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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-12-16 · 18 (16.12.1929) · p. Seite 248

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
18 (16.12.1929)
Date
1929-12-16
Page
Seite 248 (sequence 2)
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— 248 — Von der Allianz ind Slüttarfcr Verein Vers. IW. zwdtaicicriassat SMttart. wurde mir die General-Agentur, welche die verstorbene Frau Jda Binswanger üme batte, übertragen. Es Ist mein Bestrebten, meine Kundschaft prompt und gewissenhaft zu bedienen, und ich bin in der Lage. Ver»ieh»rangei* aller farhonaaadag Irl» zu vermitteln. Ich bitte, das Frau Binswanger entgegengebradite Vertrauen auf midi übertragen zu wollen. Bobcrl Landauer, SfnlfRarl, LANW'L'kUr; Zeit der Tummelplatz „ber Augenblicksblender, der Geschichtsttitterer, der Experimentierer, der Politiker" geworden. Sie haben „heutzutage weit über Gebühr das Heft in Händen, das ausschlaggebende Wort an sich gerissen und diktieren das Gebot der Stunde". Ein einziger Tchreckensschrei über diesen Mißbrauch der Religion des Judentums tönt aus dem temperamentvollen Schristchen, das einen strenggläubigen Autor zum Verfasser Ijat, dessen Gedankenführung aber alle einsichtigen Bekenner des Judentums zu ernster Nachdenklichkeit stimmen sollte. Tas Judentum, einst heiliger Boden, auf dem nur der spruchberechtigte, thorabeflissene, gotterfüllte Mensch das Recht zum Stehen und zum Bauen hatte, ist heute der Willkür von Männern preisgegeben, die kaum eine Ahnung von seinem Wert und Wesen besitzen, die es seiner eigentlichen Wirklichkeit entfremden und dabei der urteilslosen Menge einreden wollen, daß sie befugt und befähigt seien, in die Ltt»enserscheinungen des Ju dentums einzugreifen. Auf jedem anderen Gebiete würde ein Sturm der Entrüstung diese Ein-! dringlinge wegfegen — hier wird ihr Auftreten j leider geduldet. Soweit Tr. Altmann. \ Seine Darlegungen gewinnen eine ernste Aktualität im Lichte der gerade in der Gegenwart wiederholt erörterten Frage, ob die religiösen Gemeinden politische Kampforganisationen werden sollen. Es ist dabei gar nicht auffallend, daß sich die einzelnen Parteien der Religionsgemeinden bemächtigen wollen, um ihre Kräfte und Mittel für ihre parteilichen Zwecke auszuwerten. Wer aber den politischen Kampf in die Gemeinden! verpflanzt, entfremdet sie ihrem eigentlichen Ar- - beitskreise. Sogar die Abwehr antisemitischen Anj griffe, die vielleicht noch in den Arbeitsbereich! der Gemeinden einbezogen werden könnte, liegt : der Arbeit der religiösen Gemeinde wesenhaft \ fern. Ter Antisemitismus richtet sich ja mehr ge-! gen den jüdischen Menschen als gegen die jüdi- 1 Jdje Religion. Selbstachtung und Selbsterhaltung I haben die deutschen Juden in eine Abwehrstellung > gegen ihre Angreifer zu treten genötigt. Wir leben | seitdem zuviel nach außen und zu wenig nach j Freundliches jüdisches Mädchen zu alleinstehender Dame für den Haushalt bei guter Bezahlung gesucht. Eintritt: 1. Januar 1930. Offerten an: Fra» «iua «traust. ««»»statt, Hafenerstraße:<0. Näheres unter F. 102 durch dir Gemeindezeitung Solides Fräulein findet bei älterer Dame in Stuttgart Zimmerun^oll^Verpfle^ang innen. Tas Urteil von draußen ist uns bedeutsamer geworden als das Bewußtsein des inneren Wertes. Tie Fassade ist das Entscheidende und nicht der innere Ausbau. Der Eindruck bedeutet uns mchr als der Inhalt. Wir sind ein Jnteressenverband geworden und waren bis dahin eine Jdeengemeinfchaft. Damit ist aber das Judentum seinen eigentlichen Aufgaben entfremdet worden. Bisher blieb di« Gemeinde vor dieser Entfremdung ihrer urtümlichen Zweckbestimmung bewahrt. Sie war der Jdeenverband, in "dem sich Menschen einer bestimmten Weltanschauung zusammengefunden. Tas Hineintragen der politischen Zänkereien in die Gemeinde bcheutet die Kräftezerrüttung in dem bisher festesten Bollwerk der Juden. In der Gemeinde sammeln sich die besten Kräfte der jüdischen Gem!einschaft zur Vertretung seiner wichtigsten religiösen Aufgaben. Tas Hineintragen der Politik in die Gemeinde ist ein Versuch, dieses Kräfterefervoir zu erschüttern und durch Krästezersplitterung zu vernichten. Ter Spaltpilz der Politisierung der Gemeinden muß rechtzeitig als das erkannt werden, was er ist, als der zersetzende Schwamm im Tempelbau ihres Daseins. Noch heute ist es die Aufgabe jeder jüdischen Gemeinde, die ihren heiligen Sinn noch nicht verloren hat, die einigenden Kräfte zu stärken, die trennenden Motive fernzuhalten, die religiösen Aufgaben als das Wesen und den Sinn ihrer Existenz zu begreifen. Bericht des 3sr«elitischeu Aiirsorgeeuntes über de« Mo»«t Oktober. Sprechft»»ve» »er FRrfar,eri»: Eonntag.^M»Mag. Dten-tag. j, „rrn. 9^ Uhr Mittwoch, Freitag nachm, »o» 3—6 Uhr DaS Israelitische Fürsorgeami hat im Monat Ott. 1929 unter Mitwirkung der angeschlofsenen WohltätigkeitSvereine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen.X 830.30 Einmalige Unterstützungen. 559.93 Feiertagsgaben.. 4 0.— SefundhetlS- und ErholnngSfürsorge . . „ 406.97 Anstaltsfürsorge . . '... „ 929.15 Durchreisende. 251.80 An 20 Erwachsene und 1 Kind wurden insgesamt 107 KleidungS« «ad Wäschestücke abgegeben. An Spenden erhielt daS Fürsorgeamt Mt. 104.— von Herrn Rud. Bernheim, Fran Fanny Gattmann. Frankfurt a.M., anl. deS HinfcheidenS ihrer Mutter, Herren Leo Goldfchmidt und Albert Mayer, zur Berteiluag an den Feiertagen, Herrn Rechtsanwalt Dr. Gunzeahaufer. anl. feines 60. Geburtstages, Herrn Herbett Riefe, Jahrzritlpend«, Frau Bett ha Rosrufeid. zur Berlttlung an den Feiertage«. Herrn Dir. Dr. Hermann Weil, zur Verleitung an de« Feiertagen. Zur Winterfürsorge gingen Spenden ein von: Firma ElsaS & Eo. Cannstatt. Herrn Dir. Karl Grünwald, Firma Hayum & Schwarz, Herrn Julius Hirschfelder, Herrn Rechtsanwalt Dr. Kiese II.» Firma Gedr. Marx. Firma Mendel & Levy. Frau H. Rachmann, Herrn Reg.-Rat Dr. Roerdliager, Herrn Saa.-Rat.Dr. RieS, Firma Sänger Sc Harburger, Herrn Dr. Max Stern, Herrn Rechtsanwalt Dr. Tänzer, Herrn Ed. Weil, Herr« Dir. Dr. Hermann Weit. Gerade das Chanukkafest, das von dem glücklich abgewehrten Versuche, politische Motive in daS Judentum hineinzutragen, erzählt, die im Gewände des Hellenismus, der damaligen Modepolitik, das Judentum zu zersetzen drohten, ist dazu angetan, die jüdischen Gemeinden vor jeder Politisierung zu warnen, vor allem aber es den Religionsgemeinden ins Gewissen zu hämmern, daß Politik eine Fremdsubstanz in ihnen bedeuttt. Die Gemeinden müssen die Organisationen des religiösen Judentums sein und bleiben, denen es klar ist, daß Religion und Politik unvereinbare Gegensätze sind. Haltet den Gemeinden das Gift der politischen Zerrüttung fern, das ist die ernsteste Gewissensmahnung der Gegenwart. Stuttgarter Gemeindeversammlung. Die vom „Verein für jüd. Gemeinde-Angelegenheiten", vom ,Z s r. Liberalen Verein" und vom „S t a b t »e i b. bti j ü d. Frauenbundes" für den 30. November einberusene Gemeindeversammlung erfreute sich eines zahlreichen Besuches und nahm unter der sicheren Leitung von Joseph Schwarzschild einen sehr befriedigenden Verlauf. Zweck der Versammlung war Stellungnahme zu den Neuwahlen für die Landerversammlung und für das Gemeindevorsteheramt. Die Wahlen sind vorüber (wir berichten darüber an anderer Stelle, die Schristleitung), so daß sich für uns erübrigt, aus den in der Versammlung gehaltenen Reden Dinge von allgemeinem Interesse herausznschälen. Als erster r Die deutsche Nothilfe gibt auch in diesem Jahre wieder WohlfahrfS'Brlefmarken heraus. Es gelangen zur Ausgabe: 5 Pfennigmarken zum Verkaufspreise von 7 Pfennig ® " » f, „ 12 „ 15 » it n »20 n 25 „ „ „ „35 50 » tt tt „90 „ eine Bildpostkarte mit eingedruckter 8 Pfg.-Marke zum Verkaufspreis von 12 Pfg., ein Markenheftchen, enthaltend sechs 5 Pfg.'Marken, 4 8 Pfg.'Marken, drei 15 Pfg.'Marken, zum Verkaufspreis von M. 1.50. Das Israal. Mrsorgtanl richtet an alle Glaubensgenossen, die Wohlfahrtsbriefmarken verwenden und damit einen guten Zweck erfüllen wollen, die Bitte, die Marken durch das FQrsorgeamt zu beziehen, da nur dann 80% ckes Reingewinns dar JQdlschan WohlfahrtspH«9« zugute kommen. Junges Fräulein oder junger Herr finden s«YS«ea &etm mit oder ohne Pension bei alleinstehender Dame. Älaaier sab Ba» in tzans». a&tjfbot, unter P. 404 nn Mc ®cmrinb(|titnitg Stille Mitarbeiter <»nch Damen) für »schlich in Zaftcaaact- Mcnsin, 9Uaftattsagascrfbgcraagni p*. ^snchi. erstklassige Derstcheeang^esellschast: tzah« Praaistanen. Aagekate anter C.S. 100SS na Ala-Haasensteia I Sagtet, etattgaxt Stenotypistin (300 Silken» Rordd. Jüdin, fleißig u. vertrauenswürdig, sucht Beschäftigung per sofott oder später. Gehalt ca. Mk. 150.—. Offerten erbeten an El. »almbach, Stattgatt, Pauliueustr. 51 DenlsdilfMlsdicr Wudcriuad „KiHKTftdCl“ »rmriHK Stuttgart Morgenfeier Sonntag, den 12. Januar 1930, morgens 3/4l lühr, Landesgewerbemuseum (SchwBb. BUderbflhne) Lindenstraße, spridit Herr MinUfterialrat Dr. Otto Hirsch Aber „Die neunte Inten« und Ihre luttiicn“ Außerdem gelangt unser Bundestatsfilm zur Vorführung. Zu dieser Veranstaltung.laden wir alle Gemeindemitglieder herzlich ein.

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