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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-06-16 · 6 (16.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
6 (16.6.1930)
Date
1930-06-16
Page
[Seite] (sequence 5)
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69 r f IPHM HI) 9)«« mchSnafe Gcaiclif vcgficrf seinen Reiz irnnn » unrichtig gepflegt wird und Ausschläg» und sonstige Unreinheiten die Haut zerstören. Dl» zweckmähige Verwendung von „KAISER-BORAX“ als wirksamer Zusatz zum tüglichen Waschwasse» beugt allen Llautkrankheiten vor, heilt und verhindert Gesichts-Ausschläge, Finnen, Mitesser, Pickel usw Wer daher eine gesunde und oerniinstige Hautpflege betreiben will, bediene sich diese» erstklassigen Hygiene-Präparat», das allen Anforderungen entspricht. — 3lt hoben in allen einschlägigen Geschäften. Rabbiner Dr. A u e r b a ch dankt namens des Gemeindevorsteheramtes für die freundliche Einladung, der zu folgen wegen einer zu gleicher Zeit stattfindenden Vorstehersitzung nicht möglich war. Das Vorsteheramt bringt dem Verefn größtes Interesse entgegen und entbietet der Versammlung die besten Wünsche. Den Rechenschaftsbericht erstattete Kassier Sigmund Ka 11in ann. An Mitgliedsbeiträgen gingen 1172 Mk. ein. für zwölf Lehrlinge und Unterstützungen wurden 1757 Mk. verausgabt. Es ist ein Abmangel von 267 Mk. zu verzeichnen. Die von den Lehrlingen abgelegten Prüfungen ergaben durchwegs sehr befriedigende Ergebnisse. Die Bedeutung des Vereins wird in weiten Kreisen noch nicht hinreichend erkannt. Die Anteilnahme für ihn zu erwecken, ist die bedeutungsvollste Aufgabe der nächsten Jahre. Ein vielversprechender Auftakt der zu entwickelnden Tätigkeit war ein glänzendes Referat von Oberlehrer Rothschild. Eßlingen, über ..Berufswahl“. Es sprach nicht nur der Erfahrene Jugendbildner, sondern ein Mann mit offenem Blid^ für, die durch die Zeit gebotet ne Einstellung, von klarem Urteil über das, was die heutige Jugend erstrebt und erstreben soll. I In früheren Zeiten war die Berufswahl von Zufälligkeiten abhängig. Dies hat die Jugendbewegung grundlegend geändert. Die Jugend will nicht mehr Objekt sein, sondern mitbestimmend —ja, selbstentscheidend sich betätigen. Kein zu großes Gewicht darf man auf die Berufslust legen. Diese ist meistens die Folge von aus der Zeit geborenen Wünschen. Es gilt, vor allem zu beobachten, wie sich die Kinder in ihrer Freizeit betätigen, es gilt, ihnen mehr Gelegenheit zu geben, sich für einen Beruf zu erwärmen. Fehlende Berufseinzelqualitäten sind leicht durch Willensstärke zu ersetzen. Wille. Pflichtbewußtsein und Fleiß, nicht die Lust, sind die liauptVoraussetzungen, sich durchzusetzen. In der Erziehung zur Arbeit liegt der Schwerminkt unseres ganzen sittlichen Lebens. Im Alter von 6 bis 12 Jahren läßt sich uin klarsten die. Wesensart eines Menschen erkennen. Die in dieser Zeit gemachten Beobachtungen sollten wegweisend für das ganze Leben sein. Der Berufstüchtige setzt sich überall durch. Redner warnt vor Ceberschätzung des Schulwissens: im Leben geht es um den ganzen Menschen, nicht um den Schulsack. Da der wirtschaftliche Abstieg der Juden tatsächlich vorhanden ist. muß auf teilweise berufliche Umstellung hingearbeitet werden. Besonders ungünstig sind die Aussichten für ältere Angestellte. Der Handwerker und Kleinindustrielle jedoch wird von der Großindustrie nicht unterdrückt werden. Die Not unserer Zeit ist nicht zu best reiten. Not ist aber der beste Erzieher. Die Industrie ist heutzutage der wesentlichste Wirtschaftsfaktor. Es ist eine Schicksalsfrage für das deutsche Judentum, ob wir die Umstellung zu bewerkstelligen vermögen oder nicht. Handwerkliche Arbeit muß mehr geschätzt werden. Auch w i r müssen werktätiger Arbeit die ihr von anderer Seite längst entgegengebrachte Achtung zollen. Die soziale Stellung der Handwerker und Arbeiter muß gehoben werden. Der Handwerker darf ein stolzes Selbstbewußtsein haben. In diesem Sinne sei der vom Verein geübten Tätigkeit größte Unterstützung zu leihen. Dem Redner ward lebhafter Beifall zuteil: auch die vom Vorsitzenden ausgesprochenen Worte der Anerkennung und des Dankes fanden größte Zustimmung. Die nun folgende Aussprache, an der sich Rabbiner Dr. A ii e r b a ch . Josef Schwarzs ch i I d , N. Herskowitz, S. C v m b a 1 i s t, Golpern. Leo Kogan. Adolf Kops, Opatowski, Adolf Wolff. A. Heumann, Max Osterberg, Oberlehrer Adelsheimer. J. Kramaroff, und M. S p i n a d e 1 beteiligten, ergab ein sehr ersprießliches Resultat. Mußten auch die einzelnen Redner von der heutigen Wirtschaftslage entsprechenden Schwierigkeiten auch im Handwerkerberuf berichten, so konnte doch zu allseitiger Befriedigung festgestellt werden, daß die jüdischen Handwerker weder seitens ihrer Chefs noch ihrer niditiüdischen Kollegen auch nur im geringsten Unannehmlichkeiten ausgesetzt sind. Es wird ihnen mit Achtung und wirklicher Kollegialität begegnet was beiden Teilen zur Ehre gereicht. Dies erleichtert auch den Entschluß, der jüdischen Jugend die Wahl eines Handwerkerberufes zu empfehlen. Die Gründung eines - 69 - jüdisdien Handwerker Vereins ist für die allernächste Zeit in die Wege geleitet. Diesem obliegt gemeinsam mit dem „Verein zur Förderung des Handwerkes“ die Aufgabe, den aufstrebenden jüdischen Handwerkern die Wege zu ebnen und auch ihre Laufbahn fürsorglich zu betreuen. Besonders nahegelegt wird dabei der Besuch von Fachschulen nach erfolgter Lehrzeit, wozu Josef Schwarzschild als Präsident der Stuttgart-Loge die tatkräftige Unterstützung der Loge in Aussicht stellt. Der „Verein für Förderung des Handwerks und des Gartenbaus“ hat in mehr als 30jähriger Tätigkeit viel Ersprießliches geleistet, letzten Endes aber doch nur im Verborgenen gearbeitet. Die neue Zeit erfordert neue, energische Tätigkeit. Jetzt gilt es, mitzuarbeiten an der Erhaltung des cleutschen Judentums. Dem Handwerkerstände ist dabei eine wichtige, vielleicht die wichtigste Aufgabe beschicken. Man ist Ire reit, sie zu erfüllen, dazu bedarf es aber der tatkräftigen Unterstützung weitester Kreise. Der „Verein zur Förderung des Handwerks unter den Israeliten in Württemberg“ darf in Zukunft kein Stiefkind unter unseren Wohlfahrtsvereinen sein. Er verdient tatkräftigste Förderung. Deshalb soll niemand versäumen, die Mitgliedschaft zu erwerben und ein jeder bereit sein, ihn durch Rat und Tat zu unterstützen. Er dient damit der großen Sache des Judentums und dabei nicht in letzter Linie sich selbst. M. O. Stuttgart. Die j ii d i s ch e u Handwerker Stuttgarts und Württembergs beabsichtigen, um 28. Juni einen Verein zu gründen, in dem sich die jüdischen Handwerker der Stadt und des Landes zusammenschließen sollen. Das Referat wird Oberlehrer Rothschild-Eßlingen halten. Wie wir an anderer Stelle schon ausführten, verdienen die diesbezüglichen Bestrebungen aus allen Kreir ' * - -- ■ leise Koffer und Reiseartikel OsN ar Becker OFFEN BjAC HER LEDERWAREN __ Charlottaastrassa 2 Rotabdblstrassa 1 b sen wärmstesllnteresse. W ir machen deshalb auf die Gründlingsversammlung nochmals besonders aufmerksam lind verweisen auf das Inserat in dieser Nummer. Stuttgart. Der 5. Jiigendnachmittag. den die Ortsgruppe Stuttgart des „Cent ral Vereins deutschen' Staatsbürger jüdischen Glauben s‘j: um Samstag, den 25. Mai. verunstaltete. wtir wieder von einer erfreulich großen Anzahl junger Menschen aus den verschiedensten Lagern besucht und bewies e rneut die Beliebtheit dieser Verunstaltungen, die der Jugend ohne »eilen Parteizweck Gelegenheit zur Aussprache über .wichtige Gegenwartsfragen feben wollen* Aus dein Kreis der regelmäßigen eilnehmer selbst war der Wunsch geäußert worden, (beschul das Wesen des Nationalismus zu erörtern. Rechtsanwalt Dr. Strobel leitete die Aussprache mit einem eingehenden sachlichen Referujk über das Werden von National- HEILBRON Karl Gertler JwwmUmr Spezialität» Bruckmann. Kaisers*. fllbar-Bastacka ~t! Paul Ulbrich Das Sptxialhaus für Pelze!/. Schirme Lohtsrslr. 28 - Tslsloa 886 KURZWA EN Strample, um TrUatwaMc WaOwarea ehender ■. Naiu.'Vn!?!! r-Grauer SOImaratrasaa Das Speziajlhaus für Reisekdffer und Lederwaren n j Jakob Moser; : :; Ftelnerstr. 40/42; Telefon Nr. 1035 j! Flaschnerei! : : »>♦»—>*•»>»—mm»»«»«« »♦>»•»— V-*°» fflr die mite Kredllbrtcfe auf alle Länder Anand Verkauf von ausländischen Banknoten Handehu. Gewerbe Hcllbronn Knaupp, Heilbronn Paulinenstr. 5 Telefbn 1845 Das führende I Friseur-Geschäft am Platze Telefon-AntchluM In «Amtlich«, Kabinen ' Telefon 133 Heinr. Rendle Clarastr. 17 Telefon 666 Malerarbeiten allerflrt in befter Ausführung S5S Molf Lörcher Konditorei u. Kaffee gg Heilbronn a. 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