Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 3 (1.5.1930)
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
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34 /^Tapeten 1 Tv . Stoffe - Teppiche Innendekoration ■ "—--■■■■ -lllH ' V M> IBM ■ ■ ■ Ecke CalwersfraOe |-, ,l»tl ||inii:rn in iUt jmli'dn n Presse -ind Stilblüten der \ i: n ilfl-Polilik. Nitrit (llO I ilktik ,1er /i..ni'ti'<kc!i I finnig hat in dem Berichte t n;c ",tiI,i|>i><■ , ,I,II> n nid ebensowenig hat das \,,ru*!h;: n'ri Araber sondern Engländer 11.,!,. i i ■ englischen Yngclegcnheit aN Eng- I :: i \ < >1 ii in abgegeben.. DaH da» zur \ |., ici gehörende komniissioii'niitglicd s ,-L cm ."en.iia-> >tum gegen die im Mehrheii»- i t i'M >1,! ,,<>» Anschauungen abgegoe, ii. -1 ti.diei \ielleiiht interessant. .d>er in der \i v i.j; bedeutungslos. >: -j, ' > —.t«*lluiiK de, I ri-aciiell der palästi- ,■ - -r l nriilieii wird deshalb vor allem be- .j.ifl ',< kein, Revolte gegen die britisdie \i r itat?t «r'i'ii 'ind: dem Mufti, dem freistem 1überhaupt der Aralx-r in Palästina, der eine : i nde'teiis zweifelhafte Bolle gespielt, wird .i i'iin. -isdrucklich bezeugt, daII er nach Aiisliri.ih de- I ,1 ruhe» zusammen mit der Regierung gearbeitet, die Ausdehnung der Unruhen zu verj hindern uxl den. Frieden wieder herzustellent! ebenso wird allerdings mit einiger Zurückhaltung festgestellt, daß der arabisdien Exekutivel in Palästina die planmäßige Veranstaltung von I L»ruhen ..nicht bewiesen werden konnte". Der Mufti und die arabische Exekutive werden nur deshalb getadelt, daß sie in der \\ »che vor den i Unruhen nicht versucht halten, ihre Anhänger; durch eine nachdrückliche öffentliche Erklärung! zuriickzuhalten. Dagegen wird die englische Regierung in Palästina und besonders der stell-, vertretende britische Oberkommissar I.uke von i federn Eehler freigesprochen Höchstens wäre eine strengere Pressezensur am Platze gewesen , So milde diese Kritik klingt, hat sie doch dazu! ausgereicht, daß der Oberkommissar von Palä-i 'tina. Sir Chancellor, unter dem Eindruck des Berichts dem Londoner Kolonialamt sein Rücktritts-1 gesuch eingereicht, und dafl der Chefsekretäri Luke »eines Amtes enthoben worden ist. Auch der jüdischen Einwanderung und Unter-! lu-hmungslust wird im Bericht Lob gespendet.] Hier setzt aber der eigentliche Tadel des Berichte» ein. der -sich fast feindselig gegen die Juden äußert. Der Bericht erkennt zwar an. dafl die jüdische Einwanderung dem Lande und der! arabischen Bevölkerung großen Nutzen gebracht] hat al>er dieser Nutzen war eine Nebenerschei-| nung der Unternehmung, nicht ihr Selbstzweck.) ..Die Ansprüche und Forderungen, die von zioni-i stischer Seite hinsichtlich der Zukunft der jüdi-! sehen Einwanderung nach Palästina gestellt wurden. sind derartig gewesen, daß sie unter den Arabern die Befürchtung erregt, sie würden schließlich ihres Lebensunterhaltes beraubt und unter die politische Herrschaft der Juden kom-j men." Sir'John Campbell war daher im Rechte als er erklärte, daß die Krisis von 1927 und 1925 darauf zurückzuführen war. daß nach Palästina -Nähmaschinen vorzügliche» deutsches Fabrikat »Or Haushalt g.«.«.. Wimpfff, Conradt & Cie. STUTTGART, Kronprinzstrasse 2 2 A«f Wunsch erleichterte Zshlenpsbedtngsngenl mehr Einwanderer gekommen sind, als das Land w irtschaftlich aufnehmen konnte. Der Kommission lag Beweismaterial dafür vor. daß bei der Einwanderung die 1929 durch die Zionistische Organisation angenommene Grundregel von seiten der jüdischen Behörden verletzt worden ist. nach der die Einwanderung sich nach der wirtschaftlichen Fassungskraft des Landes richte-» sollte. Die Auswahl der einwändernden \rbeiter war ja im wesentlichen der Allgemeinen Organisation der jüdischen Arbeiter übertragen. Aber diese hat bei der Bewilligung von Einwanderungserlaubnissen ein höheres Gewicht auf das politische Glaubensbekenntnis der Einwanderer gelegt als auf ihre Eignung für die Arbeit in Palästina. ..Es muß mit aller Schärfe zurückgewiesen werden, daß die politische Ueber- /eugung für die Auswahl der Einwanderer entscheidend sein soll." Noch härter klingt der Vorwurf des Berichtes gegen die zionistischen Bodenkäufe. Zwischen 1921 und 1929 gab es große Bodenverkäufe, in deren Verfolg Gruppen von Arabern vertrieben werden mußten, ohne daß ihnen anderer Boden beschafft wurde. Die Bauernschutzverfügung von 1929 gewährte zwar Entschädigung für Bodenentziehung, tat aber nichts, um die Entsetzung der Bauern von ihren Pachtböden zu verhindern. Die Lage spitzt sich jetzt zu. Es gibt keinen Boden mehr, auf dem sich die von ihrem Boden Entsetzten ansiedeln können. Infolgedessen entsteht eine landlose, unzufriedene Menschenklasse, die für das Land eine dauernde Gefahr ist. Falls nicht eine Lösung gefunden wird, so bedeutet diese Frage eine ständige Quelle zukünftiger Unruhen. Palästina kann eine größere landwirtschaftliche Bevölkerung nicht aufnehmen, es sei denn, daß die Ackerbaumethoden von Grund aiff geändert werden. Läßt sich eine intensivere Bodenbearbeitung einführen. so kann in gewissen Bezirken Raum für eine Anzahl Einwänderer geschaffen werden. „Bis die Ergebnisse dieser Prüfung vorliegen, ist die noch geltende Hebung der Entsetzung von Bauern von ihrem Boden zu untersagen.“ Die eigentliche Quelle der Schwierigkeiten findet der Bericht aber in der Unklarheit der politischen Sachlage. Der Erlaß einer klaren Definition der Regierungspolitik würde für die Sicherheit der Regierung des Landes von größter Bedeutung sein. Es herrsche eben unter den palästinensischen Arabern das Gefühl der Erbitterung darüber vor, daß die Juden nach der der zionistischen Organisation entsprechend Artikel 4 des Mandats übertragenen Befugnis die Möglichkeit haben, direkt an die Regierung heranzutreten. ein Recht, das die Araber nicht haben. Diese arabische Erbitterung gegen die Juden ist bis zur Feindseligkeit infolge ihrer enttäuschten nationalpolitischen Aspirationen und der SCHWARZWALDHEIM der Stuttgart *Loge Mühringen b.Horb ★ Gute rituelle Verpflegung, fließendes Wasser, Liegehalle, Stahlb&der In der Nihe - Leitung durch geprüfte Krankenpflegerin, Irztllche Aufsicht KURPERIODEN: 3. Juni bis 30. Juni 1. Juli bis 28. Juli 29. Jkill bis 26. Aug. und eventuell noch eine vierte Periode Juli u. August sind in erster Linie für Kinder von Logenbrüdern vorgesehen. Anmeldungen sind zu richten an : Frau Grete Adelsheimer, Stuttgart, Hospltalstraße 36 BcrmoM Anerbüch-Veretn Dienstag, den 6. Mai 1930, Stuttgart-Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8 % Uhr 7. Heimabend „jagend and Wokltakrttsilictr Leitung: Obarsakratär J. Wissasann * Dienstag, 13. Mai 1930, Stuttgart-Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8% Uhr, spricht Dr. Lutz Rosengart Hailbronn, Ober: „Henri Bergson“ Um zahlreichen Besuch wird gebeten Anlage - - A. TRIUUII Gärtner dar Isr. Gemeindepflege - FrledhofetraBe 14 - Telephon 21697 Sorge um ihre wirtschaftliche Zukunft gesteigert worden. Die unmittelbaren Ursachen des Ausbruchs der Feindseligkeiten waren allerdings die Zwischenfälle an der Klageniauer. besonders die jüdische Demonstration am 15. August 1929. Die weiteren sonst festgestellten Ursachen der Unruhen treten diesen gegenüber zurück. Zur Lösung dieser Schwierigkeiten schlägt der Bericht vor. das Statement der Regierung von 1922 zu erneuern nach welchem die der Zionistischen Organisation durch das Mandat zugewiesene Sonderstellung diese nicht dazu berechtigt, in irgend einem Teile an der Regierung Palästinas teilzuhaben!" Der einzige Rat. den der Bericht den beiden Lundesbevölkerungsteileil gibt, heißt gegenseitige Toleranz. Das ist auch die Endweisheit im Sondervotum Snells: Jedes Volk muß dem anderen das Recht zu leben zugestehen, die Religion und die sozialen Traditionen des anderen respektieren und jedes für sich zur Entwicklung eines binationalen palästinensischen Staatsvolkes beitragen. So selbstverständlich und einleuchtend diese Lösung erscheint, so unvereinbar ist sie mit den politischen Aspirationen der beiden „Nationen". Vielleicht behalten die nichtzionistischen Palästinafreunde — und sie sind die Mehrheit der Judenbeit — am Ende mit ihrer Auffassung des Palästinaproblems recht, daß die Palästinafrage für die Juden lediglich eine Angelegenheit der sozialen Wohlfahrt ist. Damit wäre die Lösung des Palästinaproblems für die Juden und für England gefunden. Buber spricht vor der Judenmission Nachdem wir unlängst über die Studientagung der „Jadenmission“ schon kurz berichtet haben, dürfte ein Bericht über den Vortrag von Martin Bnber über „Die Seele des Judentums" auch heute noch von Interesse sein. Die Schriftleitang, ln Stuttgart fand vom 3. bis 5. März eine Studientagung der „Judenmission“ statt, bei deren Einleitung der Einherufer mit Betrübnis die „Machterstarkung des Judentums“ feststellte: es sei jetzt schon so weit gekommen, daß das Judentum das Christentum zu kritisieren beginne. Dieser Feststellung folgte das immerhin interessante Bekenntnis, daß man die Juden kaum kenne. Der Wunsch, diesem Mangel abzuhelfen. war augenscheinlich stärker als jenes Unbehagen, sonst hätte man kaum zu einer Rede über „Die Seele des J u dentums“ Martin Bnber eingeladen. Diese Rede, der Lahrmädchen, 3LUJJ per 1. oder 16. Mai gesucht. 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