möglich sein soll. Für die Fahrt der Leichen von der Friedhofskapelle zur Grabstelle wird die Anschaffung eines Wagens nach den Vorschlägen der Kommission beschlossen; Einzelheiten des Aufbaus dieses Wagens sollen von der Kommission bestimmt werden. Eduard Weil erstattet hierauf eingehenden Bericht über die Vorschläge der Kommission wegen der Anlage und Zurichtung des neuen Friedhofes. Mehrere Mitglieder des Kollegiums haben mit Baurat Wetzel das gekaufte Terrain besichtigt. Die Kommission schlägt ein Preisausschreiben für die auf dem neuen Friedhofe geplanten Anlagen unter den sechs Architekten B 1 o ch und Guggenheime r Stuttgart, N a t h a n-Frankfurt, Landauer-München, Stern-Köln, Levi- Freiburg und Sichel & Leers-Kassel vor. Vielleicht soll zu diesen noch Architekt Löffler, München-Gladbach, hinzugezogen werden. Das Preisgericht soll aus Baurat Wetzel als Vorsitzenden, Erich Mendel sohn - Berlin, einem Mitglied des Städt. Hochbauamtes, dem Stadtrabbiner. Oskar Rothschild, Eduard Weil und Karl Levi bestehen. Die endgültige Entscheidung verbleibt natürlich dem Vorsteheramt. Eduard Weil empfiehlt, daB die Mitglieder dieser Kommission die vorbildlichen Friedhofsanlagen in Frankfurt, Köln und München besichtigen sollen. Schließlich berichtet Eduard Weil, daB die Erweiterung des Pragfriedhofes durch Erdauffüllung in zwei Teilen in diesem und im kommenden Jahre erfolgen soll. Den Schluß der Sitzung bildete eine Aussprache über Klagen aus Kreisen der Gemeinde über einzelne bauliche Verhältnisse des Synagogengebäudes. Die nötigen Prüfungen dieser Klagen sollen durch die Baukommission erfolgen. Besonders wird darüber Klage geführt, daß der Synagogenraum im Laufe der Woche nicht täglich gelüftet wird. Die Baukommission soll hierfür im Einvernehmen mit der Gemeindepflege baldige Vorsorge treten. Stuttgart. Die nächste Tagung der Israel. La n des Versammlung wird voraussichtlich am Sonntag, den 7. Dezember, stattfinden. Die Tagung soll auch diesmal in den Räumen des Wirtschaftsministeriums abgehalten werden. Stuttgart. Auf Einladung des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs wird vom 21. bis 23. Dezember d. J. in Stuttgart ein wissenschaftlicher Kursus für die Rabbiner der süddeutschen Landesverbände stattfinden. Stuttgart. Die Wahl einer neuen Fürsorgerin. Nachdem Frl. Weil unter allgemeinem Bedauern ihre Tätigkeit als Fürsorgerin der Israelitischen Gemeinde niedergelegt, die sie drei Jahre hindurch in vorbildlicher Treue erfolgreich ausgeübt hat. stand die Leitung des Fürsorgeamts und das Vorsteheramt vor der schweren Entscheidung, eine geeignete Nachfolgerin für Frl. Weil zu wählen. Die Wahl ist auf Frl. Thea Wuizfelder aus München gefallen, die um 5. Oktober ihr Amt angetreten hat. Frl. Wai/.felder hat nach dem Besuch der Städtischen Frauenschule ihrer Heimatstadt die Prüfung als Kindergärtnerin abgelegt und war dann zwei Jahre im Wohlfahrtsamt der Gemeinde München tätig. Nach Besuch cler Wohlfahrtsschule zu Berlin hat sic im Juni 1926 ihr Examen als Wohlfahrtspflegerill abgelegt. Sie w ar hierauf fast vier Jahre leitende Fürsorgerin cler Geme inde Dresden. Während dieser Zeit erhielt sie die staatliche Anerkennung als Fürsorgerin. Es geht ihr der Ruf einer ausgezeichne ten, umsichtigen und gütigen Beamtin voran. Möge ihr eine segensreiche Tätigkeit zum Heile und Wolile unserer Gemeinde beschieden sein! Stuttgart. Vor kurzem wurde der Stralleudurdibruch von der Rotezur Lauteiischlugerstrafie in Angriff genommen, um dem überlaste ten Straßenverkehr zu steuern. Diesen Arbeiten fällt auch der größte Teil des Alten Ruthar i u e n s t i ft e s zum Opfer, das einst von Joseph Süß Oppenheimer, dem Fiminzagenten Karl Alexanders von Württemberg, bewohnt wurde. Stuttgart, ß e r t h o I d A ii e r b u ch - V e i e i n. In cler Reihe cler Ausspracheabende über W i rtschuftsfrageu referierte am 23. September Dipl.-Ing. Julius Freu n d über das Thema .. M e ch u n i s i e r u ii g des Berufs ". Der Redner stellte in seinen einleitenden Worten fest, daß heute ,.B cruf mit ..S teile“ identisch geworden sei und daß man von einer Berufung für den Be ruf nicht mehr sprechen könne. Dipl.-Ing. Freund behandelte sodann die Berufsfragen vom Gesichtspunkt der heutigen wirtschaftlichen Situation aus und betonte, daß der moderne Produktionsprozeß eine Rationalisierung und damit eine Mechanisierung mehr oder weniger aller Berufe mit sich gebracht habe. Diese Tatsache habe auch eine Eutseelung cler Berufe, für die (nicht zuletzt die M a s di i n c verantwortlich ist, hervorgerufen. In einer lebhaften Ausspruche (wurde zum Thema von verschiedenen Seiten Stellung genommen. — ln einem weiteren Ausspracheabend, der von Alfred K ch i e k e r . dem führenden Pädagogen cler bekjinnteu Stuttgarter „Schieker- Sdiule“ geleitet wurde, kam besonders zum Ausdruck, wie fruchtbringend der Gedanke der Vereinsleitung wa schaftsarbeit unserer Zeit zTI In handeln, vorwegnehmen. dap klare und sachliche des Abends — ,.W d i e ii ns wirk bereitet, besc Anwesenden beha in wirklicher Ge meindie brennendsten Probleme Wir wollen gleich Alfred Schiekcr durch die Vrt, mit der er das Thema i e müßte die S ch u I e . i ch fürs Leben voraffen sein?“ — mit den delte, wiederum einen hervorragenden Beweis seiner pädagogischen Führerquulitäten gegeben hat. Ausgehend von der Fragestellung E r i ch Le h- ' mann s, ..Wer lrjhrt. was wird gelehrt, wie.- wird gelehrt, wo wlird gelehrt“, bewegte sich die Diskussion um dic( Frage, ob die Schule die Fähigkeiten im Viehischen zur Entwicklung bringen, oder ob sie (len S ch ii 1 e r fähig machen soll, seine natürlichen geistigen Anlagen selbst zu entwickeln. Die, Debatte ging hierauf auf die Möglichkeiten deq Staats- und Privatschule über undjfand von seiten der Zuhörer durch Sanitätsrat Dr. Ries ihren Abschluß, der in cler Qualität dhs Lehrermaterials für beide Lehrinstitutionen' den ausschlaggebenden Faktor sieht. für verhängnisvoll, daß im |*m der Lehrer schon ein sehr egehen muß, wenn er seines (erden soll. Wenn die Schule nur Wissen vermitteln soll, ist dies weniger, wenn sie aber au<h erziehen soll, sehr ge- Schieker hält e| heutigen Sdmlsysti schweres Delikt 1} Amtes enthoben CxuuisUxit M 77 lodeme Optik! 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