Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 6 (16.6.1930)
- Date
- 1930-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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Bankcommandite Siegmund Weil HMMMT. ItlH1 ~ / T«L 1*344/45 HECHINGEN / TÜBINGEN ✓ S1GMARINGEN Inu. ausL Wertpapiere / Einlagen an gflnst Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken Auftrag, dem Vorsteheramt für die den evang. Pfarramtskandidaten erteilte Erlaubnis, am Gottesdienst der Gemeinde teilzunenmeti, zu danken. .. Mitteilungen mehrerer Erlasse und Inschriften über eine Anstrittserklärung und über zwei Stiftungen bes<hließen die öffentliche Aussprache. An diese schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung über die vom Präsidenten des Isr. Oberrates herbeigeführte Yergleidisverhandlung wegen des Abschaffens des Sohnoderas und über den Beschwerde-Entscheid des Oberrates über die Ansprache von Frauen bei Beerdigungen an. Wir entnehmen dem ..Kölner i W o ch e n b I a 11 “ den folgenden Stuttgart. J ii d i s ch <• i Artikel: „S di o n wieder zwei Selbstmorde! In der Nacht von vergangenen Donnerstag auf Freitag verübte ein jäiili'ihes Ehepaar Selbstmord durch Gasvergiftung. Der Mann befand -ich im V>. Lebensjahr, die Frau im 50. Leber die Gründedieser schrecklichen Tat erfahren wir. dal! neben zerrütteten Faniilienverhältnissen hauptsächlich w irtschaftliche Not ausschlaggebend gewesen ist. Innerhalb einer Wochesind in der doch verhältnismäßig nicht allzu großen Kölner Gemeinde drei .-Selbstmordegeschehen. Das sind erschrekkc-nde Zeichen der wirtschaftlichen Krise, die man nicht unbeachtet lassen kann. Man muß sich dabei cor Augen halten daß ein Jude, und sei , - der iinreligio-esie. Hand an sein Leben zu legen ans einer eingew urzelten und angeborenen \ehtung vor dem l.elien nicht wagt. Wie furchtbar und verzweifelt müssen die Verhältnisse sein, wenn es einer doch tut! In den vorliegenden Fällen kommt noch hinzu, daß es sich um bis vor kurzem noch wohlhabende Leute handelt, die ihre Not solange verlmrgen haben, bis es eben nicht m--hr weiter ging, und die aus einem an sich verständlichen, aber nicht angebrachten Schamgefühl ihre Not verschw iegen. Wir glauben daß jeder Rabbiner der Gemeinde es als seine besonders wichtige Herzenspflicht anseben wird, mit Rat und lat dem-n^die Not leiden, beizii'tehc n und ihnen ans der prekären Lage, wenn es nur irgendwiegeht, herauszuhelfen oder die W olilf<hrt'stellc-n unterrichten wird. Jedenfalls muß las \ erbiindenhc-itsgefühl eines Juden mit --■iiie-r Gemeinde so stark sein, daß er in Zeiten der ernsten Not einen anderen Ausweg finden wird, als den unseligen Weg des Selbstmordes zu be-chreiten. Die besonderen Verpflichtungen der Woldfall rtss,eilen der Gemeinde angesichts solcher Vorfälle brauchen wir wohl nicht des weiteren zu erörtern. Wir schließen uns den Ausführungen des ..Kölln : Jüdischen Wnchenblatts" in allen Teilen an. W - iiiei für Köln gesagt wird, gilt auch für Jede ande re- Stadt mit einer größeren jüdischen Ge im iivde. Das traurige Freignis von Köln kann -I l> überall wiederholen. Fs ist darum Aufgabe aller hierzu berufenen Organisationen und I inzc-IPersönlichkeiten, ganz besonders auch der jüdischen Presse, das Vertrauen des einzelnen zu seinen (jc-meindegenossen zu heben und gegen das. wie in obigen Ausführungen so richtig gesagt ist. ..verständliche, aber nicht angebrachte Schamgefühl“ anz.iikämpfen. Fs ist wirklich f a I - -du ■ Schamgefühl, wenn nicht durch eigene 'chii.d, sondern durch die Macht der Verhältnisse in Not geratene Menschen sich scheuen, die Hilfe ihrer Glaubensgenossen in Anspruch zu nelinn-n. Mit dem besten Willen ist es nicht immer möglich! zu erraten, wo Not eingekehrt ist und erzweiflnng sich breit macht, wen« di£ so hart Betroffenen sich ängstlich mühen, das ihnen d-ohende Flend zu verbergen. In Stuttgart wird durch eine in der Stille tätige Vereinigung, die unter dem Namen „Disp ii s i i iu s f i, n d s“ w irkt. seit Jahren in vornehmster und diskretester Weise in Fällen der oben gc-'ciiilderten Art eingegriffen und Hilfe gebracht. Wir wissen nicht, inwieweit dem ..Dispositionsfonds“ Mittel zur Verfügung stehen, um in dieser ernsten Zeit etwaige größere an ihn gestellte- Anforderungen zu erfüllen. Wir empfehlen jedenfalls eine Förderung dieser Einricntung allen Mitgliedern unserer Gemeinschaft, die in der glücklichen Lage sind, zu helfen, vvfenn es gilt, der Not ihrer Mitmenschen zu steudrn. Es soll darf und wird hoffentlich nicht vorkjmmen. daß in der Stuttgarter jüdischen Gemeinde verzweifelnde Gemeindeniitglieder keine Hilfe finden. An die verdienten Führer in dieser Sache richten wir die Bitte, dem Ernst der Lage entsprechend. ihre Kreise weiter zu ziehen. Mögen sie w iö bisher in engstem Kreise walten, aber ' fifbringung größerer Mittel noch ifte gewinnen. Möge aber auch nie- -rsagen. wenh von ihm Förderung des f-hmens verlangt, seine Hilfe in Anspruch genommen wird, möge vor allem auch die Zuversicht und ’ das Vertrauen alle Mitglieder unsere Gemeinde erfüllen, daß es nie an Hilfsziir A»i fli Hilfskiift niand kor Lntertheht 65 bereitschaft fehlen wird, daß, wenn die Not am größten, die Hilfe am nächsten ist. Die Taten des ..Dispositionsfonds“ in der Vergangenheit rechtfertigen die Hoffnungen, die wir auf seine zukünftige Tätigkeit setzen. Der edlen Frau, den opferwilligen Männern, die bisher so fürsorgend auf das Wohl ihrer Nächsten bedacht waren, zollen wir Dank und Verehrung. Wir wissen aber auch, daß es ihnen als bester Dank erscheint. das Vertrauen der Bedrängten zu finden. Deshalb scheue sich niemand, an dessen Türe die Not pocht und dessen Herz von Verzweiflung erfüllt ist. sich vertrauensvoll an sie zu wenden. Mit Gottes Hilfe wird dann nie in unserer Mitte die Klage darüber angestimmt werden müssen, daß verzweifelte Menschen in den Tod getrieben wurden. M. O. (Unser Verlag ist gerne bereit, anzugeben, an wen Bedrängte sich zu wenden haben nnd an wen Spenden für den „Dispositionsfonds“ zu senden sind.) Stuttgart. Der „Verein zur Förderung des Handwerks und des Gartenbaus unter den Israeliten in Württemberg“ hielt am 28. Mai seine 31. Mitgliederversammlung ab, die an Bedeutung den Rahmen einer üblichen Jahresversammlung weit überragte. Der Vorstand, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Wolf, eröffnete die Versammlung, zu der außer den Mitgliedern auch die in Stuttgart wirkenden jüdischen Handwerker und Arbeiter geladen waren, mit einer freundlichen Begrüßung insbesondere der Vertreter der Vereine und der Presse; dann gedachte er ehrend der im letzten Vereinsjahre gestorbenen Vereinsmitglieder. CANNSTATT Telephon 51577 ülridi Baaflasdmerei, Oas- Bad Wasserleitungs-GemcMft Für die heißen Sommertage BadczusSlze / Hautfunktionsöle Sömtl. Artikel zur Körperpflege Mineralwässer / Fruchtsöfie Drogerie L Wegcie, Könlgsfr. 40 Grab-, Betonier-, Maurer-, Elsenbetonarbeiten, Neubauten, Umbauten Reparaturen, Hausentwässerungen ERNST SCHÜLER - T«l«fon 68B48 Unterstützen Sie das (anstatt. ttaiilnditT. 145, Talaln 50471 Wir fie/ern preiswert und gut: Abholung u. Zustellung kostenlos WICHERNHAUS Diplom-Optiker Widmaier Bahnhofstrasse 11 Krankenkassen - Lieferant &o«SrtoaxU€5€U Homitopathisdie Zentralapotheke Bazige rela RonSapithlsifte flpotfeekE Ulrtlrakergs holrat U. 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