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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-10-16 · 14 (16.10.1929) · p. Seite 195

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
14 (16.10.1929)
Date
1929-10-16
Page
Seite 195 (sequence 5)
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Der Weltkongreß der Agudas Iifroel. Der Abschluß des in Wien soeben abgehaltenen Weltkongresses der Agudas Jisroel (Kenessio Gedaulo), an der eine stattliche Reihe der bekanntesten Führer der gesetzestreuen Judenheit, unter ihnen die hervorragendsten Vertreter der chassidischen Gemeinschaften des Ostens teilgenommen, hat von dem Anwachsen und der Vertiefung der Ideenwelt der Aguda ein beachtenswertes Zeugnis abgelegt. In ernster Arbeit sind hier Lebensprobleme der Judenheit behandelt worden wie die brennende Frage des Schicksals jüdischer Frauen, deren Männer im Kriege verschollen sind, ohne daß ihr Tod einivandfrei nachgcwiesen werden konnte, wie die Rückkehr der portugiesischen Marannen zum Judentum, imchdem sie über -100 Jahre als Nachkommen der Zwangsge/auften der Judenheit ferngcblieben, und die Stellung der Aguda zur neuen Jewish Agency. Wenn auch die Entscheidungen, die in Wien getroffen worden sind, nicht in allen Teilen befriedigen können, so muß der fromme Ernst der Verhandlungen von allen Seiten unumwunden anerkannt werden. Das erfreulichste Ergebnis des Kongresses war der Bericht über den bewunderns würdigen Aufschwung des Erziehungswcrkes der Aguda. In Polen wurden von ihr etwa 250 Mädchenschulen mit zusammen 18000 Kindern erhalten. Diese Schulen sind alle in den letzten drei Jahren geschaffen worden. Ihre Lehrkräfte werden in einem besonderen Lehrerinnen seminar hcrangebiidet, dessen Jahresbudget im letzten Jahre mehr als 150000 Dollar betrug. Auch in Litauen und Deutschland ist eine große Reihe agudistischer Elementarschulen begründet worden. Allein auf den höheren Talmudschubcn (Jeschiwaus (Äwauhaus) lernen zur Zeit 15 000 junge Männer, für deren Unterhalt ein Re darf von 1,8 Millionen Dollar erfottserlich ist. Die bedeutendste Leistung der Aguda im letzten Jahre war die Begründung der jüdischen Hoch' schule in Lublin. Bemerkensivert und besonders anzuerkennen ist der Ausbau der deutschen Stellenvermittlung für Eabbath haltende Juden, die einen besonders schweren wirtschaftlichen Kamps auszufechten haben. Es ist der Aguda gelungen, in den letzten sechs Jahren etwa 5000 arbeitslose Juden in die Wirtschaft einzustellen und ihr die Haltung des ■ 195 - Sabbaths zu sichere. Mit ehrlicher Begeisterung wurden Entschließungen gefaßt, welche die Festigung der begonnenen Werke fördern sollen. Tie Vcrsanimlung hat s , nicht unwesentlich zur Sicherung der religiöse, Einrichtungen der Judenheit beigetragen. Ein neuer der Weg zur Sicherung Sabbathruhe. Tic amerikanisch Statistik über die die fünftägige A ist. An erster SteÜ branche, in welche, nur 5 Tage arbeite r dustric mit 30 P^r 14,6 Prozent, in mit 46 Prozent — mit 12,9 Prozent, betriebe mit 5 Pr e Presse veröffentlicht eine Anzahl der Betriebe, in denen rpeitswoche bereits eingesührt e steht hier die Konfektions- 53 von hundert Werkstätten it, es folgen die Automobilin ozent, das Baugewerbe mit ihm die Maler und Maurer die Granit- und Steinarbeiter die Zeitungs- und Druckereiozent, die Maschinenbauin¬ G. Ebe R. D. M. vermittelt Or La STUTTGART P* Matistp. 36 Fernsprecher 20435! und 20136 ■ndstOcke Hypotheken Finanzierungen und Beteiligungen dustric mit 4, rikanischen Gi mcnhang mit tagewoche der ihre allgemein lassen wird. . daß die Zah 1 Prozent. Die Exekutive des amewerkschaftsbundes stellt im Zusamdieser Statistik fest, daß die Fünjlrtige Fortschritte macht, daß sich e Einführung nicht mehr äufhalten Interessant ist ferner die Tatsache, der Arbeiter, denen die Fünf tagewoche zuckutekommt, allein im vergangene» Jahr um eink halbe Million zugenommen hat. In verschiedenen Gewerben sind bereits Streiks organisiert Warden, um die Forderung der Fünftagewoche duahzusetzen. Mit Beginn des Jahres werden weitere 250000 Arbeiter Amerikas nur mehr 5 Tage arbeiten. Meldungen aus Palaftina. Emir Abdullah gegen das Mandat. Emir Abdullah von Transjordanien gab in Amman dem Korrespondenten des „Daily Chronicle" ein längeres Interview, in welchem er sich für eine Erweiterung der Autonomie Transjordanicns und gegen die Errichtung eines Jü dischen Nationalheims in Palästina aussprach. England habe sein im Kriege gegebenes Versprechen, sämtliche, arabischen Ländern die volle geben, noch nicht eingelöst. Wenn England ab der Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in Palästina sesthält, so werde es immer <ine Armee brauchen, um diezu halten. Zum Schluß er- Nachricht über den Einbruch;tämme in Palästina unwahr ses Nationalheim klärte er, daß die trausjordanischer < sei (ITA.). Ter arabische B allmählich die For an. Jüdische An die einer arabisch! Boykott und Terror in Palästina. »ykott gegen die Juden nimmt n eines unerträglichen Terrors gestellte einer Zigarettenfabrik, n Firma gehört, wurden als sie sich zur Arbeit einstellten, durch arabische Posten ausgesi rdert, sofort ihre Arbeitsstätten freiwillig zu vc,lassen, da man sich sonst gezwungen sehen werde, sie mit Gewalt zu entfernen. Tie Jerustlemer jüdische Bevölkerung mußte kürzl. auf Fle schnahrung verzichten, weil die jüdischen Schläch er und Schächter aus Furcht vor arabischen Angriffen, vor denen sie vorher ge warnt wordän waren, es nicht waglen, das Schlachthaus zu betreten. Vor einigen Tagen haben arabische Schlächter einen jüdischen Schläch ter angegriffen und ihm schwere Verletzungen beigebracht. Nachher erfuhr man, daß das Ge rücht, von den Ueberfallsabsicht arabischer. Schläch ter auf ihre jüdischen Kollegen übertrieben war. die Schlachtung von Vieh für den jüdischen Ko» sum wurde wieder ausgenommen. Im Zusammenhang mit der arabischen Boykott- und Tkrrorbtwegung besuchte Pinchas Ruthenberg im Namen des Waad Leumi den Lberkommissar Sir John Chanxellor und ersuchte ihn um Ergreifutzg geeigneter Maßnahmen. Ter Kreiskömmissar von Jckffa Major Campbel empfing den Bürgermeister von Tel Aviv Tizen BRAUER & WIRTH Kunst gewer bl i che Werkstätten MÖBELFABRIK Stuttgart, Charlottenstraße 21a laden höflidtst zur Besichtigung ihrer Ausstellungsräume an der Olgaecke ein Gatteric / Gasofen / comMnlerfe Herde / Mollen-Oclen WasdUiesfcl billigst Im Spezialgesdifift WIM. WEISS . 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