Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 22 (18.2.1930)
- Date
- 1930-02-18
- Page
- Seite 301 (sequence 9)
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tive Vortrag des Vorsitzenden über das F ü r - sortewesen. Mit großer Sachkenntnis entrollte Joseph Schwarzschild ein Bild der charitativon Arbeit in unserer Gemeinde. Der Vortrag machte sichtlich einen großen Findruck auf die Hörer, so daß aus der Mitte der Versammlung der Vimsch, denselben einem größeren Kreise zugänglich zu machen, ausgespreüheu wurde und allge nein Zustimmung fand. Du wir den Vortrag in dieser Nummer im Wortlaut veröffentlichen. können wir darauf verzichten, au dieser Stelle näher darauf einzugeheii. Soviel aber darf gesag t werden, daß sich der Gemeindeverein. unU ,ror allem sein Vorsitzender Joseph Schwarzschilq. ein großes Verdienst erworben haben, indem durch diese» Vortrag der Oeffentlichkeit fezeigt wurde, welch ersprießliche Tätigkeit in tuttgart auf dem Gebiete der Wohltätigkeit sich entfaltet, wie aber andererseits doch noch erhebliche Mittel notwendig sind, um der vor allem im Mittelstände wachsende» Not zu steuern. Nach dem Vortrage entwickelte sich noch eine angeregte Aussprache über verschiedene Gemeindefragen. an der sich die Herren Davidsohn. Cohn. Kops. Osterberg. Stern und Gottlieb beteiligten. Stuttgart. B e r t h o l d A u e r b u di - V e r e i n. Die „O r d e n 11 i ch e Ge neralversumm- 1 u n g“ des Vereins fand unter zahlreicher Beteiligung am 28. Januar statt. Der Vorsitzende. Dr. Walter F i n s t c i n . erstattete den Tätigkeitsbericht. aus dem hervorging, daß auch im verflossenen Geschäftsjahre der B.A.V. erfolgreich gearbeitet hat. Neben Vorträgen, Rezitations- und Heimabenden fanden Freitagabend- Feiern. gesellige Verunstaltungen, ein Seder- Abend. Wanderungen und Turnabende statt. Das Verhältnis des Berthold Auerbach-Vereins zum ..Landesverband der jüdischen Jugend vereine Württembergs“, dem ..Verbund der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands", den Israel. Körperschaften Stuttgarts ist. ebenso wie zum ..Verein Jüdisches Lehrhaus", ein gutes geblieben. Besonders dankt der Redner der Stuttgart-Loge, bei der der B.A.V. immer noch Gast ist. sowie der „Gemrindezeitung“. Dr. Walter Einstein schloß mit einem Appell an die Anwesenden, das Verständnis für die Arbeit des B.A.V. in noch weitere Kreise zu tragen. — Obersekretär Julius W i s s in u n n erstattete den Kassenbericht. Darnach hat der Verein im letzten Geschäftsjahre 7917.83 Mk. eingenommen und 7569.95 Mk. verausgabt. Zum Kassenbestand von 367.90 Mk. kommen noch die Zinsen eines Wertpapierguthabens in Höhe von ca. 1000 Mk. — Der Verein zählt zurzeit 188 ordentliche und 187 außerordentliche Mitglieder. Der Mitgliederbestand blieb somit ziemlich derselbe wie im vorletzten Jahr. In der sich anschließenden regen Debatte kam, als dringendstes Bedürfnis des B.A.V., wiederholt der M misch nach einem eigenen V e re i n s h e i m zum Ausdruck. Betreff einer evtl, zu bildenden Jugendgruppe, eines Sprechchors, der Freitagabend-Feiern usw. wurde manche wertvolle Anregung gegeben. Sodann wurde eine Statutenänderung beschlossen, nach der in Zukunft auch die verheirateten Vereinsmitglieder Stimmrecht haben. Auch gedenkt der B.A.V. einen Förderer-Ausschuß ins Leben zu rufen, dessen 12 Mitglieder vom .Vereinsvorstand ernannt werden. — Die den Abend beschließenden Wahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. Walter Einstein: 2. Vorsitzender: Redakteur HansSternhcim: Kassier: Obersekretär Julius Wissmann: I. Schriftführerin: Hanni Stein: 2. Schriftführerin: Martha Strauß. Cunnstatt. Zu A u s s ch u fl m i t g I i t* d e r » wurden bestimmt: Dr. Fritz Bauer. Ruth Ebstein. Max Gellhorn, Hilde Jacobs. Dr. mcd. Ney. Milton Scheuer. Herbert Schiftan. Bernd Schottenfels und Rechtsanwalt Dr. Tänzer. Stuttgart. Am 5. Januar sprach Eduard-Januar im Rahmen der „Zionistischen Arbeitsgemeinschaft“ über „Sozialismus und Zion i s m u s“. Der Redner gab eine kurze Zergliederung der beiden Begriffe und beschäftigte sich dann mit der palästinensischen sozialistischen Siedlung, die den Kern der ganzen Aufbauarbeit bildet und die Voraussetzung der wirtschaftlichen Prosperität Erez Israels ist. Aus der Synthese von Sozialismus und Zionismus wird nach Ansicht des Referenten ein Staat hervorgehen. in dem es weder Ausbeuter noch Ausgebeutete, sondern lediglich Menschen gibt, die in freier Gemeinschaftsarbeit sich für das Ganze einsetzen. Einen wirklichen Kapitalismus gibt es aber in Palästina gar nicht, zumal in den Siedlungen vollkommen ohne Kapital gearbeitet wird und sämtliche Bedürfnisse auf dem Wege des Tauschhandels befriedigt werden. Zum Schlüsse behandelte Eduard Januar die Stellung der Mandatarmacht zu einem sozialistisch orientierten Palästinaaufbau und schloß mit der Feststellung, daß es England lediglich auf den wirtschaftlichen Enderfolg, nicht aber darauf ankomme, ob Palästina auf kapitalistischer oder genossenschaftlicher Grundlage aufgebaut werde. — An das interessante Referat schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Stuttgart. Veranstaltungen. Die O r - dentliche Mitgliederversammlung - 301 - des „Vereins Jüdisches L e h r li a u s" findet am 27. Februar statt. Anschließend wird eine von musikalischen und rezitatorischen Darbietungen u in rühmte GedenkfeierfürFranz Rosenzweig abgehalten, in deren Mittelpunkt eine Rede von Stadtrabbiner Dr. R iege r über den großen jüdischen Gelehrten stehen wird. — Im März spricht Dr. Leo Kohn, London, über „D a s Judentum in E n g 1 a n d". Beide Veranstaltungen empfehlen wir unseren Lesern aufs wärmste (siehe Inserat Seite 294).' — Der Berthold A uerbudi-Verein ver-_ öffentlich! in dieser Nummer.sein Programm von Januar bis Juni, das eine Reihe von interessanten Vorträgen und Heimabenden bietet. Besonders sei heute auf den Vortrug von Konsul Max Straus über „M oder» es französisches Judentum, insbesonders das Werk E d m o n d F I e g s“ und den von Dr. Fritz Bauer geleiteten Heimabend mit dem Thema „B i b 1 i s ch e s S t r a f r e ch t“ aufmerksam gemacht. (Siehrf Inserate S. 294 und 295). Stuttgart. Anläßlich der vor kurzem .stattgefundenen u u ß e r o r d e » 11 i ch e n Mitgliederversammlung der hiesigen Ortsgruppe des „R eidisbunds jüdischer Frontsoldaten“ traten in der Vorstandschuft folgende Veränderungen ein: An Stelle des bisherigen Vorsitzenden. Dr Manfred Pick, hat Dr. Siegfried Merzbacher die Leitung der Ortsgruppe übern mimen: stellvertretender Vorsitzender wurd e> Julius Strauß, Cannstatt: das Kassenwesen führt Moritz Lindauer, zum Schriftfüh-er wurde Wilhelm Weißburger gewä llt. Stuttgart. Berichtigung, ln unserem in letzter Nummer veröffentlichten Bericht über die am 26. Jar nur stattgefundene Tagung der Isr. Landes Antrag des Wü Aenderung der ersammlung heißt es: „Der ttemb.-Hohenz. Landesverbandes des Jüd. Fraue ibundes auf Verleihung des passiven Wahlrech Krauen wurde zurück gestellt. es für die Vorsteherämter an die auf Antrag Dr. Berlingers la die lindes Versammlung zurzeit nicht vollz ihlig war und eine so wichtige Verfassung nur vor vollzähliger Landesversainm lung verhandelt werden sollte. Frau Rose n b u s ch nahm ihren Vorschlag, daß der Antrag eine n neu zu wählenden Verfassungseusschuß zur R« vision der Verfasung übertragen werden sollte. : urück.“ — Hierzu wird uns von Frau Charlctte Rosenb usch mitgeteilt, daß sie diesen hren Antrag, was auch aus dem Protokoll herv, rgehe. nicht zurückgenommen. sondern Iedigli h den Antrag Wolf-Gump, der diese Sache einem neu zu wählenden Verfassungsausschiiß iiperweisen will, zugestimmt habe. Stuttgart. Eljiernrente. Der Anspruch auf Elternrente kaifn bis zum Ablauf von drei Jah- HEILBRONN Karl Gertler Jmtoaliar Speslallttti Bruckmann- Kaiserstr. fllbar-Bastecka Paul Ulbrich Das Sptsialhaus für Pelze u. Schirme Loklorslr. 28 - Tslsfos 888 KURZWARlk LZ Sirlnpic, TrUMW w chcmkr^ TaL in KSK /Idol/Lörcher “ jj Konditorei u. Kaffee jj gj Hetlbronn a.Neck. Sdiulppsse 13 - Telephon 463 Kaffoo Jakob Moser Fleinerstr. 40/42 Telefon Nr. 1035 Flaschnerei fchralbaiascliiiiaii- Raparatar« Werkstatt« - aller Systeme - M. 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