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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-04-16 · 2 (16.4.1929) · p. Seite 29

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
2 (16.4.1929)
Date
1929-04-16
Page
Seite 29 (sequence 9)
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Die zweite Perspektive, daß die reale Erhaltung der Judenheit diese aus Palästina anweift, nachdem da.; Reservoir der deutschen Judenheit, das östliche Judentum, zerschlagen ist, war noch bedenklicher. Das östliche Reservoir ist noch vorhanden, denn die weitaus größte Zahl der Juden wohnt nicht in Sowjetrußland, wo die Judenheit sich in einem Auflösungsprozeß befinden mag, sondern in Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei, in den Randstaaten und vor allem in Amerika. Aber selbst abgeschen von der kompakten Judenmasse in diesen Ländern ist es zahlenmäßig erwiesen, daß Taufe und Misch-- ehe nicht, wie Buber mit Emphase ausrief, die deutsche Judenheit auflösen, sondern statistisch nur einen glücklicherweise kleinen Teil der Juden aufzehrei». Aber selbst der angebliche Untergang der deutschen Juden würde doch erst den Untergang eines kleinsten Teils der Judenheit bedeuten. Die dritte Perspektive war ganz aus Bubers Ideologie geschaut. Er hat den Anfang der- Verwirklichung der gottgewollten Menschheitsgemein schaft nach den Ideen des Judentums in Palästina gesehen und glaubt daran, daß Palästina diese Verwirklichung bringen muß. Ueber einen solchen Glauben läßt sich nicht streiten. Aber auch Buber wird wissen, daß nicht wenige ernste und aufrechte Juden in dem englischen Palästina etwas ganz anderes als er reisen sehen. I.’i Abend stand unter der Leitung des Sanitätsrats De. Ries Der Generalsekretär des Keren Hajessod, Markus-Berlin, ergänzte Bubers Darlegungen durch eine Reihe sachlicher Mitteilungen aus der Arbeit und den Erfolgen seiner Organisation. In der Anssprache erklärte zu,rächst Max Wolfs, daß die weit überwiegende Zahl der dentschen Juden in einem jüdisch-nationalen Paläslinawer! eine Gefährdung ihrer Rechtsstellung -29erblickr Ministerialrat Dr. Hirsch versuchte dann die vier Gründe für die Ablehnung einer Mitarbeit der deutstnen Juden am Palästinawert zu entkräften. Ev trat für den Keren Hajessod und für die Mitarbeit in der Jewish Agency ein, du sie ein Wink seien, das geeignet ist, ganz Israel zu einen. Entschieden wapdte sich Tr. Lepman gegen diese Erklärungen. Für ihn ist Deutschland kein Galuthi er lebt in seelischer Verbindung mit dem deutschen Vaterlande. Er traut den Zusagen der Regierungen nicht, welche für Palästina als jüdisches Nationalheim eintreten. Die Gefahr, daß die Juden in den Kulturländern der Erde infolge des! Palästinawerkes in die Stellung einer nationalen Minderheit gedrängt werden, ,mahnt zu größter Vorsicht. Generalsekretär Markus und Martin Buber wandten sich hieraus in lebhaften Schlußworten gegen die Aussühirungen Max Wolsfs. und Dr. Lepmans. Ter gut besuchte Abend hat sicher viel zur Klärung des Problems der Stellungnahme zu einem jüdisch - nationalen Palästinawerk beigetragen. Das Interesse der nichtzionistischen Juden an Palästina! wird allerdings trotz Bubers leidenschaftlicher Abwehr im wesentlichen historisch und vor allem philanthropisch bleiben. Deutsch-Oesterii 94, aus der Tschechoslowakei lOf) au» Ungarn 1, aus Südslavien 1, aus Rumänien 19. Türkei 1, aus Stuttgart Württemb tistischc» Amttzs temberg 10 8$ 7 Juden, und 5081 ln bw CfaHUHübH* i Stuttgart T i e Za hl der ausländischen Juden in Württemberg im Jahre 1925. Unter den I» 827 »vürttembergischen Juden befanden sich 1925 1064 ausländische, in Stuttgart davon 783; staatenlos waren 92, in Stuttgart 78. Es waren also gerade 10 Prozent der in Württemberg lebenden Juden Ausländer. . Unter ihneji stammten aus Tanzig 3, au* »ich 1' au» Bulgarien 2, au» Italien 1, aus der Schweiz 99, aus Frankreich 4, aus Luxemburg 5, aus Belgien 1, aus den Niederlanden 10, aus Großbritannien 7, aus Dänemark 2, aus Finnland l, aus Lettland 6, aus Litauen 10, aus Po en 596, aus Rußland 131, aus der Nordamerika 17 und aus Argentinien 4. kl e r u s S st a t i st i k der Juden in erg. Nach den Mitteilungen des Stasür das Jahr 1925 lebten in Würtunter denen 5146 männlich« übliche Personen waren. Ti« beruflich« Äliederung-detz jüdischen Bevölkerung Württembergs war die folgende. :Es waren erwerbstätig mit ihren Angehörigen: in! der Land »und Forstwirtschaft 168, in Industrie einschließlich Bergbau und Baugewerbe 2277, Handel und Perkehr einschließlich Gastwirtschaft 5972, in der Verwaltung und -in den freien Berufe» 421 im GesundheiGwescn einschließlich Wohlfahrtspflege 334, als häusliche Bedienung (Erwerb ohne, feste Stellung) 68. Tazu ohnq Berus 1587, zusammen 10 827 Juden. Stattgart Tas Israel. Fürsorgeamt bittet, zugleich im Name» der angeschlosscnen Vereine, die Mitgliedsbeiträge für das Jahr 1929 bereit zu halten, damit der mit dem Inkasso betraute Bote nicht vergebens kommt. Der Bote ist im Besitze eines vom Fürsorgtzamt Unterzeichneten Ausweises. Stuttgart. pm 21. April findet die Mitgliederv e r s a m m l » n g des Jüdischen Schwesternheims, am 27. April die des Jsr. Männervereins für Krankenpflege und Leichenbest a 1 t u n g sttztt. Bei der großen Bedeutung dieser beiden charitativkn Organisationen für unsere Gemeinde ist vollzähliges Erscheinen der Mitglieder dringend erivünscht. (S. Inserate S. 23.) Stuttgart. (Xie diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des Württembergisch-Hohenzollernschen Landesverbandes de« Jüd. Frauenbundes findet Ticnstäg, den 7. Mai, in Stuttgart im Logenlokal, Ealwernr. 33, um 3 Uhr statt. Tcm Landesverband ist es gelungen, Frl. Hannah karminski, Berlin, Schriftführerin des Jüdischen Frauenbundes, zu ■ Nihmatohintn vorzügliche* deutsche« Fabrikat fflr Haushalt ,|a(rk| ladaatrla ttiaplt, ConradtSQL, Stuttgart, Krooprlnzstraße 22 Esslingen, Untere Metzgerbactastraße 9 ► Ami Wunsch •rMehtorto Zaklao|tMlan>f*> I Es ist in Ihrem Interesse, wenn Sie sich! vor Kauf eines Radio-Apparates von mir beraten lassen / Katalog gratis RADIO-FRANK / " 6420$. I Verlange» Sie Katalog oder Vatreterbeaadi ■u< Friedrich Vollmer und Paul Sauer •uersyndlkus Spezialität: Anlegung und Weiterführung von Buchhaltungen bei gleichzeitiger Erledigung sämtlicher Steuer-Angelegenheiten Bttroi Hauptstlttcrstr. 23 Sprechstunden: Fernsprecher No. 293 26 10-1, 3-5 Uhr, Samstags 10-1 Uhr Jat»m*tlonai»r Mob« . Ed.Löhlesen 1 Stuttgart a' Fernsprecher 40379 Stöckachstraße 11 Diese Freude! Uv.;® ii\\V\ Hiiiji flgchoruhii' rr'^arfJrjhaben auch Sie Ober die Reinheit u. schonende handlung Ihrer Wasche. 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