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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-07-16 · 8 (16.7.1929) · p. Seite 110

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
8 (16.7.1929)
Date
1929-07-16
Page
Seite 110 (sequence 4)
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110 - -Mlhmaschiiian TorzOcliclics deutsche* Fabrikat Mp Haaahalt --- ladMlrto WltipH, CiHradliDL, Stuttgart, KmprfazstnBe 22 Eultngen, Untere Metzgerbachstraße 9 » Aal WiiKh «rMehtarto ZflMeapMlafa>t** I M faiiiu. Auck drine ganze Umgebung hatte von ibr nie gekört. Tu wußtest wobl, daß es sieden ...Klugheiten" gäbe, deren allerdings nur Geistes große» reildaftig werden konnten: von den .Choctimes horfueb" und den „Chochmes hamu iike", den Klugheiten der Heilkunst und der Musik, härtest du schon gehört, Bildwerke oder son stige künstlerischen (Erzeugnisse aber kaum ge sehen, und dabunke Heiligenbild an der ortho doren Kirche Kar dein Blick kaum getroffen: ewar ja eine Zünde", den „wundertätigen .Uikolau-" auch nur anzusehen! Wie in der konservaiioen alt jüdischen Atmosphäre sich keine n'urzelfränige, originelle Kunst entwickeln konnte, weil man den Blick ausschließlich aus dawirk lickte L'eben richiete, so har auch dein Milieu nie Verständnis für den künstkerischen, gestalienden Tiang im Menschen. aufbringen können, lind doch bist du, IeKudo Epstein, ein bedeu i'.'nder Maler geworden und deine Bilder gel i n etwas in der Well. Taverdankst du nur .'-°:„er zähen Energie, deiner dir angeborenen Kunst, zu hungern und zu darben und lucht zulem der Lehre deine- Elternhauses, den Reich luin gering zu achren. Und io gingst du als hluijiiuge- Burscherl aus die Zeichenschule nach Wilna. E- Hane schwere Kämpfe gekoster: dei nem Barer ging es zeitlebens nicht gut. Jedes EuQBn Eyrldi,sdiiD6str.3i™, Stuttgart übernimmt Konkurs-Abwendungen, Vergleiche jeder Art. Vertragsentwürfe. Hypothekenbeschaffung, Beratung in Stauer- und sonstigen Angelegenheiten. Gegründet 1908. Fernspr. SA. 294 06 und nach Büroschluß 602 69 Fahr kam ein Kind an, jeden Tag versuchte der Bater, seine kärglichen Einkünfte zu vermehren; aber er hatte eben kein Glück, er war und blieb ein „Gelegenheitsarbeiter", einer von den „Luftmenschen", deren deine Heimat auch heute noch lausende zählt. Aber du setztest deinen Willen durch, einen so unmöglichen „Beruf" zu ergreifen. Als dich dein Barer fragte, mit welchen Mitteln du überhaupt die weite Reise nach« Wilna bestreiten wolltest, sagtest du ihm mit rührender Entschlossenheit, du würdest deine „Barmizwah Uhr" verkaufe». Taimponierte ihm, und er gab nach. Mil 10 Rubeln gingst du in die fremde. III. Fehuüo Epstein setzte sich durch, hungerte sich durch bis zur Kunstakademie nach Wien. Zn Wilna mußte er schwere entbehrungsreiche Jahre durchmachen. Er wohnte bei einer „Krämerke", einer Frau, die den ganzen Tag über in einem sreinden Laden.stand. Es war ein billiges Quar lier. Toch auch hier wußte man den Sabbath zu begehen und jeden Freitag Abend erglänzte die Stube im Lichte der Festkerzen. Tamals war es ihm oft bitter traurig zu Mute. Er dachte an daS feierlich-patriarchalische Familienleben sei nes Elternhauses zurück, und da er sich nicht als ewigen „Schabbesgaft" einladen lassen nrollte. In unserer Gemeinde ist die Stelle eineleifndcD Bunten der Otrnialtigg zu besetzen. Gesucht wird eine 1. Kraft, die in jüd. Gemeindeangelegenheiten bewandert ist. Bevorzugt werden Akademiker und solche Personen, welche in leitender Stellung einer Großgemeinde tätig waren. Lebenslängliche Anstellung ist in Ausficht genommen. Bewerbungen bitten wir unter Anschluß von Zeugnissen und eines ausführlichen Lebenslaufes und unter Angabe der Gehaltsanspiüche. sowie des Zeitpunkt«, zu welchem der Eintritt erfolgen kann, bi« 31. Z»tt 1929 an das unterfertigte Amt zu richten. Stuttgart, den 12. Juli 1929. Äs». BorfteQeramt verzehrte er sein bescheidenes Mahl auf der Fensterbank mit schwerem Herzen. Wenn Jehud» Epstein einmal „bei Kasse" war dies kam allerdings selten genug vor dann kaufte er sich ein Stück koschere Wurst oder Fleisch, denn „trefe" durste er seinen frommen Quartier gebern nicht ins Haus bringen. Aus den beschei denen Gaben des „Vereins zur Unterstützung jüdischer Studierender" und dem Erlös für pri vate Zeichenstunden bestritt der Kunstjünger sei nen Unterhalt, so gut es gehen wollte. In den Ferien, die Epstein in Orscha, dem jetzigen Wohnsitz seiner Eltern verbrachte, wurde er mit Fragen über seinen Beruf bestürmil. Mn» interessierte sich einzig für die materiellen Möglichkeiten seines obskuren Metiers und wollte BRAUER & WIRTH Kunstgewerbliche Werkstätten MÖBELFABRIK Stuttgart, Charlottenstraße 21a laden höflichst zur Besichtigung ihrer Ausstellungsräume an der Olgaecke ein Blanka Schaffer Bächsensir. 10 Herren- und Damenmoden Tapeziera Dekorateur RoiebAhlatraaae 11c Werkstute Gutmber«itr. 110 Neu.n/ertifuaa tob foUcrutttla, Aatrlcht« Mair.taea, Di warn*, BdkMa, ChaUrloBgi Tapeziere« tm Zimmerm, Lege« tob UboI< leberlegen -Sie sich einmal, welch spannenden Fi m die Ereignisse /.ährend Ihrer Reisen geben würde Filmen ist einfadi u. nidit teuer. Lassen Sie sich ganz unverbindlich Probefilme vorführen; Sie werden überrascht und entzückt sein. Photohaus „Schwaben“ Adolf Slmpfondörfar — Fomaprachar 702SB Stuttgart, Marienstrste 7 (Fürstenhof) hre Reisen im Fil CHR. STATTMANN S NACHF. 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