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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-07-16 · 8 (16.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
8 (16.7.1930)
Date
1930-07-16
Page
[Seite] (sequence 3)
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werden verdienen, und es bleibt unbestritten, daß Vereine bes<ehendie im hiesigen Wohlfahrtswesen bahnbrechend waren, daß sie eine Tradition darstellen, auf die sie und die Geineindemitgh'cder mit Stolz blicken dürfen. Dennoch sollte kein Hindernis bestehen, am hiesigen Platze die Wohlfahrtspflege in neue, den derzeitigen Verhältnissen entsprechende, von der historischen Entwicklung abweichende Bahnen zu lenken. Für jeden ist auch weiter die Möglichkeit gegeben, seine Kraft, in den Dienst der Ge meinschaftsorganisation zu stellen zum Wohle der Gemeinde und zum Nutzen der Unterstützungsbedürftigen und Armen. Kirchliche Kunst der Gegenwart. Die jüdische Abteilung. Am Samstag, den 28. Juni, wurde in den Bäumen des Württ. Kunstvereins eine Ausstellung von Gegenständen der kirchlichen Kunst der Gegenwart unter Anteilnahme weiter Kreise aus dem künstlerischen und kirchlichen I.cben Stuttgarts durch eine Ansprache des Architekten Herkommer und des MinisterialdirektorsDr.Meyding eröffnet. Für die Beschaffung des Materials und den Aufbau der Ausstellung zeichnet für die katholische Abteilung Herkommer, für die evangelische Architekt Trüdinger, für die jüdische Dr. Schwarz. Die folgenden Bemerkungen gelten allein für die jüdische Abteilung, die den letzten Teil der Ausstellung einnimmt. Sie hat bei allen zuständigen Besuchern so ernste Kritik herausgefordert. daß es nicht möglich ist. an dieser Stelle, wie es ursprünglich die Absicht gewesen, zu schweigen, Es muß zunächst gegen die Aufnahme der Mehrzahl der Ausstellungsgegenstände in dem Rahmen einer Ausstellung der kirchlichen Kunst schon allein vom Standpunkte der religiösen Tatsächlichkeiten Einspruch erhoben werden. Jeder Besucher eines jüdischen Gotteshauses weiß, daß ihm die Ausstellung von Bildern religionsgesetzlich verboten ist. Aber jeder mit dieser Tatsache nicht vertraute Besucher der Ausstellung muß durch diese zu der Anschauung veranlaßt werden, daß Bilder wie das von Losser Ury, „Jakob segnet Benjamin", das von Budko, „Im Bethaus“, oder Holzschnitte, wie die von Jakob Steinhardt (Illustrationen zu Jesus Sjrach usw.) einen kirchlich-religiösen Charakter trägen und zur Dekoration gottesdienstlicher Rßume Verwendung finden. Diese Bilder, man mag über ihren Kunstwert noch so begeistert urteilen, haben in der jüdischen Abteilung für kirchliche Kunst der Gegenwart keinen Raum. Von der Üeberfülle neuzeitlicher synugo£aler Geräte, die gerade in den letzten Jahren von jüdischen Meistern geschaffen worden sind, ist nur eine winzige Auslese ausgestellt, die aber wieder nur zu einem ganz kleinen Teile kirchlichen Charakter tragen. Denn die Chanukkahleuchter in Ton. die Professor Friedrich Adler, Hamburg, und Lotte Bud. Berlin, geschaffen haben, sind, ebenso wie der Hawdolohteller von - 87 - L. Halpern, Amsterdam, die Berthesdecke von Hilda /adikow, München, die Jahrzeitlampe von Professor Adler und der von demselben geschaffene Sederteller für die Privatandacht im Haus c, aber nicht für synngogale Zwecke bestimmt. Von solchen Gegenständen sind lediglich neben den zwei schönen Thora hVorhängen und dem Ewigen Licht (in Messing). Schöpfungen von Harry Bosenthal, Berlin, zwei für das Gotteshaus bestimmte Chunukkahleuchter von Ludwig Wolpert. Frankfurt, und Arnold Zudikow. München, zur Ausstellung gebracht. Von modernen Synagogenbauten sind nur wenige im Bilde vorgeführt. Neben Entwürfen von Harry Bosenthal. Leo Nachtlicht. Fritz Landauer und Haller, die allerdings die Arbeiten führender Meister auf diesem Gebiete darstellen, werden von dem Kenner Illustrationen der Schöpfungen der modernen Synagogenbaukunst (Synagoge in Denhelder, Amsterdam. Zürich und in vielen kleinen deutschen Gemeinden) schmerzlich vermißt. Das muß um so mehr empfunden werden, als noch vor kurzem in mehreren deutschen Städten, in Magdeburg, Chemnitz und zuletzt in Karlsruhe im Landesgewerbeamt eine Ausstellung „Kult und Form“ gezeigt worden ist. die weit menrMaterial bot. Erfreulich ist. daß bildliche Darstellungen des neuen Frunkfurter Friedhofes (von Fritz Nathan) und der Friedhofunlage in Königsberg (Erich Mendelsohn) und in Halle (Wilhelm Haller) neben einem Bilde des Ehrenfriedhofes in Berlin-Weißensee gezeigt werden. Aber auch hier wäre eine Erweiterung des vorhandenen Materials durchaus am Platze gewesen. Alles in allem: es muß ausgesprochen werden, daß die Gegenstände und Darstellungen der sytiagogalen Kunst der Gegenwart, die in Stuttgart gezeigt werden, nur eine sehr bescheidene Auslese aus dem vorhandenen Material bieten. Bei der Gelegenheit dürften einige kritische Bemerkungen zu dem Ausgestellten am Platze sein. Das Neue im Synagogenbau ist die flache Decke, also das endgültige Verlassen des Kuppelbaues. der einer gedankenlosen Vermischung mit maurischen Eilementen seinen Ursprung verdankt. Es widerspricht der jüdischen Auffassung, die monumentale Entscheidung im Ausbau des Gotteshauses nach oben zu verlegen. Das entscheidende Element im Synagogenbau bildet die Heilige Lade und der Tisch, von dem das Gotteswort verlesen wird. Ganz abgesehen davon, daß der Kuppelbau eine unberechtigte Anleihe bei der maurischen Kunst bedeutet, beeinträchtigt er die Akustik des Raumes. Neben dem Hauptbetraum muß die moderne Synagoge einen Betraum für die Werktage, einen Trauungssaal und. falls das angängig ist. ein Bitualbad enthalten. Die Frage der Dekoration der Synagoge ist noch nicht gelöst. Die Fülle der Embleme in den Synagogen zu Szegedin und in Essen wirkt erdrückend. Glücklicher sind die aus der Klasse von Professor Koch, Offenbach, gelieferten Proben und die malerischen Versuche von Kahn. Ulm. in der Synagoge zu Bruchsal. Dagegen muß die für die Altarwand der Plauener Synagoge von Fritz Landauer gewählte Symbolik der Feste als ein Fehlgriff bezeichnet werden. Der hebräische Satz: „Sieben Tage sollst du ungesäuerte Brote essen“ mit zwei Bildern der Und Kommt Nimm Mamfr v «int der Itfeine “Bruder, h btteftenafeieft und spricht: tyaiser-ttorax-puderv ,dann weint er nicht. ungesäuerten Brote mag vielleicht für das Osterfest als AItttrilischrift passen, für die übrigen Festtage wirken Bild und Inschrift geradezu störend.! Von alledem hätte die Stuttgarter Ausstellung mühelos gdeignete Darstellungen zusammenstellen körnten und damit einen Beitrag für die Erneuerung [der kirchlichen Kunst im Judentum bieten köpiien. Daß dies nicht der Fall ist. muß bedauert wegtlen. OiM Aw| WheUe*ii6iHHjf6 | Stuttgart, a m t e s am amtssitzung da ihr der Besprechung wurde. Vor Ordnung kolle wieder Besprechung den Beginn daß der Vor^i Anfang der der Vorliebe i Dann beriech Finanzabtei felegten Ha^ parsamkeit die Reinigui weiterer Voi zubauen, voi fung eines Gemeindepfk'j nete VorschlJ, teren Bewill hause tunlicch den Synagoi laßte eine 1c es bei der in derung. Voi i für die Verci Abstand gei|i frage ihre gelegte Plan Reichsmark i.Bii Sitzung des Vorsteher- 2, Juli Die diesmalige Vorsteherwar von weittragender Bedeutung, 1 iaushaltplan für das Jahr 1930 zur und Verabschiedung vorgelegt diesem wichtigsten Teile der Tagende ein Antrag K i e f e, die Protowie früher zu verlesen, nach kurzer abgelehnt. Ein Antrag Weil über t^er Sitzung wurde dahin entschieden, itzende ermächtigt werden soll, den jedesmaligen Sitzung entsprechend nden Tagesordnung zu bestimmen, tete Karl Levi im Auftrag der ljung über den der Versammlung vorshaltplan. Aus Gründen gebotener wurde ein Betrag von 673 RM. für g der Orgel bewilligt, dagegen eia ■ schlag, den Spieltisch der Orgel umi erst abgelehnt. Ueber die Beschafiroraumes für den stellvertretenden ger soll die Finanzabteilung geeigge machen, bei denen aber von Weisungen zu Umbauten im Gemeinde^ st abgesehen werden soll. Der für i^enchor geforderte Aufwand veranbhafte Aussprache, jedoch verblieb den Haushaltplan eingesetzten Fort der Feststellung der Einzelbeträge ne und Vereinigungen soll solange ommen werden, bis die Schnöder- Erledigung gefunden hat. Der vorschließt mit Ausgaben von 18904tnd einem durch Steuern zu decken- Unsere billigen Ausverkaufspreise sind sprichwörtlich Diesmal beginnt unser i Sommerausverkauf am 2Juli mit noch billigeren Preisen WEISSENKLEE STUTTGART Königstraße 48 Autokarten Baedeker Reiseliteratur Größtes BQcheriager I Bntbhandliiiijt Wlldf Königstr. 38 - Stuttgart - Tel. 232 32 GOTTLOB MÜLLER Hoch- und Tiefbau / Stuttgart Ingenieurbüro Ludwigstr. 104 / Telefon-Anschluß 840 48'49 Ausführung von Hoch- und Tiefbauarbeitan ✓ Elsenbetonarbeiten / Hausentwässerungeanlagen / Umbauten / Reparaturen FLOGEL PIANOS Bekanntmachung Wir richten I pezialkuren zur gründlichen Regeneration des ganzen Organismus bei Abgearbeiteten und ErholungsbedQr tigen zur Wiederherstellung gesunder Nerven und völ lger Leistungsfähigkeit des Körpers ein. Die Speziellen ren dauern jeweils 2 Woeben und kosten: Bei tlgl. 1 I lestrahhrag — 12 Bestrahlungen Jt 25.— 2 . — 24 . Jt 48— 3 — 34 „ Jt ung mit Srztl. 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