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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-04-16 · 2 (16.4.1929) · p. Seite 24

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
2 (16.4.1929)
Date
1929-04-16
Page
Seite 24 (sequence 4)
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- 24 - . g^ähU. vicrani baiicn bfi frftc Glaube ,.Is rofl in nie Dftioii.i ft", fr komm: auf bif Zahl mdi: au: ^fiaia? verkünde.: „groß wird -di? Entvölkerung fein ininiiteu bf- Üanbfr... und blfib: davon noch ein Zehntel, so wird auch das wifdfrnnl vertilg,: doch uif Jfrchiiiihe und l?ithc, bei borfit Fällung fin Stamm bleibt, bleibt heiliger Samen ihr Stamm". Tiefer heilige Samen liegt nicht in der großen Masse. Tas Judentum hasch, deshalb auch iiidi:, wo es kann, nach fiiHfltifit Anhängern, und nicht im Inter eiif des Judentum? also ra.e ich Ihnen Ihr Kind >nnt Juden nt machen, aber als Freund. ia- Judentum ivunicki., verlangt e-? nicht, als 4?ater und Einsichtiger aber sollen Sie es wünschen und verlangen, Ihr Kind an diesen heiligen Samen hetatinibriitgeit. Ta? Judentum sucht keine An gehörigen. Sie aber sollen suchen, das Kinb;um Angehörigen in machen. Ta? Judentum ist nicht wie andere Religionen eine Krone, ein S;evter der Herrschaft, weichet es daraus ankommt, so viele als immer möglich;n beherrschen: es in ein Stern am Himmel, dem es gleichgültig, wie viele aus ihn schauen, aber veil denen, die von seinem Warne beleuchte, und erleuchtet werden. Nicht? mehr kann ein Va.er wünschen, nichts sehnlicher erbosten^ als daß sein Kind ihm in di ' michtigfmi inuerneu Lebenspunk,eu.. eiin't gleich! aber ihn nach derselben Richtung hin über ireise geschieht die? nun bei Ihrem Sohne mi trotte- Hil^e, erhalt er einen re ein mit südischer H>.... ein,ve»t iliii jüdischer Wärme, dann ,vied ei Ihnen stirnen, wenn Sie ihn um äußeret Ruckiickn-'n willen dein l5briiteinume hfngegebeu und Zwiespalt in sein Herz geiäei: ivird er aber von den Banden der Welt umsangen und deren Borteilt genießen ivol.en, dann kann er immer noch Lu rin werden. In summa: nur äußere Ber; .iltitp't ipredieu iiir die Tause, die aber ,ind iiuin noch und zu stwer Zeit zu erreichen sür o». . er ul-? das Höchste schätzt: der biein au,,o Wahl heu sprechen bei Ihnen wie i-.-i nur 'ur da-? Judentum, und diese müssen ...ich ang.uahnt, können nicht später erworben : e! e int die Baiis des Bundes. .Haben Sie aber das Recht oder gar die Pflicht, aus die äußeren Verhältnisse (deren Schwäche oben schon berührt ist> sür Ihr Kinb mehr zu sehen als auf Win und Wahrheit'?..." Germanisches in jüdischer Kultur. Aus einem Rundfunkvortrag. Don Oberlehrer Spatz-Reringen. In Schwaben, Franken und am Rhein siyen seit urdenklichen Zeilen jüdische Volksgenossen k odön ständig aus dem Lande. Rach Rieger: „Vorn .Heimatrecht der deutschen Juden" bestan dtn schon vor etwa 2003 Jahren jüdische Rio. derlassungen am Rhein. Auch in das römische „Zchntland", zu dem ja der größte Teil von Württemberg' und Baden gehörte, waren mit den Römern gewiß auch jüdische Legionäre und Händler gekommen, zumal mit der syrischen Le giou, die im Zehntlande stationiert war. Es ist staunenswert, wieviel deutsches .Kultur gut durch die Iudenheit der Vergessenheit ent rissen ist und der Gegenwart überlieserl wurde. Tube, möchte ich nur ganz kurz aus die noch viel zu wenig beachtete Muttersprache der oft europäischen Juden Hinweisen. Tieses sogenannt.' Jiddisch ist ein mittelhochdeutscher Tialekt, vermiicbi mit Hebräischen und polnischen Worte». Tie Rachkommen der im 12. und 13. IaHrHun deri während der Stürme der .Kreuzzüge und "tm 1 '. Jahrhundert, während der durch das Wüten des schwarzen Todes hervorgernsenen Ver jolgi'ngrn, aus Westdeutschland nach Polen ent jlrhenen Juden sprechen heute noch dieses Iid diw! Und beweisen damit ihre zähe Veronndeu heit mit deutscher Kultur und Sprache. Wie »Iteiiige'essen und bodenständig muß in ihren Vorjahren das Teütschtum gewesen sein! Turch diesen Tialekt wurde das Mittelhochdeutsch als lebendige Sprache in liniere Zeit herüberge rettet, als eine Sprache, die ihre frische Le benslrasi noch heute durch Meisterwerke zeitge »össischer Tichter erweist. Ich nenne nur den Lnriker Morris Rosenseld und den Tramatiker Bankcommandite Siegmund Veil todttart —mir, l» » üimm / T«L MS44/4S HECHINQEN / TÜBINGEN / SIGMARINGEA Inu.ausL Wertpapiere / Einlagen za gOnst. Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken Sefjalom Asch. Insofern die Sprache der Nieder schlag des schöpferischen Geistes eines Volkes und eines Zeitalters ist, könnte ans dem Jiddisch die Kultur des deutschen Mittelalters deutlich ge macht werden. Aber auch germanische Volksbräuche hat das süd- und westdeutsche Judentum, indent es sie seinem Kultus einschaltete, festgchalten und treu verwaltet, und es ist ganz merkwürdig, daß diese Gebräuche eine ganz bestimmte Grenze, eben Süd und Westdeutschland, nicht überschrit te» haben. Von der Wiege bis zum Grabe be gleiten solche Bolksbräuche das Leben der ale mannischen, schwäbischen und fränkischen Juden. Will eine Jüdin Mutter werden, so eilen Frauen der Gemeinde herbei, um die Gebä rende zu „beirasen". Ter fränkische Volksdichter Gäwele von Neuenstein spricht noch heute in seinem breiten „Hohenlohisch"-fränkischen Tialekt von einem. „KraS", d. h. einem Kreis. „Bekrasen" heißt demnach in unser Hochdeutsch übertragen' „umkreisen". Tie R'chöarjnnen der Gebärenden, die zuin Bekrasen herbeieilen, umkreisen denn auch das Bett der Gebärenden. Mit einem Messer werden Kreise in der Luft be'chrieben Taranf wird daS Messer in das Kopfende des Bettes gesteckt und die Frauen rufen dreimal: „Wir wollen dich bekrasen; Unser Herrgott solls wasen. Soviel Ziegel ans dem Tach. Soviel Malachim sind wach." Tas hebräische Wort Malachim, Gottesöoten, Engel bedeutend, dürste eine spätere Umschreibung einer ursprünglich germanisch mythologisch» Schutzmacht sein. An Stelle des Wortes Jpert galt" stand vielleicht früher „Allvatur". Nimmt sich der mitgeteilte Spruch nicht wie ein alter Neuzeitlich» Tapeten Stoffe / Teppiche Lienhardt Stuttgart, UidHStn&c7 - Etki Calaerslr. CHR STAfTMANN S NACHF. Stuttgart Telefon 27734 KBnigibaii Beste Jn- und Ausländische Fabrikate Herrenhüte Sport- und Automützen Aparte Damenhüte für Straße - Reite - Sport §IN JEDEN HAUSHALT GEHÖREN: Elekt. 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