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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-02-01 · 21 (1.2.1930) · p. Seite 285

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
21 (1.2.1930)
Date
1930-02-01
Page
Seite 285 (sequence 3)
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'Mama. lrHadtler! Dorf Ufr Jnvwhir-Answrlcaiif I bis 8. Februar jüdische Finanzleute des letzten j > Jahrhunderts j Von Felix Sontheimer. Anläßlidreines kürzlich in der Tagespresse erwähnten Stuttgarter ßankjuhiläums wurde auf die bekannte Familie Pflaum hingewiesen, die imjwürttembcrgisdien Wirtschaftsleben des vorigen Jahrhunderts bis in den Beginn des jetzigen hinein eine bedeutende Rolle gespielt hat. Bevor Elias Pflaum, der im Jahre 1810 in Pflaumloch geboren wurde, 1855 sein Bankgeschäft in Stuttgart errichtete, hatte er bereits seit Jahren in seinem Heimatort Handels- und Geldgeschäfte erfolgreich betrieben; den Meisterbrief der Handelsinnung hat er im Jahre 184t vom Oberamt Ncresheim zugestellt erhalten. Beim Verlassen seiner Heimatgemeinde wurden die Verdienste von Elias Pflaum gefeiert, der 17 Jahre als Mitglied des Israelitischen Kirchenvorsteheramtes und als Mitglied teils des Burgerausschusses, teils des Gemeinderats amtiert hatte. Die gewissenhafte, unparteiische und uneigennützige Erfül¬ - 285 - lung seiner Pflichten wurde besonders betont. Nicht ohne tiefe Rührung ist er aus seinem Geburtsort geschieden, um seinen. Kindern eine bessere Ausbildung und schönere Existenz sichern zu können. Schon seinerzeit bestand in der Gemeinde, die dank der ersprießlichen, vom Oberamt, dem Ministerium und der Oberkirchenbehörde vielfach anerkannten Tätigkeit von Elias Pflaum musterhaft geführt worden war, die Befürchtung, daß sie durch das Wegziehen einiger Familien ihre Last nicht mehr tragen könnte. Elias Pflaum wurde in Pflaumlodi sowohl als in Stuttgart von seiner im Jahre 1817 geborenen Frau N’anette, geborene Gutmann.1 tatkräftig unterstützt. Es wurden ihr besondere Welt- und Geschäftskenntnisse nachgerühmt. Der 1862 durch königliche Entschließung zum Oberkirchenvorsteher ernannte Elias Pflaum ist im Jahre 1876 seiner vier Jahre vorher verschiedenen Frau im Tode gefolgt. Kirchenrat von Maier und Kirchenrat Dr. Wassermann hoben in ihren Gedächtnisreden die echte Frömmigkeit, den redlichen Bürgersinn und die Bedeutung und Stellung hervor, die beide in der kurzen Zeit ihres Wirkens in Stuttgart sich erworben hüben. In einer Zeit, in der die Aneignung eines über das gewöhnliche Maß der Schulkenntnisse hinausgehenden Wissens dem Israeliten erschwert war und vielfach nicht einmal wünschenswert erschien. ließ das Ehepaar Elias und Nanette Pflaum seinen Söhnen eine sorgfältige Erziehung angedeihen. die ihre Früchte getragen hat. Anfangs der sechziger Jahre ist der Sohn Alexander, der nachmalige Geheime Kommerzienrat und königlich sächsische Generalkonsul Alexander von Pflaum (geboren 1859), in das väterliche Geschäft eingetreten und hat sich in diesem und später in der an dessen Stelle errichteten Firma Pflaum & Co., in der er von seinem Bruder Moritz unterstützt wurde, und die im Jahre 1881 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden ist. als ein genialer, hochangesehener, weit über die Grenzen des Vaterlandes bekannter Finanzmann erwiesen. Alexander von Pflaum hat eine führende Stellung eingenommen; er führte den Vorsitz in der Verwaltung von elf Aktiengesellschaften, war gleichzeitig tätiges und mitarbeitendes Mitglied des Aufsichtsrats von 16 anderen in- und ausländischen Gesellschaften, Mitglied der „Stuttgarter Handelskammer“, der „Zentralstelle für Gewerbe und Handel“, des „Deutschen Handels¬ Jahrtn da* Hau» gtdiagant fdiaht senausschussi Er war ein mann, der d Landes und tags“, des Vorstands des „Hansabundes“, und des „Deutschen bflottenvereins", des „Deutschen Bör- * und des Börsenehrengerichts u. a. ter, vornehmer, königlicher Kauf- Interessen seines—Standes, seines es Reichs wahrgenommen hat. In seinem Weitblick ist er schon frühzeitig für die Vereinheitlichung der deutschen Eisenbahnen eingetretep. feine stattliche Anzahl Handel und Gewerbe treibender Glaubensgenossen hat Alexander von pflaum ihr Emporsteigen zu verdanken. Mitl fast unfehlbarem Kennerblick hat er Anfängen] Mittel zur Sclbständigmachung zur Verfügung pesteilt, und nur in den seltensten Fällen hat s ine finanzielle Hilfeleistung nicht den gewünsc iten Erfolg gezeitigt. Er ist stets seinem Glauben treu geblieben; der israelitischen Oberkirchenl ehörde hat er 35 Jahre lang angehört. 1 Mit unverf leichlicher Energie hat Alexander von Pflaum «in Körperliches Leide« zu überwinden gesucht. | Er ist am 15. Dczeinlier 1911 einer heimtückischen Krankheit zum Opfer gefallen. Trotz des iii seiner Bescheidenheit geäußertem Wunsches, es möge an seiner Bahrd nicht viel von ihm geredet werden, wurden die großen, unvergeßlichen Verdienste des Mannes von aus nah und fern herbeigeeilten Leidtragenden gerühmt. Audi hat der biedere Vertreter der Heimatgemeinde Pflaumlodi nicht gefehlt, deren Ehrenbürger! Geheimrat von Pflaum gewesen war und dert er bis zu seinem Tode Treue gehalten hat. Einige Jahre vorher hatte er der Gemeinde als Stiftung das Gemeindehaus übergeben, das seitherige Gotteshaus der aufgelösten israelitischen' Gemeinde, das Elias und Marcus Pflaum. Alexanders Vater und Onkel, miterbaut naher 1846 eingeweiht hatten., irttemberg ausgestorben»—Familie hr Wirken gehören zur Geschichte und im Dezc Die in W Pflaum und Württemberg unseres Heimatlandes: sie sind ein Stüde des sehen Vaterlandes geworden. FL0GEL PIANO« '»TV Privat-A U t O - Vermietung Klein- und Groflwagen (Kompr. 7 Sltzer) t. Hochseiten. Beauchafahrten, Geschlffsreinen, Fernfahrten (auch Ina Ausland) ZoverUUalgea Personal — Wagen auch an Seibetfahrer. FRITZ BREITHflUPT Äi'Ä Photoapparate Photobedarf Photoarbeiten Harten»fr# £ Filiale Frlsdrlchshafsn Konkursabwendung durch Vergleich FRITZ GRABERT Syadlkas aid Tr»itlid«i Jetzti Kdnlaatr.St'.Tal. »SOI Nach langjäbr. Tätigkeit habe Ich mich hier in derN SchloBstraBe 82 p. als Dsntlst niedergelassen. 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