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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-09-01 · 11 (1.9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
11 (1.9.1930)
Date
1930-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
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sie den Bannkreis selbstgenugsamer Kritik und romantischer Isolierung und wählte sich als ihre Aufgabe’ Tatsachenbcwaltigung und Kampf gegen die gegenwärtige Not in jeder Form. So wurde sie gegenwartsfroher, arbeitsam und demütiger. Der langsam reifende Erfolg solcher Wandlung ist die Wiederbelebung der Gemeinde, die Mitarbeit an einer gemeinsamen Front, die gegen den Partikularismus von Menschen, Verbänden und Zielen kämpft, schließlich die Vorbereitung neuer Parteien, die die wirkliche Situation und Programmgefolgschaft wahrhaftiger und richtiger zum Ausdruck bringen. Von den neuen Zielen und Methoden der Jugend muß auch in ihren Berichten und in der Art ihrer Sprecher etwas zu spüren sein. Es wird ihr nicht mehr darauf ankommen, lediglich sich selbst auszuspredien, in ermüdenden Analysen sich lieb zu haben und immer wieder mit Problemen zu kommen, wo man ein Tun von ihr erwartet. Das autobiographische Zeitalter muß für sie vorüber sein, und das Verharren in der Problemstellung ist noch kein Zeichen von Bescheidenheit, sondern ein Kennzeichen des Unvermögens. Mit diesen Feststellungen hoffe ich zugleich die Wünsche der jüdischen Jugend uusesprochen zu haben, die sie für sich selbst ut. JUchtscutmiit Dt. Aifted QuHzetthauset, Stuttgart: Noch in keinem Zeitalter der Weltgeschichte war die Jugend zu so großen Aufgaben berufen. wie in der Gegenwart. Ein guter Teil der älteren Generation ist durch die Leiden der Kriegs- und Nachkriegszeit zermürbt und lustlos geworden. Die aus den Fugen geratene Welt wieder ins rechte Gleis zu bringen, ist Sache des heran wach senden Geschlechts. Dank den heutigen Erziehungsgrundsätzen besitzt unsere Jugend ein erhebliches Maß von Zielsicherheit und Kraftbewußtsein. Die Gefahr ist nur die, daß diese Eigenschaften in Selbstüberheblichkeit und Einseitigkeit ausarten. Möge unsere jugendliche Kerntruppe sich hievon freihalten! Dann wird es ihr gelingen, in Anknüpfung an die großen Schöpfungen der Vergangenheit über die Wirrnisse und Irrungen der Gegenwart hinweg einer glücklichen Zukunft den Weg zu bereiten. JLMitut Dt. Ka/ut, tssen: Es geht eine große Sehnsucht nach Welterneuerung durch die heutige Jugend. Diese Jugend, die ihre Kindheit zum großen Teil in der Kriegszeit verbringen mußte, die in den Nachkriegsjahren den Sturz aller Werte in ökonomischer wie in sittlicher Beziehung miterlebt hat, die sich im Augenblick in einem Wirrwar der sich widersprechendsten Meinungen und Weltanschauungen hineingestellt sieht, sammelt sich allerorten, um in bewußter Arbeit für eine neue, eine bessere Ordnung der menschlichen Gesellschaft einzutreten. Daß sich dieser Kampf vielfach gegen das „alte Regime“, gegen die von der älteren Ge neration bejahte Einstellung zu ausschlaggebenden Fragen des Lebens richtet, ist eigentlich nur Nebenerscheinung. Das Bisherige wird nicht verneint, weil es alt ist. Es gibt kein größeres Vorbeisehen an dem wahren Sinn der Jugendbewegung als die oft wiederholte Behauptung, die neue Jugend, hätte keinen Sinn mehr für Autorität. - 117 - Echte Jugend erkennt das Wahre willig an, ob es Ideal der älteren oder der erst kommenden Generation ist. Nur das Vorgetäuschte, das nur fussadenhaft zur Schau Gestellte, verabscheut sie und will sie ausmerzen. Daß sie dabei in ihrer Forderung nach Neugestaltung des Lebens oft über das Ziel hinausschießt, oft sehr ungestüm und radikal auftritt, ist ihr nicht übel zu nehmen. Die ältere Generation, die an solchem Ueberschwang oft starken Anstoß nimmt, sollte nicht vergessen, daß Goethe es war, der als Einundzwanzigjähriger aus Straßburg geschrieben hat: „Die Mittelstraße zu treffen, wollen wir nicht verlangen, solange wir jung sind.“ Wer es ernst mit der jüdischen Gemeinschaft meint, der muß sich freuen, wenn es auch bei uns eine Jugend gibt, die nicht die ausgetretenen Wege des Alltags gehen will. Es soll gerne zugegeben werden, daß die für ein neues Lebensideal kämpfenden Jugendlichen nicht immer die bequemsten Zeitgenossen sind. Aber für die ältere Generation sollte dies kein ausschlaggebender Gesichtspunkt sein. Diesem Teil der Jugend sollten unsere Gemeinden vielmehr jegliche Förderung zuteil werden lassen. Denn diese Suchenden und Kämpfenden aus den Reihen der Jugendlichen werden einmal die Träger unseres Gemeinschaftsgedankens sein und nicht die Lauen und Abseitsstehenden, deren es in der heutigen jüdischen Jugend leider noch allzuviele gibt. Der aus Wahrheitsstreben kritisch veranlagten Jugend, der aus Verantwortungsbewußtsein unzufriedenen, nach einem vertiefteren jüdischen Leben sehnsüchtigen Jugend gilt unser Gruß und unser aufmunternder Ruf: ('husuk! Sei stark! Dt. SifttoH cKagum, JMittgett: Präsident d. Isr. Landesversammlung Wenn die jüdischen Jugendbünde noch nicht bestünden, so müßten sie im Interesse de r Erhaltung und Stärkung des Judentums gegründet werden. Die Zusammenfassung der Jugend und die aus ihr sich ergebende Möglichkeit gegenseitiger Stützung und Klärung in allen Fragen, welche die religiöse Gemeinschaft betreffen, stärkt die Zusammengehörigkeit der Jugend und fördert damit die Gemeinschuft selbst. Was Schule und Elternhaus aus den mannigfachsten Gründen in dieser Hinsicht nicht voll erreichen, kann dieser freiwillige Zusammenschluß e rgänzen. Mit diesem Erfolg verbindet sich die Hebung des Selbstbewußtseins der Mitglieder, sie lernen ihre Zugehörigkeit zum Judentum richtig zu beurteilen und zu schätzen und es ist ihnen Gelegenheit geboten, sich ein eigenes Urteil zu bilden und den Charakter zu stärken, was um so wertvoller ist. als die derzeitigen allgemeinen Verhältnisse leider den Zusammenhang mit Jugendbünden allgemeiner Art mehr und mehr gefährdet, wenn nicht ganz zerstört haben. Wer sich als Jude fühlt und wem die Erhaltung des Judentums am Herzen liegt, muß die jüdische Jugendbewegung nach Kräften fördern! ' £ouis Kitsch, Stuttgart: Wo immer jugendliches Leben mit dem Ziel geistiger und körperlicher Ertüchtigung pulsiert. ist es ungemein wohltuend, zu beobachten, mit welcher Begeisterung und Hin- HECHINGEN- Inu. nusLW Zinssätzen r.lffä TÜBINGEN / TaLSSS 44/45 SIG MARIN GEN ZN} / TUDINUEN / SJUnAJUNU&N Wertpapiere / Einlagen zu affinst. / Industrie-Kredite/Hypotheken gäbe es geschieht. Nicht bloß die Freude an »allem Neuen, die der Jugend inne wohnt, kommt dabcü zum Ausdruck, sondern auch — und zwar in höherem Maße .— der Wunsch freier und (rischer Betätigung. Dieses Vorwärts- und j Aufwärtsstreben bedeutet eine Macht, die ijns aus den schweren wirtschaftlichen und politischen Nöten der Gegenwart in eine schönere, bessere Zukunft hinüberführen kann. Möge es in diesem Sinn auch unserer jüdischen Jugend beschjeden sein, unsere Wüijsche und Hoffnungen zum Wohl unseres gesamten Vaterlandes zur Verwirklichung zu liringen. Mitüstetiaigat Dt. Ott* Stuttgart Präsident des Ist. Oberrats Wir spüren! in dieser Zeit: Es wird Neues! Anders, be*er wird es in Deutschland aussehen in zwanzig Jahren als heute. Die Zeit der Jugend Ist da. Denn wer w äre berufen, an dieser besetzen Zukunft Kommen zu arbeiten, wenn nicht! die Jugend? Die Parlamente schreien nach Verjüngung. Sogar die Parteien besinnen si generation anderen Ai meistern - 5" - ijh darauf, daß eine Nachkriegsheranwüchst. die das Leben mit ' en ansieht, mit anderen Mitteln . Der Ruf nach den Jungen wird lauter und lauter werden. Mögen sie beizeiten Körper, Geist und Charakter rüsten, bewußt der Verantwortung, die sie zu trugen haben, und würdig des Glücks, sie zu trugen. Dt. £uduüd KoUätuUe, fBertin: Direktor drs Central- Vereins Hin Gruß im die jüdische Jugend, die sich heute in ihrer Mehrheit auf dem Wege von romantischer Besinnlichkeit zu eigenverunt-1 wörtlichem! Tun befindet, muß Inhalte und Ziele für s|e bringen.! Niemand i erlangt von der Jugend, daß sie für reine Zweckpolitik begeistert sei. Ich! weiß, wie schwer es ihr wird, am politischen' Kampf, wi er sich alltäglich durstellt. teilzunehmen. wie sie die Interesse npoli-. tik abstü It. Aber aus dem jugendlichen Drang her ius, zu einem Wandel der Gesinnung beizi trugen, w ird die Jugend für die Notwendig ceit einer G e s i n n ii ii g s p o I i - t i k Verständnis haben. Politik ist ober in jeder Erscheinungsform abhängig i on politischem Denken und Handeln. Der Jugend harrt die Aufgabe, von ihrem politischen Denken zu ihr gemäßem Handeln zu gelangen und da- ■r Erneuerung und Reinigung des Lebens beizutragen. Dazu gehört., i en fast schon zur Gewohnheit geikeptizismus gegenüber allem aufnicht von ihr selbst geschaffen politischen mit zu ein politischen daß sie eil wordenen gibt, was wurde. W ir stehei ner Gesch echter. — die junget schloß an c E n t s ch 1 c r u n g d e keit t u i alle auf den Schultern vergange- Die Aelteren brauchen Kräfte: die Jüngeren den Anie Wirklichkeit. Mögen sir mit ssenheit und Bcgeistei S ch r i 11 in die W i r k I i ch - Albert Schrelweis. JE Pfändet, J(adensUafie2 —1 Inh.: Ad. Ph. Rothschild HERRENHÜTE - MÜTZEN 9o0ncr * Afaffntann fttüttOOrt, PRortwUtro» 3tr. so Auf Wunsch bequem« Teilzahluna ohne Aufschlag &o0leuöfen 4»eleucftttraoä förper ßlQKW* Kölnisch Wasser beruhigt Ihre Nerven. Sind Sie matt und abgespannt, dann werden Sie frisch mit Fochtenberger. Und Ihren ‘Augen tut es sehr gut. tenberqer ScfuiCcutiou ita! besondere vorteilhaft: I Turn-Jacke« -.90 Tura-Hose* 1.19 Turnschlüpfer -.25 Turn-Scbehe 1.N Tum-Schaha M. Onaalsshlsa 2- Tum-Schube - «. LedsraohlM 4.25 Trainings-AnsOpe 4.20 Msdw>Wsd|Kku msdsr-lsdwlstsl ln allsa OiMsn Zum gut und lillig vom reit me ver wt i 1;

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