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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-06-16 · 6 (16.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
6 (16.6.1930)
Date
1930-06-16
Page
[Seite] (sequence 6)
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70 etiisauert^l I verjüngt gefübl lind Nationalismus, iilx-r ihre Bedeutung für die \olLsgemeinsdiaft und ihre Ausartungen ein. Die lebhafte Diskussion unter Leitung von Ministerialrat Dr. II i r s dl stand auf bemerkenswerter Höhe. Da' \on der Liebe zum eigenen Volk erfüllte, zum Bewußtsein der Verantwortung ihm gegenüber führende Nationalgefühl wurde bejaht, sein Vorhandensein auth l>ei den deutsdien Juden einmütig festgestellt, der Nationalismus aber, der sidi agressiv gegen fremdes \olkstum wendet, abgelehnt. Stuttgart. An den beiden* Pfingsttagen ieruii'taltetr der Bert hold A u e r b a di - \ e re i n eine W a n d e r u n g . die eine grilliere Beteiligung verdient hatte. Sie führte die Teilnehmer am ersten Tag nadt Blaubeuren, von dort n.nh /wiefalten und durch da' reizende Achttal n.iih llavingen. In der frühe de' zweiten Wandertags gings durch da» '(hone Lautertal üb-r Buttenhausen nach Marbach und von dort zum Lichtenstein. Die Heimfahrt wurde in Reutlingen angetre ten. Ii e r I) c r t H o t h s ch i I d-C annstatt führte seine kleine- Irupi«- mit Lmsicht und erwarb sich den flank -einer Mitwanderer. Stuttgart. Rechtsanwalt Dr. Paul Tänzer. Mitglied del-rael. \or-teheramts. uncl seine Schwiegermutter Krau Sophie M a r x - Stuttgart haben der Israel. Gemeinde Stuttgart zwei wundervoll gearbeitete 1 h o r a tu ä n t ‘ 1 ch e n -tlftet. Stuttgart. Am Mittwoch, den 2s. Mai. ist hier eine der edelsten jüdischen Krauen Württembergzur letzten Ruhe getragen worden, deren Namen weit über die Grenzen unseres Landeals einer Vorkämpferin für die Frauenbewegung den be-ten Klang hatte: Sofie Reis begann ihre Tätigkeit al- Mitarbeiterin an der ersten wiirttemb. Frauenzeitschrift, dem ..Frauenberuf. Itc-r \erein ..Krauenbildung und Krauenstudium". der -teil die Lrbaltung des Müdchengyninasiunis zur Aufgabe gemacht, gewann sie als Schriftführerin. Linen weiteren Teil ihrer Kraft weihte sicdein ..Stuttgarter f rauenkltib". der ihr viel zu \ f'd..nken hat. Mit der ihr eigenen Gewissenb. ftigk" r betätigte sie -ich aber vor allem auf dem Gebiete de- Rechts-chutzes für Frauen und e r Berufsberatung der weiblichen Jugend.'Unter di rer fuhrnng wurde* -pater die amtliche Beruf-beratung in- Leben geritfi-n. Aber über den engeren Kn-itlie-er Einrichtungen hinaus, widme!, ac -ich dem Dienste per-ön lieber Nächste n-!ieb, . i:i , ii -je zahlreichen llilflo-c n mit Rat i,id lat zur .Seite -tand. In ihren Mußestunden pflegte -ie edle Kun-t. vor allein Mu-ik. uncl ihre fe uaauigen Beurteilungen niii'ikali-chc-r Au'fführungen bc-wie-en. daß sje eine gute Kennerin du - (.ebietcwar. Während des Weltkriegs .ud in den -chweren Jahren der Nachkriegszeit i.at 'ie- -ich am Wiederaufbau Deutschlands u -,;k, — be teiligt, bis -chwere Leiden zu ihre tu grc,f]et 'chinc-rze ibr die weitere Arbeit unmöglich machten. So hat sich Sofie Reis ein volles Anrecht auf liebevolle Aerehrung aller Ale n- '.henfre-unde erworben. Die jüdiscJie Gerne in- -chaft .dicktemit Stolz auf die aus ihr hervor- - i igene Frau. Es muß als unerfreulich bezeichnet werthm. daß die Zugehörigkeit von Sofie Reis / im Judentum bei ihrem Hinscheiden völlig ver- 'ehwiegen worden ist. Gegenüber anderslautenden Aeußerungcn muß darauf hingewiesen werden. daß -ie bis zuletzt der jüdischen Gentein- 'chaft die Treue gewahrt hat. Bei der Verbrennung ihrer sterblichen Restekamen noch einmal alle die Kreise zum Worte, denen sie im Leben ihre \rlxit ge widme t hat. bin Khrengedächtnis ble ibt die-er trefflichen Frau über- Grab-hinaus rh alten. Crailsheim. Am IS. Juni darf I . H. Gold- - t , i n -einen ".Geburtstag feiern. Der Jubilar "■ r fast zwei Jahrzehnte hindurch Mitglied des I r \ or-teheramts und hat mehrere Jahre das Amt de-- Vorsitzenden bekleidet. L H. Goldstein hat während seiner Amtszeit die Cieschäfte der Gemeinde treu und zu aller Zufriedenheit geführt. Alle, die den trefflichen Mann kennen, wünschen ihm noch viele frohe und gesunde Jahre. Heilbronn. Unerwartet rasch wurde Fabrikant > t c-g m u n d Victor im Alter von 57 Jahren durch einen Herzschlag aus einem arbeitsreichen Leben abberufen. Der Verstorbene war Teilhaber der Lederfabrik Heilbronn Gebr. Victor und bat durch seine hervorragenden kaufmänni- -chen Fähigkeiten zur Entwicklung des großen Unternehmens wesentlich beigetragen, wovon auch die Nachrufe in der hiesigen Presse Zeugnis ablegten. Heilbronn. Der seit geraumer Zeit hier erscheinende .,H eilbronner Beobachter“, das Blatt der hiesigen Nationalsozialisten, hat schon verschiedentlich hiesige jüdische Bürger und Firmen in gehässiger und beleidigender Weise zum Objekt seiner Anpöbelungen gemacht. So wurde auch der von der Heilbronner Bürgerschaft in ihrer Gesamtheit hochverehrte Rechtsanwalt Rosengart in leichtfertiger Weise angegriffen. Die angestrengte Klage vor dem hiesigen Amtsgericht erwies in ihrem Verlauf, was von diesem .skandalblatt zu halten ist. Schriftleiter Jakob Mayer, der in Uniform mit Hakenkreuzbinde erschienen war. wurde im Falle Rosengart wegen eines Vergehens der üblen Nachrede und Beleidigung zu 100 Mark Geldstrafe oder 4 Wochen Haft verurteilt. Ferner muß er die Kosten des Verfahrens und die der Publikation in ..Neckarzeitung" und ..Beobachter“ tragen. Ebenso wurden die Angeklagten Benzing und Mayer im Falle Maier-Schauland (Angriffe auf die- Firma Ludwig Maier 4 Cie.. Schürzenfabrik, hier) wegen eines einheitlichen Vergehens der üblen Nachrede zu je 50 Mk. Geldstrafe oder 14 Tagen Haft ferner zur Tragung der Auslagen Ihr W«g zur Verjüngung, das 'auUnenbad (H5chilfr«quin>) P für die Publikation in „Echo“ und „Beobachter“ verurteilt. Heilbronn-Sontheim. Die Inhaber der „8 ch u bfabrik Sontheim -Heilbronn Wolf 4 C o.“ haben aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des Unternehmens aus privaten Mitteln die Summe von 200 000 Mk. zur Bildung eines Pensions- und ’ Unterstützungsfonds für Angestellte und Arbeiter der Fabrik gestiftet, dessen Erträgnisse, auch wenn das Unternehmen aufgelöst werden sollte, weiterhin zur Verteilung kommen soll. Von der Veranstaltung von Festlichkeiten aus Anlaß des Jubiläums soll bei dem Ernst der Zeit abgesehen werden. Der Gemeinderat von Sontheim beschloß, die Straße entlang der Schuhfabrik nach dem verstorbenen früheren Mitinhaber „Hermann Wolf-Straße“ zu benennen. Die Firma wurde seinerzeit von S a 1 o m o n Israel aus Ernsbach gegründet und hat sich derart entwickelt, daß sie heute in der Schuhbranche führend ist. Das Hauptverdienst für die Fortentwicklung dürfte dem verstorbenen Hermann Wolf gebühren. Die heutigen Inhaber HEILBRONN Nikolai-Drogerie Telefon 270 GUSTAV BRANDEL Sfilmerstr.70 Die Fachdrogerie ffir Ihren tlgllchen Bedarf! Badlo-ud BdHdßugueiitrile HeiHm» a. H. Hobestr. 7 Inb.: Hermann See ger Telefon 211 Lieferung slmtL dektr. Bedarfsartikel und Elektromotoren Aufführung elektr. Liebt*» Kraft*» Signal* ts. RadiO'Hnlagen Ladestation und Reparatur*Werkstätte für Auto* und Radio* Accumulatoren M Joadi. Miller-Martin 757H Ifamciitumn, laitri Koklcn an ■ _ rasch, taaber, zaverliMlS H m um fader Tage»eitl H 1 ■ Die Firma, bei der Sie Ihre Kohienaorgen N dmxhein CeiefongeaprSdt erledigen können H ■ BIUa a KAISEKSTR. 29 / TEL. ISO! H ■ Bär». Elafaafi ICHULOAIII ■ SülmermÜhlftr. 16p, Eingang 1 aadt Tarmfir. / Femspe. 1664 MaßgeschiftfOr elegant« stoffiao*r- Herrenu. 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