Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 22 (18.2.1930)
- Date
- 1930-02-18
- Page
- Seite 302 (sequence 10)
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302 25. und 26. April: Zletamisfcetiii i Pretf.-Sflii Uuseilitterie 1. Klasse 35./261. Lotterie - Lose sind zu haben bei AAnr tA n r' Staall. Lotterie - Einnahme CAKL JUKü Heilbronn a. N. Kaiserstr. 4 - Telefon 1246 - Postscheck Slulig. 8093 ren muh <]<*m Tode des Beschädigten erhoben werden, doch sind ausdrücklich ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt des Todes b i s 3 t. März 1930 alle Anträge noch zupelassen (§111 RVG.). Voraussc-tzung für die Gewährung von Klternrente ist. daß der infolge von Dienstbeschädigung verstorbene Sohn der Ernährer der Eltern gewesen ist oder nach dem"Ausscheiden aus dem Militärdienst geworden wäre, und daß die Eltern bedürftig sind. Sind diese Voraussetzungen nicht coli erfüllt, so kann u. U. eine sogenannte Elte r n b e i h i I f e bew illigt werden. Die Elternrente beträgt für ein Elternpaar in Stuttgart, dessen Sohn z, B. gelernter Arbeiter war. im Monat 39.30 Mk. (emschl. 30 Mk. ..Zusatzrente"). A n t r ä g e sind je nach dem Wohnort zu richten an die \ ersorgungsämter Stuttgart. Ulm. Rottweil. Ellwungen oder an die örtlichen Fürsorgebehörden. Stuttgart. Der ..Stad t \ e r ba nd des Württ.- Hohen/. Landesverbandes des J ü d. Frauenbundes“ will einen Nachweis für Pensionen und möblierte Zimmer in j ü d i s ch e n Häusern einrichten, um den vielen Anfragen von Zimmer- und Pensionsuchenden gerecht zu werden. Der Stadtverband bittet, alle Zimmer mit näheren Angaben Frau Flora Brandt. Reinsburgstrafie 134. zu melden, an die sich Wohnungsuthende wenden wollen. Stuttgart. Am 9. Februar durfte Frau Henriette I. i e l> in a n n . Moltkestr. 37. bei bester Gi-sundheit ihren 70. Geburtstag feiern. Wir wünschen der würdigen Jubilarin noch viele gesegnete Jahre! Stuttgart. Vm 9. Februar feierte Frau Liua L ft! m a n W we. in beglückender körperlicher und geistiger Frische unter Anteilnahme weiter Kreise den KO. Geburtstag. Der Israelitische < »»errat hat der Jubilarin seine Glückwünsche übermitteln lassen. Möge ihr noch ein langer heiterer Lebensabend beschieden sein! Stuttgart. Am 7. Februar ist iin SO. Lebensjahre einer der angesehensten Kaufleute Stuttgarts. Kommerzienrat Albert Moos, der Seniorchef der Firma Elias Moos, die an der Spitze de r deutschen Häuteimportfirinen steht, nach langem schwerem Krankenlager verschieden. Der \ erstorbene, der zusammen mit seinen mr ihm verstorbenen Brüdern Hermann und Siegfried das vom Vater begründete Geschäft in ehrenvollster Weise ausgebaut, hat auch an den Vufgaben der jüdischen Gesamtheit lebhaften Anteil genommen. Viele Jahre war er im Ausschuß des ..C'entralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ und in der hiesigen Ortsgruppe der „Vereinigung für das liberale Judentum" tätig. In den letzten Jahren seines Lebens widmete er -ein Hauptinteresse dem Keren ilajcssod (Jüdisches Palästinawerki. dessen Leitung er mehrere Jahre angehört hat. Mit Albert Moos ist einer der führenden Kaufleute unseres Landes und zugleich einer der hervorragendsten \ertreter der w iirttembergischen jlidenheit dahingegungen. dem ein Fhrengedächtnis für ferne Zukunft gesichert bleibt. Stuttgart. 1 ii diesen Tagen strömten 1 ausende in den Ufa-Pa last, um Amerikas talentiertesten Filtnschauspieler. Al Juls « h . in seinem berühmten Film ..() er Ja//<änger"/n sehen und zu hören. Wenn inan den überaus sympathischen VI Jolscui im ..Jaz/sänger“ sieht, dann cersteht man so recht die begeisterten Stimmen der deutschen und ausländischen Presse. Hier erkennt man. daß der Film ein w irklicher Kulturfaktor auch dann sein kann, wenn das Publikum gebieterisch nach einem happy end verlangt. AI Jolsons Freundin hat recht: Der Sohn dos frommen ostjüdischen Kantors, dessen Geburtstagstisch gleich vier Talleisim schmücken, ist ein Mann, der „die berühmte Träne in der Kehle hat". Er hat aber nicht nur eine fabelhafte Stimme und ein bezauberndes Spiel — sondern auch ein jüdisches Herz! Man hat behauptet. AI Jolson erzähle durch diesen Film sein eigenes Leben. Wir glauben es jetzt! Der 1 de AI Jolson macht dieses Filmwerk zu einem erschütternden Selbstbekenntnis: nur ein jüdiches Kind kann den Tallith. den ihm der famose Gemeinde Vorstand Moische Wasservogel am Vorabend des Jaum Kippur reicht, mit solch fühlbarer Inbrunst küssen, wie es AI Jolson tut. \us dieser primitiven Geste des „verlorenen Sohns" spricht tiefstes Ethos. Aber auch die Hand des Vaters, die mit letzter Kraft den Einzigen liebkost, rührt an unsere Seele. Wenn Kantor Rabinowitz mit einem feinen wissenden Lächeln zu seinen Vätern geht, während sein Sohn vor der Gemeinde das „Kol nid re' singt und die Mutter mit rührender Gebärde „Oschamnu“ sagt, dann weiß man. daß man ein Stück jüdischer Wirklichkeit miterlebt. — So wurde dieser Film, der nicht nur deshalb gut ist. weil ein ausgezeichnete: Regisseur, ein geschickter Kameramann und erste Schauspieler am Werke sind, ein VV elterfolg, sondern weil über sein Geschehen hinaus des Lebens innerste Stimme spricht: Die Stimme der Mensch lieh keit H. St. Stuttgart. KunsthausSchallcr. Februar- März: Le Fauconnie r-Paris, Karl Schäfer- Ulm a. D. März-April: Xaver Fuhr -Mannheim. Professor Hildenbrand-Pforzheim. Lucia Moholv. Photos. Cannstatt. Die rumänische Regierung hat Fabrikant Ferdinand Hanauer zum königl. rumänischen Konsul für Württemberg ernannt. Bis zum Eintritt Rumäniens in den Weltkrieg hat Generalkonsul Max Dörtenbach dieses Amt bekleidet. Crailsheim. Am 14. Januar fand die Generalversammlung des „Jüdischen Jugendvereins" statt. Zum Vorstand des Vereins wurde Siegfried Stein gewählt. Es wurde beschlossen, alle Mitglieder zu einem wöchentlichen Arbeitsabend zusammenzurufen. Crailsheim. Am 18. Januar fand die Plenarversammlung des Vereins „Einklang" statt. Der Kassier Siegfried Eppstein und der Schriftführer Hauptlehrer Silbermann erstatteten die Geschäftsberichte, die von dem Aufblühen des Vereins zeugten. Der frühere Vorstand des Vereins, Dr. Königsberger, sprach der Vereinsleitung Worte hoher Anerkennung aus. Der Ehrenvorsitzende des „Einklang“. Berthold Stein, würdigte seinerseits die Verdienste Dr. Königsbergers. An die Versammlung schloß sich ein durch musikalische und deklamatorische Darbietungen verschönter gemütlicher Teil an. Gmünd. In zwei stark besuchten Versammlungen des „1 s r. Frauenvereins" sprachen F rau ElseBergmann. Laupheim, über „ J ü - disdie F rauenfragen der Gege n wa r t“ und Frau B a ch m a n n , Heilbronn, über „Rathenau als Mens ch“. Beide Rednerinnen verstanden es, die Zuhörer durch ihre von hohem Idealismus getragenen Ausführungen zu fesseln und auch schwierige Fragen dem Verständnis näher zu bringen: insbesonders trugen die sich anschließenden Diskussionen zur Klärung der umstrittenen Fragen bei. — Dank gebührt aber auch Frau Bankier Gutmann und Frau Rechtsanwalt' Hey mann, die in unverdrossener Arbeit den hiesigen Frauenverein gründen halfen und unentwegt dem hohen Ziele zustreben, das segensreiche Wirken der Frau auch außerhalb des Hauses Inehr als bisher in Erscheinung treten zu lassen. Haigerioch. Am 31t Januar fand die Mitgliederversammlung des „J ü d. J ugend Vereins“ statt. Der Vorsitzende. Lehrer Spier, gab einen Leberblick über die Arbeit des letzten Jahres in, V erein. La »desverband und Reichsverband. Sein Vorschlag, in der .nächsten Zeit in einer jüngeren und älteren Arbeitsgruppe zu arbeiten, führte noch zu keiner Entschließung. Als Mitglieder des Vorstands wurden gewählt: Lehrer Spier als I. Vorsitzender, Frl. Fan nv H i r s ch als 2. Vors.. Frl. Gustel Schwab. Fritz Weil und Leop. Nördlinger als Beisitzer. Als letzter Verein hielt die Ortsgruppe des „R. j. F.“ ihre Plenarversammlung am 1. Februar ab. Nach dem Tätigkeits- und Kassenbericht wurde der von der Delegiertenversaminlung beschlossene Zwangsbezug des „Schild“ auch für die Ortsgruppe angenommen. Als 1. Vors, w urde Max B e h r wiedergewählt. Kassier wurde Isak lli Ib. Beisitzer: Louis U 1 1 m a n n. Josef Hill) und Albert l'llmann. Haigerioch. Ausdem Vereinsleben. Die Hauptversammlung des jüdischen Gesangvereins „L i e d e r k r a n z“ vom 11. Januar brachte eine Ehrung der Herren A 1 f red Levi und Lehrer Adler für 23jährige treue Mitgliedschaft. Dem Dirigenten, Lehrer Müller, der seit 10 Jahren den Verein erfolgreich leitet, wurden ebenfalls besondere Ehrungen zuteil. Die Mahlen ergaben eine Wiederkehr des bisherigen Vorstands. Der ,. J ü d i s ch e Frauen v crei n“ veranstaltete seine- Plenarversammlung am 13. Januar. Wie aus dem Kassenbericht hervor-, ging, ist die finanzielle Lage des Vereins günstig. Der Verein hat im vorigen Sommer mehreren Angehörigen des jüdischen großstädtischen Mittelstandes billige Sommererholung in Haigerioch vermittelt. An Stelle der uusscheidenden Beisitzerin Frau Lina Hilb wurde Frau Johanna Weil gewählt. Die Zusammensetzung des übrigen Ausschusses blieb dieselbe. Die Generalversammlung des „Vereins für jüdische Geschichte und Literatur“ fand am 25. Januar statt. Der alte Ausschuß wurde bis auf Josef Hirsch und Max Bohr, die eine Wiederwahl ablehnten, wiedergewählt. An ihre Stelle treten Jakob Levi II und Max Schwab. Zum Schluß hielt der Vorsitzende, Lehrer Spier, einen interessanten Vortrag über die Geschichte der jüdischen Gemeinde Dettensee, die mit dem Verkauf der Synagoge auf Abbruch in diesen Tagen zu existieren aufgehört hat. Horb. Die hiesige Orstgruppe des „Reichsbu n d j ü d i s ch e r F r o n t s o 1 d a t e n“ feierte am 8. Februar ihr zehnjähriges Stiftungsfest unter großer Beteiligung der Gemeinde Horb und der Bundesgruppen der Umgebung. Der Einladung des Bundes hatten der Landrat. der Herber Bürgermeister. Vertreter der Geistlichkeit, der Lehrerschaft, der Presse und vieler Vereine Folge geleistet. Der bestbekannte jüdische Gesangverein „L i e d e r k r a n z“ aus Haigerioch sowie ein ausgezeichnetes Stuttgarter Streichquintett verschönten den Abend durch künstlerische Darbietungen. Im Namen der Horber Ortsgruppe des „R. j. F.“ begrüßte Milli Gideon die Anwesenden, sodann hielt der erste Vorsitzende des Landesverbands Württemberg im „R.j. F.“. D r. Franz Hirsch. Ulm. die Festansprache. Der bewährte Redner zeichnete die Zeit der Augusttage von 1914. die alle trennenden Schranken fallen und hoffen ließen, daß alle antisemitischen Strömungen für immer übörw unden seien, und schilderte dann, wie die jüdischen Kämpfer bald wieder gezwungen waren, zur Wahrung ihrer und der jüdischen Gefallenen Ehre sich im „R. j. F." zusammenzuschließen. Der Redner beleuchtete weiter die wissenschaftliche Haltlosigkeit der Rassenfrage und bew ies im einzelnen, wie sehr die deutschen Juden mit dem Wohl und Wehe ihres Vaterlandes verbunden sind. Seine Rede schloß mit einem Appell zum unentwegten Wiederaufbau des deutschen Vaterlands. — Sodann dankte der Ortsgruppen Vorsitzende allen Mitwirkenden und die Versammlung sang stehend den dritten Vers des „Deutschlandlieds". — Die Anwesenden blieben hierauf in geselligem Beisammensein noch lange beieinander. Man konnte feststellen, daß die Kundgebung auch auf die christlichen Gäste einen tiefen Eindruck gemacht hate. Dies galt ebenso für die trefflichen Worte der Redner, als auch für die Darbietungen des jüdischen Gesangvereins. Der Wunsch, daß das Fest zur Anbahnung eines freundlichen Verhältnisses zwischen den Konfessionen beitragen möge, dürfte sich erfüllt haben. Die Tagespresse widmete der Veranstaltung ausführliche Artikel, in denen ebenfalls zum Aus- Nikolai-Drogerie HEILBRONN HanttUnann, fährt Kohlen an | Telefon 270 GUSTAV BRANDEL Sülmerstr.70 Die Fachdrogerie für Ihren täglichen Bedarf I W. Luß jr. Bauscht osserei =_ liefert Hämmerling» g Schaakästen und Transgasse c» jg parente ln Jeder ge Tel. 2476 -= wünschten Ausführung Jacob Döring Malermeister Wollbatisstrasse Nr. 58 Fernsprecher Nr. 1183 Werkstätte für Maler» und Anstricbarbelten alter Art prompt und billig Tapeten, Linoleum, Teppidie Hermann Schieferer MeilbronnjKlarasfr.3jTel.2430 Engel - Apotheke Alfred Krause Tel. 42» vetldromi a. N. / Halfttftraße 13 tu IS