Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 7 (1.7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4904101-5441819-5443084--2254-4906331- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seit 40 Jahren das Haus für gediegene Schuhe SCHUHHAUS da-, irtfjcn im) die '.ilfivobn.yit die jüdische» ^rni fii von den Gemcindesorgen sernhielt, so ha de» darunter weder die zvemeinden und »och viel weniger die grauen gelitten. Es sind bei diesen Tagungen die Gemeinden rügend auigezähll worden, - welche den jüdischen Frauen das raisive Wahlrecht vorenthalten und ibnen gegenüber die Gemeinden gerühmt wor den. die jetzt Frauen ttt—itiren Sitzungszimmern lagen sebe» liniere Mütter dachten anders iie bauen eben „größere morgen", ibnen lag da rmi, ihr Hans zn einem Heiliglum auszugestal len, in dem jüdisches Leben seine Segenskrasl wirkt: Jfnc Sorge war die' Vertiefung des jüdi -Ätschen Geistes in ihrem Hause, di« religiöse Erzichung ihrer Kinder und deren Teilnahme am Gottesdienste und am jüdischen Leben. Und sie waren glück.ich und zufrieden in diesem heiligen Amte! Gewiß betätigen die Frauen, die in Hamburg und Berlin in so hohen Tönen über das Indesein gesprochen, die gleichen Ideale. Tenn nur dann sind sie in jüdischen Tingen spruch^ berechtigt. Aber es muß doch in diesem Zusam menhang ausgesprochen werden, daß die reli giöse Phrase kein Ersah sür das religiöse Le den ist. Tie Warnung vor dem Schlagworte gilt also für Männer und Frauen in gleichem Umfange. Tie Zeit ist schlagwortkrank geworden, Gesun düng ist nur zu erwarten und im Interesse des religiösen und politischen Lebens mögüch, wenn das Schlag.vort dahin verwiesen wird« wohin es gehört, in das große Reich der gefchwäpigen Phrase. Vielleicht darf man die Mah nung der Bibel Midwar scheker tirchok übersetzen: Halte dich von dem Gifte des Schlagwortes fern. Tas Schlagwort ist der Zeittyrann und die Zeilsünde! <25 Jahre jüd. Frauenbund Deutschlands, «Eigener Bericht.) Tie Jubelfeier des Jüdischen Frauenbundes -ourde würdig durch das Erscheinen einer über ans reichbaltigcn Festnummer der Blätter des Jüdischen Frauenbundes vorbereitet. Tie eigent!i:i!C Feier in Berlin gestaltete sich zu einer Geburtstagsfeier großen Stils. Ueoer 300 Tele gierte, Verlreleriiinen des Auslandes sowie Per irr;er der staatlichen und städtischen Behörden und der jüdischen Organisationen standen Pate nri der Silberteier des lüdii'cken Frauenbundes. Ti? Weibeseier in der ..Hochschule sür Musik hinlerließ einen gewaltigen Eindruck. Aach dem tünsllerischen Vorrrag des Pialms 23 durch den Frauenckior der Berliner Snnagogen hielt Rab ^inec Tr. Baeck die Festrede, ln der er die de >ondere Ausgabe, die der Frau im Leben gestellt i>:. umriß und in der er zeigte, wie sich im letz len Jahrhundert das' Frauenschickial zur Frei . eil enlwickelt bat. Tas jahrbundertalle --Tag na, daß die Frau nur der empfangende Teil sei und daß Feauenieben nur durch den Mrkin e'r'iillung gewinnt, ist überwunden, überwun den durch die Emanzipation, die von der bür geglichen Frau ausgegangen. Ter Ersolg die ser Frauenemanziralion. die Gleichberechtigungd«; Frau in Recht. Bildung und Beruf ist fast erreichi, lind die Frauenbewegung wäre durch den Ec'ofg-erledigl. wenn sich der geistige Eman Oranonsgedaute der Frau nicht gewandelt hätte. Tie Frau ging zuerst vom Gedanken der Gleich heil mit dem Mann« aus, um zu dem Gedan ken der Ungleichheit zu kommen. Heute kämpft die Frau dasür, daß chre Eigenart, ihre Beson derheit zum Nutzen aller zur Geltung kommt. Tie jüdische Frau kam zu sich selbst und be griff, daß sie nicht durch Preisgabe, sondern durch Erfüllung des eigenen Ichs andere befruchten kann. Tas leyte Vierteljahrhundert war für die jüdische Frau die Heimkehr zu sich. Tie jüdische Frau hat sich entdeckt, ist neu geworden. Es gibt kein frommeres Wort als „Neu wer den" Nur wenn Gott ein Neues gefügt, darf der Mensch ein neues Lied singen. Tie jüdi schen Frauen sind neu geworden: Zingel dem Etvigen ein neues Lied. Am Montag, den lO. Juni, begannen die Arbeitsfiyungen, die drei Tage beanspruchten. Nach einer Eröffnungsrede von Frau Bettina Brenner, Leipzig, gab Paula Qllendorf, Bres lau, einen historischen Rückblick über die Entwick llülg und Arbeit des Jüdischen Frauenbundes. Sie erinnerte an dir Erziehungsarbeit in Isen bürg, an die Erholungs und Gesundheitsfürsorge in Flinsberg und Wyk sowie an die Haus arbeitsauSbildung in Wolfratshausen. Tie Red nerin gedachte der Gründerinnen des Frauen bundes, Bertha Pappenheim, Sidonie Werner, Martha Frankel, Henriette May und Rosa Vogel stein Tas Ziel der jüdischen Frau war und ist es, bewußt jüdisch, bewußt Frau und bewußt Bundesmitglied zu sein. n|jLll;r!Miiiiiitiimt)iiiiiiNiifliiuHiiuiiniiuuitiiiiiuiiniumiimtuiiniitiiiHitiimimituKi Nach meiner Zulassung beim Landgericht und Oberlahdesgericht Stuttgart habe ich mich hier als RECHTSANWALT niedergelassen- Rechtsanwalt Dr. Walter Einstein Wir zeigen hiedurch an, daß wir unsere Rechtsanwaltsjjraxis gemeinsam ausüben. Unser Büro befindet sich im Mittnachtbau, Königstr.46, V. Stock, Eingang Büchsenstraße und Gymnasiumsiraße. Rechtsanwälte "Dr. Paul Tänzer Tel. 29002 T)r. Walter Einstein Phofoapparafc Ptiofobcdarf Phofoarbdfcn | -Kl Shäo. narienst»*/ 2 Filiale FrietridislMfea WüHWII! miniillli iiillfflWI!;; IlDllllinimitHllIIinilitlltllHIIIIIflHHIlliUlllUIIUIRilHtlltlHIliilllJHIIItl nilllllKli^ Bad Tölz Kurarzt Dr. Levi THEODOR HILLER ATELIER FÜR STREfCHINSTRUMENTENBAU Alte und neue Meisterinstrumente - Reparaturen (MnmnmmitntaiiiiiiiiiitiiiiiitiiimiiiiiiiiiintiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiii ' ' STUTTGART Königstr. 23. 5. St - Tel 41427, Wohnung: 70694 Wilhelm Jacobfnsld Fernr. 03840 STUTTGART Schlo&str. U Ter Ausblick auf komtnende Frauenbundsarbeit, den Hanna Karminski in beredter Weise entwickelte, war von ernstem Optimismus getragen. Tie Gründung des Bundes ging von einigen genialen Gründerinnen aus. Ganz anders stcht die Zukunft des Bundes nach 25 Jahren vor uns. Nicht der Einzelne, sondern die Gesamcheit, die ganze Gemeinschaft ist richtung gebend. Das wird kommende Arbeit erschweren. In der großen Zahl der über 50000 Mitglieder fehlen die Jugendlichen und die berufstätigen Frauen. Die Rednerin zeigte Wege und Möglich leiten, diese heranzuziehen. Die Rednerin prüfte krittsch die Formen der Wohlfahrtsarbeit und warnte vor einer Ueberbewertung der Leistung auf Konto der Persönlichkeitsbildung. Als reli giösc Ausgabe empfinde sie die Unabhängigkeit von Parteischranken. Alles, was unsere gegen wärtige problematische Zeit an Fragen und Widersprüchen bringt, soll mit der Bundesaööeit in Zusammenhang gebracht werden. Wir sollen in allen Zeitsragen müsprechen. Sie wünscht eine Wiederbelebung häuslicher jüdischer Kultur, eine soziale Lebensgestaltung des Einzelnen und erwartet von den kommenden 25 Jahren eine bewußte Seelenpflege der jüdischen Frau. lieber „die soziale Arbeit der jüdischen Frauenvereine" sprach Frau Eschel bacher, Düsseldorf. Sie wies daraus hin, daß die jüdische Frau führend von jeher in der sozialen Arbeit gewesen ist. Dem jüdischen Frauenbund ist eS zu danken, daß die soziale Ar beit der Frauenvercine über den engen Kreis der Gemeinde in daS allgemeine Bewußtsein gchoben wurde. Besonders dankbar wurde eS empfunden, daß im Beruf stehende, fachwissenfchaftlich geschulte Frauen die Referate über „soziale Arbeit als Beruf" (Frl. Frieda Weinreich, Leiterin der Zentralwohlfahrtsstelle), „bevölkerungs politische Ausgaben der jüdischen Frau in Teutschland" (Frl. Professor Sel ma Meyer, Düsseldorf) sowie „neuere Gesetzentwürfe zu Fragen der Bevölkerungspolitik" (Rechtsanwalt Tr. Margarete Bchrendt, Berlin) übernommen hatten. Arbeitsfeld und Arbettsinhalt der sozialen Arbeit sind, so führte Frl. Weinreich aus, Gesundheitsfürsorge, Jugendwohlfahrt und Wirtschaftsfürsor ge. Tie Sozialbeamtin muß neben positiven sachlichen Kenntnissen hohe menschliche Qualitäten besitzen. Die Rednerin möchte die chrenamtliche Gebildete Dame perfekt in Küche u. Haushalt sueht Stellung zur Fahr. d. Haush. b. alleinst Dame od. Herrn Ang. u. B. 8t. 583 an die Exp. d. Gemeindez. r > Meiner werten Kundschaft wünsche ich zur bevorstehenden Sommer-fieise beste Erholung. MODESALON .(73rli oJtahl Inh.: OSKAR DECHANGE STUTTGART, Marienstr. 5 ___/ Söd. KiDderfieio Lnftkiirort flaRaoseD (Unle Stuttgsfl-NOrdUngen) Idyll, im Walde gelegen -- / Sonnig und staubfrei Streng rituell / Prospekt / EratkL Referenz. uttnCMUiilMcr Fernruf Nr. 119 Amt Bopfingen In Württemberg Adolf Marstaller Halermeister Lorenzstr. 10. Telefon 27968