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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-08-01 · 9 (1.8.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
9 (1.8.1930)
Date
1930-08-01
Page
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Zuc Jieise Koffer und Reiseartikel Oskar Becker OFFENBACHER LEDERWAREN Charlottenstrasae 2 Rolabtthlstrasse 1 b j. ( r ::._ru erinnert, welche* sich in und« rcn (>c g* ric!«-ii Deutschlandauf dieselben Grundsätze -lut/en. Sie besteht aus den Massen Ausgewanderter. welche an ihrem lieg,na festhalten. ihren Kult ii" in der traditionellen Körnt ausüben, ohne im gering-ten die Probleme /u ahnen, welche mit der Anpassung an die Umgebung verbunden sind, bis zu dem läge, wo -je e ine sozial höher« Stuf«- erklommen haben und die althergebrachten t.est irschriften ab ein* lästig«- Bürde empfind* n. "oh dd sie in «ler Lage sind, die Wohnst.:’ ten ihres geringeren Stadtviertels gegen das hell aII der III. Avenue zu iertau»<hen. pflegen si«- die Reihen des refonnii-rten Judentums zu ergre-iiernl'ie' ithen Siieine ..Schule" in Rrnnklvn: «•» gibt deren grolle, die -j«h j•-«l<;«h nicht immer durch eiui-n feinen k,c sehn ack auszeichnen. Ich h ibi -iiif sn'die an einem gewissen Sonntage' gesehen.! s befand »ich daselbst eine dichtgedt tilgte, lärmende Menge-, erregt durch das Vniioreü v ort reiflicher ( lia-anim. unter welchen der brühm'e Ro'enblatt. i.-r der I hora stehend. ur - -eingewaltige stimme ungeheuren Bcif.d' titete. i.csichter wie diese habe ich bereits überall ge-ihen: dieselbe- Kleidung, dieselbe!I.e.ir* acht, die se lbe Haltung man findet sie l 1!«- ft L.iadern. I 1a—c Ibchastige- Kommen und t .i hen. eie :i'i lben Tonfall, dieselben klugen \ i-i usogar bei den Jüngste n, dasselberasche and -.-d l't.iiulige Anpassungsvermögen und . e'ub/eitig dieselbe Ung«-ni«-rtheit im Gottes- ' M -- . Hinter mir drückte mir ein Nachbar, um -eiv liege -le-rnng zu bekunden. mit seinen -a e-l - n I“ allsten krampfhaft die Schultern. ..Aber -. Ie.deti e-ines luge s die Ltikel dieses bebender!i-ri-r» des He rrn Ib'-eiildatt -ein?" I bi - I rieht« le-n wir in englischer Sprache --til: -it. der uns nur in Jiddisch antworten tu- . \ t. cp-icht Xlitg le-d -r de - Vorstandes de- :;i 11-1 1 elll|>-!-". I D- 's« n.ig.ti konservativ e-ti f haraktei' 1 -,et-;. - ’ i \ in eh'iiüig. Sie verbe-—ern. was in -■ tie eloxeii .Schulen" wirklich verbi -- ingsb dürft i»t. aber sie vermeiden r - -1ei -■ rd.i' er.-'-ikaiiischc* Sv »tem welches b : - -- bt ge schmacklos ist obgleich man - I -nüa-r'e li-rnp*-l wünscht. Diekeeii-ervativ e- 1 -e a,«-i ule js> anp i»'iiiigsfiibig«-r und behält den G, <!«■' hei. In-ihren svnagogen kennt Di in eh r (!rg«-l nicht, die -ich in : :>|«!|. ei.. II-!- wie in I tcutschla Hel. ein -■ 1 - : :g-•:’ Ji. : ';«l« rers<!-s -in«l die (-alerien : . : :a t überall aii'ges.haltet. Di r Zutritt zu l-->, ' ti.ig egi-n ist je cb- I>: lim gestattet: Die M :;*! ti lg« ti Kopfb-de «kimg mul lalitb. Der f . :t-e wir«! zum Teil in de r Landessprache - Le.'. hen. oh ti« die h-’liräi-ch«- Ge-bc-t-ordnung /i: . e - ru. fuhrt man De bet« und Vorträge ab ■ c-si ■ i,,’ ui englisch-r spräche ein ii, i-en S\nageigen halt man am Freitag -aeia e inen doppelten (.otte'dienst ab: daüb •och' M.eiiib , e - iihlc I mau ..!> i / rn a n d. I, z : «bi d.’bir fe--ige -e Izt- Ii Stunde-: ein zweiter. wi: i be-uchte-r (lOttesdieu-t bestebeiid --Ni „ -,| ug Gebeten und Predigt, findet spater -'ii ,.ub dem Xbe-ndbrot. Vlan ist auf diese i’. i-- iiiebt gebindert ein; Freitag abend das I -- i. im I“ imilienkreise ein/mic-Iimc-n. aber an "!■ Me eh: sjih sonst «lar-in an'thlielienden Ge 'pc-ob!«- zumeist allgemeiner Natur sind sich .!-<i nicht if die 1 hora c-rstrc-cken. genie ßt man e in - ge ne i-.i- Lrbauungsstnnde im Gotteshai:-< . D -r Rabbiner Herbert Levinthal der kon- -t-rviitic i-u -n inegoge- J«-w isb ( ente r, in Brooklvn. hat ein besonderes Gebetbuch mit musikalischem Inhalt fii! «lie -e I“ :'<-itugahend-Gottes<lienste her.i i-ggben. -Nicht unerwähnt darf ich lu-sen die Sv nagogcde - Rabbi Morde-c-.ci K-iplan New-York. vvo mir der Sabb.itmorgen-(>otte-dienst besonders inter- «•:-', n’ e-r-chie ti. All« (däubigen Männer und I r-iiii-n. nehmen an den Geb« ten und Gesängen teil De r K-ediseh. di« ersten s<> n-sprijeheder! Sdie-üione- I -re. -ovvie die Keduscha die von der gan/e-n Genie-inele im ( hör gc-sutigc-n werden, -inel von ergreifender Wirkung, lind beim Vortrag« der Para-cha. der in würdiger lind ver- 'tänelnisv oller W eise erfolgte, gewann ich den Kinelruck. «hilf die Gemeinde mit gespannter Aufmerksamkeit folgte. Die an diesem Morgen vom Rabbiner gehaltene- Predigt die- Pre-digten linden in allen Tc m>>c In Freitag abends und Sabbat vormittags statt batte- ZIIIII Gegenstand «he festhalten an den überlieferten Gesetzen als - 100 - Notwendigkeit beim modernen Judentum. Wiewar es möglich, einen so mustergültigen Gottesdienst zu organisieren? Ich weiß es nicht, doch führt ein Besuch des von Dr. Kaplan veranstalteten Gottesdienstes zu der Ueberzeugung. daß der konservative Gedanke, richtig erfaßt, die einzig richtige Form ist. nämlich das Fluidum echten hebräischen Geistes, vereint mit echt amerikanischem Empfinden. " Nevv-York umfaßt ein Zehntel des gesamten Judentums auf dem KrdbalL Trotz, des Unterschiedes. dem man hier in Bezug auf die äußere Erscheinung des Kultuslebens begegnet, würde man vergeblich eine Synagoge suchen, die dem Tempel der nie de In \ ictoire in Paris ähnelt; sie existiert nicht. Der bereits genannte Emanuel- Tempel repräsentiert die jüdische Reform. Das Reformsystem — es erscheint «lies zwar sonderbar. und doch ist es eine unverkennbare Tatsache — übt einen weit geringeren Reiz aus als das konservative. Vor etwa 30 Jahren fragte ein junger Rabbiner einen alten Verwandten, der gleichfalls Rabbiner war. welcher Form des Judentums er sich zuwenden solle, ob «ler orthodoxen oder der reformierten. Der Weise antwortete: ..Was Du Reform nennst, wird in kaum einein viertel Jahrhundert wiederum eine Orthodoxie sein. Also, welche Freiheit wirst Du dabei gewinnen?** Und in der Tat. die Reform ist zerronnen und erstarrt in einer bloßen Form. Die fast völige Preisgabe des Hebräischen, die übertriebene Modernisierung des Gottesdienstes HEILBRONN KAUERST*. IS ■ FRITZ SEEL FERNST*. M7 ■ Stofanfe Irdmzartn Kmutgcw. QcgensiJbuie SSmiUdte Bürm-Arrtkei ■ Möbelfabrik Karl Lay (DREIFUSS NACHFOLG.) Matsgaral Dotarliiu 21 / Tel. 1137 trienz SKherer’stüc Apotheke LUDWIG SÜNDER Heilbronn a. 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