Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 6 (16.6.1930)
- Date
- 1930-06-16
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4904101-5441863-5443139--2676-4906641- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
66 Sil Da« edelste Erzeugnis der Schuhindustrie Der Herrenschuh f. höchste Ansprüche. Einheitspr. M. 16.60 ' SCWUW=WOLf KönigstraBe Nr. 3 E. ft P. WOLF Ecke Marstallstr. SCHUH.WOtf r und diskutieren iilxr die Frage „Wie kann G iiwiii'ch.ift werden':'" Sehr einfach i't dadoch. I ehcrliuupt. da* I hema in München /u J>?ha|ideln. w>> trotz Hitler und t.etii>ss«sti so etwa* xxjie m<'n*chli«he Ndidaritiit a priori in der Luft Ii> i*t <lixii paradox! koine*xx«'gs: Die 400 De l« gi« teil de* „\ e r I« .1 n d * der j ii «I i * «h e n J „ , n d x >' i >e> ,,e Deüt * «h I a n d * . di«' da « weiten Räumen der («niliaH«* bevölkern und >.ikko «ler Bourgeois oder in „klnft” an lang 1 j*>i,« i, »it/eii. um «len tiefgründigen Redi'n ihijer t iiliier zu l,iu*chcu. »inil galt/ anderer Meinuilg: \\ i «• k a »nt, «• ui e i n * ih a f t w e r «I e n? W 5 e k a n u J ii g «' n «I «I >: r J u g e n «I helfen? Ija* *jml die lapi 'inotti und nun handelt e* s|ch darum. Mellung zu nehmen. W «'?<* zu wcisfii. ue'-e Ziele zu *tetken ... j \iii l i'iii dl* I uiiiiiip'kollctium* sitzt M <i r - tin B n lie r. Im hellgrauen Simmi'ranziig. die Hum! im grauen l’rophetenhart. r*onifizi rt i die Ruhe und wiirdice Mijrekl.irtheit de* XI n- *ih«'li. der dort, wo Wege gebaut wenl«*n *>»!! II. mit Rat und M> iiiiin? ni«ht fi'hlen will. Rulier erhellt *h!i und -prichl: kr meint, «lall da* lelztendl-'e Ziel der (.ottheit «lie menschliche „Ge- - meiii-iliafl" i't. wenn «lie Straßen zu ihr a uh mu'i'.o ' und l)e*«hwerliih *itnl. Ergriffen I m- - ii 40«: junue Juden ... \ rlx-i!*gf uiein*thuf «II n!leiden *i«h an. ..Proletnri'ierung der di ut- -1! i. -11 J inli ii heil*'. ..lieruf'iioi und Reruf'wa il". .. . ilh kiixi'li'«he und indix idiiuli*ti'<lie I « Ih n*- ' all?" ... Da» 'in«! die P. obli-me. zu denen *ii II„ Ipeiioinnu n xx erden «oll. Junge. Bur*e n n : ::d Madel* an* .dien Kken Di'iit'ihland'. Jirudlititull« r xoiii Rhein. Main—» >n d« r kll«' > nd i ii nee. lat k r.ifl i?<!,eio.e|| --i.il ll!:ei . 'ehr gescheite Kerle ihr.- Notizblock*. *. III ie Mei-I I. I \11—|m «he mit jugendlichem Pathos i in e und 'erhitzen *i«h die köpf«“. V\ er >11111 ihre* „heißen Bemuhelt'“ ' ■ i*l \ i r-udit. zu glauben, «laß „G e nt « «Ii a f I Ial*a<tiliili in, -ehr utopische ei I« i-eniieii i*t. \lier *«h«>n geht man . H-iidi «rot ■- I e!,i II* Will dein w ird lii-j der „\\ irklich len u|iht n - \ tili in .eit I i'i M n I )e| da*, am wa* Ulan *iih *< it >tnn len (nullt: (> > in ein* >h a f I k* fallt .ei-<:ieinend ni«ht leiiht. ein paar i I.e Mumie, zu -I'-psen An X il den XX alt* I man xrrg« blich auf Bedien in?, aal doiji!,ee reif Iiiherxx ei*e - HuII eihdior d-- Dii"ildiirfi-r judi*«h«'n i i* weil! *i«h zu helfen: Ule zwei Ml rer: Juli ii- ■ : d :iit• 11«-r 1 «•* durch den >unl in fabelhaft p: azi-iei «ei >pr « di:. uii'l: ..Wir ha-Iren 11 uti-p er!“ le-er-: Kekeiiiilmkann -ilh an eh da* be< ien- .!an!!■*«•[ I" iinhr x er-chlielfeii. und bald i* die :-[>*«;..;oi a-i Jugend lieft ieilig't. Die l)u*'i Id« rfer -tu! lila r iaupl aoffnun?*\olli' (»e-ellen! AI. am XI ' ' N ixhu.iltag e* fls*i>-riid durch die Reihen -in?. daR die >upjie «dxxa* zu lange auf dem! i!.;i -e-n.nde u haiien IIIÜ-S«: me'hte *i«h der [ i 11 —• Id.a f. |- *pi -ihihor xxiederiim zum Al XX a It «ihiitteijnder IOiilt i ti-'. n (,auna*n. uiel mit <; ae I-liier < «ex> a|a*«halll e* durch di, >up-pe die i*l aii-?e-hrannt!" Jupend w io ,a, i; -( ei lie" lici.-i l « -a*i iiiu 1 triumphierte, um -ich bald dei in tief*;, n l.in-t zi; xerwanih ln: Die kiin*tleri*ihe A! >eii-LeriieiiiS(haft de* Dii**el<lorfer jiidi-cheu Jupendbunii* führte Stefan Z.xei?* ..} e r e m i a *" in fabelhafter \\ ei*«' auf. i Der Dichter xx “ *elb*t aitxxe*« nd und inul!t{i' an die*en jiin?en kün*tl«°rn *euie f rende haben, f >b er an den Hunderleii. die ihn *tundc4ilan? zw eck* ein« * Auto?runim* belagerten. |seine f reuile hatte. Ia**e ich dahin?e*t« llt. Jed«'i|fall*: Sti fan Zwei? kar?te damit nicht. | In der Nacht vom Sonntag zum Montag tagte der H a u p t a u * s ch it fl der Tagung: Ih Men- *chen schliefen 24 .Stunden keine Minute. Arbeit. Arlmit. Arbeit! Aber, sie xxurde freudig geleistet. Anträge wurden durchgesprochen. Statuten revidiert u*xx. Um 9 Uhr am .Montagmorgen begann die II a it p t s i t z ii n g : Arbeitsberichte. Finanzrc'ferate usw. lösten sich ab. Und dann trat man in die (»eneralausspracne ein. Kin Redner nach «lein anderen betrat die Bühne: Schüler. I.ehrlinge. kaufleute. Referendare, kindergärt. nerinnen. Sozialbeamte. Rabbiner ... eine bunt«' Folge. Tumult! Das Tagungskollegium muß die Redezeit beschränken. Strengste Rede-Konzentration wird ungeordnet. Man faßt sich kürzer: spricht xon „geistiger und seelischer Haltung“. von jungjüdischer „Situation“, xon „füllrerischen Qualitäten" ... alle* junge Demosthenes*«- xon 16 Jahren ab. Worte. Worte und Worte — aber nur für den. der diese Jugend nur oberflächlich kennt. Hinter diesen Meinungen und Gegenmeinungen stecken heiße', junge Herzen. Men*chen. die etwa* wollen, wenn sie auch oft nur fühlen, was sie erstreben. Man glaubt, in einem Reichstag der Jugend zu sein: Die Prä- *i«leiitenglocke xermag sich oft nur mit Mühe Gehör zu x erschaffen und so v ielc's geht im allgemeinen kann unter. Jüdische Jugend kämpft—. aber «•* i*t ein Streit de* Geistes und der Seele ... ,111. Müde und abgespannt fuhr ich am Abe nd mit meinen freunden nach Hause: «ine frage stellten wir uns immer wieder: Was war das Ergebnis dieser Tage der Jugend, was wurde praktisch erreicht, wo sind die neuen Wege der Bundesarbeit? Keiner von uns hatte eine Antwort! Und auch in diesem Augenblick weiß ich nur, daß mehr die Theorie als die Praxis zu ihrem Rechte kam. weiß ich aber auch, daß aus diesem Kessel jungjüdischcn gärenden Weines ein köstlicher Most reifen wird, der als frisches und gesundes Blut durch unsere jüdische Gemeinschaft pulsen w ird. 400 jüdische junge Menschen, junge, grundgescheite Kerle, die das Herz — und nicht zuletzt das jüdische — auf dem rechten Fleck haben: 400 Wollende in jüdischem und staatsbürgerlichem Sinn habe ich kennengelernt. hinter denen 10 000 andere junge Juden stehen! Meinem Nachbar — ein bayerisdier jüdischer Industrieller. Ehrengast der Tagung — braucht es, weiß Gott, nicht bange zu sein: Laßt sie reden, diese jungen Pioniere einer neuen Zeit, laßt sie sprechen vom Kommunismus. Radikalismus. Sozialismus und anderen „Ismen“ — diese jungen Menschen wollen wenigstens etwas, sind frische, gesinnungstüchtige Verfechter der jüdischen Idee, die letztendig auch nur „Gemeinschaft“ will. Ihr jüdischen Eltern in Stuttgart und im Reiche, die ihr von Eueren Söhnen und Töchtern über die* Münchener Tagung hören werdet — ich beglückwünsche Euch und Euere Gemeinschaft! Mit einer Jugend, die so lebendig, so tatbereit, so jugendlich bei aller Theorie ist. brauchen wir für unser Judentum nichts zu fürchten! C'hasak! Gegen Judenhaß und Judenhetze. Am 2. und A. Juni hielt der „Verein zur A l> xx e Ii r de* A n t i *«' m i t i s m u s" in München seine Juhre*tugung ab. de r die Tatsache des xierzigjährigen Bestehen* des Verein* besondere Bedeutung gab. De r \ erlauf de r Tagung bewies, dal! llaxiTii und seine Hauptstadt z u Unrecht in dein Ruf stellen. «I <■ r Hort «I «• - Antisemitismus zu sei n. Schon in dein x ielstimniigen Echo, da* eine xon den „Abx«ehrblättenf veranstaltete Umfrage in der geistigen f ührerschicht Baxerns gexxeckt hatte, war «lies zum Aii'drnck gekommen. Den Auftakt zu der Tagung bildete ein Vortragsalx nd xor geladenen Gästen, der «len größten Saal de* Hotels „Bax« rischer Hof" bi* auf «len letzten Platz gefüllt sah. Stadtpfarrer I. a in- [> a rIer -Stuttgart, der in Verlretuilg des I. Vorsitzenden. Reiihsniini'tc'rs a. D. Dr ing, e. II. G o th ein. die Tagung leitete, betonte unter starkem Beifall, dal! der \ «'rein keiner geistigen Auseinandersetzung au* dem M e ge gehe und deshalb x iel lieber xor die volle Oeffentlichkeit getreten wäre. wenn nicht xielfache Erfahrungen der letzten Jahre xor den rohen Gewaltmitteln «Iit Antisemiten abgeschreckt hätten. Gehcimrat Leo Frohe n i u s. der Gründer mul Leiter der Forschungsinstituts für kulturinorphologie in Frankfurt a. M„ behandelte sein Thema „D er K o n f I i k t «I e r K u I t u r s t i I e“ von dem weiten Horizont des Gelehrten, der alle Weltteil«' in ihren Kulturen durch forscht hat. Ihm stellt sich der Antisemitismus als' ausschließlich europäische, leider vornehmlich deutsche Angelegenheit dar. Wir Europäer bilden uns ein. nur das sei von Wert, was unseren Kulturstil hat. Man muß sich wirklich fragen, ob denn das „Du“ in der W eltgesdiichte überhaupt noch bestellt oder-nur ganz allein das „Ich“ übrig geblieben ist. Die Juden als Volksfremde zu behandeln. das können nur Menschen fordern, die die Welt nie gesehen haben. Wenn drei Huupteigentümlichkeiten den besonderen jüdischen Stil bilden: «las feine Vermögen zum Umschalten und Umw erten. die Neigung zum Extremen, der scharfe», uhalx sierende Intellektualismus: so müssen sich diese Eigenschaften im Rahmen der Kulturform, mit der der Jude symbiotisch verbunden ist. entsprechend auswirken. Von hier aus erklärt sich das bekannte treffende Wort: Jedes Land hat di e Juden, die es v e rd i e n t. Pater Augustinus J. Arund (Siegburg) entwickelte in dem anschließenden Vortrag „R e 1 igion ii n «I J ii «1 e n h a ß“ die betont ablehnende Haltung, die das Christentum, und der Katholizismus im besonderen, auf Grund des christlichen Sittengesetzes gegenüber dem Antisemitismus einnehmen. Niemals hat die Kirche Haß gepredigt. auch nicht gegen die Juden oder das Judentum als solches. Der Jude ist der Bruder des Christen, nicht sein Feind. Ein ausdrückliches päpstliches Verbot des Antisemitismus ist überflüssig, denn der Judenhaß ist dem Katholiken schon durch das 5. und 8. Gebot untersagt. Hat doch schon der hl. Petrus laut dem Bericht der Apostelgeschichte das Wort gesprochen: Gott hat mir gezeigt, von keinem Menschen zu sagen, daß er gemein oder unrein sei. Gegen öffentliche Judenhetze vorzugehen, kann der Papst den Diözesanbischöfen überlassen. Katholische Geistliche aller Grade, Päpste, Kardinale. Bischöfe. Pfarrer, Kaplüne haben vielfältig durch Wort und Tat bewiesen, daß sie jede Judenhetze verabscheuen. Nicht gegen, nicht ohne, sondern REMPEN & KREUTZHANN EBBRHARDSTft. 13 Tapeten ♦ Vandstoffe ♦ Vorhänge ♦ Nöbelstofle ♦ Teppiche ♦ Linoleum W. WÄCHTER STUTTGART TORSTRASSE 21 - TELEFON SA. 2331« FSrbftrel u. cham. Waschanstalt