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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-04-18 · 2 (18.4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
2 (18.4.1930)
Date
1930-04-18
Page
[Seite] (sequence 2)
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22 Und zum Wodienend... nach Bad Liebenzelll Herbert h. Jamnig Sl« sind lisrsllclisl wlllkomninnl v«r»migt* wirtsohaft«b«tri*b* # tori I* LMnxtß / Udlkalli tautet reichen «»rtrag de« Rabbiner« D r. Kahn- Mergentheim über ..Die Geschichte und L n t w l <k I u n g der IIhs p a d a" einpeleitet. der von priimllicher Kenntnis und peschicbtlichein Verständnis /enpte. Vn den Vortrap schloß sich ein anrependes Referat des Relipionslehrcrs K a h n - Heilbmiin über „Die Liturgie des P e s s u ch f e » t e s" an. das den Schal/ der Melodien der Sederabende. des Pe««adifestes und des Talgebete» vor allem vun Standpunkte der kantoralen Behandlunp darstellte. In einer pe- 'thmackc ollen Auslese bot er die schönsten Koin- |M>sitionen. feiii'innip von Oberlehrer Krämer .1111 Klavier begleitet. Die musikalischen Darbietungen wurden von den Zuhörern besonders dankbar entgegen genommen. In der Aussprache aber chi' Gehört, kam der Dynk der Kursteilnehmer für die künstlerisch meisterhaften Darbietungen /u lebhaftem .Vii'drutk. \m Dien'tagvormittag bot Rabbiner Dt. Auerb ,h - Stuttgart eine mit großerfl Geschmack und geschicktem Verständnis gewählte Auslese interessanter Stellen ans dem Talmudtraktat Pessadiim. Line Reihe pädagogischer, geschichtlicher und p-vch>,logischer Bemerkungen ergänzte und erkli,Ne die vorgetragenen lexte. l)r. Beerniann fügte weitere sachdienliche Lrklärungen hinzu. ... daß <uch dieser Teil des Kuc.»e« wertvolle Anf! ‘g * iii g C '|1 bot. I). n Sddiill der Veranstaltungen bildete eine V.isspiäciitaber Standesfragen. Sie wurde durch e inen Vertrag des Rabbiners Dr. C o h n - Ulm c-ingeleitc-t. der die geschichtliche Entwicklung des Rabbineranites bis zur Gegenwart darstellte ,:,cl die Schwierigkeiten des rabbinischen Amtes in der Gegenwart infolge der materialistischen i iri'telltiiig eines große n leiles der Gemeinden larstellte. Mit tiefem Erii'te behandelte er die pädagogischen und sozialen Aufgaben des modernen Rabbiners und zeigte an geschickt gewählten Beispielen, wie der Rabbiner der Schwierigselten -eines Amtes Herr werden kann. Er stellte dann eine Reihe von Wünschen der Rabbiner für ‘die Hebung der Achtung ihres Amtes auf und schloß mit wertvollen Anregungen für die weitere Entwicklung der Fortbildungskurse für die Rabbiner und Religionslehrer des Landes. Seine Darlegungen ergänzte vom Standpunkte der Religionslehrer Oberlehrer S p a t z - Rexingen. Er übte Kritik an der soeben erlassenen Dienstordnung für die Beamten der israelitischen Religionsgemeinschaft und trat lebhaft für die dienstliche Gleichachtung der Religionslehrer mit den Rabbinern ein. Auch er schloß mit Anregungen für die Fortbildungskurse und mit Wünschen für den Ausbau bezw. die Umgestaltung der Wanderbibliothek. An der Aussprache über diese beiden Referate beteiligten sich die Oberlehrer VV o ch e n in a r k. R o t b s ch i 1 d, Metzger. U n i k o w e r, Goldstein und K a h n - Laupheitn. sowie die Rabbiner Drs. Kahn und B e e r m a n n. Vor dein Schlußworte des Kursleiters dankte Rabbiner Dr. Beermann diesem für die streng sachliche Führung des Kursus. Dr. Rieger schloß mit Dankesworten an die Referenten und an alle, die sich an den Aussprachen beteiligt hatten. Er bezeichncte es als besonder^ erfreulich, daß Rabbiner und Religiouslehrer, Liberale und Orthodoxe, in diesem Kurse einander freundschaftlich ergänzt und harmonisch für das gleiche Ziel gearbeitet haben: für die Erhaltung und Vertiefung des jüdischen Lebens in Württemberg. An der Konferenz hatten als Gäste die bayerischen Kollegen Rabbiner Dr. Weinberg- Ncumurkt. Rabbiner Dr. Eugen Meyer-Pirmasens und die Lehrer Nußbau in - Neumarkt und Grünfeld - Baden-Baden tcilgenommen. die sich eifrig an den Aussprachen beteiligten. Ihr Erscheinen wurde allseits freudig begrüßt. „Jugend und Zeitgeist“ Ein Vortrag von Martin Buber i. Martin Buber s p r i ch t . . .. langsam, gemessen. sich steigernd, ekstatisch. Dreihundert größtenteils jugendliche Menschen hängen beinahe zwei Stunden an dem Munde, der so geheimnisvoll zu sprechen weiß; dreihundert von Buber Faszinierte bemühen sich krampfhaft, etw as von seinen Weisheiten ztt verstehen. Buber steigt tief in die Zusammenhänge des Lehens hinunter, zeigt seine Problematik auf, um über diese Problematik wieder zu problematisieren. Aber er benutzt zu dieser Fahrt in die Tiefen kein handfestes Tau. wie es jene Menschen zu gebrauchen pflegen, die das Leben vomLrben her zu begreifen und zu gestalten sich bemühen: er ist in der Tat recht weit entfernt von diesem „freundlichen Herrn Lindssey“, der mit der Jugend jung, verstehend und verzeihend geblieben ist. — An tausend Zwirnsfäden philosophischer Dialektik, an einem ungeheuren Rankenwerk subjektiver Auffassungen, die deshalb so geringen Wirklichkeitswert haben, weil der junge Mensch den philosophischen Ballast zweier Stunden in Buber’scher Vermittlung einfach nicht begreifen und verdauen kantu an tausend Einzelfäden also gleitet der Gelehrte hinab zur Jugend, die ihn nicht verstehen kann und — verstände sie ihn — eben weil sie „jung“ ist zwangsläufig anders handeln würde als er es fordert. Man hat es uns nicht nur einmal gesagt: dieser Vortrag bedeutete auch für die Aelteren eine schwere Belastungsprobe. Wer „mitkam“, der bekannte schließlich, daß Buber eigentlich nichts Originäres im Sinne wirklich grundlegender Erkenntnisse und Zielweisungen gesagt habe, um so mehr, als da. wo der junge und der ältere Mensch vom Gesagten verstandesmäßig etwas erfassen konnte, Buber wirklich nur von allen „strebend sich Bemühenden“ längst Gedachtes und Erfühltes — aber ohne philosophische Verbrämung — proklamierte, wir glauben, daß es nötig ist, dies einmal auszusprechen, daß es wichtig ist, die vielen, die da aus ..Noblesse oblige* glauben. Buber verstanden haben zu müssen, vor die Wirklichkeit zu stellen. „Verwirklichung“, um mit Buber zu sprechen, scheint uns in erster Linie Dienst an der irdischen Gegebenheit zu sein: wer aber nicht „verstanden“ wird, ist nicht gcmeinsdiaftsbildend. er dient nicht — Jugend fordert wohl auch Philosophie, Problematik. Konstruktion: dieser Forbr. Nlaimcrtii flr üraakeapfiete ui LddieiKtlittiii e.¥. NBrnparon Samstag, den 26. April, abends S1 « Uhr im Restaurant Bloch, Catwerstra$e 4 55. Generalversammlung Tagesordnung: Bericht des Vorstandes Rechenschaftsbericht des Kassiers Beratung neuer Satzungen Wahl von Revisoren — Verschiedenes Zahlreiche Beteiligung erbeten Der Ausschuß Junger Oesterreicher aus angesehener jüd. Kaufmannsfamilie, Beamter in gut dotierter Lebensstellung in bedeutend, österr. Provinzstadt (34 Jahre alt, mittelgroß), sucht jung« Dam« im Alter von 23 bis 28 Jahren, die sich, ebenso wie er, ein wirklich gemütliches Helm erwünscht, zur Labaasgaflhrtli». Dieselbe möge möglichst so wie er, . Verständnis für Musik, Natur, Frohsinn etc., überhaupt ein ernstliches Interesse für ein gesundes, innerlich u. äußerlich zufriedenstellendes Zusammenleben haben. Mitgift Ist nicht unbedingt erforderlich, hingegen ist komplette Ausstattung und Beitrag zur Wohnungseinrichtung erwünscht. — Gefl. Zuschriften erbeten unter K« L. 3M an die Geschäftsstelle der.Gemeindezertung ‘ Bcrlhold Auerbach-Verein Dienstag, den 22. April 1930, Stuttgart' Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8 Vi Uhr Allgemeiner Ausspracheabend Leitung: Mllton Schauer * Dienstag, 29. jkpril 1930, Stuttgart'Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8*4 Uhr, spricht Dr. Walter Strauss Aber Franz Werfels Koman »Barbara" als EnlwldduisaiHl i. Matern. IMeni Um zahlreichen Besuch wird gebeten Aufstieg dem Tüchtigen ist das Motto unseres industriellen Großunternehmens, das seine Filial- und Vertriebsorganisation ständig noch auszubauen sucht Vorwärtsstrebende, von echtem kaufmännischem Schaffensgeist erfüllte Menschen,- die vor allem für persönliche Kundenwerbung hervorragend befähigt sind, finden bei uns die entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten. Angebote m. Altersangabe und mögl. mit Lichtbild erbeten unter U» 2m 304 an die Exped. der Gemeindezeitung. Rddubnnd |fi(L Frralsoldafcn -lslj— amtnqiK Matttarf — ■ ' Am 16. April, abends 8 Uhr, spricht im BQrgermuseum Herr GenerallButnantiD. Kabisdi Ober „Abrüstung u. Wehrprobicm“ Karten (für unsere Kameraden und Mit' Wieder d. C.V. sowie Angehörige frei) bei Herrn M. Lindauer, Stuttg., Marienstr.25, Telefon 70553, sowie an der Abendkasse B.M. Ortsgruppe Stuttgart 1. Vorsitzender: Rechtsanw. Dr. Merzbacher Iüv. lang. Mädel 3]3br. 33üropraris,ptrf. Malchin«. BuchHItg.. Äotrrfp., selbständiges Arbeiten gewöhnt, Intell. BertraNem»- ftrflnwg Off. u. K. 2SS a. d. Gemeindeztg Organist an der Stuttgarter Synagoge Unterricht in Klavier Korrepetition für Oper und Kontert Marienstrasse 3211 Telefon 62624 Königl. Musikdirektor GEORG AD. NACK

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