Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 2 (16.4.1929)
- Date
- 1929-04-16
- Page
- Seite 30 (sequence 10)
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Die Heimkehr der in Paris zur schön« sten Frau Europas gewählten Böske Simon nach Budapest gestaltete sich zu einem wahren Triumphzug. Vor dem Ostbahnhof drängte «ich eine nach vielen Tausenden zählende Menge Kopf an Kopf. Als die Schönheitskönigin ausgestiegen war, hallten ihr tausendstimmige Kljenrufe entgegen. Aus der Ankunftshalle verpflanzten si« h die Kljenrufe auf die vor dem Bahnhof harrenden Zehntausende. < Ibernotar Dr. Karl Nemeth> begrüsste Fräulein Simon im Namen des Oberbürgermeisters und überreichte ihr die Blumenspende der Hauptstadt. Es folg- Bösk« Simon d« ... ... ~ Präsidentinnen der Die «rhon»te brau Europa» . . 1 r rauem rrbande. Auch au« k.e-thcl\. ihrrm Geburf*ort. wo ihr Vater bekanntlich Vorsteher der jüdischen Gemeinde ist. kamen 12 Damen nach Budapest, um Frl.Simon als Kind ihrer enteren Heimat zu bexrüheu. Im,Geliertbotel betrübte eine Zigeunerkapelle Böske Simon mit einem Rakoczi- Mar«eh. Ihre Appartements sind mit Blumen überfüllt. Au anti-emiti«ehen Störungen fehltejt's jedoeh bei die -em Kmpfantr leider auch nicht. - 30 - Religionslehrer Adln schloß feint« mit großem Bei fall aufgenommenen Borltag mit der Forderung, daß der fynagogale Gesang wieder zu den einfachen Forme» früherer Jahrhunderte zurückgeführt wird, um so jedem Besucher des Gottesdienstes die Möglichkeit zu dielen, am Gemerndegesang teilzunehmen und Mitglied einer de lenden Gefamtgemeinde zu sein. - Stuttgart. Ter Berthold Auerbach-Ber | ein hat mit einer zweitägigen Ofteeiour seiue dies! jährigen Wanderungen eröffnet. Das Ziel war der j noch etwas winterliche, aber herrliche Schwarzwald. Lstersonnlag erreichte man mit Bahn und Omnibus über Frtudenstadt und Kniebis die Alexanderschanze. ' Bon dort aus sühne die Wanderung übn Zuflucht j nach dem Schliffkops und nach Allerheiligen. Gegen Abend gings nach steilem Anstieg über den Vogels« kopi, von dessen stnrmumpeiischter Kuppe man einen selten eindrucksvollen Ausblick über den Nordschwarzwald und ins Rheintal hatte, ins Quartier nach Ruhestein. Lstermoniag führte der Weg über den Wildsee, die Möhrlesbülre und Elmr nach Baiersbronn. Das Wetter war zum Wandern sehr geeignet und die Stimmung vorzüglich. Prachtvolle Waidlust entschädigte in reichem Maße das teilweise beschwerliche Stapfen aus ichncevciharschten Waldwegen. In Baiersbronn versam mellen sich die etwa 30 Teilnehmer der Wanderung, - darvntn auch zahlreiche Freunde aus Pforzheim und Göppingen, zu einem gemütlichen Beisammensein, das am späte» Abend in Baihingen feinen Abschluß fand. Tie Führung hatte der ' sporlersahrene Julius Roth «child, de: sich mir der Zusammenstellung und Lei mm, der Wanderung den Tank aller Teilnehmer ver dient har. mg. ctnttgsrt. Einen unterhaltsamen Nachmittag bereitete die Esragrn pp e Stuttgart ihren zahlreichen Freunden am 7. April durch eine zwar etwas ver spälete, nichtsdestoweniger aber äußerst gut gelungene P u r i m f e i e r. Gerson Aas begrüßte die Anwesenden und sprach über die Ziele der Esragruppe, die ihre Mitglieder zu bewußten Juden erziehen und im engsten Kontakt mit dem Elternhaus die Jugend im altjüdischen Traditionsboden verwurzeln will. Dieser Bortrag wurde von Gedichten, Jargonlieder« und Theaterstücken umrahmt, die von den Anwesenden mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden, Tie Beranstaltung bewies, daß auch der orthodoxe Zweig der Siuttgatter jüdischen Jugendbewegung mit Trust und Erfolg arbeitet. — Statt gart, »unsthaus Schalter. April 1929. Badische Secession, «lbrecht Fürst von Urach, Gottfried Richter, Frankfurt a. M. Stuttgart. Unserem in letzter Nummer erschienene» Bericht über die Jubilänmsseter des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten, Landesverband Aürt temberg, ist noch hinzuzusügen, daß der Festabenv durch die wie immer hervorragenden gesanglichen und pianistischen Darbietungen von Frau Hedwig Reis und Frau Alice Schmucklcr Heß besonders ver - schönt wurde. Stuttgart. Bo>>. geschätzter Seite erhalten wie die folgende interessante Anekdote über Pros. Albert Einstein: Seiner bescheidenen Wesensart entsprechend ist Einstein alten Gcburtstagsfeierlichkeiten aus dem Wege gegangen und hat den Tag inkognito bei Freunden in Hartem verbracht. Ein ihm van Freunden zuge dachtet Ar.llgcsckcnk har er abgelehnt mit der Begrün düng, daß e: so einfach und bescheiden, wie er ge lebt, auch in der Zukunft leben will. Eine kleine Jugenderinncrnng, die seine Tante, Frau L l a t j Edenseld, erzählt hat, sei hier niedergelegt. Als zehn jähriger Junge durfte Albert Einstein seine Tante. Karoline Tettelbacher, in Göppingen besuchen. Tante gewinn,-,. F;, abends um 8 Uhr' im Hindenbnrgdau Br'itr.' über „Fragen der weiblichen jüdischen Ju.'-.'nv!.i:t n wird, zu dem alle Gemeindemitglieder als d’a'V iKrUid willkommen lind. Nach dem Lortrage jind.t ein,' Aus'vrache und gemütliches Beii'ammen vi: f,:tt. 3 e»’erat S. 23. Sluttgail .Am 2«. Mär, iprath Juwelier Alfred . ä ■ .. i L. i f 11r BerIho . d A II > r b a ch B . r e i n üb., i.c r a g ,• r A! l Neu Syn agog t". Ter ■ 'HiFier ging von den drei Prager Kleinodien der jüdi- '' .i Berg.rngendeit. dem Rathaus, der Alt-Neu Synagoge und Jüdischen Friedb.'i aus und gab io dann einen leifamei; lleberblick über die Geschichte?.r berüdn.len Prager „Schul", deren i^r und stein vor i,. Jghrt iinterle.' gelegt wurde. Ein Sagenkranz! uu:g!.'l Fa? edttr'nrd!-.. Bethaur, Erzählungen, die von! '< tieifii BerLutlde.tFntt der großen Prager Gemeinde | ian-ohi mit finit Land, her Barer als auch mit dem j ■ aitf.iliti, nndjer Zentrum'der äiaot zeugen. Sagt . man doch. Fast die „Alt Neu Schul" der biblische Tem vel selber wäre, de» Engel von Jerusalem nach Prag >,«trage» hätten. Ter Referent führte sodann seine <>1)7,1 in Fa? Gottesbaus selbst und beschrieb ,'eipe von der .ullir,' ,: Anordnung abweichende Raumgestaltung. «,:,!> über das tüdiich, Rathaus, dessen Uhr hebräischttaat der Uhrzeiger gehr übrigens, analog der L>:.'.>: der heoräiichen Sprache, von rechts nach . linl? berichtete Juwelier Alfred Kiaschek viele kul! luitiiirtifia hochinteressante Einzelheiten. Ter berühmte nunrnelr unter Tenkmalsichutz stehende. Prager Judeniriedbowürbe ebenfalls vom Referenten eindrucksvoll gnchilberr und >o eine wenvolle Kenntnis der in der 1 g.-.nzeu Welt berühmte» Wahrzeichen der Prager Jüdischen Gemeinde vermittelt. LebhäsFrr Beifall danste dem . Redner. der auC> aus die von der Hörerschaft gestellten! Fragen mit bemerkenswerter Kennlnis der historischen Za'ammenhänge zu antworten verstand. H. St. Stuttgart. Einen sehr interessanten und außerordent lich gut bemalten Heimabend veranstaltete der Bert bald Auerbach B e t e i n am 2. April. Reli gionelehrer Leo Adler svrach über jüdische M u s > l" und .. läuterte seine Ausführungen durch j das Borsci,', einer Reihe ausgezeichneter Schallplatten,; die mit einer Reihe von iynagogalen Gesängen und Melodie» Tür den Sabbalh Gottesdienst und die jüdischen Festlage be!a»»imachlen. Ter Redner ging von den einfachen Formen der Muiik ,im biblischen Tempel .ui?, Fc.,ii instrumentale Grundlage wir kenne«, wenn wir auch über den Klangcharaster der einzelnen In- - srrumenle nicht unterrichtet Und. Im Laufe der Jahr Hunderte» haben nun die Juden viele Melodien der . anderen Böller rezipiert, die Gesänge wurden dem! Charakter der Feste angepaßt — und hier ist auch \ der Ausgangspunkt des alten wissenschaftlichen Streites um die Anerkennung einer „ursprünglich jüdischen" Mu-; iik. Wie sehr der Synagogengesang sich mit den Ini den assimilierte, erkannte man deutlich aus dem Schall-! platten-Borspiel. das bald Gesänge in rein deutscher i Aussaisung, bald solche in ausgesprochen polnischem Mitns! brachte. Alles in ollem aber halte man doch den! Eindruck, daß unser Synagogengei'ang in grundmusika- . liicher Hinsicht homogen ist.! Zur Frühjahrsputzer ei: Sämiliehe Putzartikel wie Terpentin- Ersatz. Lobalin, Stahlspäne. Bodenwichse, Haushaltseife Drogerie LWegele, Kömsfr. 46 1Man achte genau auf Hauenummer) GofS ©ditortlfl&aröt ■ MARKTSTH. 24 / TELEFON Nr. 50012 I EIGENE KONDITOREI Pünktlicher Versand nach auswlrts Damen' and Herren - Frisier- Salon Allons frey CANNSTATT KftnlgstrafteNr. 17 Fernsprecher 50099 ALFRED DUR SCH UHR MACH ER Marktstr. 27 . 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