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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-04-18 · 2 (18.4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
2 (18.4.1930)
Date
1930-04-18
Page
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für die ffraelitifi&en Gemeinden Württembergs .I ——... Btitilitill: »i(Ü»li--lich »td'Uailfc ickbrllch 5 X«, balbidbtlUf) 2.60 Mi Dintrfidbrdcb 1.25 JLH, Siniclnaomtr 26 Slthbcpftnnig «DoHMlfcf.Jtoiilo: 38258 «rübrfnl Buraatikt Mcrüncl, cm 1. a. 16. Verlag: Israelitische Verlage anstatt G. m. b. H. ffcrnfpr. 93328 * Stuttgart * Jtafernenftr. 13 Schristleitnng: Gtabtrabblner Dr. Rieger, Gtuttgart. Sharlotteaftrage 13 XiniatDMtii: bis einspaltige Roaporeillezeile 30 Reichepsmnig Amschlags Um nnb Dorzugdplätz» nach Tarif. Aamilienanzeigen uab leine Anzeigen bi» Kleiazetle 20 Rrichspsenmg. Rrklamezeile I.öO JUi feel J9Dleb erbolon aen Der«ü»stl»»aa -1 - Uli. Jahrgang Stuttgart, 16. flprll 1B3D Nr. 2 —.■;- Der Ferienfortbildungskurs für die Rabbiner und Religionslehrer Württembergs. ■Von Sonntag. den 30. Mür/, liis Dienstag, den l. April, fand der diesjährige Kortbildnngskursus für die Rabbiner und Religionslehrer des Landes statt, der alljährlich vom Isr. Oberrat veranstaltet wird und sich immer mehr als eine überaus wertvolle Hinrichtung erweist. Hast alle Rabbiner und Religionslehrer des Lundes hatten sich eingefunden. Zu ihnen kamen diesmal /um erstenmal die jüdischen Seminaristen, die im lleilbronner Seminar auf ihren Beruf vorbereitet Werden, und drei Theologen, die ihre Ausbildung im Breslauer Rabbinerseminar erhalten. Darüber hinaus aber hatte sich eine stattliche Anzahl von Gemeindegenossen zu den ein/eine» Vol t rügen und Aussprachen eingefunden. die mit lebhafter Anteilnahme die Arbeit der Kursteilnehmer verfolgten. Der Präsident des Oberrats. Ministerialrat i)r. Hirsch, begriilitc die Versammelten und wies auf die wachsende Bedeutung der Weiterbildung durch die Hortbilduitgskurse hin., die auch diesmal ein spezielles Gebiet behandeln sollten: die Ideen und Hinrichtungen des Pessachfestes. Kr übergab dann die weitere Leitung des Kurses dem theologischen Mitglied des Obertlen .Mitglied d< . Bieg e r. ' ruites. Studtruhbiner l)r. Nach einer kurzen Begriillung der Kollegen ui d Zuhörer ging Dr. Rieger sogleich zu dem ei ileitendeu Vortrag des Kurses über: ..Die I c e e ii n d die Ges ch i ch t e des Pessudifi st es in der Bibel und im Schriftt i m d e r T r u d i t i o n." Kr schilderte einle tend die überragende Bedeutung des Pessuchfe des im jüdischen Leben von der Bibelzeit an bi. zur Gegenwart. Kr zeigte, wie die Ideen der Freiheit und der Befreiung aus Aegypten das gajnze Judentum durchdrungen und gesteigert haben. In einer geschichtlichen Betrachtung wies er nach, daII das Pessachfest und das Fest der Mjizzuus ursprünglich zwei verschiedene Feste gewesen, und dal! sich erst von der Zeit des Hzechiel au ein Zusammeiivvuchsen der beiden feste nuchweisen lasse. Während das Pessach recht eigentlich das Fest des Schutzes der Hrstge|jorenen in Aegypten gewesen, sei das Fest dejr Mazzuus neben den Krinnerungen an den Aiiszug aus Aegypten ein Dunkfest für den Frühlingsertrag in Feld und Herde gewesen. Das Fest (leg Muzzuns habe so wie das Fest der Hrstlingsfrächte (Schowiiaus) und der Herbsternte ursprünglich den Churakter eines .Naturfestes gehabt, bis geschichtliche Krinnerungen diesen ursprünglichen Charakter immer mehr zu rück - drängten. Der Vortragende ging auf die Behandlung des Festes in den gelehrten Schriften der Orientalisten und Bibelforscher ein und zeigte, (lall die versuchten Nachweise, (lall das Pessach aus assyrischen bezw. südarabischen Elementen hervorgegangen, durchaus irrig sei. Der Name des Festes sei wohl um bestell nach einer W orterklärung bei dem Propheteil Jesuia 51. 5 als ..Fest der Erlösung" zu erklären. Der Redner ging dann auf die verschiedenen Schilderungen des Pessachbezw. Muzzausfestes in der biblischen Leberlieferung ein und behandelte schließlich die Bedeutung der sittlichen und religiösen Freiheit in der Praxis der Predigt, vor allem aber im Unterricht deg reiferen Jugend. Die Kntwitkltmg des Pessachfestes in der Truditionsliterutur behandelte er nicht, du diese ihre wissenschaftliche Behandlung in den späteren Referaten finden sollte. Eine lebhafte Ausspruche über den Vortrag und ein Schlußwort des Redners bildeten den Abschluß dieser einleitenden Veranstaltung des Kurses. Am Nachmittag behandelte zunächst Rabbiner Dr. ß e e r m u n 11 - Heilbronn „Den Auszug u ii s A e g v p t e n i in .VI i d r a s ch m i t besonderer Beziehung auf die Predigt“. Kr besprach zuerst solche Deutungen und Hrklärungen des Midrasch, die sich für die moderne Predigt als ungeeignet erweisen. In überaus anregender Weise wies er darauf hin. daß der Midrasch in der Predigt kurz, schlagkräftig und bildhaft , wirken müsse. Kr nannte dann eine Reihe Legenden, die sich für die neuzeitliche Predigt eignen und besprach schließlich ausführlich in wertvoller Krgä'nzung der Homiletik Maybuums eine Reihe thematischer Midraschim und Deutungen aus dem Sohar. Der V ortrag, der auch durch seine Nebenbemerkungen anregend wirkte, weckte lebhaften Beifall, der sich in der Aussprache nochmals äußerte. Den Abschluß der NucJimittugsveranstaltung bildete ein Referat des Rabbiners Dr. Kroner- Oberdorf über die halachischen religionsgesetzlichen Bestimmungen des Pessachfestes. An der Hand überaus instruktiver Zeichnungen einer Maz/uusbäckerei in Oberdorf skizzierte er die einzelnen gesetzlichen Bestimmungen, die beim Bucken der »»gesäuerten Brote iiine/uhultcn sind. Kr w ies dabei auf die bedeutsamen Quellern des Religionsgesetzes und die. Notwendigkeit ihrer praktischen Anwendung hin. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Zuhörer seinen Darbietungen, die voll tiefer Kenntnis des Stoßes Zeugnis ablegten. Am Abend des ersten Kurstages waren die Kursteilnehmer Gäste der Stuttgarter Gemeinde. Der gemütliche und behaglich verlaufene Abend fand in der Pension Agulnik statt. Im Namen der Gemeinde begrüßte Arthur Essin g er. da der Vorsitzende des Vorsteheramts verhindert war, an der Veranstaltung teilzunehmen, die Erschienenen. deren Feststimmung eine Reihe gedankenvoller launiger Reden hob. Das Zusammensein hat wesentlich zur persönlichen Annäherung der Kursteilnehmer beigetragen. Der Montagvormittag war der unterrichtlichen Behandlung des Pessachfestes gewidmet. In seiner bekannten geschickten und von echter Religiosität erfüllten Weise schilderte zunächst Oberlehrer B e r I i n g e r-Buttenhausen „d eil S e d e r ii ii d seine B r ä u ch e im Unterricht e“. Die Ab0nnement-Gebühr für die Leit v. 1. April 1930 bis 31. März 1931 in der Höbe von I! RM. 5 - ist fällig!! i Wir bitten unsere verebrlidien Leser, diesen Betrag auf unser Postscheckkonto Stuttgart NrJ 36258 umgebend zu überweisen, damit jt der Zustellung der „Gemeinde- Zeitung!1 keine Unterbrechung eintritt. Die Abcfinement-Gebübr kann auch hälftig bezahlt /werden. jjsraelltlscbe Verlagsanstalt G. m. b. H Stuttgart, Kasemenstr. 13, Telefon 233 28. Amtl. Bekanntmachungen Anmeldung zum Religionsunterricht der Grundschüler. Der Religionsunterricht für die Schüler der zweiten Grjundschulklasse beginnt Mittwoch. 25. April. Eit findet im Gemeindehaus, Hospitalstraße, von J'4—4 Uhr nachm, statt. Das Stadtrabbmal. Dr. R i e g e r. Bericht dies Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monat Marz 1930. Sprechstunden der Fürsorgerin: jl Sonntag, Montag, Diens-1 „„„ .... tag, Donnerstag I vorm- •*-u* Lhr Mittwoch, Freitag nachm, von 3—5 Uhr Das Israel. 1930 unter Wohltütigkei faltet: Laufende Uni Fürsorgeamt hat im Monat März Mitwirkung der angeschlossenen [svereine folgende Tätigkeit entierstützungen Einmalige Unterstützungen Gesundh.- u.| Erhol.-Fürsorge AnstaltsfUrsorge Ausbildungslfeihilfen Durchreisend Mk. 815.32 .. 781.75 18.68 .. 50.— .. 48.98 „ 232.50 m niiiniiiiiiiiitmimnnHiinniiffltninniiiiiiiinniiiiiinHniiiiiimniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiraiiiniimfiiiimniniiniii SCH 1 EDM AYER iiiifiinn iii)iniii|iiiiiifuiiiinif miiniinmintii i Miete TAUSCH >M Mi ■ » ■ fei Mm ■ ■ i^M . ■ Mm Mm 8TIIMMUNQEN PlanofortMtabrik v. J. u. P. Sohiadmayar ~BEQUCME TEIUZAHLUNQEN STUTTGART, Neokarstrawso 12, Koka Ulriohatraas« Fcmcprcohcr FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM aee 41/4 a mmJLmmmm An 12 Erwachsene und 5 Kinder wurden insgesamt 72 tyleidungs- und Wäschestücke abgegeben. | An Spende« erhielt das Fürsorgeamt 145 Mk. von Frau Emma Flegenheimer, anl. ihres 60. Geburtstages, Frau Berta Rosenfeld. Purimspendef. Herrn Sanitäisrat Dr. med. Sigm. Weil, anl. seineti 70. Geburtstages, Herrn Oberlehrer E. Adler- Cannstatt, Jahrzeitspende, von Frau Babette und Herren Juliin und Leop. Marx. Kr zeigte dnijn die praktische Anwendung seiner Grundsätze iji einer Lehrprobe mit Schülern mul) Schüleriimen|cles 5. und 6. Schuljahres. Ks war eint' Herzensfreude, den hervormgc» den Sthiilmuhii bei seiner Arbeit belauschen zu dürfen und feuge der frohen Anteil nab me zu sein, die er ii| seiner Schülerschur zu wecken, ver standen. Dicjse Unterrichtsprobe darf als eiik Höhepunkt dps Kurses bezeichnet werden. Der Nachntittag war der Liturgie des Pessach festes gew öhnet. Kr w urdi* durch einen gedunken PRIX wm-rmni v*X«Mt-TUnN . . leaoG, \60*z

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