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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-01-01 · 19 (1.1.1930) · p. Seite 267

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
19 (1.1.1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 267 (sequence 5)
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ix* St&nnctMtein* wird daraufhin einstimmig abgelehnt. Di« Friedhofsabteilung hat die Anschaffung eineg Wagen«, auf dem die Särge zur Grabstell« gefahren werden sollen, abgelehnt. Rach einer Aussprache, an. der sich Rothschild, Essinger, Dr. Tänzer,der Stadtrabdiner, Dr. Hammel und Ebstein beteiligen. tritt da« «orsteheramt dieser Entschließung bei. Di« Frage, ob Frauen auf dem Friedhof Nachrufe Hallen dürfen, wird zum zweiten Male an di« Friedhoftabteilung zurückgewiesen. An der Rückseite de« Pragfriedhosc« wird die Anpflanzung einer abschließenden Wand au« Hrckenbäumen beschlossen. Der Stadtrabbiner berichtet hieraus eingehend über da« vom „Berein der liberalen Rabbiner Deutschland«" geschaffen« neu« Gebetbuch, dessen Einführung trotz der mannigfachen an« erkannten Borzüge au« praktischen und religiösen Gründen für Stuttgart er nicht empfiehlt. Dagegen sollen verschiedene wertvolle Anregungen de« neuen Gebetbuches in der Gotterdienstabteilung zur Einführung vorbereitet werden. Im Auftrag der Finan^rbteilung empsiehtt Rothschild den Antrag de» Fürsorgeamtes wegen Ersätze« der Kanzleikosten und de« L.J.W. tvrtzfn Nachlaß der Kanzleigebühren vorerst abzulehnen. Erst im neuen Etat sollen beide Anträge Berücksichtigung finden. Da der von der Religiontgesellschast auf Mosten der Gemeind« zum Schächter autgebildrte Lehrer sich für diese Betätigung nicht eignet, wird einem anderen von der Religionsgesellschast vorgeschlagtnen Mann für die Erlernung de« Schächten« ein Beitrag von vier Monatsraten zu je 150 Mark bewilligt. Al« Steuerbejchluß werden für da» Etatrjahr 41/4 o/o al« Landetumlage und Io/, für die Gemeindebedarfnisse, zusammen als» 71,40/0 al« Gemeindesteuer, vorbehaltlich der Entschlie» ßung der Landerversammlung beschlossen. Ein Antrag an die Landesversammlung für die Besteuerung den Durchschnitt der Steuereingänge dreier Kalenderjahre für die Gemeindesteuer zugrunde zu legen, wird nach «in-, gehender Beratung angenommen. Dr. Tänzer trägt hieraus die Einzelheiten de« mit der Stadtverwaltung vereinbarten Bertrage« de« Ankauf« von 800 Ar Geläut»? zur Anlage eine« neuen Friedhofe« auf dem sogenannten Steinhaldenseld vor. Der Vorsitzende dankt den Brrtretern der Gemeind«, di« mit dieser Angelegenheit betraut gewrsen, für ihre wertvollr Betätigung im Dienst« der Gemeind«. Der Vertrag wird in namentlicher Abstimmung einstimmig genehmigt. Er wird »erfassung-gemäß vor dem Abschluß dem Oberrat zur Genehmigung vorgelegt. Bei dieser Gelegenheit wird Sanitätsrat Dr. Weil vom Vorsitzenden und Dr. Fle» genheimer der besondere Dank de« Geineindevorste» Heramt«« ausgesprochen. Dr. Weil, der eine Wiederwahl in da« Borsteheramt abgelehnt, soll in einer besonderen Ehrenurkunde.der Dank der Gemeinde für seine Wirksamkeit im Borsteheramte ausgesprochen werden. — Di« Einsprache Dr. L « Pman « gegen die Bewilligung von 500 Mark für die Opfer de« Araberausstande« in Palästina wird von Dr. Tänzer behanhandelt, der vorschlägt, den Gegen.tand von der Tagesordnung abzusetzen und di« Verwaltung zu beauftragen, zu den einzelnen Punkten der Beschwerde Stellung zu nehmen. Dr. Flegenheimer empfiehlt, dem Oberrat mitzuteilen, für welche Zwecke der Betrag verwendet werden soll. Der Stadtrabbiner empfiehlt ihn hälftig dem Krankenhaus Schaar« Zckek und dem Waisenhaus Meah schearim zur Verwendung sür durch di« Pogrome Geschädigte zuzuweisen. Ueber die Einsprache der Wohlfahrt«vereinr gegen die Abschaffung des Schnoderns berichtet Rothschild. Rach einer Aussprache mit den Bereinsvorständen haben diese ihre Verwahrung vorerst zurückgenommen und werden in eine Aussprach« mit dem hierzu beauftragten Mitglied de« Borsteheramte« eintreten. Der Beschluß de« Vorstehers amtes ist dadurch vorläufig aufgehoben. Die Beschwerdefrist der Wohlfahrtsvereine soll durch die geplanten Verhandlungen nicht beeinträchtigt werden. Zu diesem Zwecke empfiehlt Dr. Flegenheimer ein« vorläufig« Berichterstattung an den Oberrat. Rach einer Aussprache hierüber wird Oskar Rothschild mit der Veranlassung der geplanten Aussprache betraut. — Ueber die Eingabe de» .^Liberalen Vereins", im Gotte-Hau« unbedeckten Hanpte« zu beten, berichtet der Stadtrabbiner in einem eingehenden Gutachten. Er kommt au« inneren und äußeren Gründen zu einer Ablehnung der Eingabe. Da« Plenum schließt sich einstimmig dieser Entscheidung an. Dr. Tänzer erstattet Bericht über die von ihm vorgesiPagen« Bildung einer Abteilung de« Borsteheramte« „zur Förderung der Jugend". Ei« Gegenantrag de« Stadtrabbiner«, diese Aufgabe der Schuld abteilung zu übertragen, findet kein« Zustimmung. Di« Begründung einer neuen Abteilung, welche den Zusammenhang der Gemeinde mit der Jugend Herstellen soll, wird angenommen. — Di« Einsprache der Lehrer gegen 'foi Beschluß der Einrichtung eine« Barmizwoh-. sammelunjterrichte« wird eingehend besprochen. E« wird beschlossen, «in Schreibe» an di« Lehrer zu richten, daß di« Entschließung nach eingehender Beratung erfolgt sei. Fall« die Zuschrift der Lehrer att Beschwerde auszufassen sei, soll sie an den Oberrat zur Entscheidung gerichtet Verden. — Rach der Mitteilung der Wahl-, «rgebnisse zum Borsteheramte und mehrerer «ingegangener Schreiben folgt auf di« öffentlich« eine geschlossene Sitzung. _ — 267 - Stuttgart. Aus Köln a. Rh. wird uns berichtet: Unter großer Beteiligung wurde am 17. Dezember' di« sterblich« Hülle der Fra» Ernestine Löwend a h l, Tochter des verewigten Oberkirchenrat« Dr. K r 0 n e r, Stuttgart, zu Grab« getragen. Ein Herz-f schlag hatte der Leidenden ein plötzliche« Ende bereitet. Rabbiner Dr. Rofental zeichnete mit erhebenden Worten di« Dahingegangene al« echte Tochter eine« Gelehrten, al« ba« talmid chochom in ihrer Intelligenz, chrer religiösen Lebensführung und besonder« in ihrem Gottvertrauen. Ihr Zwillingsbruder Rabbiner Dr. Kroner, Oberdors-BopfiNgen, widmete ihr einen ergreifenden Abschied«gruß, an die Worte der letzten Sidrah anknüpfend: „Ach, mein Bein und mein Fleisch bist du!" Er schildert« die gemeinsam« Jugendzeit und Erziehung im Elternhause in ihrem Geiste und ihrer starken Lebensfteude, dir auch di« Verblichene stets erfüllt und bi« zum letzten Augenblicke bei allem Ungemach leben«heiter und leben«- stark erhalten hatte. — Ihr Andenken sei zum Segen! Stnttgart. An Stelle von Rabbiner Dr. Schlesinger- Buchau, der plötzlich erkrankt war, sprach Rabbiner Dr. Auerbach im Bcrthold Auerbach-Berein über „Die Idee der Nächstenliebe im Judentum". Nach einem Ueberblick über die Lage der Juden im Mittelalter, da« im Judentum ein« Existenzbedrohung der christlichen Kirche sah, setzte sich der Redner mit den dem Judentum gemachten Borwürfen auseinander, nach denen da» jüdische Gebot der Nächstenliebe sich nur auf die Angehörigen der israel. Religionsgemeinschaft rrstrecken soll. Dr. Auerbach wie« dagegen an Hand biblischer Belegstellen im einzelnen nach, daß di« jüdische Idee der Nächstenliebe die ganze Menschheit umschließt und beschäftigte sich in diesem Zusammenhang besonder« eingehend mü Baakcommandfte Siegmund veil HECHTNQMN Inu. uuL Wertpapiere / Einlagen zu günzt. Zinssitzen/In lustrie-Kredite / Hypotheken dem „Buch Jona", Schrifttum« und al l Israel an die Men dem Talmud kann die Nächstenliebe e» Der Redner erläutei h durch Zitat« und Oft talmudischen Schrift trag seinen gespannt Abend. Recht»anwal der Aussprach« noch! it der jüdischen Ideen« ei de« Abend», lebhaf e Stnttgart. Am 1 Weil-Basel im „S! über „Die Juden in rat, über da« wir i rieren werden, fand Stnttgart. Kar und Borstandsmitgti, Strauß A <G., Hei kl Juli diese« Jahres rückblicken konnte, b Gebuttttag. Stnttgart. Die Nadlerstr. 17, geht ttl TÜBINGEN , TM. MS 44/48 SJOHARINQEN da« er al« die Krone de« religiösen di« Friedenstaube bezeichnete,-die chheit abgesandt hat. — Auch au« mmer wieder bewiesen werden, daß zentraler jüdische« Gebot darstellt, e seine ttesgründigen Ausführungen zählungen au« dem biblischen und : um und bereitete durch seinen Borlauschenden Hörern einen wertvollen Dr. Gunzenhauser wie« in als auf die Größe und Bedeutung Lt hin und erntet«, wie der Redner Beifall. 8.8t. Dezember sprach Rabbiner Dr. ereinjüdische«Lehrhan«" Frankreich". Da« interessante Refe-, nächster Nummer ausführlich refelebhaften Beifall. Furchheime r, Mitbegründer ied der Firma Furchheimer und enkleiderfabrik, Stuttgart, die. im auf ihr 30jährige« Bestehen zuging am 17. Dezember seinen 60. »«kannte Metzgerei Rothschild, am 1. Januar 1930 in den Besitz CANNSTA AIIaotIa Set» Waiblinger- und ■ Taubenhaimerstrafa. Herren- und Damenbekleidung nach MaB - Garantie für guten Sitz Reichhaltiges Stofflager Mater- 11 «Heilen Carl Weiter in. Tel. 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