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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-11-01 · 15 (1.11.1929) · p. Seite 211

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
15 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 211 (sequence 7)
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zer) 400 Kreuzer 6 fl. 40 Kreuzer. Aaron Mayer (Vater deS Optikers Waldstein) lieferte den Offizieren Arak für 6 fl. 30 Kreuzer. Die Laibacher Juden kamen auf keinen grünen Zweig. Eie verarmten in dem Notjahr 1817 und wurden einige Jahre darnach in Armut vergantet, und meist besorgte eine mildtätige Hand ein ehrliches Begräbnis. Heute erinnert nur noch der Judenfriedhof sowie die sogenannte Judengasse an die vor 100 Jahren dort blühende Gemeinde. ' Mit der Landflucht der Juden ging auch das Leben in dem blühenden Marktflecken Dörzbach zurück. Eine sympathische Figur aus der Erinnerung ist der im ganzen Lande bekannte Optiker Heß. Ter große hagere, allzeit zufriedene, ehrliche Mann trug jahraus, jahrein seinen Kasten von Ort zu Ort. Er war für viele ein Berater nicht nur für schwache sondern auch für kranke Augen. Groß war meine Freude als er mich eines Tages im Donautal aufiuchte, er, der erfahrene Mann und ich, der blutjunge Lehrer. Immer hatte er in seinen letzten Jahren etwas für gute Kinder in seiner Tasche. Sein Bater chatte von ihm gesagt, wie mir Mathilde Böhm (die verewigte beste Trägerin der Törzbacher Erinnerungen) erzählt: „Joseph, du bist und bleibst ein Pechvogel, dein Leben lang." Als er bei der Musterung die Losnummer Nr. 1 herauszog, sagte sein Vater: „Joseph, wenn die Nr. 0 drinnen gewesen wäre, du hättest sicherlich auch die 0 gezogen." Joseph wurde ein tüchtiger Soldat, blieb aber doch ein Pechvogel. Eine Frau starb nach der andern. 4 Frauen halle er. Im Jahre 1905 durfte er seine müden Augen schließen, er, der so vielen müden Augen Hilfe und Glanz verliehen hatte. Vom Saufwolf erzählt man sich folgende Geschichte. Wolf Levi Wertheimer war ein schneidiger Soldat gewesen, nun aber tüchtiger Metzger. Tie 48er Freiheitsbewegung gliederte auch ihn i)n :t riit in die Bürgern,« h so nannte man 1848 hatte Wert Häuser Tor. Se welcher angeheit« r heimer Judenangk heit schlich er sich Wercheimer ruft Bettlacken gibt an, und der betru n troffen, zusammen. „Wercheimer ist einjagen." Wegen l e wurde eine Soüxr sandt. Sie ziehen Mitte führen sie im Dorf hats ihi^t Im Umgang hebräische Wörtei Nur hÄben sie strich. Ich nenne Mackes, Tuches, Brauches, Schau: Schlemil, Schmutz: ges, Rauges, mesch pores, Messumes. Im Fränkischer gelegt, von den halten, weil mar jüdischem Dache fähigkeit zuschrieb Aber auch um Christen manches im Jahre 1840 Kind einen un konnte. Sie Hab« ihrem Gespinnste tigten Hemden hal e gebracht und vom die Träger solcher Losnummer zogen - 211 - ein. Weil er gerne trank, „Sauswolf". Am 13. März leimer die Wache am RegenS- Nachbar, Schreiner Reuß, war, gedachte dem Werteinzujagen. In der Dunkelimmer näher an ihn heran, ihn 3 Mal an. Der Geist im Heine Antwort. Saufwolf legt kene Reuß bricht, zu Tode ge- Vor seinem Tode bezeugt er: unschuldig, ich wollte ihm Angst r stündlich zunehmenden Gefahr enabteilung nach Dörzbach entdurch die Straßen. In ihrer ,^Bolf Wertheimer". Niemand nachgetragen. den Kindern fanden viele Eingang im Frankenlande. eist einen mundartlichen An- : Schoufct, Gallach, Bornes, Gediwer, Kassrüse, Schicker, e, Schlamassel, Massemate, x, Pleite, Uleno, Mores, Brauuke, achle, ganfe, schofel, kap- Jahren das Haus fär gediegene Sdiuhe hat man viel Wert darauf Anden" die Saatfrucht zu erderselben,' sobald sie unter gelagert hatte, größere Keimgekehrt haben die Juden den nachgemacht. Mathilde Böhm, zeboren, erzählte, daß sie als endlich feinen Faden spinnen die ganze Freundschaft mit versehen. Tie daraus gefern bei den Musterungen Glück Militärdienste befreit, indem Hemden unbedingt eine hohe Auf enge gend mit auch das Schicksale du Gadjo am Teufel den im Fränkin No schickt Er soll de Metzger d Oechsle d Wässerli Feuer due Prügeli d Hundle du Jockeli due Bire duen Man erst« das ganze d man darf n von Kinder hunderte w ühlungnahme der israelitischen Jun lebhaften Frankenkindern deutet ^klamationsspiel vom Jokel, der alle chkostet, eine Nachbildung des Chad- Peßachabend. Schließlich hott der etzger. Der Schluß lautet sodann er Herr de Daisel naus Metzger hole, et des Oechsle schlachte, t des Wässerli saufe, et des Feuer lösche, des Prügeli streune, et des Hundle schloche, des Jockeli beiße, t a Bire schüttle, a falle. ht ganz deutlich, daß das Kind »alkäische Lied verbildet hat. Ab«« cht verkennen wie rasch dies Lied ausgenommen und durch Jahr tergegeben wurde. Else Lasker-Schüler lieft aus eigenen Werken. Nehmen wir das am leichtesten zu sagende vor^ weg: Es wir interessant, Else Lasker-Schüler zu sehen und sprechen zu hören; wie es überhaupt immer einen! Reiz hat, wirkliche Persönlichkeiten, Menschen ureigenster Prägung kennenzu- SCHREIBUND RECHENMASCHINEN SGUTMANN STUTTGART MARIENSTR.10. 88TE8 LLUNQSHAU8 8CH1LDKWECHT A. G iVuTTSART NEU ERÖFFNET I Blumenladen Knopf Laadkaasstrafe 41 nMut d. Werastr. Telepboa Nr. 38344 FIQgel Telefon 6001« G. ELIAS-Pianos von der Stammflnna sind die »Masten Geschenke! Seit 90 Jahren bewlhrl Auf VeH- und Landesausstellungen primiert. Hervorragende Tonfälle und KlangsdiOnheüt. Mßilge Preise. Angenehme Zahhtngsweise. FOngShrlgc Garantie. Q« ILIAS» PtanofortgfabrtV _Inhaber: Pani Hat|aAsi 1^ Nur Vetmarstr. 29 TASCHENMESSER Beitede - EsslMIel Obstmesser - Rasierapparate - Menn Nagelpflege - Artikel IWn Sk k takr NO« I» HAINLIN L Co., STIFTSTRASSE ■/,. b. d. Stldt. 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