Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 21 (1.2.1929)
- Date
- 1929-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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7 MH—>!. ■>■HUT. 1» » Hilisiilitul / 1«. 18344/4S HECHINGEN / TÜBINGEN / SJGMARfNGEN In>a.aasL Wertpapiere / Einlagen an gBnst. ZinssAtzen / Industrie-Kredite / Hypotheken üneinbtn Westeuropas und Amerikas. Unter den ^Mitgliedern derselben nahmen viele eine führende /Rolle in der Weltgeschichte ein; man denke an Manasse ben Israel/ an Uriel Acosta, Spinoza, D'Jsraeli und viele andere. . Mit innigem Interesse verfolgten die Sephar den an der Schelde, an der ^Themse, in den westindischen Urwäldern und Am Hudson sowie jene in Dubrovnik und in Venedig, in Stambul und in Bagdad die Geschichte ihrer auf der iberischen Halbinsel verbliebenen Glaubensgenossen. ° Generation folgte auf Generation. Die Kinder wurden selbstverständlich getauft und in der katholischen Religion erzogen. Da dem Denunzianten ein Teil des konfiszierten Vermögens als Lohn zugesichert war, wagten es die Eltern auch im trautesten Familienkreise nie, etwa über das Judentum zu erzählen. Die moralisch und geistig stärksten Elemente waren ja längst nicht mehr im Lande. (Der beim , letzten Autodafe« im Jahre 1739 in Lissabon dem Tode auf dem Scheiterhaufen überantwortete berühmte Lustspieldichter Antonio Jose da Silva, damals 34 Jahre alt, war in Brasilien erzogen worden, wo es noch von der holländischen Herr schüft her viele Juden gab.) Man bdienke nur, was das heißt: zehn bis fünfzehn Generationen! Die Abkömmlinge der sächsischen Einwanderer aus/ dem Mittelalter in Bosnien, die Nachkommen der Hugenotten in Preußen, die Schottest in Warschau, sind in der Bevölkerung dieser Länder spurlos untergegangen. Eine große Anzahl jüdischer Gelehrter hat sich im 19. Jahrhundert eingehend mit der Geschichte der spanischen und portugiesischen Juden befaßt; aber trotz eingehendster Forschungen waren weder in Spanien noch in Portugal einheimische Juden zu finden. Wohl hatten sich in Madrid, in Barcelona,' f Lissabon und in Porto neue Judengemeinden ge- Oereia zur fliiatattBoa boh Bräuten Donnerstag, den Zl.Febr. 19X9, nachm. 4 Uhr, findet Im Gemeindehaus, Hospllalstrafie 96, die NUfilicdcr-VcrMinniiimi statt. Tagesordnung: Jahresbericht Rechenschaftsbericht der Kassiererin Verschiedenes Der Ausschuß. Zahlreiche Beteiligung erbeten. - 273 - bildet, aber diese waren Einwanderer aus allen möglichen Ländern und Gebieten, vielfach allerdings auch Rückwanderer aus Nordafrika und aus dem Orient, die Nachkommen der einst Bertriebenen, die sich nach drei Jahrhunderten wieder an de» Ufern des Tajo und des Manzanares niederließen. „Zeichen und Wunder geschehen", .heißt es in unserer alten Hagadah! Etwa vor zehn Jahren, ejnes Freitags abends, kam in die Synagoge zu Lissabon ein portugiesischer Hauptmann und bat den Präsidenten, Professor und Redatteur der Tageszeitung „O Secolo", Moses B. Amzalak, dem Gottesdienste beiwohnen zu dürfen. Ec kam noch einigemal und dann erklärte er seinen neuen Freunden, er wolle zum Judentume übertreten. Seine Mutter war Katholikin portugiesischer Abstammung, sein Vater aber Marane, der an den jüdischen Gebräuchen stets festgehalten hatte. Er selbst habe während des Weltkrieges, speziell in Frankreich zu seinem größten Erstaunen und zu seiner grüßten Freude erfahren, daß es in Bordeaux, in Paris, Amsterdam und London noch portugiesische Juden gäbe. Nun sei er fest ent schlossen, den jüdischen Glauben anzunehmen. Tatsächlich war er. Barros Basto, . seit vielen Jahrhunderten der erste Marane, der ossen in das Judentum zurückkehrte. Anfangs belächelten viele diesen „bizarren" Einfall, aber gar bald entstand eine religiöse Bewegung, wie sie der Gegenwart noch nie bekannt war. Hunderte, ja Tausende, jung und alt, Männer und Frauen, Gelehrte, Aerzte, hohe Offiziere und Beamte, anderseits wieder Kleinkaufleute,' Handwerker, Taglöhner, Leute, die auf hoher Stufe portugiesischer Kultur standen, erinnerten sich aus einmal, daß sie jüdischer Abstammung seien und daß sich ihre Ahnen vor vielen Jahrhunderten zum jüdischen Glauben bekannt hatten. Bergebens wurde von kirchlicher Seite darauf hingewiesen, daß ja von. einer reinen unvermischten Abstammung von den alten Juden her keine Rede sein könne, weil doch fortwährend Mischehen zwischen der alten christlichen Bevölkerung und den sogenannten „Christuos Novos" eingegangen worden waren; aber die Bewegung griff immer weiter um si^h. Barros Basto, oder wie sein hebräischer Schriftstellername lautet, „Ben-Rosh", der: mittlerweile in Porto eine hohe militärische Stellung eingenommen hatte, ist der unermüdliche Führer und gegenwärtig auch der Präsident der dortigen Gemeinde. Er gibt eine eigene Zeitschrift, „Ha Lapid" portugiesisch „O Facho", („Die Fackel"), heraus. Sie unterscheidet sich wesentlich von allen jüdischen Blättern und Zeitschriften der übrigen Welt. Hieß es doch schon im 16. Jahrhundert in Holland, die Moränen wären Christen ohne Glauben und Juden ohne Religionsbekenntnisse! Hier wußten alle die vielen Tausende, die nun zu ihrer jüdischen Religion wieder zurückkehrten, vo» ihr so gut wie gar nichts. Im „Ha-Lapid" werden nun die Grundbegriffe der jüdischen Religion, die Gebete und Feste, die Vorschriften und Riten, die Geschichte und die Volkskunde so entwickelt, als ob es sick um ein Lehrbuch für Mittelschüler handelte. Dabei sind alle Artikel von einer ungeheueren Begeisterung erfüllt, die wir heutzutage anderswo nicht vorfinden. Zionismus und jüdische Literatur werden behandelt, die Bilder aroster vortuaiekiscber Synagogen gebracht und dazwischen in jeder Nummer wieder Verlautbarungen neuer liebertritte. _i ' Jünglinge, Männer, ja selbst Greise lassen die Eircumcision an sich vornehmen. Mit Feuereisec macht man sich an das Studium der hebräischen Sprache, die heute nicht nur an den VolksisracLFranenvcrclniv. Stuttgart iimiiiiiiHiimifiinmiimmiiiimiiimiimiimiiiimniimiiimmiiiiimi Dienstag, den 12. März 1929 Ordcofllchc Mlltflleder-Versammluntf des Israel. Fnnunvcrclns Anträge sind bis zum 12. Februar an die Vorsitzende, Frau Kommerzienrat Wolf, Hohengeren 3, einzureichen. Die Tagesordnung wird in der 1. März- Nummer dieses Blattes bekannt gegeben. Himmeln der Ptnlschcn luden. öffentlicher Lidifbildervorfrag am Samstag, den 16. Februar, abends Uhr, im kleinen Saal des Oberen Museums. _ Es spricht: Dr. Mark Wischnitzer, Generalsekretär des Hilfsvereins der deutschen Juden, über „Aktuelle Probleme der jüdischen Wanderung, Siedlung u. Jugendfürsorge* ~~ Eintritt frei I Der Ortsausschuß. lO'sl |TJ Ein neuer Palästina-Film HP nD*Pr bnnu*b Sonntag, den 3. Februar, vormittags 11.15 Uhr Kammer - L ichtspiele MARIENSTRASSE 18 Aus dum Inhalt: Dan Jordan aufwärts Haldlnnan das Aufbaus Alta und naua Pasta Ruinen und Turbinen Dar Hafen von Haifa + i efteprfifte üDo^ettpflegerin mit besten Referenzen wird bis Am» faag Mal frei. — Anschriften unter Ä. M. 202 an die Demetnbezeitnng. Wir suchen für 20|ftßr.!XUU(ßeH das mit Hausarbeit vertraut ist, Stelle im Haushalt, evtl, zur Mitbetätigung im Geschäft bei Familienanschluß. Kleines Kostgeld kann gezahlt werden. Ferner für eine Frau, die schon in Stellung war, Posten als Küchln oder Stütz« in kleinem Haushalt. Angeb. erbeten an Äsrael. Fürsorg ramt. Statt« gart. Hospttalstraße 36. 311 Kiiderleii Lirtünrt öinasu (Liste StattsuhNflrdltesaO Idyfl. im Walde gelegen / / Sonnig und staubfrei Streng rituell / Prospekt / EntkL Referenz. Fernruf Nr. 119 Amt Bopfingen In Württemberg t 1 121918279^12^59001