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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-01-16 · 20 (16.1.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
20 (16.1.1929)
Date
1929-01-16
Page
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. . ij . . Tie Ziviliialion I:::fit ivD mir die -: u ieoe>. vor ine galbas;n. Tie l ■i ilniH g>-,., -n, daß sie Av> :i-nt fri iaweii. halb fiitirfjum sich Natlian, persönlid) nach Rußland;n gebe». »in mit de» maßgebenden Mi' iiiüent Auge in An ge zu verhandeln. Parlier balle er in London eine Unterredung mir Lord R.l'chid, Sir E audc Monte iore und 2'\x 2n mnel Wornnfliir mit denen er seine Pläne besprach In Rnsstand blieb er drei Wochen und besuchte Peleisdnrg, Mokkan, und Cöcitii. Tie erüe Konferenz mit Witti" sand a»i 22. '.b'oveinbec i!i(V) ftatt. Hochgen acliien, sasi nnbebolseu in l-'i nein r^liederban, abgearbeirel, trat der russische Miiiinerpriisideni rnnächst ielir külit diesem denlichen Privgtinann gegenüber, der in inncrruisisch! Perbauniiie, aineinreden wollie. brr erwärmte sich -v-<i>. :U-> er erlannie, nie klug und klar sein >>iegenin-e: die fragen der Hnmanilät und der >''>rre,ln gkeil mit Den wirtlichen pvtilischen Inleren.i, Riißlanos;n verbinden verstand. Beine erklärlei ..B,-ir sind mitten tit der Rervsnlir». Wir können Die Indensrage nur ßüci- . riie lasen, sonst gibt eS ein Blutbad." o .. vor Progroinen." Tie visberige Regierung iveit konimen einenviakiisctien Resultat sübrie die Un g nicht '.'ln dt! Tue iiiin de, Minißerpräsidenr fei -.1 B.-':-chckl nach einmal zurück. 2b. nicht die ■ .li r-na,. ..gnigeiiiinier" Leitungen möglich sei. ..llninöglich." ’.'.i■.abnte. daß man sich in Rußland en Sozie.ldeinokealie eine ganz falsche Vor n.n.ng mache. Ruch .Bebe« >ei keineswegs so em. -L ' LasilN Sie ilm dach zu mir kommen." „Man n.-.de iagev. Bebel isi ei» Verrückter ■ Berräler. ' 'ü" fetreii Abend noch ii er bei dem Innen . ii-ü.ßen Obolenski. O. tei;-'ß klug, nark religiös, sagt: er lue, er ::n Innern iiir recht halte. Ohne jede P: n-a'.-lian. I» der Indenirage sei da» ganze v'u;ii:m einig. Aber die prakliiche Lösung sei 'ch l n.ig. Unmittelbar »ach den Progromen hätte ,!unt dir veile »Sieichbeeechligung geben sollen. Je»:;ei das erschnerl. Vielfach ständen die In den in- Vordergrund der revok^ilionären Bewe znng. - - - niachie den Minister ans den fehler ,ai'e» oek^ die'es «>«edankenganges aufmerksam: r„ die Ariden malträtiert, sind sie revouitivnär,,»enn man warten will, bis sie ruhig und, kommen sie nie zur Beruhigung. 262 - Ueberall govaun er den Eindruck: guter Wille, aber Unentschlossenheit und schwächliches Zurückweichen vor der Ausführung, gleichzeitig das Bestreben, die Perantivortung abzuwälzen. Witte nagte keinen entscheidenden Schritt, weil er sich de-i, höfischen Intrigen nicht gewachsen fühlte. Im folgenden Jahre geht Paul Nathan wieder ans'zwei Monate »ach Rußland. Tie re volutionärc Benegung hält an. Ter Parteitag der Kadetten wird verboten. Witte ist gestürzt, die Tniiia gefährdet. TaS offizielle Organ des neuen Ministerpräsidenten Stolypin hetzt gegen die Juden. Im Juli 190t> kommt es zu Pogromen in Odessa, die von den Matrosen nieder geschlagen werde». Am '20. August ÜHX, hat Nathan eine Unterredung mit Stolypin, und znar aus der Apothckerinsel bei Petersburg, auf der die Tatsche des Ministerpräsidenten liegt. Nathan betout, er habe als Ausländer kein Recht, namens der russischen Juden zn sprechen. Er könne nur die Auffassung des Auslandes niedergeben. Stolypin sagt geradeheraus, die früheren Re gietlliigeit hätten in der Behandlung der In denfragr nnglaublichc Torheiten gemacht. ES sei gan; selbstverständlich, daß eine volle Emanzi palion erfolgen müsse. Tas könne aber nur lang sa», geschehen. Mil .Hilfe der Tuma. Nalhan: „Aber sonst geschehe» doch rinschnei dende Maßregeln ohne die Tuma. Es handelt sich hier um drängende Forderungen der (öc rechligkeil." Slolypin: „Ich verfahre durchaus nach Recht und Gerechtigkeit." ' Nathan ncist demgegenüber ans die Pogrome hin. Stolypin: „Tas ist kein Beneis, daß die Regierung den Inden nicht Eerechligkcil ivideriabren läßt." Nathan: „Tie önenlliche Meinung der zivilisierten Welt ist davon überzengl. daß die Iw den keine Eerechligkeit finden." Stolypin: „Wo mir ein Fall ntitgelcilt n-ird schaffe ich Rcmedur." - Ter russische Ministerpräsident skizziert dann dir einzelnen Maßnahmen, die Nathan mit dent Finanzminister Kokowew besprechen soll. Es handelt sich um fünf Punkte: >. Erlaubnis zum Aufenthalt aus dem Lande, 2. Zulassung zu Tirektorstellen, :i. Aushebung der Beschränkungen für die privilegierlen Kaustcute, t. Zulassung zum Branntweinausschank, -ö. Genehmigung etgener Schulen. Stolypin bittet seinen Besucher um ein, schrislliche Auszeichnung, ein Wunsch, den dieser überhört, um sich nicht zu binden. Zirci Tage daraus hat er die.Unterredung mit dem Finanzminister, Kokowzew, ein kühler Büro E. & M. RICHNO WSKY Eberhardstr. 23 / Gegr. 1884 Haus für Gelegenheitskäufe in Brillanten / Parten Bold- und Silbarwaren CHR. STATTMANN S NACHF. 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Er ist sehr verstimmt, als Nathan präzise Anklagen erhebt, die die Mitschuld der Regierung beweisen, und auf die er nichts crividerir kann. Tie abschließende Unterredung mit dem Ministerpräsidenten findet nach zivei weiteren Tagen statt. Stolypin, abgespannt und schwer bedrückt, gibt zu, daß die Regierung mit einer Verschärfung der revolutionären Unruhen rechne. Witte werde man aber nicht zurückruscu, er sei bei Hof unbeliebt. Ltolypin fragt schließlich nach der Aufzeichnung. Als Nathan erklärt, er habe keine mitgebrackst, nimmt das Interesse an der Besprechung sichtlich ab. «tolypin hatte offenbar selbst die Empfindung, daß der Boden, auf dem sie sich bewegten, unterminiert sei. Sein Gefühl >var berechtigt in jedem Sinne. Tas Landhaus, in dem sie das Gespräch halten, flog zwölf Stunden später in die Lust. Stolypin selbst war nicht anwesend, seine Kinder und zahlreiche andere Personen wurden schwer verletzt. Paul Nathan beurteilte die politische Situation viel zu nüchtern, als daß er sich der Illusion hingegeben hätte, mit politischen und hu manitären Argumenten allein Reformen im russischen Staatswesen durckjsetzen zu können. Er versprach sich einem größeren Erfolg von einer Stärkung der Tuma-,von dem Truck der öffentlichen Meinung in Rußland und der im' Ausland. In allen drei Richtungen hat er gewirkt. Bon dem Ergebnis seiner Unterhaltungen verständigte er die Führer der Kadetten und der weiter links stehenden Parteien. Tie russische Presse und die deutsche, französische und die der angelsächsischen Länder hat er mit Informationen versehen. Den Reformwillen der russischen Staatsmänner hat er gestärkt. Aus seinem Munde hatte die Meinung der zivilisierten Welt über die Vorgänge in Rußland zu ihnen gesprochen, so rückhaltlos in der Sache, so vornehm im Ausdruck, wie sic sie noch niemals vernommen hatten. Tas Vertrauen des Ministerpräsidenten Witte hatte der deutsche Besucher in solchem Maße geivonnen, daß der russische Staatsmann jedesmal, ivenn er nach Teutschland kam, eine Begegnung mit ihm suchte. Er sprach ihn »och im Herbst des Jahres lfKMJ. Seine eigene Untätigkeit als Ministerpräsident entschuldigte er damit, daß ihm die Hände gebunden waren. Ten größten Wert legte er aus seine Schöpfung, die Tuma. Mit Behagen formulierte er mehrmals den Satz: „Diesen Angelhaken hat man im Rachen, und man Reitenu. Damensdineidcref j. BRAUN * Siiberbnrosir.äe BRAUER &WIRTH Kunstgewerbliche Werkstätten MÖBELFABRIK Stuttgart, Charlottenstraße 21a laden höflidtst zur Besichtigung ihrer Ausstellungsräume an der Olgaedce ein ERNA HÖRRMANN, geb.huchthausen / / teSphonn^'sIw BiOXULTRA ZAHNPASTA riie ricMfffe, sie macht die Zahne blendend welB und beseitigt Mundgeruch, spritzt nicht. Ist tcchkonzentriett, daher sparsamer. Kleine Tube it Ptg. MAX ELB A.-O. DRESDEN für Sie

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