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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-06-16 · 6 (16.6.1929) · p. Seite 82

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
6 (16.6.1929)
Date
1929-06-16
Page
Seite 82 (sequence 2)
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Verreisen j Dann 'decken Sie Ihren Bedarf bei Offenbacher Lederwaren OSKAR BECKER Rotebahlstrasse IB CHARLOTTENSTR. I direkt b.d.KSnigstr. 55 minder erhielten Kleidungsstücke in einer An zaln von 965 "Stiid. dieser Zahl sind die für das Fürsorgeamt abgegebenen, Kleidungs Nücke inbegriffen, Wie im letzten Berichtsjahr wurden Männerkleider in der Hauptsache an Turchreisende abgegeben. Auch ein Strasentlasse »er ivurde^ mit Kleidung versorgt. Te> Württ. voben;ollerische Fianeiibund hat dem LI W. im Berichtsjahr aus dem Ertrag der Lanvheimer Rähstnbe eine größere Kieider und Wäschesendnng zugehen lassen. Auch an die irr Stelle sei ihr nochmals für diese tätige Mithilse gedankt. _ - - f In, Jahre 1928 ist es7getungei?'. drei in ansn äni ge» ^fkegenelien nuiergebrachte jüdische Kinder in das Eßlinger Waisenlmni? eiinveisen zu lassen. Ein stiuP, das viele Jalire in FeUbach unter gebraut war. unrde niiantgeltlich in das isra^. Waisenhaus Eßlingen ausgenommen. Ein an deres Kind war ,'eit (Motnirr in einer Pflegestelle j in Per Vuihe von Schorndorf untergebracht und >: »rds. nach langwierigen Verhandlungen mit oem ^etr. Wohlfahrtsamt, in das Eßlinger Wai ieuhaus liberwiesen. Tas dritte Kind wurde durch Bnmjittiung des zuständigen Stuttgarter Wohl! iahrtsamies ans einer norddeutschen Pflegestesle >beni«lls »ach Eßlingen gebracht. ^^tellenverinittlung leyie der L.I.W. >>0<e BemWungen um geeignete Unterbringung iiiKtinüdlich fort. Es darf auf das i» der letzten Mitgliederversammlung über diesen Zweig der Tätigkeit tkesagte verwiesen kderden. Tie Wirt j i.häiciichen Verhältnisse haben rich nicht ver bessert. Ter Bitte um Zuiveiiung offener Siel im iit nicht entsprochen worden, dagegen hat vcfi die Zahl der Stelletünchenden vermehrt. Auf!"ruitd von Verhandlungen ist es im Berichts jahr gelungen, im Eßlinger Waisenhaus mehrere 'danshaltslehiiinge ans Landgemeinden unten» bringen. Zit Per Verichlszeil haben die Abfertigungs .»eile tü'. Tnrchwanderer 510 Wanderer besucht, g'Hietiiider 52* im Jahre 1927 und.'»öl im Jahre I92'7 und 551 im Jahre 192*5. Hierunter befanden iich in der Berichiszeii 179 männliche Turchwan derer, .">1 weibische und *5 Kinder. Ausländer waren 302, Inländer 14*. Besonders bemerkens inert ist der hohe Anteil der 'inländischen Wan deres an der Gesamtzahl der Wanderer. Es erhielten Fahrkarten 201 (Kesuchsteller mit einer iSesämtausgabe von Mark I 24*5.7X5, 210 Pe tentfn erhielten Unterstützung in bar in einem tkesamibetrag von Mark 1487.10. Im Wanken mürben ihr Turchreisende Mark 2799.158 oer ausgabt. Tie Zusammenarbeit mit der interkonfessionel! len Fürsorge wie mit der öffentlichen Fürsorge! war eine reibungslose und hat im vergangenen ' Jahr noch manche tvertvolle 'Erweiterung er! - 82 - fahren. Ter L.I.W. arbeitet regelmäßig mit der Ingendgerichtsbilse zusammen, die jede Woche eine Sitzung abhält. Für einen Jugendlichen, der sich laut Äeschluß vom 28. 7. 28 vor den Gerichten zu verantivorten hatte, konnte Freisprechung erzielt werden; von einem Jugendlichen konnte eine Haftstrase ahgewandt werden; für einen Jugendlichen konnte Aufhebung eines angeordneten Fürsorgeerziehungsverfahrens erreicht werden und für einen Jugendlichen endgültiger Straferlaß. Bei einem ausländischen jugendlichen Tnrchwanderer, der sich eines Paßvergehens schul dig gemacht hatte, war die Fürsorgerin bei dem Termin anwesend und sorgte, nachdem der Jugendliche auf Grund der Urteilssprechung sofort freigelafsen wurde, für entsprechende Weiterbeförderung nach Verhandlung mit dem zuständigen Polizeipräsidium. Vom Vorsitzenden des Stuttgarter Wohlfahrtsamtes wurde der L.I.W. aufgefordert, auch für das Jahr 4929 29 Vorschläge zwecks Aufstellung von Jugendschöffen zu machen. Für Stuttgart- Stadt hat sich Stadtrabbiner Tr. Rieger bereit erklärt, an Stelle des nach Ulm versetzten Rab biners Tr. Eobn die Vertretung zu übernehmen, für Stuttgart Amt war wie in den vergangenen Jahren, Oberlehrer Adler Cannstatt Jugendschöffe. Tes weiteren wurden auf Grund eines Vorschlages des L.I.W. als dessen Vertreter zum Beirat des Landesjugendamts Stadtrabbiner Tr. Rieger benannt und als dessen Stellvertreter Rabbiner Tr. Tänzer-Göppingen. Aach langen Verhandlungen ivurde erreicht, daß die Fürsorgerin des Jfr. Fürsorge Amtes, die auch die Fürforgetätigkeit des L.I.W. ausübt, in den Ausschuß des Vereins für entlassene Strafgefangene gewählt wurde, daß somit auch bet diesem Verein eine jüdische Vertretung vor Händen ist. was bislang nicht zu erreichen gewesen war. Es ist dies insofern besonders wichtig, als für das Jahr 1929 Verhandlungen im Gang find, die soziale Gerichtshilfe, die bislang in allen Bnndesstaaten mit Ausnahme von Württemberg eingerichtet wurde, diesem Verein anzuglitdern. Auch bei dieser beabsichtigten Ausdehnung der Aufgaben des Vereins zur Fürsorge für entlassene Strafgefangene ist die jüdische Interessenvertretung gewährleistet. Auf Veranlassung dieses Vereins wurde im vergangenen Jahr für einen unter Schutzaufsicht zu stellenden, mit StrasauS fetzting entlassenen, jüdischen Verurteilten ein ge eignetet Pfleger bestellt. Tie jüdischen Gefangene» würden durch die zuständigen Seelsorger regelmäßig besucht, in den Landgemeinden durch die betr. Geistlichen, denen jede dem L.I.W. durch die GefängniSverwaltung bekannt gemachte Einweisung jüdischer Gefangener sofort mitgeteilt wurde. In 2 Fällen wurde durch den An walt des L.I.W. Rechtsvertretung veranlaßt und dadurch Freispruch des Bezichtigten erzielt. In *5 Fällen wurden Gefangene mit Geldbetrjägen unterstützt und zwar mit einem Gesamtbeträge von 80 Mark. In 9 Fällen wurden für Entlas senenfürsorge Geldbeträge aufgewandt im Gesamtbetrag von 109.90 Mark. Für.deren Rechtsvertretung wurden weitere 80 Mark -verauslagt. Aus Mitteln der Gefangenensürforge konn- IMM LahrtSe, am 30. 1—1 I Abfahrt 7.30 Uhr ab KunstgebSude mit Aussichtskraftwagen: Horb-Nordstetten- MQhringen - Haigerloch - Hechingen - Tübingen-Stuttgart, Rückkunft gegen 23 Uhr. Da kein gemeinschaftliches Mittagessen vorgesehen ist, wird empfohlen Mundvorrat mitzunehmen. Bei ungünstigem Wetter Einkehr in Mühringen oder Imnat* möglich. Gemeinsames Abendessen (rituell) und Zusammensein in der Rose in Haigerloch. Der bestellte Kraftwagen reicht für die bisher Angemeldeten eben aus. Ein zweiter Wagen steht noch zur Verfügung, wenn bis spätestens Montag, den 17. Jnnl, abends 7 Uhr, weitere bestimmte Anmeldungen in genügender Anzahl elngelaafen sind. Der (ermflftigte) Fahrpreis von RM Ist mit der Anmeldung einzuzahlen. Alle angemeldeten Teilnehmer erhalten noch ein genaues Programm mit Quittung und Fahrtausweis zugesandt. Verein jüdisches Lehrhau» . ten 50 Mark im April 1928 an Rabbiner Tr. Berlinger-Hall überwiesen werden für die Pe sachversorgung der dort untergebrachten jüdischen Gefangenen. Für Gesamtzwecke der Gesangenen sürsorge wurden 1928 319,90 Mark verbraucht. Einer erholungsbedürftigen Frau aus Eßlingen wurde in Zusammenarbeit mit dem jüd. Frauen verein Eßlingen und der öffentlichen Fürsorge ein Erholungsaufenthalt im Katharinenstift zu Wild bad unter Bewilligung eines Kurkostenbeitrags von 50 Mark verschafft und dadurch eine wesent liche Gesundheitsförderung der Betreffenden erzielt. Tes weiteren wurde als Beitrag zu einem Er holungsaufenthalt fürein erholungsbedürftiges kjnd in Crailsheim 50 Mark vom L.I.W. be willigt. Aus Grund eines Gesuchs erhielt der L.I.W. noch eine private Spende von 10 Mark. Tie Restkosten konnten durch Zusammenarbeit mit der Gemeinde Crailsheim und dem Crailshei mer Jugendamt aufgebracht werden. Des wei teren wurde es einer an Augentuberkulose lei denden Frau aus Baisingen ermöglicht, eine mehrmonatliche Heilbehandlung in einem Sanatorium der Schweiz durchzuführen. Aus Gesuch des L.I.W. bewilligte der Landesverband zur Bekämpsung der Tuberkulose 200 Mark, die Zen tralleitung für Wohltätigkeit in Württemberg 100 Mark, aus privaten Mitteln 100 Mark, die jüd. Tuberkulosenfürsorgestelle in Berlin gewährte aus Gesuch des L.I.W. einen Kurkostenbeitrag von 200 Mark. Der Restbetrag wurde von der Gemeinde Baisingen und den Anverwandten aus gebracht. In diesem Falle ist es durch das Heilverfahren gelungen, die Erwerbssähigkeit der Be treffenden wiederherzustellen nnb ihr das Augen licht zu erhalten. Für eine schwer nervenleidende Dame aus Fellbach wurde auf Veranlassung von Prof. Wetzel der Tifferenzbetrag zwischen 2. und 3. Klasse für Bericht des Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monar Mai. Sprechstunden der Fürsorgerin: } „„ Uh , Mittwoch, Freitqg nachm, von 3—5 Uhr Das Israelitische Fürsorgeamt bat im Monat Mai 1929 unter Mitwirkung der angeschlofsenen WohltätigkeitSvereine folgende Tätigkeit entfaltet: Lausende Unterstützungen.Jt 857.20 . Einmalige Unterstützungen...... . 196.35 : Gesundheits- und Erholungsfürsorge . . „ 70613; Anstaltsfürsorge. „ 98.70 j Durchreisende . ..7. „ 245.96 : An 18 Erwachsene und 7 Kinder wurden insgesamt : 80 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An Spenden erhielt das Fürsorgeamt Ml. 20.—! von: Frau Bertba Rosenfeld szum Wochenfest). iiiiitiiHiiiiiiiiiniiiiHiiiuimiiiiiiiiiimiiuiiimmi! Phofoapparafc Phofobcdarf Phofoarbdlen Hariensfi*/ £ JiüiiflerlfiiLiIilirtrlflillaisio (Linie Stuttgurt-NördUagen) IdylL im Walde gelegen / / Sonnig und staubfrei Streng rituell ✓ Prospekt / Erstkl. Referenz. Leitut: m. LMm Rater Fernruf Nr. 119 Amt BopSngen in Württemberg Filiale FrlctfrlAsbalea Besucht die Veranstaltungen d. jüd. Vereine. HUGO BLESS Verlag M. Osterberg & Co. MaBgeschKft feiner Herrenmoden Stuttgart vorm. JOSEF BLESS Fsrntprschsr QWflr. 18S8 Qymnasiumstr. 23580 STUTTGART Nr. 14 * Richard Mager: Bergsträßer liiiiiiHiHiiiiiiiiitniiiiiiiiiiiiiiniHniiimmiiimiiiiiiiniiijmiittiiiiimifliiiJniifliHRtuttuBiiiiiitni Die nädtste Fortbildungs- Konferenz findet Sonntag, 23. Juni, nachmittags 2 Uhr, statt. Holzschnitte Herausgegeben von Hans Sternheim unt. Mitwirkung bekannter Heimatschriftsteller Frei« M. 1.50 Erhältlich in allen Buchhandlungen. »Suggestion und lösende Behandlung seelisch. Störungen“ Bad TMz Kurant Dr. Levi Verein Israel. Lehrer in Württemberg

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