Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 10 (16.8.1929)
- Date
- 1929-08-16
- Page
- Seite 136 (sequence 4)
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HUGO BLESS Maßgeschäft feiner Herrenmoden vorm. JOSEF BLESS F»rn»pr»ch#r o®flr 1806 QymnMiumstr. 23580 STUTTGART Nr. 14 ruralem;u, die ritt) mit dem neuen Lynagogen Fund bei Liberia? besaßt hat. Tie Ruine dieser Lnnagoge wurde beim Wegebau nahe Tiberias entdeckt. Tie Bansorm in die bei allen Lyna qogen Palästina-? übliche Baiilikasorm. Von be Anderem Jntecene sind Reste de? Thoratckreins Mit klein architektoitisck-.cn Bildwerken wie Läul ckten und kleinen Türen mit Marmorbelag. Au j-erdem sei eine netnerne Menorah erwähnt, die erne ihrer Art, die man in einer antiken Lyna goge entdeckt hat. Ein ganz neu entdeckter Lyna gegen Typ >N eine Lnnagoge bei' Jericho, die int leinen .ckrtegsjahr aufgefuitden wurde, als eine Bombe auf dem türkischen Lager nahe Jericho!>, einen >?ügel einschlug und die Engländer ,a-, daraus Teile eine? Mosaikt'ußboven? mit einer aramäischen Eilschritt sreigelegt sauden. Tie'e Lnnagoge wurde nach dem Krieg von den Tnminikaiiern au?gegrabeii, wobei reicher de t r. ,itipi'. Zierrat an? Lickt gebracht wurde. Auch di eie Lvnagoge ist im Basilika 2til angelegt und in ran Bat plan, vor und Leiiengebäude umgeben, r'lnt : emerkeuswertesieii tü der Moiatkboden de? Mitteischiss?: er weist verschiedene Abbildungen von Vögeln. Tieren, Früchten und dergl. aus. Ter Jnneitkcei? umschließt da? Mittelstück: eine sigür.tcke Tarstellung der Lonne, die aus einem B eigeivannwagen einher sährt. Um diese? Mittelstück sind in Areissorin die >2 Llernbilder angeordnrt. In den vier Ecken sind Figuren ange brach:, die die vier Jahreszeiten inmbolisieren. hebräische Kitsch eisten erläutern den Linn der Tarsiellnngen. Tie Bilder sind leider säst nur it\ den Umritten enthalten. 'Wir haben hier dieselbe Eiicheiitititg, die man auch in anderen antiken Lnuagogen beobachten konnte: osjenbar haben di, Ariden in einer spateren Periode der Bilderstür inerealle stgürlichen Tarstellungeit zerstört oder ge.»nick: entsernt. Oberhalb de? Zodiaku-, schließt tick, eine weitere Tarstellung a». Sie inan nur da: k e itet guterhaltencii hebräischen Eilschritt deute.: konnte. Bon reckt? und link? schreiten nee- Löwen aus eine in der Mitte befindliche Figur n>. voit der nur Reste beider .Hände enthalten sind. Tie Inschrift zeigt den Rauten Ta iiiet, oüenbar handelt e? sich um eine Tarstel lung Tantel? in der Löwengrube. Im Lüdteil de? Bau? zeigt da? Mosaik die Tarstellung eine? Tüorasckretn?, ftmikiert von zwei siebettarmigen Leuchtet ii. :mi den lebten Monaten ist eine zweite Lyna goge diese? Typ? entdeckt worben, die der Rese reut im Aufträge der .Hedräucheit Universität -,u Jerusalem au?gegraben hat/Auch diese Lyna goge ist zufällig an? Tage?licht gekommen, als man in der jungen jüdischen Liedlung KetH Alvha, im Tale E?draelon unweit Beisan Trainage Arbeiten vornah.m. Hier Hatten wir da? «ckluck, ans ungewöhnlich gut erhaltene Funde zu stoßen. Tie sreigelegte Fläche ist 28 Meter lang und 11 Meter breit. Auch hier ist die Basilikaform gewahrt. Zwei Reihen von je 5 Psei lern teilen die Lynagoge in drei Teile. Längs der Wände ziehen sich steinerne Bänke. Bon gro ßem Interesse ist eine Apsis, die auf der Süd mauer der Lynagoge ausladet und zweifellos als Standplatz de? Thoraschreins diente. Eine spä tere hinzufügung ist ein smsenanig erhöhtes Podium (Bema, in der Nähe der Apsis. Ti« Richtung der Synagoge zeigt gen Lüden, ist also Jerusalem zugewandt, wie alle Synagogen, die nördlich Jerusalems ausgesunden wurden. Ter ganze Kampier ist mit Mosaiken ausgelegt, das .Hauptmosaik des Mittelschifss ist außerordentlich bilderreich und vielfarbig. Es ist in drei Felder geteilt und von einem Rahmen umgeben, der eine verschlungene Weinranke darstellt, in deren Ber schlingungen sich Abbildungen von Menschen, Tieren, Vögel», Fruchtkörbchen usw. sinden. Bei der Apsis tm Lüdteil zeigt das Mosaikfeld die Wiedergabe eines Thoraschreins, seiner Geräte und Verzierungen. Im Mittelpunkt ist der Thora- Lchrein als ein giebelartiges Gebäude dargestellt. Leine Front weist zwei Flügeltüren aus, die in je - 136 - vier Felder geteilt sind. Jedes der vier Felder zeigt Nachbildungen von Schnitzornamentik. Ueber den Türen trägt eine Leiste drei Basen. Oberhalb der Basen sieht man eine Conche, über der vom Giebelvorsprung herab die Ewige Lampe hängt. Auf den Akroterien steht je ein Bogel — wahr scheinlich die Cherubim der Bibel. Zu beider. Leiten de? Thoraschreins stehen zwei siebenarmige Leuchter, bei denen man zwei Widder- Hörner, sowie Abbildungen von Thorarollen in Theken sieht, aus dem die Umbilici herausragen. Rituelle Festfträuße und Eitrusfrüchte (Lulab und Ethrogi sinden sich unter den Abbildungen. Unterhalb der Leuchter flankieren zwei brüllende Löwen den Thoraschrein. Lträucher und Vögel füllen den sreien Raum. An dieses Feld schließt sich das rechteckige Felde? Zodiakus an, das hier den Mittelpunkt des ganzen Mosaiks bildet. Im Zentrum sieht man die figürliche Tarstellung der Lonne mit einem Ltrahlenkranze auf dem Haupte auf einem vierspännigen Wagen tronend. Tie sreien Ltellen sind mit Halbmond und Lternen bedeckt. Kon zentrisch zu dem kreisförmigen Mittelstück sind die zwölf Lternenbilder angeordnet. Tas Jahr beginnt, wie aus den Inschriften klar ersichtlich ist, mit dem Widder — dem Lterttbild des ersten Frühlingsmonats. Besondere Erwähnung verdie neu folgende Bilder: l. Tas Bild der „Zwillinge, die eng verbunden gleich siamesischen Zwillingen dargestellt sind, 2. Tie „Jungfrau", die mit Ohrringen und anderem Lchmuck behängt auf einem Thronsessel sitzt. 8. Tas Abbild der „Wage", da? einen Mann zeigt, der in seiner Rechten eine Wage hält. 4. Ter „Lchütze", der in der Linken einen Bogen halt. 5. Ter „Wasser/ mann", der das Wasser aus einer Zisterne schöpft. In den vier Feldern de? Rechtecks, das den Zodiakus umspannt, sind vier Tarstellungen der Jahreszeiten angebracht, die durch geflügelte Ge nien versinnbildlicht werden. Am künstlerisch wert vollsten ist da? Bildnis des Herbstes. Tie Gestalt trägt ein Tiadem, LHrenringe und Lchmuck behäng, der hauptsächlich aus Lmaragd, Ame thyst uitd Topas besteht, zu deren Wiedergabe man Glaswürfel verwendet hat. Bemerkenswert ist, daß die Genien blondes haar tragen. Gut er haltcne -hebräische Jnschristkii sinden sich neben jeder AbhjjduitA> — Tas anschließende Feld ist einer Tarstellung der Opferung Isaaks gewidmet und zeigt alle dabei beteiligten Personen von littks nach rechts. Links stehen die beiden jungen Tiener mit dent aufgezäumten -Esel. Ter Tiener rechts von dem Tier hält in der rechten Hand die Zügel, in der linken eine Peitsche. Neben ihm sieht man einen Widder, der ait einem Busch aitgebuttden ist. lieber dem Widder sindet sich ein Zitat aus der Bibel, da? aus den biblischen Vorgang hindeutet. Eine ausgestreckte, von einem Ltrahlenkranz um gebene Hand symbolisiert das Eingreifen Gottes und weift auf Abraham, der sich nach ihr um wendet, um den Ruf Gottes auszunehmen. Ueber der Hand führen einige hebräische Wone den himmlischen Befehl an. Abraham selbst ist als ein ältlicher, bärtiger, wohlbeleibter Mann dargestellt, dessen langer Mantel bis auf den Knöchel herabsällt. In der Rechten hält er ein langes Messer. Tie Linke faßt den Lohn Jizchak, der nackt in sehr Hellen weichen Farben als junges Knäblein mit gebundenen Händen dargestellt ist. Rechts steht der Opferaltar mit lodernden Flammen. Zu beiden Seiten der Mitleltür trägt das Mosaik Bilder eines Löwen und eines Bison oder Stieres. Zwischen den beiden Tieren wurden zwei Inschriften — die eine in arameischer, die andere in griechischer Sprache — gefunden. Tte griechische Inschrift enthält die Namen der beiden Handwerker Marianos und seines Sohnes Ha nina, die das Mosaik legten. Die leider zum Teil zerstörte arameische Inschrift gibt die Zeit der Anlage des Mosaik an, sowie die dafür verausgabte Geldsumme und die Namen der Stifter mit den üblichen Segensformeln. Von alledem hat sich noch folgendes erhalten: „Tiefes Mosaik wurde im Jahre... der Herrschaft des Kaisers Justinus gelegt" etc. Sukenik vermulet, daß es sich um Justin I., 517—528, handelt, so daß wir es also mit einer Synagoge aus dem Ende des ersten Viertels des 6. Jahrhunderts n. Ehr. zu tun haben. _______ Das geplante jüdische Siedlungswerk im Arteil eines Sachverständigen. Im „Schild", der Zeitschrift des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, veröffentlicht soeben einet der hervorragendsten russischen landwirtschaftli chen Sachverständigen, Prof. Tr. Boris Brutz kos, seine Auffassung über das vom Reichsbund geplante jüdische Siedlungswerk in Deutsch land. Er nennt den Versuch, die erst seit deckt Mittelalter erzwungene Entfremdung der deutschen Juden von der landwirtschaftlichen Arbeit zu überwinden, natürlich und zweckmäßig. Gleich zeitig warnt er vor einer falschen Jnangriff nähme des beabsichtigten Siedlungslverkes. Tie Schlußfolgerung, daß die Juden einen Teil ihrer Bevölkerung dem Bauernstände zuführen sollen, weil das deutsche Volk zu 20 Prozent aus Bauern besteht, ist ein wirtschaftlicher Fehlschluß. Tie Lage der deutschen landwirtschaftlichen Be völkerung ist derartig, daß ihre Heranwachsenden Kräfte auf der heimischen Scholle nicht ausgenützt werden köttnen, und daß die Bauernsöhne nach den Städten auswandern müssen. Es ist also höchst unwahrscheinlich, daß es unter diesen Be dingungen den Juden gelingen wird, eine die sem wirtschaftlichen Zwang entgegengesetzte Be wegung zu schaffen. Tazu kommt, daß die deut scheu Juden so gut wie keine Beziehungen zur Landwirtschaft liaben, daß ihnen die Einstei lung zum Bauernstände fast völlig abgeht, daß also die Schaffung typischer jüdischer Baueruwirt schaffen ein verfehltes Ziel bedeutet. Aber selbst, wenn es gelingen sollte, einige jüdische Törser in Teutschland zu schassen, so FREUDENSTADT Löwen-Apotheke StuttQartorstraSo s / Famspr. 17 Q. HONIG Großes Lager pharmazeutischer Präparate - Herstellung und Versand von Freudenstädter Abführpillen und von Schwarzwälder Flohtennadel - Spiritus (HOt«l mit jedem Comfort Restaurant mit erstkl. Küche Caf6 mit eigener Konditorei Das ganze Jahr geöffnet. Pensionspr. v. O-- Mk. an Geschäftsführer: F. Uhl>Harzsr, Telefon 441/2 Drogerie Heinrich Keil Hauptgeschäft: Marktplatz 44 Filiale: gegenüber Hotel Rappea Freigegebene Arzneimittel Frudttsöfte, Spirituosen, Parfümerien „aÜ... : fertig nach f ••..Maß..'* . mercedes-Schuhhaus Carl Hwrai» STRASSBUBGERSTR. 14 ». 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