Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 1 (1.4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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- 9 - Und zum Wodienend... nad, Bad Liebenzell! Herber« h. Jamnig Slo sind hnrallchsl wlllkomninnl VSrel =. reinigte wtrteohaltebetrlebe ItflLMausll / Reithalle tMünt von 200(MX) Mk. wäre in Aussicht gestellt, wenn \on anderer Seite der gleiche Betrag aufgebracht würde. Nach eingehender Aussprache konnte fest gestellt werden, duff die überwiegende Mehrzahl der Anwesenden die Bedürfnisfrage eines jüdischen Krankenhauses bejahte und sich für die Gründung eines Vereins zur Aufbringung der erforderlichen Miftel aussprach. Die vorbereitenden Schritte zur Gründung des Vereins sollen in der nächsten Sitzung des Fürsorgerats, die in nicht allzu ferner /eit stattfinden soll, erfolgen. Stuttgart. Sitzung des Vorsteheramtes am Mittwoch, den 19. März. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellte Sanitätsrat Dr. Ries eine Anfrage über das Wesen der geschlossenen Sitzungen. Die Antwort soll später erteilt werden. Der Vorsitzende, Oslcar Roths ch i I d , sprach hierauf sein Bedauern darüber aus, daß die Antwort der Vereine auf seine Vorbesprechungen mit ihnen über die Abschaffung des Schnoderns noch ausstehe. Nach einer Aussprache über die Gründe dieser Verzögerung wurde beschlossen, die bis dahin erwartete Antwort in einer Sitzung, die in vierzehn Tagen statttinden soll, zu behandeln. Eingehend wurde hierauf die Eingabe der hiesigen Religionsgesellschaft wegen einer Beihilfe zum Bau des von ihr geplanten Gotteshauses besprochen. Karl L e v i berichtete, daß der Religionsgesellschaft hierfür 45 000 Mk. zur Verfügung stehen. Ein Gönner der Gesellschaft habe ihr 80 000 Mk. Darlehen zu 7% zugesagt. Die Isr. Gemeinde solle die Verzinsung dieses Darlehens übernehmen, für das eine Amortisation vorgesehen sei. Der Referent hält diese Forderung gegenwärtig nicht für tragbar. Die Religionsgesellschaft solle vielmehr erst ein Kapital von mindestens 60 000 Mk. für ihren Zweck sammeln und vor allem einen billigeren Bauplatz wählen. Eduard Weil berichtete Einzelheiten über - eine Besprechung einzelner Vorsteher der Gemeinde mit Vorstehern der Religionsgesellschaft. Er wie Dr. Flegenheimer bejahen die Be dürfnisfrage und halten es für geboten, in angemessenen Grenzen zur Verwirklichung des Baus zu helfen. Dr. Flegenheimer sieht voraus, daß die Verpflichtungen der Gemeinde in Wirklichkeit viel höher sein werden, als zurzeit angenommen wird. Er empfiehlt daher der Religionsgesellschaft. erheblich höhere Mittel zu sammeln, bevor die Gemeinde herangezogen wird. Auch Oberrechnungsrat Meyer ist der Meinung, daß die Religionsgesellschaft ihren Bau billiger erstellen solle. Er empfiehlt der Gemeinde, eine Zinsgarantie für 50 000 Mk. Darlehen auf vierzig Jahre bei einer entsprechenden Amortisation des Darlehens zu übernehmen. Dr. Ries ist gegen eine so lanf dauernde Verpflichtung und würde es vorziehen, wenn die Gemeinde einen Baubeitrag von 5—10 000 Mk. der Religionsgesellschaft schenken wollte, da er ernste Bedenken gegen die lange Dauer der Verpflichtungen hat. Oskar Rothschild schließt sich dem Antrag Meyers an, eine Zinsgarantie von 50 000 Mk. zu übernehmen, sobald die gezeichneten Beträge eingezahlt sind und eine Sicherheit vorliegt, daß mit den vorhandenen Mitteln der Bau erstellt werden kann. Die Gemeinde solle eine besondere Kommission zur Regelung dieser Angelegenheit ernennen. Dr. A u e r b a ch macht darauf aufmerksam, daß die Gemeinde allerdings zur Beschaffung eines Betraumes für die Religionsgesellschaft verpflichtet ist, nicht aber zum Bau eines eigenen Gotteshauses für eine verhältnismäßig sehr kleine Minderheit der Gemeinde. Es wird beschlossen, den Vorschlag Meyers mit den von Rothschild genannten Sicherungen anzunehmen. Eine besondere Kommission solle ihren Vorschlag dem Plenum zur Beschlußfassung unterbreiten. Aus dem von Karl Levi erstatteten Bericht des Kleinen Rates ist hervorzuheben, daß dem jüdischen Schwesternheime anläßlich seiner Jubelfeier eine Spende von 400 Mk. zur Verteilung an Arme durch die Ambulanzschwester bewilligt worden ist. Auf warme Befürwortung des Stadtrabbiners werden für die Schorn re Schabbosbewegung 100 Mk. bewilligt. Die Bewilligung der Kosten zum nötigen Umbau der Orgel (Antrag Epstein) wird bis zur Etatsberatung vertagt. Nach einer Reihe weiterer Mitteilungen wird die öffentliche Sitzung geschlossen und in eine nichtöffentliche eingetreten. Stuttgart. Am II. März Spruch Reditsunwult II r. Manfred U h I m u n über .. j u k » b \V a s s c* r m u n n . d e r M e n s ch ii n d das W erk“. Der Redner schilderte W'ussermnnns Jugend im Fiirther Elternhaus und guh dünn wm den Lehr- und Wunder iah reu des Dichters ein anschauliches Bild: .Mit dem Abgangszeugnis eines ..mittleren Schülers“ kommt der junge Wassermann zu seinem Onkel nach W ien, entspricht aber dessen kaufmännischen Erw artungen nicht und geht nach vielen Irrfahrten zum Militär über. Dort erlebt der Jude in ihm den ersten schweren Zusammenstoß mit der christlichen Umwelt. Die zweite an Erkenntnissen reiche Auseinandersetzung hat er als kaufmännischer Korrespondent zu bestehen. Furchtbare Tage völligen Kntwurzeltseius folgen jetzt, und erst in Zürich findet er sich einigermaßen zu sich selbst zurück. Abei auch hier verliert er den Freund weil er Jade ist. Arbeitslos hungert er sich durch und mi cht die Erfahrung, daß „der Mensch in seiner Qu d“ den Drang nach Höherem verliert. daß nie »ts furchtbarer ist als das Bewußtsein. sozial g rächtet zu seip. In der größten Not erscheint ein Mensch, der Wassermann ernst ihn vom Untergange rettet: Ernst gen. ginnt für den jungen Dichter die •clens, des Erfolgs und der Reife, rken tritt nun die Auseinanderünstlers mit seiner Umwelt in Er arte Worte gegen das Deutschtum •r ..nur ein Liebender spricht so“, i Werk Gemeingut der Aation ge] n i in in t und v o ii W o I z Und nun I Zeit des W e In seinen W setzung des schein ii n g. II fallen aln Heute ist sei worden. — Die interessanten Ausführungen des Redners fanden starken Beifall. H.St. > Stuttgart.!ine große Anzahl festlich gestimmi ter junger .\ mischen hatte sich am >5. März im kleinen Saal des Oberen Museums eingefunden, um im Ruin len des Berthold Auerbach- Vereins P irim zu feiern. Auch diesmal hatten sich bewähr e Kräfte in den Dienst der Verunstaltung gestellt, die durch verschiedene Darbietungen die Anwesenden unterhielten: Theodor ( arlejbach las lustige Verse von Busch. II e r in u n n ’ S t e 11 i n e r wartete mit einem Couplet auf. |A I e x u Ebstein entzückte durch ihre anmutige Tanzkunst. Hans Stern bot einen ..Stepp“-Tanz. Bernd Schottenfell hielt eine heitere „Vorlesung“ und Dr. Walter E i n s t e i n ^agte im Verein mit HansStern. hei in einigem besonders..bewährten Mitgliedern ..seine Meinulig". Dazwischen wurde beim KlaiiH [•n Kapr“ ->— e-—u einer gute: ipelle eifrig dem Tanze gehuldigt. Stuttgart, ij e r t h o I d Auerbach-Verein. Auf die kominenden Veranstaltungen des B.A.V. machen wir i|nsere Leser besonders aufmerksam. Für die erste Aprilhälfte sind vorgesehen: eine F r e i t u g a (> e n d - F e i e r unter der Leitung von Dr. A u i| r b u ch . ein Vortrag von Dr. Martin B u I) e i+ über „D ie Jugend und der Zeitgeist*, ein Seder-Abend im Hotel Westheimer und ein Heimabend über „M oder* lies j ü d i s th e s F e u i I I e t o n“. Es dürfte besonders iifteressunt sein, Martin Buber über das obige Tßema zu hören, nachdem die Mehrzahl seiner Stuttgarter Vorträge religionsphilosophische Trägen behandelte. Auch ist zu hoffen, daß dieser Vortragsabend, der vom B.A.V. gemeinsam mit: den „Kameraden“ und dem „Jungjüdischen Whnderbund“ veranstaltet wird, den Auftakt zu Her Gründung des „Stuttgarter Ju- 1 Auto- Versicherungen1 a//< r Art Koetenloee fachmännische Beratung durch MAX LEHMANN, STUTTGART MOLTKESTR. 93 - TEL. 63682 Mitglied de» Reichebandee jüdischer Frontsoldaten Orthopädische Fusseinlagen nach Maas und nach Gipsabdruck * Gummistrümpfe I0UDS EBCHM6ER « SnjTTfiSBT MriOtllrflMC 58 Lieferant sämtlicher Krankenkassen Zu Ihrem neuen /f/e/rf du paaseHde Damentasche F. Buchmüller & Sohn SATTLERWAREN FABRIK KARLSTR. 13I1T, TEL 24308 l> Zu Ostern Fochtenberger Kölnisch Wasser und Russ. 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