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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-11-16 · 16 (16.11.1929) · p. Seite 224

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
16 (16.11.1929)
Date
1929-11-16
Page
Seite 224 (sequence 4)
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III. Dieses Herausheben der Handlung aus der ' historischen (Jitimaligffit in einen Köderen, allgemeinverbindlichen Geltungsbereich, ist die groß artige, immer wieder aufs tiefite erschütternde Leistung der „Habima". Jeder ,L>abima^ Tar steiler verkörpert in seiner Rolle gleichzeitig den Protolyp der von idm darzustellenden Bühnen sigur und 'zwar so, daß diese Allgemeingültigkeit; erkält und für den Zuschauer Symbol wird. Irin wahrhaft menschliches Theater, ganz große jüdische Kunst. Tie „Habima" ist sür die Zudenkeit ein Licht, . das in der Finsternis leuchtet. Wir aber müssen! dafür sorgen, daß der Munerbodrn der „Ha oima " und das ist die ganze große Well des Judentums die Heimat der , vaBima" bleibt. H. St. Als zweite Tarbieiuug brachte die „.Habima" > ..Ter S cki a e", eine Tragifarce in drei Akten j nach Schalem Aleichem von Z. T. Berkowitfch. 2 - lohnt sich nicht, aus den Inhalt des recht de .iniglosen Stückes näher einzugehen. Das tvanze in vie. zu geciugivertig, um die Müde und den; Atfifi zu ceckilserligen, den die wiederum gran diose Wiedergabe beanspruchte. Tie Aufführung : :uar ein Musterbeisviel grotesker Tarstellungs tu nn Tie Aussüdrung solcher Stücke mag da becech ügl sein, wo das Hebräische Künstlertheattt sei j ihm ständigen Aufenthalt hat und für ein abwechs j ungsreiches' Repertoir sorgen muß, nicht aber ' oei i»laslsvielen, wo sich seine Tätigkeit auf wenige Abende beschränkt und Ivo es gleichsam eine! Mission zu erfüllen hat. Ten darstellerischen Leistungen wurde zwar mit Recht großer Bei - 22g - fall gezollt, aber wie grundverschieden war doch die Stimmung des Publikums an diesem Abend und dem folgenden, an dem sich die „Habima" im „Tybuck" von An-Ski verabschiedete. Bo» der ersten bis zur lepten Szene eine andachtsvoll lauschende, faszinierte Hörerschaft von Juden und Richtjuden Tie wenigsten verstauben die Sprache und doch hingen alle an den Lip pen der Redenden, als ob sie Offenbarung kündeten. Ter. heilige Ernst, der alle Tarsteller erfüllte, übertrug sich auf die Hörer, es sprachen nicht Juden aus einer andern Kulturwelt, svw dern Menschen zu Menschen. Man fühlt deut lich, daß aus diesem uns so wesensfremden Mi lieu auch keine Spur von Antisemitismus ec wachsen kann. Wäre dem nicht so, so hätte nicht nach den einzelnen Abschlüssen und ganz beson ders am Schluß geradezu frenetischer Beifall i das HauS erfüllen können. Man verließ das j Theater in gehobener Stimmung, große Kunst hatte hunderte von Menschen auf Stunden den Alltag vergessen lassen. Ter Eindruck solcher Abende verflüchtigt sich nicht über Nacht, sie bedeuten dauernde Bereicherung, Bertiefung sür all«, die den Sinn dieser Tarbietungen verstehen. Man darf die Darbietungen der „Habima" nicht mit den bei uns üblichen Kunstleistunge» vergleichen, nicht, wie eS so häufig geschieht, die „Habima" unseren Künstlern als Vorbilder hinstellen. Was bei dem einen höchste Kunst ist, würde bei dem andern vielleicht unerträglich sein. Tie „H a b i m a" i st einzigartig und soll es blechen. Sie bildet ein besonderes Kapitel in der Theatergeschichte. Wir aber wollen unS freuen, daß wir Zeuge solch erlesener Tarstel lungskunst sein durften und scheiden von per ^4ooU»<tyU4ld$ie*9fyaM. omtH 4m(jSuxH»*4ßoKax4tHHH4, db*r/$A/SftlDorax muflessein in der bekannte* roten Originalpackung. Überati erhäiflicht „Habima" mit dem Wunsche, sie in nicht zu ferner Zeit wieder hier begrüßen zu dürsm. M.O. Amfr IMheUetHbseoffi §1»ttg«kt. Alfred Wolf, der Borstand der Bereinigung „Freunde der Habima" Ortsgruppe «tuttgart, hatte die Mitglieder der „Habima" und viele Freunde des Hebräischen Künstlertheaters am 10. No vembcr zu einem Teenachmittag geladen und damit Gelegenheit geboten, die geseicrten Künstler persönlich kenncnzulernen. Wie der Gastgeber in seiner Begrüßung» anspryche ausführte, sollte durch diese Zusammenkunft der „Habima" Tank und Bewunderung für ihre Leistungen Ausdruck verliehen werden. Dies geschah durch stimmungsvolle Berse von Leopold Marx und durch den Kulturwert der „Habima"-Darbictungen be- WEISSENKIEE das führende Spezialhaus für SEIDENSTOFFE WOLLSTOFFE ' ABENDSTOFFE SPITZEN KLEIDER MODEWAREN MÄNTEL BLUSEN mit der großen Auswahl MORGENROCKE und den billigen Preisen WEISSENKLEE KiSH AussHneiden^ Au» sch Neiden! 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