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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-03-16 · 24 (16.3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
24 (16.3.1929)
Date
1929-03-16
Page
[Seite] (sequence 4)
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dieser Stellungnahme sicher nicht abfinden. Es tragt sich, ob die nichtziom tischen deutschen Juden selber erwarten dürfen, mit einer solchen Grenzlinie genug getan zu haben. Es muß her vorgehoben werden, daß die Zionisten nicht da mit rechnen können, dauernd auch in Kreisen, die persönlich mit Zion nichts zu tun haben, auf eine ihnen entgegenkommende Stimmung zic stoßen. Zeiten ändern sich, inzwischen werden sich dze Zionisten in eine Minderhettenposilion lfineininanövriert haben, was in der Regel seine .lonseauenzen bat. Wenn sie trotzdem aus lieber zcugung dabei bleibcu, daß sie nicht zur deutschen Ration gehören, so ist dann iveiter nichts dar über zu sagen. Es handelt sicki hier auch nicht um sie, sondern uin die anderen. Tie deutschen Ju de» befinden sich nicht in der selben Situation wie die englischen. Warum sollten nicht bri'i sche Untertanen ihr Rationalheim in Palästina sehe», dae sich rbcnsalls in britischen Händen befindet7 Es ist auch noch damit zu rechnen. Vast Palästina aus einem englischen Mandat ein Tominion werde, eine weitere Erleichterung für englische Juden, eine weitere Erschwerung iür deutsche und andere. Tie Zionisten werden vas ganz natürliche Bestreben haben, die Ricktzionisten und ihre Organisationen möglichst weit zu sich äerüberzuzichen. I^s bleibt auch zu bedenken, welche Wirkung diese .st ooverarion allmählich aus die breite» Schichten des Volkes ausüben würde, in dein die Juden leben. Tie politische Psycho ogce ist geneigt. Tinge und Personen zusammen zuwersen, die zwar nicht zusammen gehören odcc gehören wolle», aber doch den Anschein eriveckr», T:> sei die-- der Fall. Tie Zeitung schließt: „Wir verkennen freilich nicht, daß sich manche deutsche Juden, die keine Zionisten sind, vor einer Entscheidung befinden, die nicht leich: ist. Es ist uns bekannt, daß in dreien Kreisen die Stimmung oder di' Auffassung herrscht, die Juden könnten das Palästinawerk, nachdem es nun einmal begonnen ist, nicht im Sticke lassen, ohne daß die? aus die Juden selbst, gleichviel welcher Richtung sie angehören, einen Makel würse. Wir betrachten e? nicht als unsere Ausgab», de» njchtzionistischen Juden einen Rat ,n geben. Tie Beteiligten müssen selbst wissen, was fi» um sollen. Jkdeinalls aber stehen sie vor einer Beschlußiassung. die manche? Svätere inilenii'cheidcl." — 316 - I Tie „Jüdische Rundschau" besaßt sich in chrer I Nummer 9 mit diesem Artikel der „Franksurter Zeitung" über die Frage der Beteiligung der deutschen Juden an der Jewish Agency und weist insbesondere auf die Aeußerung der „Frank surter Zeitung" hin, daß mit Rücksicht auf den zu erwartenden immer engeren Anschluß von Pa lästina an da» englische Imperium sich Schwierig fetten für deutsche Inden ergeben könnten. Wie kommt es, fragt die „I. R ", daß die „Frank jnrter Zeitung", das Blatt des deutschen Frei sinns, eine so geringe Meinung von der Liberali tät des deutsche» Geistes hat, daß sie Besürchtun gen dieser Art ausspricht, die in anderen Län der» höchstens von Lrganen einer von der der „Frankfurter Zeitung" sehr verschiedenen Rich lnng erhoben werden. Tie „Frankfurter Zei lniig" deytet ziemlich unverblümt an, daß im »iricgsjall zwischen Teutschland und England die - jüdischen Beziehungen zu Palästina unangenehme .stoinplikatione» ergäben. Warum exemplifiziert sie auf die britischen und nicht was näher läge aus die amerikanischen Jude,»? Wir mns scu osscu aussprechen, daß wir uns wundern, dieses Argument in der „Frankfurter Zeitung" zu finden. Denn init dieser Begründung könnte man auch gegen eine ganze Anzahl anderer Bewegungen austreten: bekanntlich benutzt die Reaktion ähnliche Argumente gegen den „inne ren Feind". Es ergeben sich in verschiedenen Situationen für verschiedene Gruppen Aonslikte und z. B. gerade für religiöse Menschen und auch religiöse Jude» bedeutet jeder 'Krieg einen schwe ren Gewissenskonflikt, in dem sie sich entscheiden müssen. Wir hätte» geglaubt, gerade für diesen Gesichtspunkt in den Kreisen eines wahren gei'ti gen Liberalismus Verständnis zu sinden. Wenn man schon in der Palästinasache allgemein polili sche :?>esichtspunktc heranzieht, so könnte man eher sagen, daß der Eintritt der amerikanischen und anderer Juden in die Jewish Agency dazu beitragen wird, den internationalen, nicht au-? fchsteßlich britischen Eharakter des Palästina Un lernehniens zu verstärken. Wir glauben, schließt die „Jüdische Rundschau", daß alle deutschen Patrioten, zu denen auch die deutsche» Zionisten zu zählen sind, obwohl sic darüber iminer wieder zu spreche» nicht für würdevoll Hallen, ein Interesse an dem Ausbau > .ine? Teutschland haben müssen, das getreu I Bankcommandite Siegmund Weil HECHINGEN / TÜBINGEN / SIQMARINQBN In-u.ausl. Wertpapiere / Einlagen za günst. Zinssätzen / Industrie-Kredite/Hypotheken den edelsten Traditionen des deutschen Geistes — Raum und Verständnis hat für alle seine Bürger und Freiheit gibt in der Betätigung spezijischer Interessen, die den Reichtum der menschlichen Kultur nur vergrößern. Es müßle traurig »m Teutschland bestellt sein, wenn gerade eine simple Sache wie die jüdische Palästina-Liebe unlösbare Konflikte erzeugen sollte. Albert Einstein zum 50. Geburtstag. Am Tonnerstag, den 14. März 1929, vollendete Professor Albert Einstein sein 50. Lebens fahr. Er wurde am 14. März 1879 in Ulm an der Tonau geboren. Als er fünf Jahre alt wat, überjiedelle die Familie Einstein nach München, wo der Vater eine elektrotechnische Fabrik über »ahm. Tie in dem Knaben erwachende religiöse Grundstimmung wurde gestärkt durch den jüdischen Unterricht, den er von Lehrer Frey erhielt. Ter musikalisch, veranlagte Knabe dachte sich Lieder zur Ehre Gottes aus und sang sie für sich in andächtiger Verschlossenheit. Tie Bibel war ihm ein tiefes Erlebnis. Als Schüler des Gymnasiums fand er aus eigenem Nachdenken den Beweis des Pythagoreischen Lehrsatzes, von dem ihm nur der Wortinhalt ohne den Beweis mitgeteilt war. Mit 15 Jahre» wurde er von seinem Mathematiklehrer für universitätsrcif erklärt. 1894 verlegten seine Eltern, als das Unternehmen in München materiell zurück ging, den Wohnsitz nach Italien. Tas behaglich bürgerliche Dasein hatte damit ein Ende gesunden. Einstein ging i» die Schweiz, um am Züricher Polytechnikum Mathematik zu studie ren. Er wurde aber in diese Anstalt nicht auf genommen. Er besuchte die Schule des Kantons Aarau, wo ihn das Problem der Optik bewegter Körper, genauer, die Lichtaussendung von Kör per», die sich relativ zum Aether bewegen, be schästigte. Tie Uransänge der Relativikätstheorie fallen in diese Zeit. Tapeten Stoffe / Teppich Lienhardt Slutjart, Llidnstnfte 7 Edu Calatrslr. CHR. STATTMANNS NACHF. 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