Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 6 (16.6.1929)
- Date
- 1929-06-16
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
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Tie-Vorschläge der Frauenbundes gehe» weit über die Entschließung der Leindcsversammlung hinaus. Ter Antrag Wolf, jü difche Frauen zu alle» össcntlichcn Sitzungen und zu allen Rommissionsberatungen zuzuziehc», wird abge> lcbul. Tagege» wird ein Antrag Flegenheimer» mit ll Stimmen be, .'» Stimmenthaltungen angenommen, daß Frauen in gecigucic» Fälle» zu den Sitzungen und >lommissio»sbcralu»gen des Vorstehcramtes zuqezogc» werde», wobei sich das Borstcheramt die Wahl die scr Frauen Vorbehalt. Tie Ausführung dieses Be schlusses soll vom .»leinen Rat vorbereitet und dann dem Plenum znr Entscheidung vorgclegt werden. Ein Antrag des Württcmbergische» Landesverband'S des Teulickien Gärtnereiverband es beiressend Blumeua» Pflanzungen im llrnenhain des Jüdische» Friedhofes ivird von Sanilätsrat Tr. Weil zur Annahme cmp fohle». Auf Vorschlag Tr. Tänzers soll das Ersuche» des Gärtnerciverbandes der Friedhofsinspcktio» zur Aeusterung zugchc» und dann »ach Vorberatung in der Friedhossableilnng vom Plenum entschieden iverdcn. Wegen der vorgerückten Zeit wird die Sitzung!l. 10 Uhr abgebrochen. Slnktgarl. Ter Werbeabend für den ORT (Verband der G e sc l l s ch a s t e » zur Förde r » n g des Handwerks u n d d c r Landwirt schuft unter den I u d c ». Am Tonuerstag, den :!It. Mai, veranstaltete ei» zu diesem Zwecke zusanrmL» getretener Lrlsausschuß einen Werbeadtnd für den ORT, der seil dem Jahre 1925, in Tcutschland für den Wiederaufbau des Judentums im Lsteu tätig ist. Sind doch nicht weniger als 9 Millionen Juden durch de» »ricg und jeine Folgen wirtschaftlich vernichtet worden. Tiefen Millioncu will der ORT durch Wirtschaft iichc Maßnahmen Helsen. Tie traurigen Verhältnisse der Juden des Ostens, die sich bisher vom Gelege» lieiishandel ernährt haben, zwingen sic, sich neuen Er iverbsauellcu zuzuwenden und iich im Handwerk und in der Landwirtschaft zu betätigen. Tiefem Bedürs nis cntgegciizulommeu, ist eine unabweisbare Rot wcndigkcil. Tic Verbreitung und Förderung deS Hand j Werks und der Landwirtschaft, vor allem u» tcr der Heranwachsende» .jüdischen Jugend des Ostens, ist eine Rotwnedigkcik geworden. Ter „Verband der Gesellschaften zur Förderung de« Handwerks und der Landwirtschaft ' unter de» Juden des Ostens hat sich die gewaltige Ausgabe gestellt,' die Verelendung der jüdischen Masse» im östlichen Europa auszuhalten und ihnen neue wirtschaftliche Möglichkeiten zu erschließen. An diesem Wiederaufbau des östlichen Judentum» haben alle Juden der Erde, vor allem aber die dcutscheu Juden, als Rachbar» der ostjüdifchen Maffenfiedlung, ein ernstes Interesse.!2o war es zu erklären, daß sich auch in Stuttgart ein Lrlsausschuß gebildet hat, um hier die Verbreitung ocr. Ideen der Gesellschaft ORT zu fördern. Ter tvencralsckretäi der Gesellschaft, Tr. Michael Traub Berlin, ibar der Redner des Abends, brn. Ministerialrat Tr. Hirsch mit einer ernsten Mahnung an die Versammelt«» Eindrucksvoll cinl.'iicte. Tr. Traub' sprach von der notwendigen Umschichtung der oft jüdischen Massen vor, „Lustmenschenlum zu produk live» Wirtschastssormci ". Turch die russischen zaristischen Gesetze und die Begründung der Tscherta, des Ansied' lnngsrauons für die russischen Juden, sind diese zu meist entwurzelt und , czwunge» worden, von der Groß stadt sich in die »lei istadt zu flüchten. Schon damals begann der ORT unter dem Leitmotiv: „Bildung und Arbeit" feine Tätigkeit, lieber zweieinhalb Mil lionen Juden haben innerhalb ält Jahren Rußland verlasse» müiicu, um in Amerika eine neue Heimat zu finden. Tcnnoch blieben bei »riegsbeqinn fünfeinhalb Millionen Juden hier zurück, für die cs nur einen Answeg gab der Ucbergang zum Handwerk und zum Ackerbau. Ta kam der .»lieg, der sich ja im uieienilickie» gerade in Gebiete der jüdischen Massen siedlnng abspiclle. MiMiuit Juden wurden zwanqs weise von der ruiiiicKii Regierung nach dem ferne» Osten verschleppt. Im ersten .»riegSjahr find nicht weni ger als lltiil Gemeinten in Rußland völlig aufgelöst worden. Rach den § chrcckenSjahrc» des .»rieges hielt der entsetzliche Bürge krieg mit seine» grausigen Ju denverfolgiingeu die s rrchtbarc Rachlese. Zwridroivicrkel Millionen Jude» leben noch in Rußland, deren Ezistenz infolge der Ausschaltung des Zwischenhandels vernichtet ist. Tasselbc Schicksal hat die t! Millionen Juden in Polen bctrossen. Sol diesen unglückseligen Menschen geholfen werden, so gibt cs nur einen Weg.' Schafft Arbeit für fick So Hit der ORT in wenigen Jahre» 7.'» Handwerkerfchnlcn im Osten begründet, ili denen .'NUN, Juden das Hardwerk erlerne». Er hat in ge fchickter Wciie verstau >c», durch Fabrikfchulen die Ju den in die Großindnstric überz'uführe». Turch Liefe rung von Produklio» »mittel» »nd Rohstoffen ist wei< -- -i..J->- tet Taufenden jteholfcn worden. Eine in Berlin begründete Einkaulsgesellschaft führt zoll- und steuerfrei Rohstoffe für di» Einrichtungen des ORT in Rußland ein.. Bor allem labcr hat der ORT dü Umschichtung der Jude» zur ^Landwirtschaft praktisch gefördert. Bereits 1914 waren 8# 000 Juden in Rußland in der Landwirtschaft beschäftigt und jetzt find es bereits 200 000. Seitdem in Rußland im Jahre 1924 das Gesetz erlassen w irden ist, daß jeder unentgeltlich Land zugewiescn erhät, der es selbst bebaut, haben sich Taufende von luden der Landwirtschaft zuqewandl. Tie Arbeit des ORT ist also Kulturarbeit in edel stem Sinne. Bei eitS in 35 Städten Teutschlands sind OrtSvcrdände de! ORT gegründet worden. Eine Aus stcllung von Arbeite», die in seinen Werkstätten her gestellt worden sind, hat in Köln, Frankfurt und Ber litt berechtigtes I Aufsehen erregt. Zur- Zeit ist die Ausstellung »ächz Amerika übergeführt. In prachtvollen Lichtbildern zciAe der Redner die Werkstätten und" ihre Inneneinrichtung, wie sie der ORT überall ins Leben gerufen. I Er führte die Zuhörer durch das Mittel der Bilder in die .»olonien, die durch den ORT entstandem oder wenigsten« durch ihn gefördert worden find. Bei jedem Bild verstand es der Redner, durch feine fachgemäße» Erklärungen die Anteilnahme der Zuhörer lcblnrst anzuregc», sodäß ihm reicher Beifall für feine Tardieaingen gezollt wurde. An der Aussprache . über den Bortiag beteiligten sich die Herren Lorb, .»rauikops. Tr. Linste,n, Alfred Levh und Tr. Hirsch. Rach dem Bi rtrag trat der Ortsausschuß zu einer intihren Bcspreüung zusammen. Es ist zu w beit des ORT werktätige Unle stützung findet. Er verdient es, daß fei» großzügiger geführt wird. Möge er auch »ahme finden! Arbeitsplan, der völlig, parteilos durchallen Juden Förderung erfährt. >n Stuttgart verständnisvolle Antcil- Slullgarl. T iv e r k e r in i Reihen: ergraut ironc» und I Männer »nd F dniide» nicht sondern durch auf ihr Handibe lingc aus allen ligen Fäuste» Abwehr des A Inden faßen der hetzerische» Arbeit scheuen und Schwerarbe t i 4 Seil über 70 Jahre bewührt HARDT Plano, n. FlOdelfabrik » OeftrOadci 185« STUTTGART » Fontrfr. No. 151 KARL HARDT Ist die 1. 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