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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-04-01 · 1 (1.4.1929) · p. Seite 7

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
1 (1.4.1929)
Date
1929-04-01
Page
Seite 7 (sequence 5)
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sozialst! eu aufs verderblichste beeinflußt. Der Nationalsozialismus sabotiert den Anschluß der beut schen Jugend an die Volksgemeinschaft »nd entzieht ihr jeden gesunden Entwicklungsbodcn. Mit einer unglaublichen Ueberhrblichkcit setzt er sich über die religiösen Bekenntnisse hinweg und zer stört wertvollste Lebenskräste. Tabei kann der Nationalsozialismus nicht eine Persönlichkeit, ein.' Schrift oder dergleichen ausnuiscn, die da von ül erzeugen könnte», daß er positive religiöse Kräfte überhaupt aufzubringe» vermag. Ebenso fehlt ihm jede diskutable Wirtschaftstheorie, die seine antisrmi ischcn Wirtschaststendenzen auch nur annähernd zu begründe» in der Lage wäre. Tasü" aber werde» seine Anhänger planmäßig um Lebensinhalt und Ertrag gebracht und müs sen schon narb wenigen Jahren einsehen, daß sie für sich selbst, für Volk und Staat verloren ge gange» sind. Nur auf dem BcKen einer ehr l i ch e n Toleranz wird die deutsche Gemein schaft geschaffen werden könne» und dazu ist erforderlich, daß man die schwere» vom Ratio »alsozialismus drohenden Gefahren erkennt und ihnen wirksam begegnet. Hier hat auch die Ar beit de.« Abwehrvereins einzusetzcn; er kann aber nur dann erfolgreiche positive Arbeit leisten und zu einer Schulungsstätte gegen den Nationalsozialismus werden, nenn er weitgehende und opferwillige Unterstützung findet. „Wir dürfen es nicht zulassen", so schloß Johannes Fischer, „daß durch den Nationalsozialismus die deutsche Bolkskraft zerfressen wird, weil wir zu wenig kampfsreudig sind!" Ter Redner wurde für seine von Ueberzeugung und frohem Kampfesmut getragenen AuSsührungen mit stürmischem Beifall bedankt. Sodann erstattete Stadtpsarrer a. T. Lam Parier den umfangreichen Jahresbericht, aus dem hervorging, daß der Abwehrverei» auch im vergangenen Jahre eine intensive Tätigkeit entsattet hat. Ter Verein zählt 271 Mitglieder; lrider konnte ein Zuwachs nicht erzielt werden- Neben der Veranstaltung zweier öffentlichen Versammlungen hat her Abwehrverein am Wahlkamps eilgenommen und durch Plakate und Flugschriften Är seine Ziele gearbeitet. - Stadtpsarrer Lamparter gedachte sodann zweier treuer verstorbener Mitglieder des Vereins, des stommerzienratS Adolf Wolf und des Bankiers Lrnst Hochberger, zu deren chrendem An- >enken sich die Anwesenden von ihren Litzen erhoben. Ter Redner besprach hierauf das Vcr hältniS der Stuttgarter Tagespresse zu den Bestrebungen des Abwehrvereins und verbreitete sich über die schon erwähnte gewissenlose Verdächti Einig jüdischer Geschäftsleute durch das ,,Evangeelische Sonntagsblatt". Er zeigte nochmals mit aren Worten die furchtbaren Folgen der nationalsozialistischen Politik auf und warnte vor hen Gefahren, die über das deutsche Volk Hereinbrechen werden, wenn sich die Parteierr nicht endlich vom politischen Egoismus frei machen. Ter Redner schloß mit einem warmen Appell an das Gewissen aller und forderte Männer und Frauen, die, getragen vom sittlichen Wert der Ab Mehrarbeit den Gradmesser für den geistig-sittli chen Stand deS deutschen Volkes darstellcn. Auch die formvollendeten AuSsührungen von Stadt pfarrer Lamparter wurden mit stürmischem Bei fall entgegengenoinme». - | Ten Kassenbericht erstattete Bankier Stephan Strauß. Ans ihm war zu entnehmen, daß die Kasse ein Manko auszuweisen hätte, wenn ihr nicht durch das hochherzige Legat von Kommerzienrat Adolf Wolf fel. A. ein namhafter Betrag zngeslossen wäre. Es ist unbedingt erfor derlich, daß der Verein neue Mitglieder gewinnt!»nd dadurch mchr Mitgliedsbeiträge und Sperr den erhält. Stadtpsarrer Lamparter dankt em Kassier mit herzlichen Worten sür die gewis enhaste Führung der Kassengeschäfte und ging an» zum I. Punkte der Tagesordnung, de» Neuwahlen des Vorstandes und des Ausschusses, über. Hierbei kam so recht zum AusdVuch welches Vertrauen stnd welche Sympathien Stadtpfarrer Lamparter bei den Mitgliedern des Abwchrver» eins und weit darüber hinaus genießt. Die Versammlung bereitete dem verdienstvollen, unermüdlichen Kämpfer sür Gerechtigkeit »nd Humanität begeisterte Ovationen und spendete langanhallenderst Beifall, als sich Stadtpfarrer Lamparter bereit erklärte, den Vorsitz wieder zu übernehmen. Tsiß er kein leichtes Amt verwaltet, ging aus seinen für seine Wiederwahl dankenden Worten hrrpor, und jeder, der die großen Ber dienste Stqsttpfarrer Lamparters um die Belange der jüdischest Religionsgemeinschaft kennt, wird ihm seine Theene in der „Verteidigung-der geistig sittlichen G^ter des deutschen Volkes" zu danken wissen. — ^Für die ausscheidenden Vorstands Mitglieder Direktor Hartmann und Ernst Wrrtheimer wurden Bankier U l l m a n n und Prof. Bauer, LstdwigSburg, gewählt. In den Aus schuß tratest neu ein: Tr. Walter Strauß und Gemeiizderat R e i t t e r. Im übrigen blieb die >tzung von Vorstand und Ausschuß prache erössnete der Geschäftsführer Herr T ä g e r, der die antisemitische des Teutschnationalen Handlungsge Zusammens dieselbe. Die Aus des G.T.A. Grundlage hilsen-Verbcuds kennzeichnete und auf die jndcn feindlichen Umtriebe die>S großen Verbands nnter der kaufmännischen Jugend hinwies. Fabrikant Max Wotlf dankte dem Referenten deS Abends, Johannes Fischer, und dem Gesamtvorstand für die geleiste e Arbeit, und LandgerichtSdireftor Stern schilderte aus seiner eigenen Erfahrung die zweisel zum Versa Verbot des »aste Einstellung deutscher Beamten sungseid. Er forderte ein gesetzliches Ausschlusses von Juden bei völkischen Versammlungen, da hierdurch die Möglichkeit genommen sc, dem Gegner gegenüberzutreten und seine Verleumdungen zu entkräften. Zum Schluß verlas Stadtpsarrer Lamparter die von der Versammlung > instimmig angenommene Entschließung auf den Artikel des „Evangelischen SonntagsblattS", dia wir im Wortlaut folgen lassen: GraphÄ Huber Stuttgart, Hauptstßttarstraß« 68, II, r. Gibt bei Einsendung einer Schriftprobe Auskunft Ober Charakter, Fähigkeiten, Seelenleben. Cbaraktersklzse N. 3.-, Analyse M. 5.- a Dun surtff lamndnaw Mb a Mi tnm ,, Uman** ■ Ein Musikapparat Ostergeschenk bereitet allergrSBte Osterfreude Sie finden eine reiche Auswahl in allen Preislagen bei günstigen Zahlungsbedingungen im STEHLE Musikhaus Stuttgart Calwer Str. 56 - Telef. 23730 Diese Haas-Sfandohr mit abgesperrtem Gehfluse, Eiche in jeder beliebigen Farbe und erstkl. Prflzisionswerk liefern wir weit unter Preis direkt ab Fabrik bei Barzahlung franko gegen franko 8 Tage zur Probe u. schriftlicher Garantie, mit 4'4 Westminster-Glocken- Gongschlag Mk. IDO.— mit '/»Stund bim-bttm Glockensrhlag ....... 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