Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 22 (16.2.1929)
- Date
- 1929-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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- 288 - Körper», ist kristallklare Ethik. Erotik kennt sie nur im Rahmen der reinen Ehe, kennt sie nur als Mittel zum Zwecke der Lelbsterhaltung. Wir Habei! eine tatkräsri.qere 'jüdische Presse als je. Zahlreich' Organisationen und Vereine tun ihr Benes, in» das Judentum zu Neben. Sie haben Eiuflus; aus viele, uns gut gesinnte Parlan.enlarier. und die Republik muh felbft schon eine Wfirnlidajiir stein, daß guten jüdischen Kräsie!' die BeamkenlaujbaNn erschlossen wird. Mögen sie geaieinsam den bezcichneien Weg gehen. wenigsten-'- ein Teil der jüdische» Ehenot »eiro jn absehbarer Zeit durch manches jüdische E-'-'glu'- abgeläil iverden. Das Judentum in der Geschichte Schlesiens. (Ausstellung d«S Vereins »Jüdisches Museum in Breslau") Bon Studienrat De. Willv Cohn, BreSlau. Mil der Eröjj uung dieser Aus fteiluug dars sich nicht nur das Judentum Schlesiens beschäftigen, so» dern sie ist eine Angelegenheit des Judentums über Haupt, weil inDir völlig neue Wege gegangen wurden, um ein Stück jüdi scher Geschichte der Umwelt verstand lich zu machen. Ter Verein „Jü disches Museum zu Breslau", der vor allem durch unermüdliche Arbeit seines Vorsitzenden Max Silberberg in wenigen Monaten zu außerordentlichen Leistungen emporwuchs, fand in dem Breslauer Museums direklor Professor Tr. Erwiu Hintze einen ut*' n.indnisvollen Kennet und musealen Berater. Trei Monate allein wurden dazu verwandt, um das Material zu sichten und sinnvoll aus;» bauen. Tenn eben dadurch scheintsich diese Aus stellung von vielen anderen zu unterscheiden, daß nicht zufällig Gefundenes ausgebaut, sondern alles in eine bestimmte Ordnung gebracht wurde. Achthundert Jahre jüdischer Geschichte in einer deutschen Provinz zeigen ein geschlossenes und doch mannigfaltiges Bild unseres Stammes. Tie feierliche Eröffnung, die in Gegenwart der hohen und höchsten Behörden Breslaus am Sonntag, den 3. Februar 1929, stattfand, wurde nach begrüßenden Worten durch eine tiefangelegte Rede des Tozcnten am jüdisch theologischen Seminar Tr. Heineman» eingeleitet. Er führte aus, daß es sich nicht um eine jüdische Ausstellung, Nicht um eine Ausstellung für Juden handle, sondern um eine Ausstellung, die alte anginge. Ausge hend von einem Goethewort, forderte er die Anwesenden auf, sich in den Geist des Targebotcncn zu vertiefen. Hier handelt es sich nicht um den Anblick toten Gutes. All das, was hier gezeigt würde, sei lebendig und zeige der Welt, wie der Jude auf der einen Leite Gunst und Ungunst von Fürsten und Herren im Laufe der Jahr hunderte über sich hat ergehen lassen und aus der anderen Leite durch die Beschäftigung mit seinem Glauben die Äraft gefunden hat, dies zu ertragen. Trei Teile umfasse die Ausstellung. Jn dem ersten, dem historischen Teil, sähe man neben der Büste des gütigen Förderers der schle sischen Judenheit, Herzogs Heinrich IV., das furchtbare .streuz des Mönches Capistrano. Einst mals wurde es auf dem Breslauer Salzring zur Erinnerung daran aufgestellt, daß dort am 1. Juli 1453 11 unglückliche Juden verbrannt wurden, die man der Hostienschändung angeklagt hatte. Im gleichen Raume Bilder von Männern, deren Privilegien für die Juden Glück und Unglück bedeuteten. Niemals konnte der Jude ruhig in die Zukunft schauen. Aber war auch sein äußeres Schicksal herbe und unsicher, das Ltudium des Gesetzes und die Feier seiner Feste (davon kündet der 2. Teil der Ausstellung) gaben' ihm immer wieder das innere Gleichgewicht, und wenn wir im 3. Teile uralte Gebetbücher erblicken, dann sehen wir im Geiste jene unserer Vorfahren, die gleich, ob sie arm oder reich waren, alle freien Stunden ihres Lebens dem Studium des Wortes Gottes widmeten. Tadurch hielt sich, so führte der Redner aus, das Judentum geistig frisch. Bankcommandite Siegmund veil SttUtarl, Kirnttttr. 1» » nilimsteti») / TM. 18344/4S HECHINGEN / TÜBINGEN t SIGMARINGEN In>n.an8l. Wertpapiere / Einlagen zu gOnst. Zinssätzen / Industrie-Kredite / Hypotheken (Unle Shittgort-NOrdllngai) Idyll! im Walde gelegen / ✓ Sonnig und staubfrei Streng rituell / Prospekt / ErstkL Referenz. Lettin*: rrLUislster Fernruf Nr. 119 Amt Bopfingen in Württemberg Sodann nahm Professor Hintze das Wort, um in die Ausstellung selbst im einzelnen einzuführen. Und mit den auserlesenen Besuchern jener Feierstunde wollen wir von den Schätzen erzählen, die in Breslau nunmehr anderthalb Monate zu sehen sind. Ter Gipsabguß eines Grabsteines vom Jahren 1203: „Tiefer Stein ist ein Tenkmal am Grab« des Rabbi Tavid mit lieblicher Stimme, Sohnes des Rabbi Sar Schalom, der eingetan wurde am 2. Tage der Woche, am 25. Tage des Monats Ab im Jahre viertausend und neunhundert dreiundsechzig nach Erschaffung der Welt. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." Anderthalb Jahrhunderte später durste mit Erlaubnis des Königs Johann von Böhmen der Friedhof vernichtet und die Steine zu Mauerbau fortgesührt werden. Vor wenigen Jahren trat dieser Stein bei Erneuerung des Domes aus halbtausendjährigem Dunkel heraus, und die Domgeistlichkeit schenkte ihn der Synagogengemeinde. Wir stehen vor dem Bilde der Salvatorkirch« Oxis. 1530 war sie noch Synagoge, dann wurde sie Zeughaus und Ende des 17. Jahrhunderts Kirche. In ihrem Anbau befand sich wahrscheinlich die berühmte Druckerei des Chajim Schwarz aus Prag. Bon seinem berühmten Oelser Pentateuch sind nur 2 Exemplare vorhanden, von denen Photographien zu sehen sind. Ein letzte- Bild aus der geschichtlichen Abteilung „Das Grabmal des in der Schlacht bei Groß-Görschen am 2. Mai 1813 tödlich verwundeten Meyer i’lliMnllll.'illwl fi's E.&M. 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