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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-01-01 · 19 (1.1.1930) · p. Seite 265

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
19 (1.1.1930)
Date
1930-01-01
Page
Seite 265 (sequence 3)
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Horb |eor, die Beiträge zu den Bezügen der Rabbiner aus die Zentralkasse zu übernehmen. In der Aussprache beantragte Sahn- Baisingen, den Betrag der Unterstützungen der Gemeinden von 22 500 Mart auf 26 000 Mark! zu erhöhen. Dieser Antrag wurde mit Rücksicht darauf, daß für diese Mehrausgabe keine Deckung vorhÄiden, abgelehnt. Dagegen wurde der Antrag der drei ."Gemeinden der nächsten Landesversammlung zur Entscheidung überwiesen. Das gleiche geschah mit einem weiteren Antrag aus eine Neuverteilung der Beiträge zu den Bezügen der Rabbiner, welche den größten Teil der Hasten den Großgemeindcn zutcilen will. Mit der Aussprache über den Steuerbeschluß war die Besprechung eines Antrags der Gemeind« Heilbron» verbunden, betreff Abänderung des £ 17 der Verfassung. Dieser Antrag konnte lediglich dem Oberrate zur Berichterstattung in der nächste» Landcsversammlung überwiesen werden, da er im Widerspruch mit is 31 des StaatSkirchengesetzes steht. Auf Grund einer Anfrage über W «teuer der Lohnempfänger wurde mitgeteilt, daß in Stuttgart 500 jüdische Lohnempfänger, im weiteren Württemberg noch etwa 100 vorhanden sind. Der Haushaltplan und der Steuerbeschluß, 4 >/, <y0 aus dem einfachen Betrage der Reichseinkommensteuer für das Kalenderjahr 1928 und aus dem dreifachen Betrage der aus de» l. l. >928 veranlagten Bermögenssteuer, wurde» hierauf einstimmig angenommen. Dabei wurde der Wunsch geäußert zu prüfe», ob die Steuerrcchnnng von jetzt a» für eine dreijährige Periode vorzuschlage» sei. lieber die Prüfung der Rechnung der Israelitischen Zcntrcklkassc leuchtete im Auftrag des Rechnungsprü-" sungsausschusscs Tr. L e p m a n. Aus seinen Antrag wurde dem Lbcrrat Entlastung sür das Rechnungsjahr 1926 erteilt. lieber den Erfolg und die Durchführung der lurnusreisen der Bezirksrabbiner und über die dabei veranstalteten Gemcindeabendc sowie über die Seelsorge an Strafentlassenen und die seelsorgerische» Besuche in de» Irrenanstalten berichtete bas theologische Mitglied des Lbcrrates, Stadtrabbiner Tr. R i e g e r. Er beantwortete eine Anfrage von Frl. Je l d m a n n über die Besuche bei weiblichen Strafgefangenen wie weitere Anfragen von Tr. W ü r z d u r g e r - Heilbron» und Oltenhcimcr - Göppingen. Der Borsitzende der Kommission des Lberratcs zur Schaffung einer neuen Dienstordnung für die Rabbiner und Religionslehrer des Landes, Tr. Gunzenhauser, legte diese Dienstordnung der Landesversammlung vor, wobei er die Grundideen des Entwurfes auseiuan» dcrictzlc. Nach einer Diskussion über die weitere Behandlung der Materie, an der sich Tr. G u m p - Ulm, Tr. L c p m a n , Dr. Hirsch und der Borsitzende beteiligt, wurde beschlösse», daß die bisherige Kommission den Ticnstenlwiirf durchberatcn soll, und daß dann die neue Landesversammlung diesen Entwurf einer vo» dieser bestimmten Kommission, die voraussichtlich die gleicht sein werde, zur endgültigen Fassung übergebe» solle.' Nachdem der Präsident des Lberrats de Wahlergebnisse zur iueuen Landcsversammlung mitgeteilt, dankte er dem > Präsidenten der Landesversammlung,. Julius Rothschild, der aus Altersgründen sein Amt nie dergelegt sür die mustergültige, stets gleich gerechte und liebenswürdige Führung seines Amtes. Ten gleiche» Tank erstattete Adler- MergcnthHxr dem verehrten Prä sidenlen auch im Namen der Landesversammlung. I» bewegten Worten dankte der Präsident für diese Ehrung. Er verabschiedete sich in herzlicher Weise von seinen Kollegen und erklärt«, daß ein wesentlicher Teil der ihm gezollten Anerkennung dem Oberrate gebühre. Mit einem besonderen Tanke an diejenigen Mitglieder der Lan-, dcsven'ammlung, die der nächsten nicht mehr augehöre» werde», da sie aus eine Wiederwahl Berzicht geleistet, schloß! die Tagung. I - - — 265 — Öffentliche Jubiläumsfeier u. Delegiertentagung des Landesverbandes d.jüd.Zugendvereine Württembergs. i. Nachdem wir in letzter Nummer üter die Freitagabend- und Chanuka-Feier des „Berthold Auerbach-Vereins" ausführlich berichtet haben, soll heute ein abschließender Bericht über die Beranstaltungen des 8. Dezembers folge». Ter „Landesverband der jüd. Jugendvereine Württembergs" und der „B.A.B." hatten sür den Vormittag zu einer „O e f f e n t l i ch c n Jubiläumsfeier" in« „Obere Museum" cingeladen, einer Veranstaltung, die einen stärkten Besuch verdient hätte. Immerhin >var eine größere Anzahl Gemeindemit glieder, darunter die Vertreter der Jsr. Körperschaften und Stuttgarter Vereine, ^erschienen und bekundeten hiermit ihr Interesse sür eine Bewegung, die heute von der ganzen Judenheit als bedeutungsvoll aner-- kannt und gefördert wird. Tic Morgenfeier wurde von Alice Schmuckler« Heß durch die meistcrhaste Wiedergabe der „T-moll Phantasie" von Mozart eröffnet. Sodann begrüßte Obersekrclär Julius W i ß m a n n , der Vorsitzende des „Landesverbantej tec jüd. Ju^endvcr ine Wüittcmbergs", die Vertreter der jüdischen Organisationen, den Per tretcr des „Stadtamts für Leibesübungen" und insbesondere den Vorsitzenden des „Bfrbands der jüd. Jugeidvereine Deutschlands", Rabbiner Tr. Hahn- Esse». Er gab nochmal« einen kurzen Ueberblick über die Bestrebungen der Jugcndvcrbände, die nicht zuletzt aus die Erhaltung des jüdischen Einheitsgedankens abzielen, und erteilte sodann das Wort dem Vertreter des Jsr. Oberrats, Rechtsanwalt Tr. G u n z e n h a u s e r. Ter Redner begrüßte die Arbeit der jubilierende» Vereine, die in erster Linie sich in der Wahrung und Pflege jüdische» Geistesguts manifestiere und erinnerte an die Zeit, wo Lbcrkirchcnral Tr. K r o n c r s. A. sich mit einer Schar junger Mensche» um das bemühte, was heute »och Weg und Ziel sei: Tas stolze B e k e u n c n und Kennen des Jiidcnlums. Solchen Bestrebungen werde der Jsr. Oberrat auch weiterhin gern seine Nnlerstützung verleihen. Tr. Gunzenhauscr schloß mit dem Wunsche aus eine tveitere ersprießliche Jugendarbeit. Stadtrabbiner Tr. R i c g e r brachte die Glückwünsche des Stadtrabbinats zum Ausdruck. Mit Stolz, so führte der Redner aus, dürfen wir heute stststsllen, daß unsere» Jugcndvcreinc» eine Reihe wackerer Männer und Franc» entwachsen sind. Solange unsere Jugend durchglüht ist von der heiligen Wahrheit des Judentums, kann es uns vor der Zukunft nicht bange sein. Wenn dieser alte Geist lebendig bleibt, dann ist nicin Glückwunsch auch ein Glückwunsch an die Gem c i n s ch a s t. Das „E ni p o r!" des Fcstspruchs der gestrigen Chanukka Feier sei Leitwort sür die fünf tige Arbeit! Als Vertreter de« Jsr. Gemeindevorsteheramls sprach Reckitsanwalt Tr. Tänzer. Er schilderte, unsere Jugend als uncrsetzlickien Bestandteil de» jüdischen Lebens und insbesondere jeder jüdischen Gemeinde. Tenn die Jugend ist es, die beide Gemeinschaften stark macht, und daher entbietet auch das Jsr. Gemeiiidevorsieker amt seine herzlichsten Wünsche. Ministerialrat Tr. Olt» .Hirsch gratulierte im Auftrag des „Vereins Jüdisches Lehrhaus". Gemeinsam, so führte der Redner aus, wollen wir den Gang zu de» - Müttern machen und uns als Brüder lieben. Er wünscht, daß die Vereine stets die rechten Führer haben, damit sich auch weiterhin ein frisches und tatkräftiges Wirken entfalten könne. Für den „Verein isr. Lehrer in Württemberg" sprach ReligionSoberlehrer Adelsheimer. Unser Verein, so führte der Redner aus, darf unter den Gratulanten" 31 120,8 Mill. RM. für 8084 Eigenheime in kaum 5 pahren bereitgestellt durch die Mteste. grtSle Md ertoifretcBst» Baaspartass« D«atsddaads. Hack ErlBllaag dar Spirtadta gangen unkBndbares Bi«,«Id za 4°/» Zias Verlangen Sls Prospekt d 8 da! dar Bausparkasse dar Gemeinschaft der Freunde 16. blB.IL. WBstaarot'Ladwtgsbarg nicht fehlen? 4t »ich doch die ersten Führer in den Jugendvetöändeii Lehrer, arbeiten wir doch auch, heute au den Geichen Zielen. Mögen auch die kam menden Jahre Jahre der gemein s a m e » Arbeit werden! Rechtsanwalt!Tr. Will» Schwarz eutbot die § Glückwünsche deck Slultgarter Ortsgruppedes „Eentral Vereins". Er ze chnete die Bedeutung der Jugendver eine vom Gcsich spuntt des gemeinsamen Abwehrkamp ses und rühmt den „B.A.B." als eine neutrale, vornehme Kampßesstätle, auf der gerade die Jugend des „problematischen Alters" frühzeitig engen Anschluß an da» Judcnt an finden könne. Ten Beschluß machte Tr. Manfred Pick, der sür die Siutlga ler Ortsgruppe des „Reichsbunds jüd. Frontsoldaten" gratulierte und als ehemaliger lang jähriger Vorsitze, der des „B.A.P." seiner Freude darü der Ausdruck ve lieh, daß der Verein aus eine so hohe Stufe gebracht! worden sei. Er wie» besonders aus die Pflege des ' Kamcradschaftsgcdankens hin und er innerte daran, dsiß, wie der „R.j.F.", sich die Jugend, vereine auch sür die körperliche Ertüchtigung ihrer Mitglieder cinslUcii, zum Segen der Judenheit »nd zum Wöhle des Vaterlandes. Sämtlichen Rednern wurde stürmisch applaudiert ei» Beweis danir, daß sie im Sinne der gesamten Zuhörerschasl gesprochen und de» jubilierende» Vereinen die rechte Anerkennung gezollt hatte». Sodann sprach Rabbiner Tr. Hahn- Eisen in klarer und sciselnder Weise über „Tie Lebenswelt h c s jungen In d e >t". Es wa ei» Vortrag, dkr ein helles Lickii auf die jungjü afche Situation der Gegenwart warf ein Aufruf and Mahnruf zugleich! Ter Redner libcrbrachlc cinleiiend die Glückwünsche der Berbandslci ung und sühne daun ungefähr sol gcndes au« eine« Neumaiinj Eindruck verraten und rferkaufl sühli: an sich gehöii da« ja zur Psychologie her Jugend. Aber eine besondere Ursache ist zweifellos ood) noch vorhanden: Tic Jugendge meinschaslrn mifsscn k ä »> p s c »! Kämpjen um Ge meinde. Schule, Familie, Staat und Religionsgemein schaft. Tas hat uns besonders Edmond Fleg in seinem Buche „Ein kle »er Prophet" erkeitnen lassen, m dem er eine Familie schildert, der cs an „Gemeinsamkeii jüdischer Aktionen im eigenen Hau« schlt". Wir seheit geschichtlich klar penug, um, was viele Elter» apbeirisft, die Wirkungen eine« naturalistischen Zeitalters beurteilen zu können. Wir verstehen auch die instinktive Aversion unserer Jugend gegen den Religionsunterricht" u,teroanosict ung uns suyne vaiin ungeiayr io> au«: Wein man die Romane eines Franz Thieß. Neumannl oder Gläser lieft, io hat man den ck. daß i«t> die Jugend unserer Tage irgendwie Teppidie: Eberhard Perser. - Deutsche. - Nur Qualität. Könlgstr. 1 Stuttgart. Marstall. B«a «pHIsmail Prfvalwasdumsfall mit Fliikwerksiatte Annahme von Famllienwflsdie, naB, trocken, gemangt und schrankfertig. MOHR, STUTTGART, Schloßstraße 94 Frische Farm-Trinkeier aus eigener Farm im Welxheimer Wald an Private täglich abzugeben Stuttgart, Landhausstr. 199 (schok.-Laden) Achtung! “ von Kopfhörern und Lautsprechern billigst Aufmagnetieieren Mk. 0.60 - Neue Schnüre einziehen Mk. 1.50 Spezlal-Reparaturwerkstil tte Tel. 294 21 - Poststraßa 7 Reparaturen miiNmitiiitmnHiiiroiimiiiiininHiiimmiifliiilUHtuiiiiiiii ignetisieren Mk. 0.60 - h Landauer Württembfrgiscbe Privatbank A.-G. (vormJ O. Beissweager - Gegr. 1855) STUTTGART, Gymnasiumstraße 1 Fernsprecher SA. Nr. 24046 47, 23553 54

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