Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 22 (18.2.1930)
- Date
- 1930-02-18
- Page
- Seite 298 (sequence 6)
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298 V. iroi Hegelstr 42 - Telef. 26598 DIE TANZSCHULE DER GUTEN GESELLSCHAFT tiiiitiiiitiitiiiitiiiiiiiiiiiiiHiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitittinimiiiiiiiiiiiiMmmiiiiiiiiiiiiiitiiiiiMiiiiiiiiiitiiiiiii leuester internationaler C^Jänsestil iiiiiiiiiiiMitiiiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiimiiiitiiMtiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniim EINZELSTUNDEN SOWIE'KURSE - EHEPAAR-ZIRKEL Ile Waisenhaus in Fßlingen in Betradit. Dem Heim in Neu-Isenburg werden fürsorgebedürftige, gefährdete weibliche Jugendliche zugeführt. — Die Taubstummen- und Blindenanstalten in Berlin stehen gleichfalls für entsprechende Kranke zur Verfügung. Gewöhnlich muß den Pfleglingen eine angemessene Ausstattung besorgt werden. Der Verkehr mit den in Betracht kommenden Behörden, die Erlangung der Zustimmung, der Angehörigen, die Beschallung der Papiere und die .Sicherstellung der Pflegekosten erheischen > iel Mühe sowohl durch persönliche \erhandlungen. als auch durch schriftliche Bearbeitung der Angelegenheit. Für Kinder, deren Eltern nicht in der Luge sind, sie sachgemäß ernähren oder erziehen zu können, bedeutet die Unterkunft in einem Heim den Beginn eines geordneten Lebens sowohl in körperlicher, als auch geistiger Beziehung. Das Fürsorgeamt hat sich der weiteren Aufgaben, der Arbeitsvermittlung. Berufsberatung und der Berufsumschichtung unterworfen. — Es betrachtet dieses Gebiet als eines der wichtigsten in der Wohlfahrtspflege. Arbeitsbeschaffung ist der einzige und der richtige Weg. um die arbeitsfähigen Personen ihrer natürlichen Aufgabe zuzuführen und um die Fürsorgestellen zu entlasten. Je rascher dieser Weg zum Ziele führt, um so vorteilhafter ist es für die Allgemeinheit. Herr Oberrechnungsrat Meyer hat sielt schon seit Jahren energisch darum bekümmert, und mit seiner Unterstützung ist es auch gelungen, viele Arbeitslose, welche die öffentliche Fürsorge in Anspruch nahmen, unterzubringen. Leider vermissen wir bei der Mehrzahl der Gemeindemitlieder die notwendige Einsicht auf diesem Geiete. Es wäre zu wünschen, daß sich die jüdischen Industrie- und Handelsfirmen der Arbeitsvermittlung des F A. bedienen würden. Es gehört auch zu den Mizfows. nach dieser Richtung wohltätig zu sein. — Oefters sind Anfragen in bezug auf Berufsberatung erledigt worden. Der Wunsch nach einem sozial höherstehenden Beruf mußte machesmal eingedämmt werden, wenn wirtschaftliche Umstände dazu Veranlassung gaben. Ein starkes Bedürfnis seitens Hilfsbedürftiger besteht nach Gewährung von Darlehen. Es vergeht kaum eine Sitzung, in welcher solche Anfragen nicht vorliegen. Soweit es nach Maßgabe der Mittel möglich ist. werden sie in Beträgen von 50 Mk. bis 500 Mk. genehmigt. Manchesmal werden Pfänder gegeben. Größere Darlehen zu genehmigen, gestatten die vorhandenen Mittel nicht. Nun schweben schon lange Verhandlungen, auf welche Weise dem Bedürfnis des Mittelstandes. Darlehen auf bankmäßiger Grundlage aufzunehmen. Rechnung getragen'werden kann. — Es wurde der Vorschlag gemacht, ein Institut nach Art der Raiffeisen Organisation zu schaffen. Dazu gehören natürlich bedeutende Mittel. Die Gründung einer Gemeindedarlehenskasse kann nur auf genossenschaftlicher Grundlage vorgenommen werden. Es müßten etwa 500 Mitglieder mit einer Einlage von je 1000 Mk. und mit einer Nachschuß Verpflichtung in gleicher Höhe gewonnen werden. Diese Kasse könnte auch Spareinlagen unter Sicherung der Ge meindfpflege aufnehmen. Darlehen dürften nur gegen; genügende Bürgschaft oder Sicherheiten ausgeliehen werden. Eine solche Einrichtung würde vielen Gemeindemitgliedern in der gegenwärtig wirtschaftlichen Finanznot zum Vorteil gereichen und manche Existenz vor dein Untergang retten. Ich glaube, daß einem entsprechenden Vorschläge in nächster Zeit ernstlich näherzutreten ist. Die Fürsorge für die durchreisenden jüdischen Wanderer umfaßt ein großes Tätigkeitsfeld des F A. in Verbindung mit dem Landesverband der jüdischen Wohlfahrtspflege. Täglich erscheinen Bedürftige, die auf dem Wege zu ihrer Heimat oder auf der Suche nach Arbeit sind. Der Strom der Wanderer vergrößert sich immer mehr, Der Aufgabe, sie nicht umherirren und den Lebensunterhalt durch Betteln hereinholen zu lassen, hat sich die jüdische Zentralstelle für Wanderfürsorge Berlin ganz besonders angenommen. Deren Organisation erstreckt sich über ganz Deutschland. In allen großen Städten sind Fürsorgestellen eingerichtet worden, auch Stuttgart hat sich dieser Organisation angegliedert. Das Bestreben geht dahin, jeden einzelnen Wanderer zu erfassen und seinen Weg zu verfolgen. Sobald er sich bei irgend einer Fürsorgestelle meldet. werden seine Personalien aufgenommen und der Zentralstelle mitgeteilt. Dieser wird gleichzeitig das Ziel des Wanderers und die ihm gewährte Unterstützung angegeben. Der Wanderer erhält eine Fahrkarte und Fahrgeld bis zur nächsten Fürsorgestation. Ist Beförderung am gleichen Tage nicht möglich, so wird demselben Unterkunft für eine Nacht geboten. Hier in 'Stuttgart gewöhnlich im Heim der Heilsarmee. Durch diese Organisation wird zunächst erreicht, daß der Wanderer auf schnellstem Wege an sein Ziel kommt ohne seine Glaubensgenossen durch Schnorren belästigen zu müssen. Die Landorte sind ganz ausgesdialtet. — Natürlich kommt es vor. daß mancher die Fahrt unterbricht oder nicht antritt und sich doch aufs Schnorren verlegt. Ein solcher Wanderer hat Unterstützung der Fürsorgeämter nicht mehr zu erwarten. Wöchentlich ausgegebene Warnungslisten an alle Fürsorgeämter sorgen dafür, daß Unregelmäßigkeiten Bekannt werden. — Die Organisation für Wanderfürsorge kann dieses Werk nur durchführen. wenn sie von allen Glaubensgenossen unterstützt wird. Es ist eine falsche Auffassung, wenn diesen Wanderern beim Aufsuchen von Privatleuten Unterstützung geboten wird. Kann jemand seinem guten Fierzen keinen Einhalt tun. so sollten die Wohlfahrtsschedcs der Fürsorgeämter dazu benützt werden. Die Wanderfürsorge geht schließlich darauf hinaus, die arbeitslosen Wanderer durch Zuweisung von Arbeit wieder seßhaft zu machen. Sie hat die Absicht, für diesen Zweck ein oder zwei große Landgüter im Osten und evtl, im Westen zu erwerben. Wenn ich noch darauf hinweise, daß das F.A. sich ferner der sittlich gefährdeten Jugend annimmt, im Jugendamt und im Jugendgerichtsamt vertreten ist, Vormundschaft übernimmt oder dafür Sorge trägt; seine Hilfe den in Anklage stehenden Personen angedeihen läßt und die Gefangenen, soweit es gestattet wird, betreut, so glaube ich, in kurzen Zügen die Aufgabe des F.A. vorgeführt zu haben. Nach meiner Erfahrung ist jedem Anträge auf Unterstützung, der gerechtfertigt war, Folge gegeben worden. Das F.A. in Stuttgart zählt durch seine soziale Hilfstätigkeit und Einrichtungen zu den ersten jüdischen Fürsorgeämtern im Reiche. Es ist ihnen bekannt, das das Fürsorgeamt Nachfolgerin der Zentrale der Stuttgarter Wohlfahrtsvereine ist. Das Vorsteheramt ist im Arbeitsausschuß durch vier Mitglieder vertreten. Frauen-Verein, Kranken-Unterstützungsverein. Ortsarmenverein und Chewra Kadischah entsenden je einen Delegierten, während der Fürsorgerat — das sind die Vorstände aller Wohlfahrtsvereine — ein weiteres Mitglied in den Arbeitsausschuß zuwählt. Dieser Arbeitsausschuß bestimmt die Höhe der Unterstützungen und die Verteilung der entfallenden Beträge auf die in Betracht kommenden Vereine. Die Fürsorgerin hat die einzelnen Fälle zu behandeln. Insbesondere auch dafür Sorge zu tragen, daß öffentliche Mittel, soweit dies zulässig ist, in Anspruch genommen werden. In Frage hiefür kommen das Städt. Fürsorgeamt. Ortskrankenkasse, Reichsversicherung, \ersorgungsäinter. Württ. Zentralstelle für Lungentuberkulose und verschiedene Stiftungen. Die Ausgaben beim Fürsorgeamt betrugen iui Jahre 1929 nur für Fürsorgezwecke 32 054 Mk. Daran bezahlte das Fürsorgeamt selbst 18378 Mk.. die angeschlossenen Vereine 13 676 Mk. ln engem Arbeitsverhältnis mit dem Isr. Fürsorgeamt stehen folgende Vereine: der Isr. Ortsarmen verein, der Verein zur Unterstützung von hiesigen und durchreisenden israelitischen Armen, der Isr. Frauenverein, der Isr. Männerverein für Krankenpflege und Leichenbestattung (Chewra Kadischah), der Isr. Krankenunterstützung verein, der Isr. Speiseverein, der Isr. Mädchen-Hilfsverein. Die übrigen Vereine und Anstalten werden von Fall zu Fall herangezogen; alle stehen in gutem Einvernehmen mit dem F.A., so daß eine gemeinschaftliche ersprießliche Arbeit gewährleistet ist Die Wohlfahrtsvereine in Stuttgart unterziehen sich neben den finanziellen Leistungen vorherrschend persönlicher Betätigung bei Liebes werken aller Art. Der Isr. Frauenverein hat eine große Anzahl armer Familien in Obhut genommen; eine Reihe Mitglieder übernehmen die Pflegschaft und besuchen diese Familien in regelmäßiger Folge, um sich persönlich von deren Notlage überzeugen zu können. Geld- und ' Bereiten, dann nehmen Sie DI TH0MPS0NS SEIFENPULVER Df THOMPSON'S VvC v. •<v äxxwv Bereiten, dann nehmen Sie (Marke Schwan). Sie wissen ja. es ist völlig unschädlich und Sie können fadellos damit waschen. Zur Aufklärung Wir haben als Rechtsvertreter des österreichischen Arztes, h.™ E. Burtscher, Stuttgart KronenstraSe 341, gegenüber vielfach irreführenden Reklamen mit den Namen Zeileis und Gailspach nachfolgende Erklärung abzugeben: In Stuttgart ist der Einzige, der die Originalapparate und Präparate von Dr.Zallals, Oallspach besitzt und von diesem auch zur Errichtung einer Station in Deutschland autorisiert ist, der österreichische Arzt E. Burtscher, Stuttgart, Kronenstraße 241. Dieser hat somit als Einziger die Möglichkeit, nach der Zailals'schan Mathoda mit den Orlglnal- Zallals-Apparatan zu Dehandeln. Der österreicnische Arzt E. Burtscher arbeitet schon seit 3 Jahren mit der Zailals.Methoda und zwar zunächst als Volontärarzt bei Herrn Dr. Frlta Zallals in Oallspach und dann bei dem Zallaisarst, Herrn Hofrat Dr. Ceipeck in Innsbruck. Wir werden im Interesse des heilungssuchenden Publikums, falls die durchaus unzulässigen Reklamen mit dem Namen Zallais und Oallspach von Ärzten und anderen Personen weiter fortgesetzt werden, gegen dieselben namens des Herrn E. Burtscher mit den gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln vorgehen. RachtsanwSlta Löwanstaln, Dr.Molt, Adlar u. Dr. Pfänder, Stuttgart. Inserate In der Gemelndezeitung finden aufmerksame Leser