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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-01-01 · 19 (1.1.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
19 (1.1.1929)
Date
1929-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
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erklang unv der „Chassan" unserer manchmal aus Kindern bestehenden Gesellschaft mit schwung vollem Niggen das Tischgebet sprach, dann sübl ken sich fctbft^bi-c jüdischen Einwodner des Tories mir uns in gehobener, weidevoller Stim ' mung. Auch der katholische Geiüliche des Lrtes gab mir des öfteren in dankbarer Anerkennung zu versieben, daß der religiöse Sinn des Heimes aus ihn einen licken Eindruck machte. Acben dem Kinderheim üedt in Mühringen ieit über einem Jahrhundert eine ehrwürdige Snnagoge. Mühringen erging cs wie vielen Kicingemcinden, die durch Wegzug dezimiert lvur den Jedoch alljährlich, wenn unsere »linder aus Aad und svern wieder im Heim und, zieht sür kurze ^ii neues Leben wieder in die üilt^ Snnagoge ein. Und es ergreift jeden lies, in den eorwürdigen Mauern ivicder irische, sür das Judentum »ich begeifernde fugend anznlrcisen. Im» Snmdol Tiitl die nie versiegende Jugend traft unserer Wemetiridiart! Bo sebr nwn es auch vergeben kann, daß Eltern, die das Jaür über insolge ihrer geschärt luven Tätigkeit kaum Jen haben, idren Km der» sich widme» zu können und die deshalb die Tr im über mit ümeit zusammen sein wollen, t ein mi doch ob ne Zweitel das »lind als ^tiiid im Kinderheim mcdr zu seinenz Recht als id einem Badeort. Tenn Kier schließt cs iich anderen »linder» an, tritt mehr aus sich heraus, und i't in jüdischer Beziehung zugleich re!>'a::o .:d und gebend. Ter Enkel des Königs Salomo. Mi! welchem Rechte dars sich der neue Regus von Abesi'liiien als „Erbe des »lönigs Salomo König der Könige von Aetbiopien" bezeichnen? Aach dem Berichte der Bibel (Könige 1, 10) hat die »lünigin von Saba den König Salomo in sei ner Residenz besucht, um sich persönlich von dem großen Ruse seiner Weisheit zu überzeugen. Tie se biblische Erzählung ist schon sehr früh, in den ersten christlichen Jahrhunderten legendär ausgeschmückt worden. Tie Reise der Königin, die Borbereitung und Ausgestaltung der Reise, der Empsang beim Könige, die Rätsel, welche die Königin dem König vorgelegt hat, sind von der gcschästigen Sage romantisch ausgestaltet worden. So entstand die Legende von der Verbindung der .Königin von Saba mit Salomo, von ihrer Vermählung mit dem König, wie sie auch als dichterischer Vorwurf den Bühnenwerken: „Tie Königin von Saba" von Carl Goldmark und „Tic Weisheit Salomos" von Paul Heyse, gedient hat. Nicht nur in Jemen, dem eigentlichen Sipe des Sabäertums, blühte diese Legende, sondern auch in den Nachbarländern Aethiopien und Abessinien ward sie bald heimisch. Jedes dieser Länder batte seine Salomo Bilkis Sage.. Bilkis oder Balkis wurde der Name der Königin bei den arabischen Schriftstellern (Koran, Ihn al- Atir, Masudi, Tabari, Talabi), „Makeda" in der aetbiopischen Gestaltung der Sage, die uns im „Kebra Nagast" (gloria regum), herausgegeben von dem Orientalisten Prätorius, bekannt geworden ist. In diesem Kebra Nagast, das mit sei neu vielen Arabismen die arabische Beeinflussung deutlich zeigt, findet sich die Ueberlieferung, daß der Sohn des Salomo und der himjaritischen Ma keda „baina hekem" genannt wird, arabisch „ibn el hakem", „Sohn des Weisen", rasch gesprochen „bnel Hakim", das dann mit der bekannten Um tauschung von b und m „menelbakim" den Namen „Menilekh" ergab. So bedeutet nach dieser Ctumologic Menilek nichiM anderes als „der Sohn des Weisen" und weist deutlich auf die Abstammung von König Salomo'hin. — Ter tiefere Sinn jener Ueberlieferung. ist sicherlich der, daß die aelhiopisch abessinijche Herrscherdynastie sich gern mit dem Nimbus hoher Weisheit umgibt und deshalb ihre Abstammung von jenem erlauchten Königspaare traditionell manifestiert haben möchte. Ten ganzen Stolz dieser Tradition empfindet man heute scheinbar noch mit hoher Freude in Abessinien, und der Titel der aethiopischen Mythen negus negosti „König der Künige" glänzt heute noch bei den Königskrönungen im vollen Glorienscheine. Dr. Kroner, Oberdorf-Bopfingen. Die allgemeine Studentenschaft fordert Numerus Clausus. In einer Kammersitzung der Allgemeinen Studentenschaft der Berliner Universität wurde ein Antrag folgenden Inhalts angenommen: „Das ungeheure Anwachsen der Zahl der fremdstämmigen Studierenden an den deutschen Hochschulen zwingt die Studentenschaft der Friedrich-Wilhelm- Universität, die Schaffung eines Ausnahmegesetzes zu verlangen. Es ist ein Akt der Notwehr und Gerechtigkeit, daß die fremblütigen Studenten nur in einem solchen Prozentsatz an den deutschen Hochschulen zugelassen werden, wie der prozentuale Anteil iher Volksgruppe an der Bevölkerung Teutschlands beträgt. Tie Studentenschaft der größten deutschen Hochschule fordern: ein Numerus clausus für fremdstämmige Studenten ist an hen deutschen Hochschulen einzuführen." Tas „Berliner Tageblatt" bemertt dazu: „Es ist unter diesen Umständen wohl hoch an der Zeit, dafür zu sorgen, daß die Studentenvereinigung, die sich noch immer den Namen „Allgemeine Studentenschaft der Universität Berlin" anmaßt, sich endlich einer anderen, weniger irreführenden Firmierung bedient." Tie „Allgemeine Studentenschaft der Berliner Universität begründet ihren Numerus clausus- Beschluß damit, daß die Hochschulen von jüd. Studierende» überfüllt seien. Weiterhin beschloß die Studentenvertretung, in Zukunft keine jüdischen Korporationen zu ihren Veranstaltungen einzuladen. Tie Kommunisten traten daraufhin aus. 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