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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-10-16 · 14 (16.10.1929) · p. Seite 194

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
14 (16.10.1929)
Date
1929-10-16
Page
Seite 194 (sequence 4)
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diesen: nörreinstimmt oder von diesem abweicht. THrie Sridode bat er bei Homer in Anwendung v grdratN. Tie Lludie trägt die lieber,'chrift ...hei lut und 1'totan": da merk, man gleich, wo hinaus der Vertan, r neuern aus eine Pergleichung der Zliade und der Bibel. hxmer wurde übrigens vielfach mir Sei Bibel verglichen. Tie homerische» Even wurden die ^hellenische Bibel" genannt. Wielanv iiaiinic ho mer eine „Arr von Bibel", Goeilie liest den ho- ' mer und die Bibel;» gleicher Zeit, um sie miteinander vergleichen zu können. Herder spricht «:m (»erst Ser blbliichen Poesie und von der Pa turpoeitt Homers. Hegel meint, dje hliltierschc LlbrlübEiHliiig und BossenS Homer Uebertra seien Sie grössten Geschenke. die dem den! ftkwn Brüte geboien wurden. Aber während die deutsche» Tenker und Tichier mir dieser Berglei' chung vovneliinlich den kuliursördernden Werk der b«Hen größten Schöpfungen des Altertums - andcnlcn wollten, riebt der Talmudgelebrie Will« drn Homer vor das ^ornm der jüdischen Ertnt. Mai, mag diese Art von Bebandlung eines hrmier ungerrchi linden, aber inieressanl in sie: in mancher Hinsicht auch lehrreich. Ter Taliniiogetef rie Witter macht der Reibe noch ui alle» vierundzwanzig (besängen der Ivaöe »Line ivlosseu. Es ,'inv darunter recht viele znärmchr und irenliche Bemerkungen. Es fehlt aber auch :«chl an solchen, die gerade;« von eüier ttiidttil^n iiiaivitär diktiert sind. 2o ver gDich: irrth’r die „lilienarmige Here" mit Lilitb; Polsi. Anrne spricht er sede Weisheit ab: er it>lt daeckber, daß die Götter t»riechenlands eimuide. hLtrsgen: er kann es nicht sassen, daß Hemer den üdniseus, der dem Tolon wortbrüchig wird, ein«! ..göttlichen Tulder" nennt. An einer r!««*•' r> rncigi er iich sogar u> dem Ausspruch, harre Ieiams. der Zeitgenosse Homers war ■?), von Homers Tichiungen .üennlnis erhalten, wir b>-saßen^bra:r eine ..Last über Homer". Taß bei stick»»! reu. elbischen Einstellung Miller das Trci ben de. «’ööiic (Griechenlands, chre Wafimähler, Uirc Lietuneien nicht gefällt, daß ihm Irenen wie das Lksiiibembardemcnl des Mars gegen »M nrroa lächerlich erscheinen, vergebt iich am Rande. Witter stein übrigens mit dieser Ansicht nicht altsn. er könnte sich dabei aus einen sehr (»roßen. Teinacher Orient-Teppiche aus echten Orient-Wol'en echt gefärbt s nd die Echten LZtSonderVerkauf Vorteilhafte Gelegenheitskäufe fllitlnachlbau.v.stocx Ttiutltr Iritil-Itjpici-iiijKmti di. W. FRECH (f HAL PTSTÄTTER* | fpcxtaiham STRASSE 661 TEL-SS Eicr 7 Butter 7 Käse .2996 m Lieferung frei flaust - 194 - aus Messing, berusen, der meint, daß Götter, die einander mit Steine» bewerfen, wie mutwillige .»naben anmuten. Zunächst verweist Willer daraus, daß die Ge schichte des Trojanischen Krieges in vielen glücken der biblischen Erzählung von der Schandtat zu Gibeon ähnelt, hier wie dort wurde das Gastrechi aufs schmählichste verletzt. Tie (»riechen ziehen gegen die Trojaner, die Israeliten gegen den Stamm Benjamin. Tie Griechen fragen das Orakel, die Israeliten die Urim und Thumim. Tie Trojaner werden vernichtet, der Stamm Bcnjamin beinahe völlig aufgerieben. Rur hat die biblische Erzählung einen versöhnenden Abschluß. Im trojanischen Krieg siegt die physische Ikebermachi. Tagegtn im .üampf gegen den Stamm Benjamin siegt die Bruderliebe, das Mitleid und das Erbarmen (Richter 2). Tie Parallelen, die Willer zwischen Homer und der Bibel zieht, sind recht zahlreich: die gleichmäßigen und abweichenden Linien, die er zwischen den Schilderungen Homers und den Erzählungen der Bibel aufdeckt, recht auffällig. So macht er unter anderem die folgenden markanten Gegenüberstellungen: das heftige Wortgefecht zwischen Achilleus und Agamemnon und die Auseinandersetzung zwischen Tavid und Saul: das Tuell zwischen Paris und Menelaos und der Zweikampf zwischen Tavid und Goliath: die Liebe Anteias, des „Prölos edle Gemahlin", zu Bellerophonies und die ehebrecherischen Gelüste der Iran des Potiphar zu Joses; der Abschied hektors von Andromache und der Abschied Tavids von Michal: der Ireundschaftsbund zwi schen Achilleus und Patroklos und der Freund schasksbund zwischen Tavid und Jonathan. — Tie Schilderungen Homers mögen künstlerisch hervorragender sein (Willer gibt dies natürlich nicht zu,, die schlichten Erzählungen der Bibel sind ethisch erhabener, und die Ethik steht Willer höher als alle Kunst in der Welt. Bei Homer spinnen die Götter mit Lug und Trug die Schicksalsfäden der Menschen; aus der Bibel weht uns der hauch einer ewig waltenden Gerechtigkeit entgegen. Man vergleiche: Menelaos erringt über Paris keinen vollkommenen Sieg, da dieser mit Mithilfe Aphrodirens unversehrt daoonkommt «Ilias, dritter Gesang, 380 bis 383); Tavid über- Und wenn Sie es noch so eilig haben vergessen Sir nicht. Ihrem täglichen Waschwasser einen kleinen Zusatz von .Extraparfamiert KAISER-BORAX* zu geben. In wenigen Sekunden bereiten Sie sich in hervorragendes Schönheitswass.r, das für jeden halücraanismus empfehlenswert if> Ertraparfümier, Kaiser-Borax ist als gemittel mild und doch inlensio, als Tulpen der bezwingend und doch nie ausd . ich. Bei methodischer Anwendiing wird das Präparat deni Aeußeren durch blütenfrische» reinen Teint und aparten Wohlgenich stets besondere Anziehung verleihen. — Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Gratismustcr und Prospekt mittels dieser 'Anzeige ivird kostenlos zugesandt durch die Firma Heinrich Mack Nachs., Alm a D. windet den Philister (1. Samuel 17, 49). Nach dem Wortgesecht des Achilleus mit Agamemnon zieht Pelleus' Sohn erzürnt von dannen (Ilias, erster Gesang, 292 bis 307); Tavid und Saul scheiden einer vom andern nach ihrer Auseinandersetzung im besten Einvernehmen (l. Sam. 24, 18 bis 23). Auch die folgende Bemerkung, die das Gebiet der Völkerpsychologie und der Kulturgeschichte streift, verdient hier erwähnt zu werden. Ter griechische Held, urteilt Willer, war der Kraftmensch, der sich selbst genügte, ein ruhmsüchtiger Egoist, der für seinen Lorbeer nicht nur fremde, sondern auch seine eigenen Völker hinopferte. Ter biblische Held war (in Hirte seines Volkes, der gern sein Leben für das Wohl seines Volkes hingab. Tii Richtigkeit dieser Behauptung beweist Willer durch die nachstehenden Zitate. Achilleus fleht (Ilias, 16. Gesang, 97 bis 100): „Wenn doch, o Vater Zeus, kein einziger Troer sich rettete, der T a n a e r keiner, und w i r nur entflöhen der Vertilgung!" Moses dagegen betet (2. B. M. 32, 32): „O vergib ihnen ihre Sünde! Wenn nicht, so vertilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben." Aehnlich lautet auch das Gebet König Tavids (2. Sam. 24,17): „Ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was haben diese Schafe gesündigt? Laß deine Hand wider m i ch und meines Vaters Haus sein." Seil Ober 70 lehre bewlkll HARDT Plano- D. FMgdfabrfk » Gegrtadei IMS STUTTGART » Fontstr. Mo. 131 KARL HARDT I« die 1. Fabrik de» Lande«, die »«* «p—t»M«e hau« Beste Qemöhr fit gute, gediegene Arbeit. HUGO BLESS MaBgeschSft feiner Herrenmoden vorm. JOSEF BLESS Famspracher Q*Qr. 1SB6 GymnMlum.tr, 23880 STUTTGART Nr. 1* t Ohne Transmission direkt gekupp. Motor Kohlen- und Qas-Feuerung Kochen, Waschen, Spülen gleichzeitig Viele 0. R. P. und ein Weltpatent Die allein autorisierte Bezirksyertretung für Schahi-Wäscherei-Maschinen für Stuttgart und den Neckarkreis befindet sich in Stuttgart Vogelsangstr.32a, Telefon 60831 Vorführungslokal daselbst, sämtliche Größen täglich Im Betrieb anzusehen. 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