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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-07-16 · 8 (16.7.1929) · p. Seite 108

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
8 (16.7.1929)
Date
1929-07-16
Page
Seite 108 (sequence 2)
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Verreisen Dann decken Sie Ihren Bedarf bei Offenbacher Lederwaren OSKAR BECKER CHARLOTTENSTR. 2 RotebMIstrasse 1B direkt b.d. KSaigstr. wurde i'iotubic beDiiifiuiiflfiueiie ju acht Tagen Virrm omittcilt, woinii fielt der Staat^auipalt und die israelitische »dnltusgemeinde in Bröd"ü d. 2ave als Privarbeteiligte zufrieden gaben, da c: iidi nit'hr um das Prinzip als »in die Schärfe der Strafe handelte ivoinbie ieibft erbdb jlÄdi die Nichiigkeitsbe l'rlm-erde, »nd die kgl Leptemvirattarel in (Zagreb ordneie eine Ergänzung des Verfahrens an > dieser Entscheidung des Kaifationsgerichts .-dies l’i'tlit es nämlich u. a.: ..In-? angefochtene Urteil bat nicht begründet, i.nmiu? es annimmt, daß der Beschwerdeführer di, Lehren oder I>stirutionen der im Staate anertannie» jüdischen Religionsgenossenschasi an geialle» bat, während er lediglich die unmorali i.lien »nd den bestebenden Staats»zesetzen lvider sprechenden Besiimmungen des Talmud und des Sdnddan Aruei zitiert bäbe und das; in unserem Staate eine' talmudische Reiigionsgenossenichaf »icln anerkannt sei Tie Nichtigkeitsbeschwerde in begründet, denn da Gericht bat in der Tat nicht begründet, in welcher Absicht der Beschwerdeführer die in keiii'inierten stellen geschrieben, bezielnnigsweise insgeiprochen Hat, ob in der Absicht, um;ti!>eschiinvsen, oder int Bestreben, die Lehre der genau Ilten Religionsgenossenschasi herabziisetzen, .'der in eitter anderen bösen Absicht Tas Uneil in seiner Begründung bervor, dag durch das s > : .»bringen der inkrimiitierten Zitate jeden »a i-- bi . Haß und die llirdnldsamkeit zwischen d, l .:>i,tgliedern der Religionsgenoisrnsckhist er u.,t tverde, wasauf eine boie Absirtn der Ver benung der Klassen binweise, und das könnte das Dealt Ser Uebertretnng nach Paragraph •’>**•* I Abi. 2 2t. <ü. bilden Da bei uns im' Staate nicht alle Sekten der ji^tischen Reli giau aneckatint sind, bat das erstinstanzliche Ur ten nicht begründet, ob die Sekte, welche die .Ae >zgto» nach dem Takmttd und Schulchan Aruch ieb'ct. unter die bei uns gesetzlich anerkannten > R tgionsgenoiienschasten gehört und ob die Re ägionsiehre nach diesen Büchern die Gesamtheit .--.7 Reiigtonsgesetze bilde, welche Gesamtheit den b'iaulen der gesamten Religionsgenossenschasten bildet und nicht blo? die Lehre einer einzelnen ..e'igwien Gemeinde, welche letztere Lehren nicht >'iii Sdnip des Paragraph 2t. W. genießen " Ter t Gerichtshof holte nun ein Gntach ten zweier Sachverständiger ein und bestimmte ,'itbegreiilicherweise^ hiezu zwei katholische Theo ->gen, den früheren Professor'der hebräischen 2prache an der theologischen Fakultät in Jag tev, Tr Josef Volovic, und den jetzigen. Tr. Anton Sovie In ihrem Gutachten beriefen sich die beiden Sachverständigen sogar auf die 2chris ten des int Bloch'schen Prozeß gls Ignoramen -LJ -- 'JJJJl-- . — 10« - und als Meineidigen entlarvten Tr August Roh ltng. Tie israelitische Knltnsgemeindc itt Brod a. 2. ersuchte nun den als jüdischen Publizisten und Historiker bekauuten Vizepräsidenten der Zagreder isr Kultusgemeiiche, Tr. Lavoslav 2ik, um die llebernahme der Vertretung. Am I T Mai d. Is. fand beim Gerichtshöfe tu Pozega die neue Bechandlung statt, für welche nicht nur in Pozega selbst, sondern auch im gan zeit Laiwe großes Interesse herrschte. Es war, wie ein Bild aus dem Mittelalter, als int dichtgedrängten Zuschauerraume rechts der 2tadtvfarrer und ein Franziskanerpater, links der Rabbiner, beide mit chren Gemeindeange gchörigen standen und mit gespannter Aufmerk samkeit und großer Erregung der sieben 2tun den währenden Verhandlung beiwohnten. Während sich der Angeklagte abermals in wü fielt Beschimpfungen des Judentums erging, er klärte 2täatsanwall Tr. RakoS sehr energisch, daß es sich um eine gesetzlich anerkannte Religion handle und daß er keinerlei Beleidigung dersel den zulasse. Er Halle weder das Gericht als sol ches, noch die gerichtlichen 2achverständigen dazu kompetent, den Inhalt und die Lehre einer ge setzlich anerkanitten Konfession zu prüfe^ - Ta das Gesetz eine Evhöbung der 2trase falls nur der Verurteilte Revision erhoben nicht ge stattet, bitte er, wieder das ursprüngliche llr teil zu fällen. Tr. Lavoslav Sik. betonte, daß er trotz der Ausfälle deS Advokaten Golubic in größter Ruhe und Sachlichkeit antworten werde. Tr. Lik tvies ans (viriniö zahlreicher Zitate nach, daß weder der Talmud noch der Schulchan-Aruch eine Gcheimlehre bilden, sondern daß sie jedem Kundigen zugänglich und verständlich sind. Er erklärte die EntstchungSgeschichte des vom Geklagten so heftig angegriffenen Kol Nidre. Weiter schilderte Tr. Lik die Entwicklung der ein zelnen, in Jugoslawen jetzt friedlich nebeneinander lebenden Konfessionen, die Kämpfe, die eS hier zulande im Mittelalter zwischen Katholiken, Pra voslaven (russische Rechtgläubige) und Protestan ten und dann gegen Bohumilen und Moham medaner gegeben hat. Niemand,, der daS Vater land wirklich liebt, könne wollen, daß eS nun zu derartigen Hetzereien gegen Juden komme Nicht aus Rachsucht, sondern damit auch öffent lich gegen solche Beschuldigungen Protest erhoben werde, bitte er, nicht als Einzelner, nicht als Vertreter einer Gemeinde, soichern als Sprecher der ganzen jugoslavischen Iudenheit und daher auch im Namen jener der ganzen Welt uni Abwchc und Lchutz gegen derartige Angrisse. Tie äußerst versöhnlich geljaltene Rede machte auf alle Anwesenden sichtlich großen Eindruck und selbst der Angeklagte erklärte auf einmal, er habe nicht die Absicht gehabt, irgend jemand persönlich zu beleidigen. Ter Gerichtshof bestätigte sein erstinstanzliches Urteil. Jehudo Epsteins „Weg von Ost nach West" Von Hans Sternheim, Stuttgart. l. Ter Weg von Lst nach West ist lang uitd de schwerlich 7 er führt aus dem Tunkel des Ghettos, aus Armut und Eittfagung, aus Bezirken, deren Weltanschauung allein durch die Heiligung Got teS auch im kleinsten des profanen Lebens be stimmt wird, in die Helle westeuropäischer Groß städte in ein serneS, sagenhaftes Land. Wer nach dem Westen will, muß mit sich kämpfen, um diesen Willen zu erhalten. Tausend Bande halten daS Herz, tausend Hemmungen sind zu überwinden, bis sich der Fuß von der Schotte löst und die' Seele sür's erste schweigt. Ta 'ist ein großer „Row" im Torf, der von der Existenz der „Schedim" böser Geister Gruseliges zu erzählen weiß, da ist das ganze armselige Leben eingesponnen in ein großes, feinmaschiges Netz von ungezählten kultischen Ge boten und Verboten, da gibt es Wälder, Wiesen und Äindheitstage, die das Wort „Heimat" tief in der Leele verankern der ganze Mensch verwächst mit Religion, Familie und Land zu -iner freud und leidvollen Einheit. Was tut es auch, wenn sechs trübe Wochentage immer und immer wieder durch den „Krupnik", eine einfache Graupensuppe, einen ziveiselhasten kuli »arischen Glanz erhalten? Man ist damit zusrie den; man weiß eS nicht anders. Ja, in Lluzk ist man mit dieser spartanischen Allenveltsspeise sogar so zufrieden, daß die Lluzker Juden, wenn sie etwa sagen wollen: Warum soll ich mich mit einer bescheidene» Lebensweise zufrieden ge ben, wenn ich herrlich und in Freuden leben kann? eS aus ihre Weise so ausdrücken: „Far woS soll ich essen Bröl mit nist, aS ich kann esse» Bröl mit Krupnik?" -* Und dann kann jo jeden Augenblick der Messias kommen und sein Volk Israel in ein freies, glückliches Leben jühren! Generationen haben vor den Lluzkern auf den Gesandten Gottes gewartet, die Nachfahren harren auf ihn mit derselben, einmütigen Ergebenheit in den Wil len des Herrn, warten geduldig auf den Lchall des „Lchosar Moschiach" und bereiten sich stünd lich aus den Eintritt des großen befreienden Ereignisses vor. Auch hat sich in der Welt da draußen, die man nur so vom Hörensagen kennt, nichts geändert. Leit dem Auszug aus Aegypten ist ja noch nicht viel Zeit verflossen und noch immer ist Grund genug, dem Herrn mehr mals am Tage dafür zu danken. ES war doch auch geradezu wunderbar, wie Israel die Völ ker Ammon, Moab, Aog und Magog zu besiegen wußte; und welche Schwierigkeiten hatte erst Amalek den Gotteswanderern gemacht! Tiefe Amalekiter sind in Lluzk die bestgehaßten irr. Landes-hyi* o. iJiilcrslfifznng«- Verein fflr Württemberg E.V. Die Mlfgliederversammlung findet am Sonntag, den 21. Juli 1929, vorm. 11 Uhr, im Gemeindehaus in Stuttgart statt. Tagesordnung: 1. Verwaltung*- mul K.issenliorirhr. Entlastung. 2. Neuwahlen. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist dringend erwünscht. Der A u s s ch u ß. Bcrfhoid'Auerbadi Verein Am Dienstag, den 16. JuU, abends 8 ’4 Uhr, findet im Kurhaus auf der Heid (Endstation der Linie 7) unser 2. GemfUlidier Abend mit Tanz und künstler. Darbietungen statt. Wir bitten unsere Mitglieder, diesen Abend recht zahlreich zu besuchen Unser großer Sommer- Ausverkauf beginnt: Samstag, 27. Juli und bietet wie immer eine seltene Gelegenheit, für die Reise u. den Uebergang modarasta Sei« danstoffa sowie unsere heck« klasslga Koafaktloa zu fabelhaft billigenPreisen zu erwerben. Wir arwartan auch Slal WEISSENKLEE STUTTOAItT KÖNIG8TR. 4B Mb 1. Jati d. J. übe ich meine Rechtsanwaltpraxis Tübingerstrasse 3L att3' Dr. A. KUPFERSCHMID Fernsprecher 23304 DA DIC ■ hl 17 7 A r HKIJ RI LAH ligeld, Zimm. prima Vollverpfleg. m. Fahrgeld, Zimm. etpfles. Abreisen jederzeit. Venedig Florenz Neapel ROH 12 Tage Mk. 2M.— alles eingeschlossen 3Abreisen: S.Jull, 25. August. 16. Sept. I Die guten Ferienreisen Wm. C. Huttenlauer ttgt., LanhenitT.33, Tal.dtM ■ i. 54649999999999999999999999999999999924

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