Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 22 (18.2.1930)
- Date
- 1930-02-18
- Page
- Seite 299 (sequence 7)
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Naturalunterstützung wird gewährt. Krankenbesudle bei arm und reich in Privat- und Krankenhäusern sind organisiert. Zuweisungen an notleidenden Mittelstand, Beiträge für Wochenhilfe, Krankenpflege und Erholung werden in reichlichem Maße genehmigt. — I3ie I.iebeswerke an Toten zu erfüllen, ist eine weitere Aufgabe des Frauenvereins. Die Ausgaben für Wohlfahrtspflege betrugen ca. 12 700 Mk. Der Stadt verband des Jüd. Frauenbundes ist erst vor kurzer Zeit in Tätigkeit getreten, trotzdem wirkt sich seine Arbeit auf sozialem Gebiete in erfreulicher Weise aus. Im Anschluß an die große Organisation innerhalb Deutschlands entspricht das Arbeitsfeld demjenigen des Gesamtverbandes. In Stuttgart bemüht sich der Frauenbund um die Ausbildung von Mädchen für Haushalt und Beruf. — Er beteiligt sich an der Gesundheitsfürsorge durch Verschickung von Kindern aufs Land und sorgt für Beschaffung von Mitteln für Erholungskuren notleidender Mittelstands-Frauen. Die Frauen-Vereinigung der Stuttgart-Loge vereinigt junge, erwerbstätige Mädchen an „Mädchenabenden , um für die kulturelle Ausbildung derselben Sorge zu tragen. Schulpflichtige Kinder werden im „Kinderhort“ betreut, wo sie ihre Schulaufgaben unter Aufsicht erledigen, außerdem wird Handfertigkeits- Unterricht geboten und die Kinder werden verpflegt. Die hcrienkolonie der Stuttgart- Loge hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Kinder bedürftiger Kreise, soweit es die Gesundheit erfordert, während der Ferienzeit die Wohltat einer Sommerfrische genießen zu lassen: die Unterkunft erfolgt gewöhnlich in Schwarzwald-Orten. Kinder, die eine Badekur nötig haben, werden in den Kinderheimen in Dürrheim. Bad Kreuznach, Bad Kissingen und anderen geeigneten Badeplätzen untergebracht. Der Kranken-Unterstützungs verein widmet sich nur der Krankenpflege für die hilfsbedürftige isr. Bevölkerung. Seine Arbeit ist vorbildlich. Zur Herstellung der Gesundheit wird Genesenden öfters der Aufenthalt in Sanatorien geboten. An Auslagen für Krankenpflege, Arzneimittel, Erholungskuren wurden im Jahre 1929 ca. 8600 Mk. bewilligt. Der Männerverein für Krankenpflege und Leichenbestattung (Chewra Kudischah) widmet sich vor allem den Liebeswerken an Kranken und Toten. Bei Bestattungen übernimmt der Verein einen Teil der Kosten. Neben Besuchen in Privat- und Krankenhäusern werden Mittel für Krankenpflege. Erholungsfürsorge und Unterstützungen zur Verfügung gestellt. Seine Ausgaben betragen ca. 6000 Mk. Der Ortsarmen verein und der Verein für durchreisende Israeliten haben zusammen eine Einnahme von ca. 10000 Mk., welche dem Isr. Fürsorgeamt. das die Ausführung der satzungsgemäßen Unterstützungen übernommen hat. zugeführt wird. Der Isr. Speise verein verabreicht im Laufe des Jahres etwa 300 Essen in einem rituellen Restaurant, vorherrschend an durchreisende Arme an Sabatten und an Festtagen. Außerdem werden Speisen an Hiesige verabfolgt; Verpflegungszuschüsse bewilligt: Milch und Kost an Kranke geboten. — Die Aufwendungen hiefür belaufen sich auf etwa 1300 Mk. Der Brautausstattungsverein dient vorzüglich seinen satzungsgemäßen Zwecken. Seine Ausgaben sind sehr verschieden: sie entsprechen den jeweiligen Anforderungen. Die Einnahmen betragen etwa 2100 Mk. jährlich. DieStuttgart-Loge widmet sich in ihrer sozialen Hilfstätigkeit besonders der Unterstützung der jüdischen Bildungsstätten und Wohlfahrtseinrichtungen. sowie der Ausbildung jüngerer Leute. Beträchtliche Mittel werden hiefür ausgeworfen. Der Verein B i k u r C h c» 1 i m betätigt sich durch Unterstützungen und Krankenpflege innerhalb seiner Mitglieder. Die Ausgaben betragen etwa 600 Mk. Der Verein zur Förderung des Handwerks und Ackerbaus sorgt für Ausbildung von Lehrlingen, er gewährt ihnen Zuschüsse. Die Aufwendungen betragen pro Jahr ca. 2000 Mk. Der Dispositionsfonds, von einem engen Kreise Gemeindemitglieder angesammelt und verwaltet, leistet für den in Not gekommenen Mittelstand wirksame Hilfe. Stille Arbeit - 299 - und vornehmes Geben kennzeichnet das Tun dieses Kreises. Der Umfang der Zuwendungen und ihre Empfänge werden nicht bekannt gegeben. sind aber beträchtlich. Der Hilfsverein der deutschen Jude n in Stuttgart ist der Zentrale angeschlossen und führt 80 % seiner Einnahmen an die Zentrale ab. Im Jahre 1929 wurden 1660 Mk. vereinnahmt. Das Jüdische Schwesternheim beschäftigt sich neben der statutengemäßen Krankenpflege mit der Ausbildung von Krankenschwestern. Die soziale Arbeit zeigt sich auch in der werktätigen Hilfe bei armen Familien. Neben der ausgedehnten, außerordentlich unerkannt guten Krankenpflege in jüdischen Häusern übernimmt das Schwesternheim auch die Pflege in christlichen Familien bei arm und reich. Die Aufwendungen pro 1928 betragen 33 300 Mk.. wovon 13 300 Mk. als Pflegegelder wieder zurückfließen. _ ~ Das Isr. Waisenhaus in Eßlingen nimmt Kinder im Alter von vier Jahren ab vom ganzen Lande als Pfleglinge zur Erziehung und Ausbildung auf. In den Sommermonaten steht das Heim für eine beschränkte Zahl kleiner Kinder zum Erholungsaufenthalt zur Verfügung. Die Ausgaben belaufen sich auf etwa 60 000 Mk.. an Kostgelder gehen etwa 20000 Mk. wieder ein. Zu den Einnahmen steuert Stuttgart etwa die Hälfte bei. Im Isr. Landes-Asyl in Sontheim finden ältere Personen beiderlei Geschlechts angenehmen dauernden Aufenthalt. Die Aufnahme beschränkt sich auf in Württemberg ansässige Israeliten. Das Ausgabe-Soll betrug im Jahre 1928 39 500 Mk.; an Verpflegungsbeiträgen sind 14 800 Mk. eingegangen. Die Beiträge und Spenden aus Stuttgart sind etwa mit der Hälfte der Einnahmen zu bewerten. Damit habe ich die Vereine und Anstalten genannt, welche vorherrschend der sozialen Fürsorge dienen. Insgesamt dürfen die von Stuttgart herrührenden Einnahmen des Fürsorgeamtes und der erwähnten Vereine im letzten Jahre auf etwa t 1 3 000 Mk zu beziffern sein. Dazu sind noch etwa 3 0 000 M k. außergewöhnliche Stiftungen an diese zu rechnen. Ferner sind noch in Betracht zu ziehen: Jahrzeit-Stiftungen an die Gemeindepflege, wie auch sonstige Abgaben für allgemeine jüdische Bestrebungen. z. B. an den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens: Verein israelitischer Lehrer in Württemberg: Verein jüdisches Lehrhaus; Berthold Auerbach-Verein u. a. Die Mehrzahl der Gemeindemitglieder beteiligt sich außerdem an den allgemeinen außerjüdischen sozialen Einrichtungen durch Beiträge in ansehnlicher Höhe, so daß die finanzielle Leistungen der jüdischen Bevölkerung an sozialer Fürsorge sehr anzuerkennen sind, ebenso die Arbeit aller derjenigen, die sich in der Wohlfahrtspflege betätigen. Möge auch fernerhin „Zedoko üben“ de r Leitstern aller Stuttgarter Juden sein. QM H* Stuttgart. Die letzte Sitzung des alten, die erste Sitzung des neuen Oberrats fand am 3.Februar 1930 statt. Der bisherige Präsident, Regierungsrat Dr. Nord- I i n g e r, dankte in herzlichen Worten den Mitgliedern des alten Kollegiums für die verständnisvolle Mitarbeit, die stets vom Geiste einträchtigen Zusammenwirkens getragen gewesen sei und wandte sich dann besonders an den ausscheidenden stellvertretenden Präsidenten Louis II i r s ch. Er hob sein nie ermüdendes Interesse für alle Angelegenheiten der Religionsgemeinschaft, seine Treue und Gewissenhaftigkeit, sein klares Urteil und sein verbindliches Wesen hervor, Eigenschaften, die allen Beratungen des Oberrats in höchstem Maße zugute gekommen seien. Sein Ausscheiden werde deshalb von allen Seiten aufrichtig bedauert. Er dürfe sich aber des beneidenswerten Glücks erfreuen, nunmehr seinen Sohn an der Spitze des Kollegiums zu sehen, dem er so lange angehört habe. Auch Obersekretär Wissmann dankte Dr. Nördlinger herzlich für die ganz ausgezeichnete Unterstützung, die er seit 1924 dauernd bei ihm gefunden nabe. Mit einem kurzen Ueberblick auf HitMH ^b*ft(4atnomxmufiattln Inder bekannte* rotenO, htalpackung.QberallerhiUHieh! die nahezu 20 Jahrei früheren OberkirchenP Oberrat und dem ratnngen auch künftig bergischen Jndenheit verabschiedete sich de Als Mitglied des al| rats gab Leopold Wehmut Ausdruck, ungern und nur dnre nes Gehörs gezwnnge gewordene lanpjähng| seiner Tätigkeit in der ehörde und dem jetzigen nasche, daß dessen Be zum Segen der wnrttgmmoaisen verlaufen möge, hochverdiente Mann, en und des neuen Ober Levi den Gefühlen der , ie alle Mitglieder beim Scheiden so ausgezeidmeter Persönlichkeiten ans der Mitte des Oberjats beseelen. Die Juden Württembergs wüßtedL was sie ihnen zu danken haben. i Dann ergriff Lonifc Hirsch das Wort. Nur die Verschlechterung sei- , gebe er die ihm so lieb Tätigkeit auf. Sein Interesse für alle jüdischen Angelegenheiten werde aber dadurch nicht gemindert werden. Für die ihm zuteil gewordene freundliche Anerkennung, die ihn tief berühre, iankte er herzlich. ' In meisterhafter We se führte sodann Dr. Nördlinger die neuen M tglieder des Oberrats in dessen Geschäftsgang! ein, um hierauf die Leitung dem neuen Präsidenten, Ministerialrat Dr. Hirsch, zu übergeßen. Dieser erklärte, sein erstes Wort an diese: Stelle solle ein Wort des Dankes und ein Wort der Bitte sein. Wenn er die Geschäfte des Olierrats in einwandfreiem, aufs beste geordneten'Zustand übernehme dürfe, so sei dies dem seitherigen Oberrat zn verdanken, besonders auch ‘den drei ansscheidenden Mitgliedern. Die langjährigen Erfahrungen, die Treue und den Fleiß des Rechtsanwalt Dr. Gnnzenhanser werde per neue Oberrat schmerzlich vermissen. Ancjh seinem Vater, Louis Hirsch, mit dem ihp in jüdischen Dingen seit seiner Jugend eige jnnige Arbeitsgemeinschaft er an dieser Stelle herzor allem aber gelte sein seitherigen Präsidenten. Worte zn machen, um her für die Israelitische Relires Landes gewesen sei d es sei für seinen Nachrnhignng, daß er ihm in seiner gütigen, selbstlosen Art jeden Rat und jede Unterstützung für die eigene künftige Geschäftsführung zngesggt habe. Wenn der neue juristische Referent ßnd Präsident in der Lage sein solle, die Traditfm fortzuführen, die durch die Namen der verdienten früheren Amtsinhaber, wie v. Finckh. v. Habörmaas, v. Bälz, Schmal und Nördlinger gekennzeichnet sei, so bedürfe er der bereitwilligen und vertrauensvollen Mitarbeit der alten und der nduen Mitglieder des Oberrats und im besonderen Mate seines Mitreferenten, des Stadtratminers Dr. Rieger. Um solche Mitarbeit bitteier auf das herzlichste, nm der Sache willen, dender ganze Oberrat zu dienen berufen und ■ bereit sei, der Sache der württembergischen Juden heit und des gesamten Judentums. i Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten, die eine große Aßzahl wichtiger Angelegenheiten anfwies. I Stuttgart. Sitzung des Gemeindevorsteheramte s» am 5. Februar. In Vertretung des verhinderten Vorsitzenden leitete Dr. Flegenheimer die ^Sitzung. Er machte zuerst Mitteilung von der Konstituierung der Unterrichtsabteilung (Vorsitzender Dr. Rieger), der Gottesdienstabteilung (Vorsitzender Dr. Rieger), - - e»tt£ verbunden habe, aurl liehen Dank sagen. Dank dem verehrteij Er brauche nicht viele vorzuheben, was er gionsgemeiuschaft un und geleistet habe, u| folger eine große REMPEN & KREUTZMANN IBIRHARDITR. 12 Tapeten ♦ Wandttefle ♦ VoiMiüe ♦ MiMtoDe ♦ Tepptdie ♦ LnMeom Maßgeaohttft feiner Henrenmoden vorm. Farntprachar 0*br. ISM 6ymnaslumstr. 2SS*0 STUTTGART Nr. U BiOXULTRA ata riebttga, ata macht dta ZEhaa Maadand wall u. baaattigt Mundgeruch, spritzt nicht. Ist hochkonzaatriact, dahar sparsamar. Klalaa Tuba ßO Pfg. Max Elb A-O. Dtaadaa