Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 9 (1.8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- Seite 120 (sequence 2)
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- 120 - Seit 40 Jahren das Haus für gediegene Schuhe SCHUHHAUS eine einzige vergangene Srunbe von uns zurückge holr werden kann, so wenig kann auch — ob es nun unser Wunsch wäre oder nicht die .jeit unserer Mütter sestgestellt werden. Eine Epoche, die die Frau berufstätig neben den Mann stellt, trägt ein anderes Gepräge. Sie wird den Frauen, neben den gleichen Pflichten, auch die gleichen Rechte einräumen, wie es in man chen jüdischen Gemeinden ja auch bereits der Fall ist. Eine weit größere Revolution war es, als einst der Jude, gleich »em christlichen Michürger einen Geschlechtsnamen aunehmen mußte. Heute weiß man nicht mehr anders, und vor allem: Tas Judentum ist darüber nicht zu Grunde gegangen. Aehnlich wird es mit dem Wahlrecht der Frau werden. Führende jüdische Männer haben in Berlin össentlich ausgesprochen: „Tie Mitarbeit der Frau in Fürsorge- und Gemeindeangelegenheiten ist eine Selbstverständlichkeit geworden". Auch bei uns wird es einmal eine Selbstverständlichkeit sein, und ivir sind überzeugt, es wird für die «Gemeinde kein Schaden daraus erstehen. * Die Stellung der Frau im jüdischen Recht. Zugleich ein Nachwort auf die Zuschrift des Frauenbundes. Tie Entgegnung des Frauenbundes auf den Aufsatz der Gemeindezeirung vom l. Juli ist nur ein Beispiel mehr dqfür, wie schlag Wörter auch Fönst nachdenkliches Urteil be einflusseil. Wenn ich die aus den beiden Fraueutagungen angestimmte rührende Klage über die Entrechtung der jüdischen Frau durch den bösen Mann, und das alte Gewohnheitsrecht, wttche die Frau von dem Paradiese der Gemeindestube ausschließen, als lieber treib ungen bespöttelte und zugleich als Musterbeispiel für unverstandene und unverständliche Schlagwärter einen «atz aus der Festnummer der Bundesblätter anführte, habe ich die Frage des passiven Wahlrechtes der Frau mit keinem Worte berührt. Ich habe nur bedauert, daß sich die moderne jüdische Frau in Klagen über ihre Entrechtung ergeht, weil sie — risum teneatis, amici! von der Gemeindestube gewohnheitsrechtlich ferngehalten wird. Ich kann mir recht gut die volle Glückselig feit vorstellen, wenn dieser Wunsch der jüdischen Frau seine Erfüllung erlebt und die Frau im Gemeindeparlament die Entscheidung hat. Nur erlaubte ich mir die bescheidene Glosse des Zeitkri tikerS: „Ich rufe die angeblich entrechteten versklavten jüdischen Mütter der Borzeit, diese Frauen, zu denen die Gatten wie zu den ungekrönten Königinnen ihres Lebens, die Löhne und Töchter wie zu Heiligen aufblickten, zu Zeugen auf, ob wirklich chr Schicksal so unsagbar hart gewesen. Sie würden mit dem feinen gütigen wissenden Lächeln unserer Mütter antworten, mit denen man Schlagwörter abweist." — Tie Frage der Stellung der Frau im jüdischen Rechte bedarf aber, das zeigt die Entgegnung des Frauenbundes, einer sachlichen Behandlung. Es gchört zu den Glaubensartikeln der Gegenwartswissenschaft, daß das jüdische Recht die Frau entrechtet. Erst der neue Glaube habe der Frau den Weg zur Gleichberechtigung erschlossen. Tabei wird mit einem Seitenblick auf das rückständige Judentum auf den Orient und seine Auffassung vom Minderwert der Frau hingewiesen. Es ist eine peinliche Tatsache, daß sich ein beträchtlicher Teil der jüdischen Frauenwelt dieses Togma angeeignet hat. Wortreiche Entschließungen, welche im Tone der Entrüstung die Rechtsgleichheit der jüdischen Frau fordern, werden von jedem Frauenverein gefaßt. Und was das Israel. Gemeinde Ludwigsburg Hilfst» orbeter für die Herbstfeiertage je iiir Schackaris und Biinchal, gesucht. MeldunLen erbeten an das Israel. Vorsteheramt T r e >, f u s A/ach 7 jähriger Ausbildung an dar madirin. Klinik (Gah.-Rat Krth!), dar medisin. Poliklinik (Prof. Tannhatuar), dam phgeiologiadtan Institut (Prof. Puttor) zu Haidalkarg, dann als wissen• sctiaftdeher und später erster Assistent dar inneren Abteilung des Kmthgrtnenhospttels (Geh.-Rot Side und Prof. Frag), zuletzt am Zantrulrontgeninst Wien (Prof. Holsknadtt) habe ich mich als Facharzt für innere Krankheiten mit Röntgendiagnostik, Gasstoffwechsel- und ehern. Laboratorium, Diathermie asm. Sdiellingstrafte Nr. 13, 1 niedergelassen Dr. med. Paul Bonem Sprechstunden 1V l!g3~5 ühr, Samstags 11^2 Telephon 29606 Schlimmste ist: ein großer Teil der Männer betet diese Bchauptung andächtig nach, die heute bereits eine Art von Giltigkeit erlangt hat. Daß das Judentum den Frauen die Rechtsgleichheit zuerkennt, ist schon dadurch erwiesen, daß es allen Menschen ein und dasselbe Recht zubilligt. Es wäre völlig unverständlich, wenn gerade die Frau von dieser Rechtsgleichheit ausgeschlossen sein sollte. Tatsächlich sind ja jedem Bibelleser Prophetinnen wie Mirjam uiü> in den Königstagen Hulda, die Richterin Debora und die Königinnen bekannt, die während der Minderjährigkeit ihrer Kinder den Thron eingenommen. Dagegen postuliert die heilige Schrift neben ved Gleichheit vor dem bürgerlichen Gesetze die Berschichenheit vor dem Religionsgesetz. Die Söhne Ahrons und die Leviten haben ihr eigenes Recht, und Koras Rotte wird bestraft, weil sie dieses Recht angetastet. Männern und Frauen wird im Heiligtum ein getrennter Raum angewiesen. Sogar im Gebete wird ein Unterschied gemacht: der Mann dankt seinem Gotte dafür, daß er chn nicht zum Weibe gemacht, und die Frau dankt, daß sie nach Gottes Willen geschaffen. Jude und Nichtjude sind Menschen, vor Gott und dem Gesetze gleichberechtigt. Beiden ist ewige Seligkeit für chr Tun verheißen. Aber nach dem religiösen Gesetze ist ihr Pflichtenkreis streng geschickten. Diese Verschiedenheit bedeutet jedoch keine Verschiedener ertigkeit. Der Israelit gilt nicht we- DiNMottcrlti Krf. in dopp. otnerib. Buchfübruna, sowie Durchreibesystem Schlayand und mit allen vorbommenden Büroarbeiten bestens vertraut, sucht sofort oder später entsprechenden B«tra»e»»postea in gutem Hause. Suchende würde sich evtl, auch im Laden mitbetätigen. Gest. Zuschriften erb. unter ®. 668 an den Verlag des Blattes. Bemoid.AneriMdi Verein Sonntag, den 4. August, lagesausflug ins Monbach- und Nagoldlai Abfahrt: 6** Uhr ab Hauptbahnhof (Sonntagsfahrkarte Zone GL) Bericht de< Israelitische» Fürsorgeamtes über de» Mo»« Z»«i. ' Sprechstande« der Fürsorgerin: NEUZEITLICHE HOBEL in bester Qualität zu sehr günstigen Preisen STUTTGART Senefelderstr. 72 Slitriltn Diktate OeroielfältimD marlDaxer Sllberbnr*(träte 97 Robert Weil Ruth Weil geh. Wolf Vermählte STUTTGART Pavillon Exzelsior Trauung 1 , 5 Uhr Synagoge 1. Au g u st 19 29 Wir suche« für alleinstehenden Herrn einfaches möbl. Zimmer mit Frühstück. Angebote mit Preisangabe erbeten Ist. 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Fürsorgeamt Mk. 65.— von: Herrn Moritz Bauer. Frau M. B . Frau Bettha Rosenfeld. ----- bvzösssn*0* Herr Adolf Gumbrich spendete anläßlich der Vermählung seiner Tochter einen Doppelzentner Weizenmehl zur Betteilung. Beim „«ClltfttlU&C« CtfbtUb*4 de» HD.iH.Ml» am 16. Juli im Kurhaus auf der Heid wurde ein Spazlerstockr vertauscht. Anruf erbeten an G.A. 228 98. Adolf Marstaller Malermeister Lorenzstr. IO. Telefon 27960