Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 10 (16.8.1930)
- Date
- 1930-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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hingen. insbesondere der damit verbundene religiöse Gesang. Anlaß zu Differenzen oder doch Unstimmigkeiten mit einem e\tl. nichtprote'tantischen Mieter geben könnten, wollt»' Herr Ziegeltnever nur an eine prolest.cutische Familie '*'i- -ndeten. Vus diesen lutsachcn gellt hervor. daß ehe *tigriffe. ilie in dem fragliche» Artikel gegen I lerrn /legelniev er erhoben werden. un»l die eine Mille weiterer schriftlicher nnd telephonischer Xngriffe »on l'.in/el[H*r>tuM'n nach 'ich /»»freu. ehr 'aiiiliehen Grundlage \ollkomtnen »'iitbeliren. Daß Hert /iegclmever nicht. w i> ihm von, Xcrfa->er dt' Unkel- „»K-r-bobe» wird. gegen Xmlei'gläubige feindlich eingestellt ist ergibt siiit zweifelsfrei daran', daß er in den letzten sieben Jalneii in seinem Hause eine katholische t .midie al' Mieterin hatte, und weiter daran'. ■ laß 'idi unter seinem Personal audieine katholi'the Angestellte IxTiudet. wie er auch früher mehrfach katlioli'ihe und amh aushilfsweise einige Male eine jiidi'ihe Vnsrestellte beschäftigt hat." Stuttgart. Dem ..l-r. \\ ochenblatt für die Schweiz" entnehmen wir folgenden Artikel von I einer J. Weil Randegg. der eine fiir weite Kreis «•achtenswerte Mahnung enthält: .Aor dem llnii'e stellt der schwarz bespannte XX ujjen. Zwei Pferde. in schwarz gehüllt, sind vorgespannt. Ln, den XXagen sammelt sich die Menge. Die Titre des Hauses öffnet sich, lind Männer tragen einen Sarg aus schmucklosem, ungefärbtem Holze. Du hast es gesehen viele Male das glei j„ Biid. Und deswegen hat die Majestät de' rotles keine Macht mehr über dich? Gleich gültig 'lelist du ob de*' Ablebens deines Nelien- ■ ',i? Mahrend die Männer den schlichten Bretter-jarg me dein Hause tragen, gehst du mit iebensv> ürdigem l ächeln auf deine Bekannten zu. -<hi ttel't ihnen die Hand und fragst nach rgehen. Erzählst von den Ereignissen ein Familienleben. In Gruppen 'teht die unterhält 'ich. wahrend der Sarg in den rehoben wird. ratterzug setzt 'ich in Bewegung Bef't <Jn es' Du begleitest einen Menschen auf t/ten Wege, den auch du einmal gehst. Noch itiimer hat die Majestät des Indes keine Macht idier dich. Wie konntest du sonst sprechen von den Dingen des Alltags? Inter den I rauernden *di nicht froh! 1 iefes Schweigen aller, die um dert I Ol CU wage II versammelt stehen, wahrend man den Toten au» dem Hause trägt: tiefe- Schweigen aller, die dem Da hin geschiedenen folgen zur letzten Buhestätte, tiefes Schweigen wurde bekunden, daß wir das Wort erfassen l nter den Trauernden sei nicht froh'" ihrem all' cleil Menge. M agen Der (t seinem Crailsheim. Am Ausgang des | i-choh be-Aw wurde in der hiesigen Gemeinde eine Gedächtnisfeier zu Ihren dis entschlafenen Rabbiners Dr. II r r in a n n Krone r veranstaltet. AI' Einleitung rezitierte Religion'lehrer Sil b e r in a n n einen Psalm, worauf Bert hold Stein. X or'itzender des \ orstehciumtcs. eine Gedächtnisrede auf den \ ei'torbeneii hielt. I r schilderte das Wirken des leider so früh Heimgegangenen und betonte besonders, daß es ihm gelungen sei. Religion und Wissenschaft in hervorragender Weise zu vermählen. Tiefbewegt dankte der Redner dem \ erblichenen für seine leb r reichen Predigten und X ort rage, die er innerhalb der Gemeinde gehalten hat. Psalm und Gebet mit anschließendem kaddi'th beendeten die würdige und eindrucksvolle Feier. C railsheim. Einen genußreichen Abend bot das l-i. \ or'teheramt unserer Gemeinde am J”. Juli. Der bedeutende amerikanische Komponist und (Iberkantor Paul Discount aus Hartford, der hier zu Besuch weilte, erfreute sein zahlreiches Publikum durch den meisterhaften \ertrug deutscher Lieder und Opernarien. Der Künstler begleitete steh selbst am Klavier und tiß besonders durch seine jüdischen Gesänge, die er dem großen 'schätze seiner eigenen synugogaleti kc.mpo-itioncü entnahm, zu Beifallsstürmen hin. Gcmein-am mit Kantor Silberin a n n brachte er zwei jüdische Gesänge . I w niicho jomar" und ..Bornch habo” in vollendeter Weise- /um Xortrag. Namens des Vor'teheranits und der Gemeinde dankte B e r t h o I <1 Stein dem Künstler für seine einzigartigen Darbietungen. C railsheim. Am I. August verließ F rau Kantor I h eres e Kramer durch XX cgz.ttg unsere hiesige Gemeinde. Das Isr. X orsteheramt stattete aus diesem Anlaß der Scheidenden einen Besuch ab. wobei B e r t h o I d Stein der zu ihren Kindern nach Göppingen ziehenden Greisin für die reiihe Tätigkeit dankte, die sie im Frauenverein und bei allen Geineindeangelegenheiten entfaltet hat. Möge der würdigen Frau in ihrem neue n I elienskreise ein froher Lebensabend beschjeden sein. Fiaigerloch. F.in eigenartiges Jubiläum kann die jiid. Gemeinde llaigerlodi Tn diesem Jahre begeben Fs jährt sich heuer zum 150. Male daß den Haigerlcxher Juden der Stadtteil ..Haag“, der noch heute algeschlossene jüdische Siedlung existiert, zugew iesen wurde. Fine jüdische Gemeinde bestand in Haigerloch schon seit Jahrhunderten. Die älteste erhaltene Urkunde - 108 - stammt aus dem Jahre 1546. Da den Juden der Erwerb von Häusern fast unmöglich gemacht w unie. wohnten sie meist in Bürgerhäusern zur Miete. Bei der Krteiluiig eines neuen Schutzbricfs am ."1 April trst) ordnete Fürst Carl Friedrich von Sigmaringen an. daß die Juden, soweit sie nicht eigene Häuser in der Stadt besäßen, in die herrschaftlichen Gebäude im ..Haag“: das ehemalige Schloß, den ehemaligen Beitstall, die Schloßkirche und das XX ächthuus. überztisiedeln hätten. N'acnciem mit den Geldern der Juden diese Baulichkeiten wieder instandgesetzt worden waren, zog die Jlaigerlochor Judeüschaft dort ein. 1785 durfte sie,auf dem Platz im ..Haag“ ihre Synagoge errichten. und im Laufe von etwa sechs Jahrzehn len entstand Haus um Haus das ganze Juden viertel in seiner heutigen Gestalt. Der Scbutzbrief von 1780, auf Pergament geschrieben. ist eines der wertvollsten und interessantesten Dokumente im Besitz der jüdischen Gemeinde Haigerloch. Haigerloch. Im Aufträge der Kaiser Wilhelm- Grclächtiiis-Stiftung werden seit einiger /eit in allen Teilen Deutschlands anthropologische Messungen und Aufnahmen veranstaltet, um die l.igenart der verschiedenen Stämme in Deutschland festziistellen. Im Rahmen dieser (*roßangelegten Forschungsarbeit hat Frau Dr. Stefanie XI a r t i n - O p p e n h e i m aus München, die XXitwe des berühmten Anthropologen Prof. Dr. Martin, die Krforschung der Staninieseigenliiinlichkeiten der LandJuden Süddeutschlands sich zur Aufgabe gesetzt. Nachdem sie seit dem Frühjahr in vier größeren Landgemeinden des bayrischen Schwaben gearbeitet hat. betreibt sie nun seit Lntle Juli ihre Messungen in unserer Gemeinde, und sie plant, dieselben nächstens in den wiirttembergischen Nachbargemeinden fortzHset/en. Die Frgebnisse ihrer Forschungen werden geeignet sein, manches ..rassenkendliche“ Normteil in exakt-Wissenschaft lieber XX eise zu w iclorlegen. Lauphrini. XX ie wir erfahren, hat der amerikanische Filmkönig Karl L ä in m I e . der bekanntlich aus Lauplicim gebürtig ist. das Buch von Firich Maria Remarque ..Im Westen nichts N e ii »■ s” verfilmt. Die europäische L r a u ff ii h r ii n g dieses Kriegsfilnis. soll vor einem ge ladenen Publikum' in TL a u p h e i in statt finden. XXc-nn sichjjiese Information bewahrheiten sollte, so würde Karl l.iiinmle wiederum einen außerordentlichen Beweis der Anhänglichkeit an seine schwäbische Heimat gegeben haben. Mergentheim. Am 10. August wird Albert Adler son. den 60. Geburtstag feiern. Der Jubilar hat sich als Vorstand der Bruderschaft ( hev ras-Gemiliis ( hasodim lim l e bende und lote hoch verdient gemacht. Fr gehört seit einigen Jahren dem Nr. X'orsteheramt in Mergentheim und der Isr. I.andesversamnilung als Vertreter für den Bezirk Mergentheim-Hall an. Bankcommandite Siegimind (Dell Will. WKlfc. 2t »(M«Mn, / TM. MS 44/48 HEC/ONGEN / TÜBINGEN / SIGMARINQEN inu. ausL Wertpapiere z Einlagen zu gfinst. Zinssätzen z Industrie-Kredite z Hypotheken Möge dem verdienten Manne, der durch eigene Krankheit und die Krankheit seiner Frau zurzeit hart geprüft ist, baldige Genesung und alles Gute besdiieden sein. Dr. Werner Senator über Palästina. ln Berlin weilt gegenwärtig Dr. Werner Senator. Mitglied der Exekutive der Jewish Agency in Palästina. Dr. Senator, der sich in der modernen jüdischen Jugendbewegung und im jüdischen sozialen Leben Deutschlands als Theoretiker lind als XI an ii der Tat führend beteiligt und der in den letzten Jahren das Amt eines Generalsekretärs des europäischen Büros des Joint Distribution Committee innegehalit hat. wurde bekanntlich dazu ausersehen, in der Exekutive der Jew ish Agency das Amt eines Schatzmeisters und Fiuanzberaters auszuiiben. Die Anwesenheit Dr. Senators in Berlin benutzte der JTA-Vertreter. um ihn zu befragen, wie er. der aus der deutschen Kultursphäre Her vorgegangene, das heutige Palästina sieht. Dr. Senator erklärte, er finde es jetzt, unmittelbar vor den Tagungen des Zionistischen Aktions-Comitees und des Administrative Committee der Jewish Agency, für seine Person nicht an der Zeit, sich in tiefere politische und programmatisch-wirtschaftliche Erörterungen einzulassen, er könne nur einige allgemeine Bemerkungen geben. Es sind drei Komplexe ins Auge zu fassen: ein politischer, ein finanziell-wirtschaft- Ijeher und ein psychologischer. Um mit dem letzteren zu beginnen, soll zunächst festgestellt werden, daß trotz des in politischer w ie in finanziell-wirtschaftlicher Beziehung schweren Jahres, das der Jischuw hinter sich hat. die Stimmung im Lande unerschüttert ist: es besteht die ruhige Entschlossenheit zur Arbeit um jeden Preis. Sogar die Sperrung der Arbciter-Alijah. die natürlich auch den Jischuw tief aufw ühlte, wurde in Erez Israel ruhiger beurteilt. als dies iin Auslande geschah. Auch die £udwigs&uc4j SEYBOTH SCHREIBMASCHINEN UNTERE KARKTSTRASSE Nr. 2 KUNSTHANDLUNG ItlWIWUni KIBCHSTRASSE WWW, Ituntim laiiuicniiu RVliMinltak' al MAiTiikaisiar-lMtnl« Max Fink Mintrstrat* 11 / TMta «24 Giie oni zeiltemite AntoliAiernnlei iBli fiKkerm nd -MtH SpezialwerksUUte Hermann Fink idMKntnta tt / TiMa «14 Karl Hopf Seifensiederei Gegr. 1M3, Tel.33M Elerkirlslnle 24 in Jeder Ausführung in allen Oesteinsarten Beratg. «. VoranacKL oaaarb. |.Sffleerer.LwMls). Grabmäler Elektro« und Radiohaus OTTO LOCHMANN Seestr. 77. beim Hohenzollemplatz / Telefon 9760 Alles Iflr Kam nd HcUrtsdi la ireftcr iaswahi OleuiUnqen MÖBEL in allen Preislagen MÖBEL- FABRIK A. SCHIRM INHABER: J. SPEIDEL REUTLINGEN Schulstr. 33 (n. d. Oberamt) Tel. 3651/52 Unverblndl. Besichtigung erbet BELEUCHTUNGS-ZENTRALE KARL RIST / REUTLINGEN KANZLEISTR. II - TELEFON 3595 BELEUCHTUNG/RADIO a«rfcBftra0e 16. Cclefoa 3411 Richard Knecht