Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 9 (1.8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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101 Bankcomma/idite Stepund Veil »I / T«L 28344/4S HECHINQtH ' TÜBINOMN / S1QMARINQBN lnu. anal. Wertpapiere / Einlagen za affinst. Zlnufttxen / Industrie-Kredite/Hypotheken gleichsam als ob es nicht unbedingt zum Wesen der Religion gehöre, uns etwas zu bieten, was nicht mehr zeitgemäß ist — bringen es mit sich, daß der eigentliche svnugogale Geist fast gänzlich fehlt. Vergebens sucht man schöne Architektur, vergebens bemüht man sich, schöne Musik ertönen zu lassen: nichts ersetzt der Seele die Sprache des traditionellen Ritus. Denoch wäre es ungerecht, wollte man von Abtrünnigkeit sprechen. Man bleibt Jude, bleibt es voll und ganz, sozusagen im Sinne des Nutionalgedankens, wenn ich diesen Ausdrude, mangels eines besseren, gebrauchen darf. Den Sabbat hat man nirgends aufgegeben. Fast überall findet der llauptgottesdienst am Freitagabend statt, und in den Tempeln, wo man einen Gottesdienst für Sonntaginorgen eingeführt hat, ist derselbe sehr verkürzt, und die übliche Predigt oder Besprechung bildet den Hauptbestandteil. Aber es gibt Reformrabbiner, die vom Sonntags- Gottesdienst nicht viel wissen wollen, um dem Sabbat-Prinzip keinen Abbruch zu tun. Ich habe alle der Reformrichtung angehörenden Rabbiner, deren Gast ich war, interpelliert. Alle haben sich gefreut über das Interesse, welches ihre Gemeindemitglieder den Kultusangelegenheiten. dem Besuche des Gottesdienstes und dem Eifer der Jugend entgegenbringen. Aber alle haben auch übereinstimmend erklärt, daß die Reform des letzten Jahrhunderts heute zum großen Teil veraltet sei, daß vielmehr ein neues System, ein neuer Ritus erforderlich erscheine. Mit einem Wort: Man empfindet das Bedürfnis einer Reform der Reform. Man sehnt sich zurück nach der Wiedereinführung der längst verlassenen Traditionen. In hohen Ehren bei den Reformierten steht C hanukka. Warum das. wenn man sich nicht fester wiederanschließen will an das Judentum der Väter, nachdem man unklugerweise die Bande der Tradition gelockert hat? „Ich bin in der Orthodoxie aufgewachsen', erklärte mir ein Familienvater, „und habe gewissenhaft meine Gebete verrichtet, doch versichere ich Ihnen, daß ich mir niemals eingebildet habe, das Hebräische zu verstehen. Mein Sohn ist mit der Reform groß geworden, ledig des hebräischen Ballastes, den ich für ihn als zu große Bürde betrachtete — und siehe da! er wünscht das Hebräische herbei, er will es verstehen f“ So vollzieht sich der Kreislauf der Dinge. Das Hebermaß der Reform wird überall eine unerwartete Reaktion hervorrufen; die Irrtümer der Reform haben sich somit als ersprießlich erwiesen. Aber wenn ein kleiner Rest des kultischen Judentums noch, solche* Gärungsstoffe in sich birgt: was vermöchten da nicht die konservativen Bestrebungen, wenn man ihre Quellen nutzbar machte? Bei einer Versammlung der reformierten und konservativen Rabbiner in New-York hatte ich Gelegenheit, auf die mir vorgelegten Fragen bezüglich des französischen Judentums in seiner Gesamtheit und der liberalen Vereinigung zu antworten. Als ich meine Erklärungen abgegeben hatte, erklärten alle, daß wir in Frankreich weder eine Orthodoxie noch eine Reform kennen, sondern lediglich ein konservatives Judentum. Ich habe mich sehr gefreut über diese dem Judentum meiner Nation zuerkannte Bezeichnung und habe mir vorgenommen, es noch inehr zu lieben, beseelt von dem Wunsche, daß es darnach trachten möge, immer mehr zur Geltung zu bringen, was es, Gott sei Dunk, zu wahren gewußt hat. (Ins Deutsche übertragen von Ludwig Katzenstein, Frankfurt a: Main). ULM Max Reigenweber, STeS Geschäftsstelle Ulm a. D. der Firma: Wilhelm Gallion / Stuttgart Haus für TAPETEN, LINOLEUM Beratnngen, Kostenanschläge, Reparaturen luspnlkrel - UltudatuilUei %tat übiuhet. Arno Sdiirokauer: Lassalle. Paul List Verlag, Leipzig. Selten lag uns ein Buch vor, das so als stilistische und stoffliche Einheit empfunden wird, wieSchirokauersLassalle-Biographie. Dieses Buch zeigt uns den ganzen Lassalle: seinen titanischen Feuergeist und seine menschliche Allzumenschlichkeit. den Heros der erwachenden deutschen Arbeiterschaft und den bezaubernden Illusionisten. { Schon der Untertitel des Buches. „Die Macht djbr Illussion und die Illussion einer Macht“, ist (geistreiche Kurzdisposition eines außerordentlichen Lebenswegs. Aus der großen Literatur über Lassalle ragt diese Biographie nicht nur deshalb weit hervor, weil sie ein bedeutsames Menschenleben bis zu seinen Wurzeln aufspürt. sondern vor allem — weil Sdiirokaucrs ULM — KTMUUMftCkC, DIB R.B. naamni ***^***^ Ms Mat.V. ta *. Lna. mm ***■«. mtm. anmuw. i u. «. l- ADOLPH Witt Fadrtl Bc von ■> moos im Banimaniß »*• ». 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