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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-03-18 · 24 (18.3.1930) · p. Seite 320

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
24 (18.3.1930)
Date
1930-03-18
Page
Seite 320 (sequence 2)
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35. 261. PrenB.'SBdd. Klassen-Lotterie 800000 Lose - 330400 Gewinne Zieltang I. Klaue am 23. aad 26. April 1930 2 Prämien zu 500C00 2 Gewinne zu 500000 2 .. zu 300000 2 Gewinne zu 200000 10 .. zu 100000 4 .. zu 75000 insgesamt: 62 Millionen RM. Emsatzpreis */- ■'» ' - 1 i för jede Klasse 3.— 6. 12. 24.— SCHIESSL, STUTTGART Slaatl. Lotterie-Einnahme Herzogstr. 8, Telefon 60504, Postscheckkonto 6426 .Monte::, den 1t. März 1910. vormittag« 9 hi-, 12 Lhr: 4. Oberlehrer Bc-rlinger. Butten liau«c-n: ..Der Seder und seine Bräuche.“ \ ortrag und Lehrprobe mit Schülern des 1. und 6. Schuljahrs. Nachmittag«-1 bis 4*2 Ihr: I. Rabbiner Dr. Kahn, Mergentheim: ..Geschichte und Entwicklung der Haggadali." Nachmittag« 4*2 bis 6*2 Lhr: 6. Relisionslchrer Kahn. Ileilbronn: ..Liturgie des ^esachfestes. Melodien des Seder-. Pesaih- und Talgebets." Dienstag, den I. April >910. vormittag« 9 bis 12 L lir: Rabbiner Dr. Auerbach. Stuttgart: ..Lektüre und Auslegung ausgewählter Stellen des Traktats Pesachini.” (Die Stellen werden noch bekanntgegeben.) Nachmittags 1 bis 1 Lhr: -Behandlung von Standesfragen": I. Dienstordnung. 2. Fortbildung. 1. Bibliothek. 4. Wiin«che. a) '<>n 1 4 Ihr: Rabbiner Dr. Cohn. Ilm. '<>,ii Gesichtspunkt der Rabbiner: |.i Von 4 1 Lhr: Oberlehrer Spatz. Re\ingen. 'om Gesichtspunkt der Religionslehrer. Am .S o n n t a g a b e n d findet ein gemütliches Beisammensein statt. Das Nähere wird bei der Tagung bekanntgegeben werden. Zu dem Ferientortbildungskurs haben die Mit glieder der Israelitischen Religionsgemeinschaft unentgeltli<h Zutritt, soweit der verfügbare Raum ausreicht. Karten, die zum Zutritt auf die Tri liüne des Sitzungssaals des \\ iirtt. Mirtschaftsministeriums. Lindenstr. 4. bere<htigen. sind beim Sekretariat des Oberrats. ReinshurgstraRe 19. II. Stock. Zimmer 242. erhältlich. |sr. Oberrat: Dr. Hirsch. - 320 - Die neue Frömmigkeit. Der.Werdegang der Mensdiheitskiiltur ist ein unaufhörlicher Loslüsungspro/.eß von der Religion. Ursprünglich ist alles Lelien in Kunst und Kultur, in Wissen und Weisheit mit und in der Religion verhaftet. Langsam lockern sich die Bindungen — ein Lebenskreis nach dein anderen löst skh von der Religion, wird gleichsam weltlich. Laienform. Lebensregel. Aber dieser Loslösnngsprozeß ist keine \erfullserscheiuung. sondern eine Lelvensäufierting. ein natürlicher \organg. bei dem sich Schalen lösen, ohne daß der Lebenskern dadurch eine Minderung erfährt. Das Menschlich-Alltägliche löst sich von der Religion. die sich nunmehr auf die Lntfaltung des Lebernieiischlich-Geistigen konzentriert. Für den Beschauer, der nur die Oberflächenerscheinuiigcn beobachtet, ist dieser Prozeß eine Ausschaltung und Minderung, für den Betrachter innerer Vorgänge aber ein Konzentrations'organg und eine Kräftes teiger ung. Darum müssen die nuxlerngeuordenen Deklamationen von der Krisis der Religion sehr vor- -iditig bewertet werden. Sie wenden den medizinischen Begriff der Krisis als kritischer Krkrankich»g«c-r«chc-i innig auf die Religion an. statt 'ou de r Krisis in der Religion zu sprechen, den l.ebens'orgängen in ihr. ihren unaufhörlichen Ausscheidungen und Linschaltungen. Die Religion hat. um es politisch auszudrücken, nicht nur Gebieteaufgegeben, sondern auch Gebiete erobert. Sie hat weite Teile ihres Bereiches der Philosophie-. der Naturwissenschaft, der Jurisprudenz, der Medizin, der Hygiene, der l.ebenssitle überlass»-,,. Dafür hat sje ihren Arbeitsbereich auf ihr eigentliches Gebiet, die Beseelung und \ergeistigung des Lebens und die Schaffung einer neuen religiösen Kunst in Dichtung. Musik. Architektur. Bildhauerei und Malerei konzentriert. Scheinbar hat die jüdische- Religiosität unter den I.O'lo'iingserscheinungen aus den religiösen Bindungen besonders schwer gelitten. Lin Rückgang der traditionellen Frömmigkeit ist gerade hier nachweisbar. Der Zustrom traditionell religiöser Llemc-ntcaus der Landbevölkerung bedeutet für die'nichtjüdische- .Stadtbevölkerung eine Stärkung der herkömmlichen Frömmigkeit Allerding darf mau die Bedeutung dieses ländlichen Umschlags in die Stadtbevölkerung nicht allzu hoch einschätzen. Das hat soeben Josef Weigert in einem herzhaften Buche „Untergang der Dorfkultur“ (München) dargestellt. Dieser Zustrom von Land- und Kleinstadtmenschen hat für die jüdische Bevölkerung der Großstadt noch geringere Bedeutung. Der jüdische Kleinstädter und Landbewohner unterscheidet sich kaum wesentlich vom Großstadtjuden in seiner Umstellung zur traditionellen Frömmigkeit. In der Kleinstadt und in der Landgemeinde hält er sich zwar im wesentlichen innerhalb der Grenzen des religiösen Herkommens. Gewohnheit und vor allem die Rücksicht auf Nachbarschaft und Umwelt bilden hier ein Ulement der Bindung an die Ueberlieferimg. Diese Rücksicht wird aber unmittelbar nach der Liebersiedlimg in die Großstadt ohnejedes Bedenken preisgegeben. E« darf im Gegensatz zur nichtjüdische» Bevölkerung in der jüdische» die Tatsache festgestellt werden, daß der Großstadt jede im allgemeinen, und zwar nicht nur aus Rücksicht auf den Uuinilienkreis. religiös eher positiv eingestellt ist als der Landjude. Allerdings hat seine Frömmigkeit eineandere Urscheintmgsform. Mail kann hier geradezu von dem Entstehen einer neuen jüdischen Frömmigkeit sprechen, deren Motive besonders bedeutsam sind. Die positive Einstellung zur Religion ist eine Auswirkung des in der Großstadt höher entwickelten jüdischen Vereins- und Gemeinschaftslebens. Der Großstadtjucle wird durch die Betätigung der jüdischen Wohlfahrtsvereinigimge». der Logen, der Jugendve-reine. der Gesellschaftsverbände. der wissenschaftlichen Einrichtungen (Lehrhaus und l.iteraturverein) auf Schritt und Tritt an sein Judesein gemahnt. Er kann sich diesen Einflüssen nicht ganz entziehen, du sie ihm unaufhörlich näher gebracht werden. Freunde und Nachbarn. Berufsgenossen und Arbeitskollegen sind unermüdliche Werber. Man mag diese- Einflüssenoch so oft belächeln — sicsind Energien, die sich als Kräfte-que lle» auswirkeii. Eine zweite Quelle der Steigerung des jüdischen Elementes in der Großstadt ist die hier organisierte Abwehr der Judenfeindschaft. Dicüerein zur Ausstattung von Brauten Montag, den 31. März 1930 nacbmitt. 16.30 Uhr (41 findet im Sitzung«. Saal Hospitalstraße 36, eine nflitglieder-Uersammlung statt. Tagesordnung: Jahresbericht, Rechenschaftsbericht der Kassiererin, Verschiedenes. Zahlreiche Beteiligung erbeten. Der Ausschuß. Junges JQcHsches Mädchen aus guter Familie sucht Stellung als Haustochter. Suchende versteht sich auf Hausarbeiten, Büro und Verkauf. Klein. Taschengeld erw. Gefi. Anfragen unter H. A. an die Gemeindezeitung. Isr. KraokeH-Dnterctützangs-VereiD E.V. STUTTGART Einladung zur 78. Generalversammlung am 6. April, 10 1 s Uhr, im Gemeindehause, Hospital- Straße 36 ♦ Tagesordnung: Jahresübersicht Kassenbericht Genehmigung neuer Statuten Verschiedenes. Die verebrlichen Mitglieder werden um zahlreiches Erscheinen gebeten. Der Vorstand. Verein Jüd. Lebrbaus Die ordentliche Mitglieder-Versammlung in Verbindung mit einer Gedenkfeier f. Franz Rosenzweig, die sich nach kurzer Pause anschließt, findet nicht am 27. Febr., wie angekündigt, sondern am Donnerstag, den 27. März 20 Ubr, im Logenbaus, Calwerstr.33 Hbs.,statt. Stadtrabbiner Dr. Ri eg er wird die Persönlichkeit Franz Rosenzweigs in einer Rede würdigen, Musik und Wiedergabe einiger seiner Nachdichtungen werden die Feier einleiten und beschließen. Eintritt: Zur Mitgliederversammlung und Gedenkfeier frei für jedermann. Central-Verein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens Reichsbund jüd. Frontsoldaten Für den Vortrag von Dr. Brano Weil, Berlin „Der Prozess les Hintmanns Dreitnss“ der am Montag, den 24. März, im Bürger« museum stattfindet, haben wir uns eine beschränkte Anzahl Karten beschafft, die wir zu ermäßigten Preisen auf der Geschäfts« stelle des C. V„ Gymnasiumstraße 21BII, für unsere Mitglieder zur Verfügung halten. C.V. / R.j.F. Berthold Auerbach Verein Dienstag, den 18. März, Stuttgart- Loge, Calwcratr. 33 Hbs., abends 8 ■/* Ubr, spricht Fritz Sdiwarzsdiild Geschäftsführer des „Verbands der jüdischen Jugendvereine Deutschlands", über „Berufsfragen d.jüd. Jugend" * Dienstag, den 25. März, Festsaal d. Handelskammer, Kanzleistraße 35, abends 8 */* Ubr, spricht Direktor Th. Bäuerle über „Sinn und Aufgabe der Volksbildung" ★ Dienstag, den 1. April, Stuttgart »Loge, Catwerstraße 33 Hbs., abends 8 >/« Ubr, 4. Heimabend Leitung: Martha Strauss-Cannstatt. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Gute (Stiften) biete fleißigen Herren durch Vertrieb meiner leichtverklufl. Werke gegen Teilzahlung. Hobe Proviflon b. fof. Auszablg. Ausf. Off. an Buchhandlung Aofef Äröel Leipzig, Czermaksgacten 12

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