Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-03-01 · 23 (1.3.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
23 (1.3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/4904101-5441815-5443066--2129-4906101
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

v\cft sag,' nicht: i» der Religio», »och .veniger i» einer bestimmten posilive» Religion. i Lehn doch die Erfahrung, daß Männer, .vel 'che von der posikioen Religion - nickt-? .visien wolle» rrotzdem ivahrhasf edel sind. Betonen doch schon unsere .veisen Lehrer: Tie edlen Menschen aller Völker dabei, Anteil an der ewigen -''lückseiigkeil. Aber wenn auch Religioiiläi odne positive Re ligion möglich und vorliandcn in bi-? jetzt in sie immer nur eine sehr vereinzelte Erscheinung gelrfiebeii. Und ivcuil auch >ede vosilive Religion, »a mentlich also die ^unsrer nächste» Uingebung, die ck.ristlirfze, geeignet in und bezweckt, rechlsckas ienen sinn zu erwecken und zu erdalten:'io i>t Dorf) meine aus Prüsnng und Ersadrnng ge gründete lleberzeugnng, daß keine Religion hier zu mehr berufe» in als die unsre, die jüdische, ^ie isl der Jnbcgrisi der reinsten siilenlehrcn NOO chree lalkräsiignen Beväbrung zugleich, sie steter dem Verstände Sen .freiesten Spielraum und dein .Herzen dre inniglie Eranickung: sie gilt sür? Leben, von ihr heißt es nicht: „meiii Reick, ist nicht von dieser Well", sondern: „was iie lehrt, in nicht fern von Tir, Daß Tu es erreick:en könnten." sie legt Pstichren ans, sie gebietet Liebe, aber ne zwingt nicht zu g l a „ b e». 2ii' ist eine Religion de-? Herzens, nicht der Phantasie: eine Religion de-? Verstandes, nicht dee Abstralrion: eine Religion der Prari-?, nick>i der, je nackt Zerr und ürr, Priestertum und Politik, sich versckiieden genallenden Theorie. Ute in die Religion der Familie, nicht des Liaares; die Religion der Gleichberechtigung, nick,t der llnterdrücknng: die Rcligivit des Volkes, »ich, der Priener. „Uitd Ihr sollt mir sein ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk" so lüin e-. heute norf, nack) Jahrlansende». Fe,e sei e? von mir. Tick) in de» anmaßenden Ton entweihe» zu wollen, der mir Geringschätzung "on eine, ZchU-ester. besser Tocknerreligion it'ridu, oi, Millionen al? das Ideal erschienen ist und ciinjdm. jycnt voll mir. die Segnungen zu ver - RX) kennen, welche das Christentum auf Erden verbreitet. Aber das hindert nicht, das Gute, was wir haben, zu preisen, z» vergleichen, als das Bessere anzuerkennen. Und so komme ich denn zu dem Rat unid der Mahnung, dem Ergebnis eines längeren, nicht ohne Umschau und kritische Prüfung geöliebencn Lebens. Bleibe Jude gleichviel, wie Tu Tick, zu den Bräuchen des Judentums stellst, bleib? Jude und suche dereinst auch Teine minder in dieses Richtung zu bestärken. Bteibe Jude mit ganzem Herzen, ganzer seele und mü allen Teinen .Kräften. Richr Jude aus Rücksicht, aus Pietät, aus Konnivenz. Richl ge zwungen. Rein, Jude aus Ueberzeugiing von der Wahrheit, Richligkeil, Innigkeit, Tiefe des Jude» tum-?. Mein Lohn, io iveise die alljüdische Mah nung ist: Laß den dumme» Uebcrsrommcn 'Iliäii in Teine Nähe konimcn, 2achS, Llimmen vom Jordan und Enplnni, 2.333.1 io richtiger noch die: Laß den heuchlerische» Frommen Äichk i» Teine Nä.,e kommen so übrrhebc Tich nicht. Verspotte niemand, auch wenn er Tinge als religiöse Bräuche übt, die Tir unverständlicki sind. „Ein Wahn, der uns beglückt, ist eine Wahrheit wert, .die uns zu Boden drückt." 2o denken mit Wieland gar viele, ^ruch Inden Mein, und ich hoffe Teilt Gcsckmack ist es' nicht. Laß jeden „nack, seiner Fasson" nicht bloß selig werden, sondern auch hiciiiedet'. schon seine Religion üben. Gehe nickst auf Religionssvöttereicn ein. Achte und ehre vor allem die wahre Frömmigkeit, w o Tu sie sin best. Achte auch die fromme Selbstgenügsamkeit Aber den .Heuchler meide. Bleibe Jude mir voller Ueberzeugiing, mit bescheidener Zurückhaltung und dock mit stolzem Lklbstbewußtsein. Richi? ist crbär-mlicher als das feige Verstcckensjpiel so manchet Juden, sie sind Juden, aber sie meiden es, dafür gehalten zu werden; sie suchen es auf alle Weise gcheim zu halten. Und das sind oft, ja meist die, welche in ihrem Tun lind Aussehen dir Zugehörigkeit zu uns am ivenigsteil verleugnen können. Ganz verächtlich sind die Anmaßenden, deren es leider viel? unter uns gibt. Infolge Mangelhastrr Bildung, wohl auch der viethundertjährigen Leidcil und Zurücksetzungen und ihrer auch heutzutage noch nicht ganz und allenthalben geschwundenen Nachwehen, hat sich mancher unsrer Glaubcnsgenosseit ein Ton und eilte Haltung bemächtigt, die nicht anders denn abschreckend lvirkrn. Anmaßung in spräche, Ton, Haltung und Gebärde, sucht, sich vorzudrängen, den ersten Platz einzunehmen, auffälliges Hervortreten, das sind reckt unerjreuliche Eigensckiasten vieler Juden. Auch manche Jüdin ist davon nicht freizusprcchcn. Und die auffälligen Toiletten gehören auch hitther. Unsre Feinde freuen sich über derartige lästige Aufdringlinge. Jedem wahren In den tun sie weh. Unsre Feinde nchmen solche Auswüchse sür dir Regel; wir wissen, daß all das uujüdisth ist. Ich konime hier aus ein Kapitel, das man ganz iin allgemeinen überschrciben könnte: Kiddusch und chillul haschem, Heiligung und Entweihung, wörtlich: des göttliche» Namens, tat sächlirfi: des Judentums M? «»fr Minderheit, einer verfolgten und hier und da norf; scheel angesehenen Minderheit angehörig, hat der Jude die heilige Pflicht, sich so z,t halten, daß nicht nur er, sondern in ihm auch das Judciltuni frei von schände bleibe, zu Ehren und Anerkennung komme. Jeder Jude soll und muß wissen, daß, so erlcurf>trt unsre Zei' ist, immer noch ein gut stück vom alten Judenhaß zurückgeblieben ist, von jenem alten o‘li im gencris liumani, das schon Taeitus den Juden nachtrug und das ein alter Juristenzopf Berger (oeconomia jnris) vor 150 Jahren in den Satz zusammenfaßte: Judaeus <fua .liirfueiis ad sceleia perpetranila qnaevis proclivis praesiimitur el promtus (3>fr Jude als Io unerreichter Auewahl zu vorteilhaften Preiaen LORENZ STUTTGART/Sr aVaaTBaasc" LmIbw*Ii» Eiuim Spezialgeschäft «klltUtrn ffir garantiert Indanthren farbige d. h. wasch-, lichtand wetterediie Stoffe 6. B. . It. Indanthren-haus Stuttgart; Königs». 12. gegenOb. d. Marstall xC.LHofi&Co.x KohlenhandeUgesellsdiaO m. b. H. FrtedrtdmraftC 8, («m Friedrichsplatz) LAGER! aauMUattraae (k. —tuiikw Barten) FERNSPRECHER 20790 Nor ersflflalOge Brennmaterialien aller Arl Sorgfältigste Belieferung! Unbedingte Garantie für abgeliefertes Ge wich! Wollen Sie? gewissenhaft u fachmännisch bedient werden, gehen Sie zum Radio-Groß Spezial-Geschäft HERZOQSTR. «b TELEPHON 64416 Kataog mit 30 der modernsten Schaltungen Mk. ^O. Mech. Bau- und Möbelschreinerei Georg Abel / Ladeneinrichtungen,Umbauten Wegen Räumung zwei med-irne Schlafzimmer, Nußbaum u. Bit+e poliert, äußerst preiswertzu verkaufen Kranke! „Wohlmuth Nicht verzweifeln! ii bringt Heilung! Hunderttausenden von Kranken hat der Wohlmuth-Apparat Genesung von oft schweren, manchmal für unheilbar ge* hult«*nen Leiden gebracht. - Glänzende flberrasdiende Heilerfolge mit völlig schmerzloser Behandlung, ohne Berufsstörung, insbesondere bei Gicht, Ischias, Rheumatismus, Lähmungen, bei fast allen Erkrankungen des Nerven- und Muskelsystems, der Gelenke, des Verdauungsapparates, der inneren u. Sinnesorgane, bei Störungen d. Blutkreislaufes, Stoffwechsels usw. AerztUche Autoritäten haben den Heilwert der elektro^alvanischen Behandlung ln jahrzehntelanger Arbeit erprobt und bewiesen; eine ca. 90 jährige Erfahrung liegt der wohlrnnthHeilmethode zugrunde. In Deutschland sind allein Ober 500000 Wonlmuth-Appsraie in Gebrauch. Täglich erhalten wir begeisterte Anerkennungsschreiben. Gefahrlose Selbstbehandlung. Holen Sie noch heute unsern unverbindlichen Rat ein; verlangen Sie kostenlos und unverbindlich unsere Broschüre .Geheilt durch Wohlmuth*. Jeder Kranke und Gesunde ist in der Lage, sich einen Wohlmuth- Apparat anznsdtaffen, da vir auf Teilzahlung bis zu 12 Monate liefern. WoMmiiilHiisiifiit, Stuttgart, Lange.tr. 11B - Telefon 25887 Ottilien Diktate Oemiilfältipp Sllberborfilreje 07 Schuhmacherei J. GRAUER Hegelstr. 62 Spezialität: Schuhfärberei Efjt Frischkost! ln der ersten Stuttgarter FrUdilcotlstube DENGLER KriegAcrgdrage Nr. 9 Ecfce Sddller.tr ehe. Tel. »1 M | ERNA HÖRRMANN, geb.,huchthausen / VERVIELFÄLTIGUNGEN ABSCHRIFTEN DIKTATE - CHRISTOPHSTR. 391 / TELEPHON Nr. 28997 BiOXULTQA ZAHNPASTA die richtige, *le macht die Zähne blendend welB nnd beseitigt Mundgeruch, sprltst nicht, Itt bochkonxen^riert, daher tpnnanter. Kleine Tube 58 Pfg. MAX ELB A.-0. DRESDEN

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.