Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 19 (1.1.1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 6)
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- 268 - bn MetzgermeisterS Leopold Tr « isuß Heilbronn! über. Ta» Geschäft befand sich feit SO Jahren in! den Händen der Stuttgarter Familien 8 a i l i n g c r -! R o t i ch i l d, deren mustergültige Geschäftsführung ihnen , Pic Wertschätzung weitester Kreise sicherte. W,r wünschen dem scheidenden früheren Inhaber Lekmann Rothschild und seiner Gattin einen friedlichen und gesegneten Eebeiisabend. Tcm neuen Inhaber wünschen wir für eie 'iikuns! die besten Erfolge. Stuttgart Man schreibt uns: Tem Beispiel anderer Städte folgend, wurde vor kurzem in Mannheim eine j jüdische Jugendberatungsstelle" gegrün der. Tie Jugendberalung, getragen von der Arbeitsgemeinschaft mit Unterstützung einer Reihe fachmännischer \ Jugendberater, gehr von dem Gedanken aus, daß viele i junge Mensche» einmal in eine Lag« kommen, in der! sie dringend der Hilfe eines Freundes bedürfen, daß es - junge Menschen gibt, die durch körperliche, seelische, sexuelle und berufliche Rot bedrückt sind und sich gerne . durch Aussprache' mit einem Vertrauten Erleichterung! verschärfen würden. Es haben sich für diese Reueinrich! lung in Mannheim ein Rechtsanwalt, ein Mediziner) tin- Rabbiner und die Leiterin des jüdischen WohksahrlsamteS zur^Vcrfügung gestellt. Tie Gründung einer „Indischen ^ugtridbekatungsstellc" dürfte auch in Stuttgart sicherlich in weilen Kreisen begrüßt werden Tie vorstehende Anregung scheint unS auch hier giöstier Beachtung werr. Stuttgart. Kunstbaus Z di a 111 r, Januar 19 3>E Janlel Adler, Tiiiieldors: Maria Braun, Berlin, Ge ma>üe. Margarethe Garthe, Sluligart, Plastik. Feb i n a r I*.';»■ >: Le Fauconnier, Paris, Gemälde. Laapheim. Am 3. Januar darf Bezirksrabbiner i. R. Tr. Leopold Treitel in bewundernswürdiger Frische seinen 8ö. Geburtstag feiern. Bon dieser geistigen Frische legt ein soeben von ihm veröffentlichter Beitrag zur Festschrift zum 75jährigen Bestehen des Breslauer Rabbinerseminars „Zur Entwicklungsgeschichte der Predigt in Synagoge und Jti«fi<pal« des Beitrags, den das Judentum für die akfgeNrkinc »ultur gestiftet hat", beredtes Zeugnis ab. Bereits anläßlich der Feier seines 8«. Geburtstags ist an dieser Stelle der Lebensgang des Jubilars geschildert worden, der durch seine Wirksamkeit in Laupheim und durch seine wissenschaftliche Betätigung aus dem Gebiete der Philoforschung und des jüdischen Hellenismus sich einen Ehrennamen erworben hat. Aber noch heute ist der greise Gelehrte ein rastloser Arbeiter, dessen gottesdienstliche Vorträge und sreundschastlichc Anteilnahme an dem Schicksal seiner Gemeindegenossen überall dankbar enlgcgeiigcnommeu werden. Wie ein Patriarch waltet er neben seiner ihm geistig ebenbürtigen Gattin im alten Rabbinerhaiiit zu Laupheim. Mögen dem ausgezeichneten Manne noch viele Lebensjahre in beglückender Frische vergönnt sein! Er gehört zu, den besten und wertvollsten Gestalte» der würltembergischen jüdischen Religionsgemeinschaft. Ludirigsburg. Bezirksrabbiirer Tr. T ä n z c r Göppingen hielt kürzlich einen Bortrag über das Thema „M e ii sch und Jud e". Ter Redner führte aus, daß der nichljüdischc Mensch seinen Lebensinhalt allgemein der Gegenwart entnehme, ivährend der Jude stark durch die Vergangenheit und sein Jahrtausende altes Gesetz beeinflußt werde. Im jüdischen Menschen cntstchc hierdurch ein seelischer Zwiespalt, jedoch löse sich dieser Konflikt bei näherer Untersuchung, denn wahre« Judentum sei wahres Menschentum. Eine lebhafte Aussprache und ein Dankeswort de« Borsitzenden M. Treyfus beschlossen den anregenden Abend. Lutznigrturg. Die Wahlen zur Jsr. Landesversammlung und zum Jsr. Borsteheramt fanden lebhaftes Interesse. Bon 130 Wahlberechtigten haben 99 abgestimmt. MaxTreysu », seit 1912 Mitglied des Borsteheramt^ erhielt 98, Max Ottenheimer 93 Stimmen. Tic zur Jsr. Landesversammlung vorgeschlagcnen Kandidaten, Religionsoberlehrer Emanuel Adler- Cannstatt und Max Treyfus- Ludwigsburg, erhielten je 98 Stimmen. Lehriuge». Bei den Wahlen zum Borsteheramt wurde der seitherige Borsteher Julius Heidenheimer mit 50 Stimmen wiedergewählt. Mit 53 Stimmen wurde Julius Thalheimer erstmalig zum Mitglied des Borstehrramts bestimmt. Ulm. Israelitischer Frauenverein. Am 25. November sprach Tr. Erwin Hirsch, Stuttgart, über „Triebentwicklung und Eharakt e r b i l d u n g". Trotzdem die Materie wohl den mei» sten der Anwesenden neu war, verstand es der Redner durch seine interessanten Ausführungen, die Anwv, senden aufs stärkste zu fesseln. An diesem ersten Abend behandelte der Referent hauptsächlich psycho-analytische Beobachtungen und Forderungen beim Kleinkind. Ter sesselnde Bortrag erweckte jedoch den Wunsch der Mütter, darüber auch in bezug auf die Heranwachsende Jugend belehrt zu wer, den. Zur allgemeinen Freude versprach Tr. Hirscki, in einigen Monaten hierüber zu sprechen. Crailsheim. Bei den kürzlich staiigefunbenen Wah len «u» J>r Vorstehcramt wurden sie seitherigen Vor steher seabrikaiit Bertdold Z I c i n »nd Kaufmann l H c i m .! i! n .H > I b wieder gewählt. Cregliugeu. Am 7. T-ezember hielt der" „I ü d. ff i a » iu r c r o i n" seine diesjährige Mitglieder Versammlung ab Oberlehrer P r e ß b u r g e r be grüßle die Anwei adeu. und wies aus die Bedeutung ser Frau im jüdischen Leben hin, wobei er besonders . belonie, daß auch die moderne Frauenbewegung nicht . in der lüdii'chen Frau vorübergegangcn fei, was auch 'ii der Zucrlciluiig des aktiven bezw. passiven Wahl reclues an Sie jüdischen Frauen in der Berfasfung der Jir Religionsgemeinschaft Württembergs zum Ausdruck komme. Gleichieitig rief er der von unserer Gemeinde 'cheidenden Familie Benj. Lberndörfcr herzliche Abschiedsworie zu. Beuj. Lberndöri'er, der lange Jahre als Äilglied des Porsteheramls sich dem Dienste der ' iKemeinoe widmele, insbesondere das Amt eines Baal j Teiuloh und Baal Taukeah an den hohen Feiertagen ' mit großer Gewissenhaftigkeit versehen hal, wurde als äußeres Zeichen der Anerkennung eine silberne Schale von der hiesigen Gemeind« überreicht: auch die Frauen veteiiti.iung überreichte ein Geschenk. Mehrere Freunde : und Kollegen vom Borsteheramt richteten sodann Ab! 'ch:>, Sil orte an Sil Scheidende». Haigerloch. Be. den am 17. November erfolgt«» Ge meiude , Kreistags- und Kommunallandtagswahlen sind in > iiooe , m lkändü cn wiederum einige jüdische Persönlichkeiten! g wallt u eid ». In den .Kreistag des Kr.ii'es Hechingen! wiidei: Fabulant Rudolf L e v i - Hechingen, in den ('■.:i.:.:!■ der Stadt Hechingen Hermann Levi, i i.iid ui den (Vemeiikderat Haigerloch Siegmuivd! Hokeuem'er und Louis Ullmann gewählt. Leider haben die Kreistags und Kommunallandlagswabien ein starkes Anwälten der nationalsozialistir . schen Bewegung gebracht. Nationalsozialistisch« Agilai lorcu haben in bm Törseru gearbeitet, io in der Stille, : daß jüdische Kreise nur von einer einzigen Bersammlung! vorher Keiiiitnis erhielten und der Hetz« nur in einer .! Propagaudaoersammlung eute.e^eiitre en konnte i. In allen anderen Fällen konnteii die Hitlerleute ungehindert arbeiten mit dem Erfolge, daß sie in unserem bisher so sriedlichen hohenzollernichen Ländchc» über 1200 Stimmen ausbracht«» und einen Sitz im Kreistag eroberten. Heiibronu. Im Rahmen des „Jsr. Frauenbunds" und ■ der .Herder Loge" sprach am' io. Dezember Frau L i -! fei Victor über die „T r c i g r o s ch c n o p e r", ihre : Bedeutung und Entstehung aus der englischen „Beg-! gar» Üpera" des John Gay. Ter tiefe moralische Verl ' dieses satirischen Werks, seine soziale Philosophie, seine l packenden, von io vielen falsch ausgefaßten Lebens- Wahrheiten, wurden von der Rednerin in fesselnder Weile geschildert. Tie moderne, von Kurt Weill komponierte und den Inhalt der Lpcr in ausgezeichneter l Lei'« untermalende Munk wurde kurz erläutert und durch gesangliche Tarbietungen, die Frau LieselBic - ' l o r mit Charme und hoher Musikalität vortrug, den Hörern nah« gebracht. Am Flügel wurde Frau Hanna > Ramsielder der schwierigen synkopenrcichen Bt' gleitung gerecht. So wurde der Vortrag, ein voller Erfolg und der i Rednerin nicht endeuivollender Beifall gespendet. Küuftlsau. Bei 2.">prozentiger Wahlbeteiligung wurde Mar L e d e r m a n n in das Ji'r. Borsteheramt wieder gewählt HEILBRONN Eugen Kaiser, Heilbronn i.n. LADEN SÜLMERSTR. 1 TEL. 807 und 830 Elektr. 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